Autor Thema: Häresie oder Sinn und Unsinn von Shadowrun  (Gelesen 14900 mal)

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Offline Monkey McPants

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Re: Häresie oder Sinn und Unsinn von Shadowrun
« Antwort #25 am: 4.09.2006 | 16:45 »
Full Ack!
Entweder akzeptiert man das SR Konzept, man ändert es oder man meidet es.
Pfff. Wenn dich der Thread stört dann lies ihn nicht. Ich finde die Diskussion interessant und werd darum auch weiterhin teilnehmen solange sie höflich und, naja, interessant bleibt. ;D

Zitat
Die richtige Frage lautet doch wohl eher:
"Btw, wo kommt eigentlich das Gerücht her dass Shadowrunner Rebellen seien? "
Wer hat hier eigentlich behauptet das die Shadowrunner Rebellen sind? ???

M
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Offline Dirk

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Re: Häresie oder Sinn und Unsinn von Shadowrun
« Antwort #26 am: 4.09.2006 | 17:38 »
Danke Jungs und Mädels.

Ich habe schon erklärt woher meine Motivation, SR zu ändern, stammt. Ich will das geile Setting erleben und die Fragen, die sich aus den Setting- und Themenkonflikten ergeben,  ausloten. Außerdem ein Kampfsystem bei dem sich mir vor Angst und Instinkten, die da die größte Rolle spielen, die Zehennägel in meinem Mund wiederfinden lassen.
Beides kann SR nicht.

@Spicy: Was ist ein Runner, besser, was soll er darstellen? Gute Frage. Wir werden das klären können.
Die zwei dicken Argumente von URPG finde ich sehr schlüssig. Sie können auch nicht mit Deinem Gegenmaßnahmenargument abgeschwächt werden, da, egal wie wir es betrachten, Runner Kriminelle sind. Und die werden immer erfolgreich gejagt! Es ist nur eine Frage der Zeit. Die Aufklärungsrate von Kapitalverbrechen ist immens und dramatisch gestiegen.
Auch danke für das Stichwort Motivation. Das ist das Zentrum meiner Überlegungen.

@Shayit: natürlich kann man auch einen Detektiv oder eine Oma spielen, das Spiel ist doch aber klar auf Runner fixiert.

@Crocodile Ein: HQ kann jede CA spielen, mit einigem Aufwand, so viel ist sicher aber das ist nicht die Frage. Bei meinem Bau kamen mir Zweifel am Konzept des Runners. Das möchte ich klären, ehe ich wieder ein unbefriedigendes Design mache. Das coole Setting soll endlich ein gutes Spiel erhalten. Ich halte SR für ein schlechtes Rollenspiel-Design und für ein durchschnittliches Table-Top-Design. Die Versprechen des Settings wurden nämlich nie im Spieldesign umgesetzt. Die Versprechen sind: Dunkelheit, Einsamkeit in der Technik-und Magiewüste, Entmenschlichung, Punk, Mystik und Paranoia. Umgesetzt wurde nur die Entmenschlichung ein wenig (Essenz), der Rest könnte in jedem Regelwerk für Near Future stehen, hier, mit einer Fetischisierung auf Waffen und Kampf. Ohne die Versprechen wäre es ein gutes Gamistisches Spiel aber so weckt es die bösesten Widerspruchsgeister.

@Chiugalla: reiße die Seiten raus, die nix mit Kampf, dessen Techniken, dessen Vorbereitung, dessen Attributen, dessen Fertigkeiten und dessen Magie zu tun haben. Dann lies SR noch mal und Du wirst feststellen, dass es gar keinen Sinn macht das zu spielen, da Kämpfe die Highlights im Design darstellen sollen. Schau auch mal auf den Charakterbogen. Hier wirst Du ähnliches feststellen können.

@Monkey: Rebellen, also? Wir müssen eindeutig die Motivation klären.

@Boo:
Zitat
Zum Thema Spielstil: Die gute alte Methode "Plan A schlägt immer fehl, Plan B endet immer gewaltsam!" kann das Spionage-Feeling von Shadowrun schon gehörig den Bach runtergehen lassen, den plötzlich ist "True Lies" das Thema oder ein James-Bond-Film und nicht ein Suspense-Agenten-Film. Ausserdem können Spielleiter, die IRL die Wissensfertigkeiten Sicherheitstechnik, Sicherheitsprozeduren und Militär recht hoch haben ( Wink , sich also aufgrund von Job und Vergangenheit IRL damit auskennen) und dieses Wissen bei dem durchschnittlichen Shadowrunspieler vorraussetzen, sehr anstrengend sein - vor allem dann, wenn sie jeden noch so kleinen Fehler der Spieler bestrafen und man dadurch regelmäßig bei Plan B landet (siehe oben).

Die Entwicklung des Genres ist von den achtziger Jahren vom schmutzigen, leicht endzeitlichen "GIBSON'oiden" Cyberpunk zu etwas, dass ich gerne als blankpoliertes High Cyberpunk oder Neopunk bezeichne, abgelaufen. Viele Elemente, die das "originale Setting" (1st und 2nd Edition) ausmachten, sind verschwunden und die nahe Zukunft wird generell bevorzugt eben blankpoliert betrachtet. Das ist einfach eine Entwicklung in der Sichtweise der Medien, die sich natürlich auch in den Rollenspielwelten niederschlägt (und damit auch in der Welt von Shadowrun), eine Entwicklung, die bei Shadowrun IMHO mit der 3rd Edition einsetze.

