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[Im bezug auf Horror und Grusel] CoC vs. nWoD-Core vs. UA vs. Universalsysteme

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Eulenspiegel:
Ein System wo Geisteszustände aufgelistet werden, hindert mich auch immer am Gruseln, da es mich aus der Immersion reißt.
Außerdem möchte ich festlegen, wie sich mein SC verhält. Wenn das System sagt: "Du hast jetzt Angst.", obwohl ich der Meinung bin, das war nicht wirklich gruselig, ist das störend.
Und wenn ich dann eine richtig gruselige Stelle hatte und mir plötzlich das Regelsystem sagt: "Dein SC steckt das mit links weg.", ist das genau so störend.

Also: Beim Horror sollte der Spieler und nicht das System den SC kontrollieren.

Harry:
Ich spiele und leite CoC, UA leite ich nur, mit WoD habe ich keine Erfahrung.

Ich hatte bei beiden mir bekannten Spielen schon echte Gruselmomente. Die Heimfahrt auf dem Rad, durch den dunklen Wald, mitten in der Nacht, nach einem Abend CoC "Froschkönig-Fragmente" - ich hab die Strecke nie wieder in so kurzer Zeit geschafft.

Was UA und CoC gemeinsam haben, ist dass sie sehr settingspezifisch sind. CoC ohne Lovecraft-Flair und den Mythos ist Banane (bzw. RuneQuest  ;D ), UA ohne den ganzen Hintergrund nur ein weiteres, wenn auch sehr elegantes, Modern-System. Der Grusel kommt für mich aus dem Setting bzw. dessen Hintergrund. Genauer, aus dem "Gefühl" welches das Setting vermittelt.

CoC: wir sind alle verloren.Vergehe, sterblicher Wurm!
UA: Es passiert etwas da draußen, und wenn du nur stark genug willst, kannst du daran teilhaben - doch es gibt immer einen Preis. Das UA-Setting finde ich tendenziell etwas gruseliger, weil es "näher" an meinem erlebten Alltag ist und ich mir die Dinge so besser vorstellen kann.

Eine weitere Gemeinsamkeit der Systeme sind die schlanken Regeln. Sowas gefällt mir, weil die Regeln im Hintergrund stehen, einen aber in bestimmten Fällen unterstützen - in beiden Systemen ist das insbesondere beim Verlust geistiger Gesundheit der Fall. Da liegt auch der Vorteil gegenüber Universalsystemen - CoC und UA sind dafür geschrieben, in bestimmten, genrespezifischen Situationen besser zu funktionieren als andere Systeme.

Also: Gleichstand Unknown Armies - Call of Cthulhu. In Bezug auf Horror und Grusel. Für mich. Auswählen würde ich nach Setting, auf das ich gerade Lust habe.

P.S.: Insgesamt hat UA bei mir einen leichten Vorsprung, wegen der Temperamente. Ich finde die Idee einfach  gut. Aber ich habe UA auch noch nicht als Spieler erlebt.

Lord Verminaard:
Im Gegensatz zu Thalamus denke ich, dass gerade guter Horror ein System braucht. Ein System zwar, das nicht mit klobigen Kampfregeln und ellenlangen Fertigkeitenlisten meiner Vorstellungskraft in den Weg gerät. Aber ein System, dass mir die Gefahr, in der mein Charakter schwebt, deutlich vor Augen führt. In einer reinen Freiform-Situation habe ich nur zwei Möglichkeiten: Entweder ich behalte als Spieler ein Stück weit die Kontrolle, dann geht aber die Spannung verloren. Oder ich gebe alle Kontrolle an den SL, was aber erstens Streitpotential birgt und zweitens das schale Gefühl eines abgekarteten Spiels vermittelt, mir jedenfalls. Einem guten Regelwerk hingegen können SL und Spieler gleichermaßen das Leben und die geistige Gesundheit des Charakters anvertrauen.

Allerdings hat sich das System auch in den richtig guten Horror-Runden, die ich gespielt habe, sehr stark zurück gehalten. Die meiste Zeit war freies Spiel. Aber eben immer mit der Gewissheit, dass das System im Hintergrund wirkt und einen fertig macht, wenn man etwas Dummes anstellt.

Welches System nun? Sie sind alle noch nicht perfekt. Von denen, die ich kenne (CoC, KULT, oWoD, UA) gefällt mir UA am besten.

Harry:

--- Zitat von: Lord V. McNaard am 10.05.2006 | 21:31 ---Welches System nun? Sie sind alle noch nicht perfekt. Von denen, die ich kenne (CoC, KULT, oWoD, UA) gefällt mir UA am besten.

--- Ende Zitat ---

Könntest Du benennen, warum? Ich denke gerade selber drüber nach, bei mir steht UA ja auch vorn, und mir fallen bisher nur die oben genannten Punkte Alltagsnähe und Temperamente ein. Aber irgendwie ist das noch nicht alles, ich kanns nur nicht benennen.

Wie ist das bei Dir?

Lieben Gruss,
Z.

Lord Verminaard:
UA lässt viele Dinge weg, die unwesentlich sind (man bedenke nur die grauenhaften Kampfregeln von KULT... Trefferzonen... Aktionen pro Runde... ein Wunder, dass man am Anfang keine Ausrüstung einkaufen muss...) Keine langen Fertigkeitenlisten, sondern freie Wahl. Insgesamt ist das System nicht im Weg. Wenn Greg Stolze auch noch seine Stupid Dice Tricks weggelassen hätte, wäre es ein schön sauberes, einfaches System, das nur das macht, was es soll, und ansonsten nicht dumm im Weg rumsteht.

Die Temperamente sind klasse, um einem Charakter gleich richtig Profil zu verleihen. Das Madness Meter ist auch nett. Die drei Arten von Proben verdeutlichen auf der Regel-Ebene schön den steigenden Stressfaktor. Und: Ein Treffer mit einer Schusswaffe kann sehr schnell tödlich enden. Das alles funktioniert ganz gut in einem Horror-Kontext. Besser jedenfalls als die anderen genannten Systeme.

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