Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20
Böse Gruppe?
sackgesicht:
Wir haben bei D&D nie mit komplett bösen Gruppen gespielt, es gab aber durchaus Runden mit mehreren bösen Charakteren. Eine hochstufige Gruppe (Level 15+) hat sich dann auch irgendwann aufgelöst, weil sie sich auf keinen gemeinsamen Kurs mehr einigen konnten (d.h. die Chars haben sich voneinader getrennt, nicht die Spieler. Wir haben dann eine neue Kampagne begonnen).
"böse" bedeutet ja bei D&D in erster Linie "egoistisch", jedenfalls haben wir das immer so gehalten. Solange also die egoistischen Bedürfnisse von jemand Bösem befriedigt werden, wird er durchaus Absprachen treffen oder langfristig denken. Die Frage ist, wieweit er sich an Absprachen hält.
Jemand, der rechtschaffen böse ist, wird immer wieder versuchen, bereits getroffene Absprachen im Nachhinein umzudeuten oder so zu interpretieren, dass für ihn ein zusätzlicher Vorteil herausspringt. Oder er trifft Absprachen von vorneherein mit einem schmutzigen Hintergedanken (der berühmte "Pakt mit dem Teufel"). Anders ausgedrückt: Ein rechtschaffen Böser wird sich an Abpsrachen halten, solange sie ihm nutzen. Kennt jemand Macchiavellis "Der Fürst"? So in etwa.
Ein chaotisch böser Charakter trifft zwar unter Umständen auch Absprachen, aber er hält sich so gut wie nie dran, oder höchstens zum Schein. Außerdem ist bei einem chaotisch bösen Charakter das Vergnügen, jemand anderem zu schaden, sehr stark ausgeprägt. Trotzdem kann er das so lange hinauszögern, bis er den richtigen Zeitpunkt für gekommen hält. "Chaotisch" heißt ja nicht planlos, sondern "willkürlich". Ich kenne einige Spielleiter, deren Leitstil ich als "chaotisch böse" bezeichnen würde! (die meisten leiten allerdings rechtschaffen böse und berufen sich immerhin aufs Regelbuch ~;D). Im realen Leben sind chaotisch böse Menschen sehr selten; selbst die schlimmsten Dikatoren haben so etwas wie menschliche Regungen oder Skrupel gegenüber ihren Familienangehörigen oder langjährigen treuen Mitarbeitern. Ein schönes Beispiel für chaotisch böse ist meines Erachtens Nyarlathotep aus dem Cthulhu-Rollenspiel. Aber der braucht auch keine Freunde und kann jedem so richtig auf den Sack hauen. Trotzdem lässt er sic hdazu manchmal Jahrtausende Zeit, wie es halt so kommt - chaotisch eben.
Meiner Erfahrung nach sind rechtschaffen böse Charaktere einfach zu spielen, es gibt auch genug Vorbilder aus dem wahren Leben (der korrupte Beamte, der gierige Anwalt, der karrieregeile Chef). Von daher sollte auch eine rechtschaffen böse Gruppe kein Problem darstellen. Chaotisch böse Chars können, extrem ausgespielt, eine Gruppe sprengen. Darin unterscheiden sie sich aber nicht großartig von rechtschaffen guten Paladinen. Psychopathen sind genau so gefährlich wie Fanatiker, auch im Rollenspiel.
Cyberdance:
Gut, wenn man strikt nach dem Gesinnungsmodell spielt, ist das ein Argument. CE wäre komplett gruppenuntauglich, NE nur, wenn die anderen ihn unter der Knute halten können und LE gut geeignet, da die wenigstens Prinzipien haben.
LE-Charaktere winke ich durchaus auch dann und wann in sonst guten oder neutralen Gruppen durch, sofern ich dem Spieler insoweit traue, das er nicht gezielt die Gruppendynamik zerstören wird.
Ein bisschen Alignment-Mische kann durchaus Schwung in die Bude bringen. :)
Raphael:
Wir haben's mal gemacht, in D&D 3.0; ich war ein rechtschaffen böser Menschenzauberer.
Hat Spass gemacht, aber wir haben nicht wirklich "glaubwürdig" gespielt. Es gab z.B. praktisch keine internen Streitigkeiten.
Hat sich nach 3 Sitzungen im Sand verlaufen, weil, naja, war nicht reizvoll genug. Man durfte ja jedes Problem mit Gewalt oder Gemeinheit lösen.
Urias:
Ich bin in unserer Gruppe meist der einzige der nen bösen Char spielt und spiel das auch einigermaßen aus sagich mal (da kommt mir der chaotisch neutrale Krieger gerade recht *g*). Jedenfalls habich meinen letzten Char, einen Tiefling Magier, durch das ausspielen geopfert ("Was dahinter sind Schätze? Ich drücke die Hand des Duelanten auf den Schalter" - Fieser Zauber kommt auf den Duealanten, 1W6 Schaden. Er war sauer und hat mich mit gut und gern 20 Schadenspunkten umgenietet).
Was lernen wir daraus: Böse Charaktere werden in Zukunft subtiler gespielt!
Raziel
Selganor [n/a]:
Oder... wenn man vorhat dass die Gruppe auch noch laenger existieren soll... entweder gar nicht (wie es viele Gruppen vernuenftigerweise machen ;) ) oder zumindest "gruppenkompatibel"
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