Was kann man also tun? Drei Möglichkeiten sehe ich da:

1. Man legt Shadowrun beiseite und lässt es bleiben.

2. Man macht sich keinen Kopf und spielt es so, wie es daher kommt.

3. Man passt die Welt oder die Spielweise an, sucht sich gleichgesinnte und spielt auf seine eigene Weise. Dabei kann man die Welt etwas cyberpunkiger, "GIBSON'oider" gestalten bzw. interpretiert - oder man spielt keine Runner, sondern zum Beispiel nach dem Schema von "Ghost in the Shell - Stand Alone Complex" eine Regierungs- oder Konzernbehörde nach dem Vorbild von "Section 9", die etwas ausserhalb des Gesetzes gegen Bedrohungen für den Staat bzw. für den Konzern vorgeht.

Welchen Weg man einschlägt, muss jeder für sich selbst einscheiden. Aber eines bleibt am Ende noch für mich zu sagen: Für völlig unrealistisch halte ich Runner bzw. die "Runnerszene" nicht, da

a.) es sich bei Shadowrun um Fiktion mit dem "Was wäre wenn...?"-Faktor handelt
b.) die Entwicklung unserer heutigen Gesellschaft, der Regierungen und der Konzerne durchaus in Richtung eines Cyberpunk-Szenarios geht (Lobbyisten, die auf die Politik Einfluß nehmen oder die von Spicy McHaggis bereits erwähnten PMC's)

Gute Post. Besonders der Kreislauf zur Gewalt und zu den Waffen ist voll schlüssig und in jedem, mir bekanntem, SR-Spiel zu beobachten:

Ich habe fast allen Spieler die Frage gestellt, für wieviel die Charaktere töten würden. Bis auf ein paar wenige Psychochars ahben die meisten eine immens hohe Summer vorgeschlagen, im Spiel aber bereitwillig, um sich zu verteidigen - "versteht sich" - getötet.

Auch eine Motivationsfrage.

Was haben wir? Versucht euch an dieser Liste und argumentiert!

Runner sind: Kriminelle. Keine Frage!
Sind sie familiär organisiert? Sind es Einzelgänger? Sind es Banden, auch im Sinne von "Heat"?

Wie sieht die Rechtslage aus? Als Kriminelle, vor allem im Kapitalverbrechensbereich sind sie ständig gejagt. Auch von den Konzernen, weil sie Kriminelle sind, nicht nur weil gegen sie ein Run stattfand? Über die Grenzen ihrer Befugnis heraus? Gibt es so etwas wie International Police? usw.

Runner sind: Rebellen. Wenn, dann:
Gegen was rebellieren sie? Wofür treten sie ein? Woher kommt dieser Geist der Rebellion?

Rebellen sind meist eine Modeerscheinung, besonders wenn die Medien sie entdecken. Was das in diesem Setting heißt ist wohl selbstverständlich... . Wenn die Rebellion eher privater Natur ist, ist es wieder ein Punkt für die Motivation.

Runner sind: Söldner. Wenn, dann:
Wie sind sie organisiert? Wie ist die internationale Rechtslage für Söldner? (IRL sehr schlecht, da sie nicht unter Kriegsgefangene laufen und in vielen Ländern verboten und geächtet sind. Was würde das für einen Runner in Deutschland bedeuten???)

Ich gebe hier zu: Söldner trifft es schon eher. Wenn man das akzeptiert kann auch ein anderes System, vielleicht ein War-Sim im Squat-Bereich für das Spiel herangezogen werden, da diese solche Kämpfe viel besser und spannender abbilden können.

Aber es würde dem Flair viel Abbruch tun, nur als Söldnerspiel behandelt zu werden.

Hier muss ich mal wieder abbrechen.

Die Liste läuft auf die Frage der Motivation hinaus. Beantwortet aber schon mal ein paar der obigen Fragen und dann sehen wir dort weiter.

Danke sehr.

MfG

Dirk
« Letzte Änderung: 4.09.2006 | 17:42 von Dirk »
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Offline Skyrock

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Re: Häresie oder Sinn und Unsinn von Shadowrun
« Antwort #27 am: 4.09.2006 | 18:03 »
Zitat von: Monkey in the pants
Falls sich das auf mich bezogen hat:
Hat es . (Zumindest bist du nach kurzem Überfliegen der einzige der in diesem Thread diesen Punkt aufgebracht hat.)
Mit Cyberpunks meinte ich natürlich die Protagonisten in den CP-Geschichten; mir ist vorhin nur auf die Schnelle keine bessere Bezeichnung eingefallen.

Beim Revolutionselement stimme ich nicht zu. Mir fallen da als Ausnahmen eigentlich nur "Hardwired" (wobei Cowboy und Sarah eher persönlich als politisch motiviert sind) und die "Eclipse"-Trilogie ein (wobei da viele Charaktere gegen ihren Willen in die Faschistenverschwörung reingezogen werden und eigentlich etwas ganz anderes machen wollen).
Meinetwegen kann man da auch noch "City comes a-walkin" dazunehmen, obwohl da strittig ist ob das schon Cyberpunk oder nur ein Vorläufer ist. (Wenngleich ich mir sicher bin dass die SR-Autoren daraus abgeschrieben haben - wenn man sich anschaut wie Stadt mit Cole interagiert und eingreift, ahnt man wo die Sache mit den urbanen Schamanen herkommt ;) )
Der ganze Rest fällt hingegen in die oben erwähnte Ecke der Antihelden mit niedrigen Beweggründen, und zu diesem Rest zählt insbesondere die für das Genre maßgebende "Sprawl"-Trilogie (wo man nur bei der von den KIs herbeigeführten "Wende" im Cyberspace von einer Art Revolution sprechen kann).

Es spricht natürlich nichts dagegen echte Rebellen zum Kernpunkt eines Cyberpunk-Rollenspiels zu machen, und ich halte es auch selbst für eine interessante Thematik, aber in meinen Augen liegt so etwas nur am Randbereich des Genres.
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Offline Timo

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Re: Häresie oder Sinn und Unsinn von Shadowrun
« Antwort #28 am: 4.09.2006 | 18:23 »
@Dirk
Ich frag mich gerade ob du die 4te Edition kennst, die ja einen gewaltigen Schritt(für SR Verhältnisse) in Richtung Entmenschlichung, Rollenspiel/tödliches Kampfsystem gemacht hat.

Runner sind:
alles 3 und nichts von allem.   ;)
Runner sind das, was man als Spieler&Spielgruppe drauss macht.
Ich persönlich habe Runner oft als (Meta)Menschen gesehen, die keine andere Wahl haben, als das zu tun was sie machen.

Worauf man sich wohl einigen kann, ist es, dass Runner SIN-los sind.
Was bedeutet das im Jahre 2070/bzw. 2050-2064?
Wir haben eine Gesellschaft, die aus Bürgern besteht, die ählich wie wir in unsere heutigen Gesellschaft, vor sich hinarbeiten, relativ wohlbehütet sind, im Krankenhaus versorgt werden, relativ gutes Essen zur Verfügung haben...
und dann haben wir die SIN-losen, die nichtexistenten BEwohner des Landes/der Städte, kein Arbeitslosengeld, keine Hilfe, kein Krankenhaus hilft diesen Leuten, du darfst nirgendwo legal wohnen und ob ud stirbst oder lebst interessiert auch keine Sau (evtl. einen Blick auf die heutigen Slums/Müllplatzbewohner in zB MexicoStadt werfen zum Vergleich)

Um Überleben zu können, nimmt man die unmöglichsten Jobs an, nur um was in den Magen zu bekommen, oft wie auch im RL ist man stark Drogenabhängig um der schrecklichen Realität zu entkommen.

Die Runner sind die Helden oder Verlierer dieser Welt, entweder hast du durch diverse Jobs die du gemacht hast dich hochgearbeitet(siehe zB Hatchetman Flavortext im CybertechnologyBuch) oder du bist tief gefallen und wirst vom Staat/den Konzernen/div. anderen Organisationen gesucht.

das schonmal so gepostet zum weitergrübeln...
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Offline Boba Fett (away)

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Re: Häresie oder Sinn und Unsinn von Shadowrun
« Antwort #29 am: 4.09.2006 | 18:28 »
Pfff. Wenn dich der Thread stört dann lies ihn nicht. Ich finde die Diskussion interessant und werd darum auch weiterhin teilnehmen solange sie höflich und, naja, interessant bleibt. ;D
Hmmm ich hab mich wohl missverständlich ausgedrückt.
Klar kann man darüber sprechen und bestimmt auch die eine oder andere Sichtweise oder Erkenntnis gewinnen.
Aber ich denke, die Diskussionen zu diesem Thema haben oft genug gezeigt, dass sich die stark polarisierten Sichtweisen-Vertreter kaum annähern werden.
Für den einen ist das alles total plausibel, immerhin gibt ja jetzt schon Söldner und so, für den anderen ist es hahnebüchener Unsinn.
Punkt... ist ja auch okay.
Diskussion ist möglich, kann auch interessant sein, man sollte nur nicht erwarten, einen Konsens zu erzielen. 8)
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Offline Boba Fett (away)

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Re: Häresie oder Sinn und Unsinn von Shadowrun
« Antwort #30 am: 4.09.2006 | 18:36 »
und dann haben wir die SIN-losen, die nichtexistenten BEwohner des Landes/der Städte, kein Arbeitslosengeld, keine Hilfe, kein Krankenhaus hilft diesen Leuten, du darfst nirgendwo legal wohnen und ob ud stirbst oder lebst interessiert auch keine Sau
Mal nur so ein Gedanke:
Welchen Bezug hat die "Sinlosigkeit" auf "Armut"?
Der Staat hat heute schon starkes Interesse daran möglichst viele Daten über seine Bürger zu erheben.
Da würde ich doch versuchen, möglichst allen Einwohnern eine SIN zu verpassen.
Das muss ja nicht mit Wohlstand einhergehen.
In Deutschland gibt es auch heute schon Obdachlose, ohne Krankenversicherungsschutz, festen Wohnsitz, Einkommen, etc. pp.
Trotzdem haben die meistens irgendwo eine Erfassung hinter sich gebracht.
Warum sollte der Staat nicht alle, die er zu fassen kriegt erfassen, zumindestens Fingerabdrücke, DNA, Foto und Biometrik?

Dass sich subversive Objekte versuchen, sich dem zu entziehen, ist klar, aber das hat ja nichts mit Armut zu tun.
Gerade die "Armen" dürften sich ja nicht dagegen wehren können.
Und dadurch dezimiert man die Zahl der Sinlosen gewaltig, so dass alle, die, die SINlos gefasst werden quasi kriminell sind - und danach auf jeden Fall erfasst.

Imho dürfte es große Anteile von Sinlosen nur im Millieu der Illegalen "Berufstätigen" geben.
Die Slums werden einfach mal durch eine Razzia "gescannt" und damit erfasst.

Da die Menschenrechte zu SR Zeiten kaum noch beachtet werden, wird wohl auch kaum jemand einschreiten - die Konzerne jedenfalls nicht.

Und die Vorteile von staatlicher Erfassung liegen doch auf der Hand - der Staat versucht dies ja jetzt schon...
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Offline Dirk

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Re: Häresie oder Sinn und Unsinn von Shadowrun
« Antwort #31 am: 4.09.2006 | 18:52 »
SIN.

O.K. Wie wird mann denn seine SIN los? Wie geht das, was ist dazu nötig, welche Opfer, Vor-und Nachteile bringt das?

Erfassen dann auch alle Konzerne die SIN? Oder benutzen die den Pool des Staates, was ich mir, bei deren Autonomie nicht denken kann. Was würe das dann bedeuten? Wo sind die Grenzen? Wer wehrt sich wie dagegen?

Runner müssen also bewusst ihre SIN loswerden oder sie sind Opfer einer dramatischen Aktion seitens skrupelloser Mächte.

Gute Post, Boba.

Im Übrigen erwarte ich keinen Konsens sondern eine interessante Ideensuche und Eure Meinung. Hier soll niemand überzeugt werden und auch keiner gewinnen.

@ChaosAptom: ja, ich kenne die 4. Edition. Die Änderungen sind eher minorativer Art und wirken sich auf das Gameplay nur unwesentlich aus. Zum Punkt Tödlichkeit fallen mir zig Systeme ein die das viel eleganter und nbesser machen.

Der Kampf, mit seinem hohen Stellenwert im SR-Spiel müsste als Resultat und als Beigeschmack etwas viel schlimmeres als den - wahrscheinlichen Todesfall auf einer Konfliktseite - zur Folge haben. Dann würde damit auch gehaltvoller und viel spannender umgegangen werden.

MfG

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Offline Spicy McHaggis

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Re: Häresie oder Sinn und Unsinn von Shadowrun
« Antwort #32 am: 4.09.2006 | 20:19 »
@Spicy: Was ist ein Runner, besser, was soll er darstellen? Gute Frage. Wir werden das klären können.
Die zwei dicken Argumente von URPG finde ich sehr schlüssig. Sie können auch nicht mit Deinem Gegenmaßnahmenargument abgeschwächt werden, da, egal wie wir es betrachten, Runner Kriminelle sind. Und die werden immer erfolgreich gejagt! Es ist nur eine Frage der Zeit. Die Aufklärungsrate von Kapitalverbrechen ist immens und dramatisch gestiegen.
Auch danke für das Stichwort Motivation. Das ist das Zentrum meiner Überlegungen.

Das die Strafverfolgung hier in Deutschland recht effektiv ist, da stimme ich zu. Aber wie sieht es mit der erfolgreichen Jagd auf Verbrecher in Rio, Moskau, Bogota, Mexiko-City, Johannesburg, Malaysia, Kabul, Bagdad, Bangkok usw. aus? Diese Städte kommen dem recht nahe, was ich unter einem Sprawl 2070 verstehe. Da ist die Polizeiarbeit wohl auch nicht 100% erfolgreich und die Zustände herrschen wohl nun 2070 in allen Städten auf der ganzen Welt. Ergo ist die Polizeiarbeit nicht einfacher geworden. Also kaufe ich es nicht ganz, das Verbrecher immer erfolgreich gejagt werden... wenn das so wäre, warum gibt es dann noch einen schwunghaften Drogenhandel, Prostitution usw... ?

@Zur Diskussion: Ich finde das Thema spannend und glaube auch garnicht einen Konsens zu erzielen. Wozu auch? Jeder soll seine Art von SR spielen, wie es ihm Spaß macht. Mann kann seine Meinungen darüber austauschen, sich Gedanken drüber machen und eventuell Ideen aufgreifen... aber spielen will ja jeder in seiner eigenen Gruppe. Da muß ich einen Konsens zum Spiel haben, aber nicht hier.
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Ludovico

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Re: Häresie oder Sinn und Unsinn von Shadowrun
« Antwort #33 am: 4.09.2006 | 20:21 »
SIN.

O.K. Wie wird mann denn seine SIN los? Wie geht das, was ist dazu nötig, welche Opfer, Vor-und Nachteile bringt das?

Ich denke, daß man dafür einfach nur ein "verstorben" an die richtige Datei hängen muß.

Zitat
Erfassen dann auch alle Konzerne die SIN? Oder benutzen die den Pool des Staates, was ich mir, bei deren Autonomie nicht denken kann. Was würe das dann bedeuten? Wo sind die Grenzen? Wer wehrt sich wie dagegen?

Daß die Konzerne SINs von konzernfremden Personen speichern, ist sehr unwahrscheinlich. Immerhin handelt es sich bei den Megakons um Global Players, so daß diese nicht nur ein paar Millionen SINs speichern müßten, sondern eher ein paar Milliarden. Da das Speicherplatz kostet und zwar nicht zu knapp, der außerdem noch für andere wichtigere Dinge genutzt werden könnte als zum Abspeichern von renundanten Daten, und der Konkurrenz unter den Kons extrem hart ist, dürften die Konzerne keine staatlichen SINs konzernfremder Personen speichern.
Es würde sich nicht rechnen.

Also muß man davon ausgehen, daß es einen Pool von SINs geben muß in jedem einzelnen Land, auf den die Megakons einfachen Zugriff haben. In den ADL wäre das wohl am Ehesten das Einwohnermeldeamt. Wenn nun die Megakons Zugriff auf diesen Pool haben, könnten auch Hacker sich Zugänge schaffen.

Zitat
@ChaosAptom: ja, ich kenne die 4. Edition. Die Änderungen sind eher minorativer Art und wirken sich auf das Gameplay nur unwesentlich aus.

Du scheinst die 2. und die 3. Edition miteinander zu verwechseln. Die 4. hat einen ähnlichen Würfelmechanismus wie Vampire.

Zitat
Der Kampf, mit seinem hohen Stellenwert im SR-Spiel müsste als Resultat und als Beigeschmack etwas viel schlimmeres als den - wahrscheinlichen Todesfall auf einer Konfliktseite - zur Folge haben. Dann würde damit auch gehaltvoller und viel spannender umgegangen werden.

Du meinst Verkrüppelungen und Verstümmelungen?

Ein

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Re: Häresie oder Sinn und Unsinn von Shadowrun
« Antwort #34 am: 4.09.2006 | 21:03 »
@Spicy
Malaysia ist ein Land. Und seine Hauptstadt Kuala Lumpur ist recht sicher. Vielleicht nicht so sicher wie das nahe Singapur (übrigens eine Art Korpokratie), aber nah dran.

Offline Spicy McHaggis

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Re: Häresie oder Sinn und Unsinn von Shadowrun
« Antwort #35 am: 4.09.2006 | 21:47 »
@Ein: Ok ok... mein Fehler. Aber die Grundaussage bleibt ja gleich.
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Eulenspiegel

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Re: Häresie oder Sinn und Unsinn von Shadowrun
« Antwort #36 am: 4.09.2006 | 22:49 »
Ein paar Gedanken zur SIN:
Ich denke, vor allem die Polizei dürfte ein Interesse daran haben, dass jeder eine SIN bekommt: Das erleichtert die Verbrechensaufklärung.
Andererseits sind Politiker daran interessiert, dass nur wohlhabende Leute eine SIN haben: Immerhin steigt so der durchschnittliche Wohlstand und die Verbrechensrate würde auch offizielll steigen.
(Wenn nur alle Leute, die mindestens 5000€/Monat verdienen, eine offizielle SIN bekommen, dann gibt es offiziell keine Armut und das durchschnittliche Einkommen liegt über 5000€/Monat.)

Wir haben also einen Interessenkonflikt zwischen Polizei und Politikern: Die einen wollen möglichst viele Leute erfassen und die anderen möglichst wenig.

Die Lösung ist: Es gibt zwei SINs:
- eine offizielle SIN (auch Staats-SIN genannt)
- eine inoffizielle SIN (auch Polizei-SIN genannt)

Die offizielle SIN benutzt man, wenn man Statistiken herausbringt. Die inoffizielle SIN wird zur Verbrechensbekämpfung genutzt.

Kosten der Aufbewahrung
Wie groß ist eine durchschnittliche SIN?
Wollen wir mal zusammenfassen:
- reiner Textteil (Name, Geburts- und Wohnort etc.) ca. 10 kB
- Passfoto ca. 500 kB
- Fingerabdruck (jeder Finger jeweils 500 kb) zusammen ca. 5 MB
- Iris: ca 3 MB

Macht zusammen (aufgerundet) 9 MB.

Weltbevölkerung: keine Ahnung. Schätzen wir mal großzügig 10 Mrd.
Das heißt, um alle SIN zu erfassen bräuchte man 90 Mrd MB.
Das entspricht 90 Mio GB.

Eine heutige günstige Festplatte liefert: 250 GB für 100€.
Also 2,5 GB/€

Das heißt, die Speicherung aller SINs aller Menschen kostet ca. 45 Mio €. (bei sinkenden Festplattenpreisen sogar noch weniger.)

45 Mio € mögen für einen einzelnen Menschen verdammt viel sein. Ein Staat oder MegaKon bezahlt das aber aus der Porto Kasse.

Offline Dirk

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Re: Häresie oder Sinn und Unsinn von Shadowrun
« Antwort #37 am: 4.09.2006 | 23:34 »
Vielen Dank für eure Gedanken und Ideen! Weiter so!

Ich kenne alle Versionen von SR und trotz des neuen Würfelmechanismus und einiger anderer Korrekturen sind die Versionen von Inhaltsschwerpunkt, Thema und deren Spieumsetzung nahezu deckungsgleich.

@Spicy: ich meine nicht Verstümmelung und so was! Sieh den Vergleich anders: wenn der Tod oder die Freiheit auf dem Spiel steht, für was würde sich der Char entscheiden? (ersetze nach Belieben Freiheit mit Liebe, Idealen, Freundschaft, usw.) Der Kampf also nicht Mittel zum Zweck, sondern als starke, actiongeladene und spannende Durchdringung des Konfliktes.

Ein Zusatz:

Runner sind: freiheitsliebend! Wenn, dann:

würden wir sie als eine Art Ideologie Warrior oder ähnliches betrachten können.

Ist das nachvollziehbar oder ganz spinnig? Manchmal lese ich so ein Thema zwischen den Zeilen.

Noch ein paar Gedanken zur Motivation ehe ich versuche einige meiner Fragen selbst zu beantworten.

Motivation

Hier eine Rankungversion01, bitte komplettieren, kritisieren und eigene Versionen aufstellen.

1. Geld (Warum? aus Einfachheit und "bequemer" Möglichlkeit, aus Gier, als Lebenserwerb - wobei das eigentlich dann eher zu Punkt 6 zählen würde)
2. Ansehen/Ruhm
3. Macht
4. Rache
5. aus Zwang (Erpressung, Sucht, Psychose, Magie, usw.)
6. bewusster Lebensstil (romantisches Bild, Ideologie, usw.)
7. ?

Wo finden sich die Runner wohl am typischsten wieder? Welche Motivation ergibt eine spannendere Geschichte? Welche Motivationen geben ein gutes Rollenspiel ab? (sowohl in langfristiger Kampagne als auch in einem Vier-Abende-Spaß...)
Welche Motivation ist die vorherrschende bei den SR-Spielern? Und macht das spielerisch Sinn, bzw. hat das im Spiel Auswirkungen?

(Conspiracy of Shadows hat ein paar geniale Regeln zum Thema Paranoia und auch Motivation.)



Allgemein: idealisieren, romantisieren und verherrlichen wir den Runner, eigentlich ein Schwerverbrecher; als Söldnertypus oder Verbrecher ist er sicher kein Gentleman-Coup-Heister, sondern Killer und gemeiner Krimineller. Eigentlich ein verachtnswertes Geschöpf. Was muss also passieren damit wir diesen Typus im Spiel verkörpern wollen?

Also ist er doch nicht so schlimm? Oder wie? Wenn doch, dann muss das Spiel andere Fragen beantworten als die, welche Waffe die geilere ist.

Sind es vielleicht dennoch Helden, wenn auch manchmal unfreiwillig, dann mögen Runner ein wunderbares Mittel sein, mit Action, einen Kontrast zu reiner selbstbezogener Kriminalität darzustellen.

Wie ließe sich das in ein belohnenedes System einbauen?

MfG

Dirk


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Offline Spicy McHaggis

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Re: Häresie oder Sinn und Unsinn von Shadowrun
« Antwort #38 am: 4.09.2006 | 23:50 »
@Spicy: ich meine nicht Verstümmelung und so was! Sieh den Vergleich anders: wenn der Tod oder die Freiheit auf dem Spiel steht, für was würde sich der Char entscheiden? (ersetze nach Belieben Freiheit mit Liebe, Idealen, Freundschaft, usw.) Der Kampf also nicht Mittel zum Zweck, sondern als starke, actiongeladene und spannende Durchdringung des Konfliktes.
Ich hab nicht von Verstümmelungen geredet, daß war Ludovico... :)
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Offline Psycho-Dad

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Re: Häresie oder Sinn und Unsinn von Shadowrun
« Antwort #39 am: 5.09.2006 | 00:13 »
Kosten der Aufbewahrung
Wie groß ist eine durchschnittliche SIN?
[...]
Macht zusammen (aufgerundet) 9 MB.

Weltbevölkerung: keine Ahnung. Schätzen wir mal großzügig 10 Mrd.
Das heißt, um alle SIN zu erfassen bräuchte man 90 Mrd MB.
Das entspricht 90 Mio GB.

Eine heutige günstige Festplatte liefert: 250 GB für 100€.
Also 2,5 GB/€

Das heißt, die Speicherung aller SINs aller Menschen kostet ca. 45 Mio €. (bei sinkenden Festplattenpreisen sogar noch weniger.)

45 Mio € mögen für einen einzelnen Menschen verdammt viel sein. Ein Staat oder MegaKon bezahlt das aber aus der Porto Kasse.

Ich hab zwar erst einmal Shadowrun gespielt, aber in der Version 4.0 wird im GRW (das Jens mir freundlicherweise geliehen hat) bereits von 20 Nuyen pro Speicherchip gesprochen. Den genauen Text hab ich nichtmehr im Kopf, aber IIRC wird da bereits in 100 TERAByte-schritten gerechnet. Speicherplatz und dessen Kosten dürften also kaum eine rolle Spielen (wenn überhaupt dann die verwaltung desselben...). Desweiteren wurde IIRC das mit der Offiziellen und der Inoffiziellen SIN ebenfalls berücksichtigt, in form der "Normalen" und der "Verbrecher"-SIN.

Offline mat-in

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Re: Häresie oder Sinn und Unsinn von Shadowrun
« Antwort #40 am: 5.09.2006 | 03:51 »
Also die Verbrechensaufklärungstrate in Süd-Mumpupumkur mit korrupten regime, desmotivierten, unterbazahlten Beamten und einer Bevölkerung mag mies sein, aber selbst dort macht es einen Unterschied ob in irgend einem Vorstadtgettho irgend ein Crackdealer erschossen wird oder ob ein Hochrangiger Konzern oder Regierungsangestellter in seinem Zimmer ermordet wird.

Ein Konzern kann einen ganz gewaltigen Druck ausüben - sieht man ja sogar hier an der Gesetzgebung schon - und wenn er noch dazu eigene Leute einsetzen kann...

Wenn jemand Leuten 6x 15000 Nuyen zahlt, ggf. + Spesen wird der schon das 10 bis 100x dran verdienen und der Schaden auf der Gegenseite noch viel höher sein. Wir reden also von Beträgen von 9 millionen aufwärts, auch für ein mittelmäßiges Projekt nicht soo viel. Und wie gesagt wenn einem das auf den Keks geht setzt man schon mal die Mitarbeiter der Polizei von Mumpupumkur unter Druck oder schickt - ist ja eh eigenes Gelände - eigene Leute hin und die haben im Zweifelsfall *jede* Spurensicherungstechnik zur verfügung, denn schließlich ist man ein Großkonzern und hat eine eigene Abteilung die nur ein kleines Land weiter selbst solche Techniken entwickelt?
Da dürfte die Aufklärungsrate nicht all zu schlecht sein. Man muß ja auch nur einen aus dem Team erwischen und irgend wer ist immer unvorsichtig.

Nehmen eure Runner anti-Schuppen shampoo? Für den ganzen Körper? Haben spezialhandschuhe weil man heute schon von den meisten Materialien Fingerabdrücke nehmen kann auch wenn Handschuhe getragen wurden? Enthaaren sich am ganzen Körper das nix gefunden wird? Gehen nie mit Schnupfen auf einen Run um ihre DNA nicht Handgranatenartig im ganzen Zimmer zu verteilen? Das kostet vielleicht 15 Nuyen DNA zu sichern und einen Fingerabdruck zu erstellen... Das allein findet dich noch nicht auf, aber es gibt dem Gentechniker die möglichkeit dich gleich für ALLE verbrechen gegen diesen Konzern zu überführen, sie kennen deine Haarfarbe, ethnische abstammung, ungefähre größe, dein alter, etc. und der Rest....

Ludovico

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Re: Häresie oder Sinn und Unsinn von Shadowrun
« Antwort #41 am: 5.09.2006 | 09:29 »
@Eulenspiegel
Ok, dann kostet es vom Speicherplatz her nicht viel (auch wenn sogar ein Megakon mehr als einmal nachrechnen wird, ob sich die Ausgabe von ein paar Mio. Nuyen rechnet), aber dann ist da immer noch der Verwaltungs- und der Aktualisierungsaufwand, dem gegenüber welcher Nutzen steht...?
Die Konzerne können mit Garantie problemlos, ohne Verwaltungs- und Speicheraufwand auf die staatlich gespeicherten SINs zugreifen.
Warum sollten sie also Ressourcen aufwenden (nicht nur Speicherplatz, sondern auch Arbeitszeit, denn sogar Bots für die Verwaltung der SINs müssen programmiert werden und die Hacker, die den Teil überwachen, müssen bezahlt werden), wenn dafür... ja, welcher Nutzen gegenübersteht?

@URPG
Dir dürfte klar sein, daß es so ziemlich unmöglich sein dürfte, in einem nicht-sterilen Raum in einem Konzern die dort vorhandenen DNA-Spuren vollständig zu sammeln und dann einzelnen Personen zuzuordnen, oder?

Offline mat-in

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Re: Häresie oder Sinn und Unsinn von Shadowrun
« Antwort #42 am: 5.09.2006 | 12:32 »
Vollständig muß doch für nen Fingerabdruck gar nicht sein... Du Staubsaugst, sortierst, machst Fingerabdrücke, nimmst alle Mitarbeiter raus (die hast du eh bei der einstellung bekommen) und hast eine Handvoll abdrücke, wahrscheinlich sogar vollständige genome wenn du willst von den "Fremden". Du mußt nur die staubgesaugten Haarschuppen sauber trennen das nicht zwei in eine Probe kommen.

Aber das ist ja auch nur Argument 3 von 3...

Offline Tantalos

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Re: Häresie oder Sinn und Unsinn von Shadowrun
« Antwort #43 am: 5.09.2006 | 13:24 »
Ich hab mir gerade mal Gedanken gemacht, warum ein Konzern auf Shadowrunner zurückgreifen würde, wenn es sie gäbe:

Erstens: Annonymität.
Trotz Hacker, Decker und einem weltweiten Netzwerk müssen Informationen geheim übertragen werden können. Ansonsten würde das Konzept matrix auch keinen Sinn machen. Zusätzlich gibt es eine solche Menge an Kommunikation, dass nicht jeder Hacker alles überwachen kann. Der Auftraggeber in einem Konzern kann also ein Jobangebot für Runner an vertraueenswürdige Hände weitergeben, der sioe dann wiederum weitergibt, der dann einen Schieber kontaktiert, der dann einen Johnson kontaktiert, der dann wieder Schieber anruft um Runner anzuheuern. Da sind zeimlich viele Personen dazwischen, und diese Personen sind nicht leicht aufzutreiben, denn egal ob SIN oder nicht, ihr örtlicher Aufenhaltsort ist nicht schnell feststellbar.
Der Aufwand diese lange Schlange zurückzuverfolgen kostet human und financial ressources, die vielleicht auch ein megakon nicht gerne ausgeben möchte... vor allem auf die Gefahr hin, dass seinen eigenen Kontaktmänner davon Wind bekommen und er eventuell Zugriff auf die Schatten verliert.

Zweitens: Kostenübersicht
Ist es wirklich günstiger seine eigenen Konzernpolizisten zu Beschaffungsaufträgen zu schicken? Sicher, man weiß darüber bescheid, was sie könenn, man kennt die Bewaffnung usw., aber neben dem normalen Dienst wie Bewaffnung usw. muss auch das team trainiert werden, gewartet werden, Magier müssen ausgebildet werden usw. Meistens sind diese Leute totes Potential. Sie warten darauf das ihre Fähigkeiten einsetzen könenn die teuer gekauft wurden. Ein konzern kann seine Eliteteam auch nicht die ganze Zeit durch die Gegend schicken, weil das zwar Gewinn bringen würde, aber doch die andere Konzerne mal dazu bewegen würde das team auszuschalten... denn dieses Team kann nur mit erheblich en Mitteln umgeschaltet werden.
Aktionäre auf der anderen Siete sind sicherlich sehr uneinsichtig, wenn es heißt das ihr Geld zwar sinnvoll in ein Team investiert wurde, es aber zur Zeit nur rumsitzt.
Einem Shadowrunnerteam gibst Du einen gewissen batzen Geld und weißt dann, dass sie die Mission entweder erfülen oder nicht. Mit etwas Pech laufen sie dann über, aber irgendwann fällt sowas auf die Falschspieler zurück.

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Offline Skyrock

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Re: Häresie oder Sinn und Unsinn von Shadowrun
« Antwort #44 am: 5.09.2006 | 14:25 »
Mir ist aufgefallen dass ich viel zur Differenzierung des Runnerbegriffs geschrieben habe, aber noch wenig dazu wie IMHO man zum Runner wird, wie eine solche Gesellschaftsschicht bestehen bleibt und welchen Sinn sie in der sechsten Welt hat. (Das ist das Problem an Diskussionsthreads, die keine konkreten Fragen stellen.)

Dann mal auf zum Werk:

Wie und warum wird man Runner?
In meiner Settinginterpretation ist Runner nichts, worauf jemand heiß ist der irgendeine Wahl hat. Dem Löwenanteil ist jeder legale Aufstiegsweg verbaut: Vielleicht in den tiefsten Barrens aufgewachsen, SIN-los und analphabetisch. Vielleicht beim Erwachen durchgeknallt und zu exzentrisch um sich gut in eine straffe Konzernstruktur einzufügen. Vielleicht vorbestraft. Vielleicht wegen Drogenproblemen beim Militär rausgeflogen, oder wegen Alkoholismus beim Sicherheitsdienst. Vielleicht ist der potentielle Runner auch illegal eingewandert.

Diese Leute kennen jemanden der sie ins Geschäft bringen kann. Gangmitglieder, Barkeeper in Halbweltbars, Drogendealer, Hehler, Kredithaie... Für sie alle gibt es glaubwürdige Wege um mit ihnen in persönlichen Kontakt zu kommen, und ihre Chancen stehen gut dass sie jemanden mit Geldproblemen für eine kleine Provision an einen Schieber weiterleiten können.

Natürlich beherrscht der potentielle Runner auch etwas, womit er sich nützlich machen kann. Vielleicht hat er in seiner Gang gelernt wie man Autos kurzschließt und einbricht. Vielleicht hat er im Knast an einem Elektronikerlehrgang zur Wiedereingliederung in die Gesellschaft teilgenommen. Vielleicht war er beim Militär oder als Erste-Reihe-Wachmann in einem Sicherheitsdienst. Oder er ist ein Hotdogger der durch Selbststudium genug Ahnung von Computersicherheit hat um mit schwächeren Systemen fertig zu werden.

Der Löwenanteil dieser Runner fängt natürlich in Gruppe 3 an, obwohl gute Ausbildung, Ausrüstung oder Talent einen nach wenigen Bewährungsruns direkt in das untere Drittel von Gruppe 2 katapultieren können.



Was es in meiner Settinginterpretation so gut wie nicht gibt sind "gelangweilte Konzernersöhne, die im Trid sehen dass Runner cool sind und in die Schatten gehen um ihren Adrenalinkick zu holen". Niemand der Aussicht auf eine gutbezahlte Stellung hat wird Runner.

Gleiches gilt für Spezialisten der Kategorie "Mitglied einer ultrageheimen Eliteeinheit, das bei einem Latte macchiatto von einem Edelschieber erzählt bekommt dass man Runner das dreifache verdient und daraufhin spontan beschließt, seinen Tod vorzuspielen und in die Schatten zu gehen". Wer nach dem Geld geht geht bei einer solchen Ausbildung eher zu einem Konzern, wo es einen sicheren Posten, Pension und Mittagspause gibt.

Sicher gibt es auch Sprößlinge aus gutem Haus und Elitesoldaten die wegen einem von o.g. Problemen jegliche legale Aufstiegsmöglichkeit verlieren, oder die bei ihrer Arbeit feststellen dass sie Dinge unterstützen die sie mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren können, aber sie sind so selten dass sie in der Masse der "working poor" untergehen.



Warum und für was werden Runner eingesetzt?
Zuerst einmal muß gesagt werden wofür Runner nicht eingesetzt werden: Für die alltägliche Spionagearbeit mit geringem Risiko von Konzernen, denn das ist eine Tätigkeit die permanent läuft und für die es sinnvoller ist einen Stab eigener Leute einzusetzen (schon alleine um die Wertschöpfung einzustreichen).

Was bleibt dann noch übrig?
- Arbeit für Leute, die kein eigenes "Runner"netzwerk haben.
Hier trifft man die kleinen Konzerne die gelegentlich Grey/Black Ops durchzuführen haben, aber daran so wenig Bedarf haben dass es rentabler ist dafür externe Kräfte anzuheuern, aber auch mehr oder minder reiche Privatleute die etwas halblegales erledigt haben wollen, und Institutionen (Gangs, kleinere Syndikate) deren Basisnetzwerk an Knochenbrechern nicht das richtige für subtile Aufgaben ist.
- Leute, die ihr bestehendes "Runner"netzwerk für die vorliegende Aufgabe nicht nutzen können.
Exec Takanaka von Yamatetsu mag zwar ein firmeneigenes Black-Op-Team anheuern können um Ares eins auszuwischen; wenn es aber für ihn darum geht zu "beweisen" dass Exec Sushi (welcher heiß auf seinen Posten ist und kräftig am Stuhl sägt) Dreck am Stecken hat muß er dafür externe Kräfte benutzen. Ähnliches gilt für interne Streitigkeiten in Mafiaclans, Yakuza-Gumis, Behörden und was noch so an Institutionen mit eigenem "Runner"netzwerk geben mag.
- Leute, die eine überdurchschnittlich riskante Aufgabe zu vergeben haben.
Wenn die Erfolgschance einer Mission im 10%-Bereich liegt riskiert man natürlich nicht sein teuer ausgebildetes eigenes Personal, sondern nimmt ein paar Runner deren wahrscheinlicher Verlust keine so große finanzielle Last ist. Abgesehen vom Vorteil dass sich tote SIN-lose Kriminelle schlechter zu einem einzelnen Konzern zurückverfolgen lassen, als tote Konzernspione deren falsche Papiere durchschaut werden könnten wenn es um eine ausreichend große Sache geht um wirklich tief zu bohren.
- Leute, die einen dummen für ein Bauernopfer suchen.
Man kann doch für ein doppeltes Spiel kein teures eigenes Personal opfern, wenn es zum verheizen auch billige Runner tun. Und es gibt weniger Ärger mit der internen Prüfungskommission.

Es gibt sicher noch andere Motive um ausgerechnet auf Runner zurückzugreifen, aber das sollten die gängigsten sein.



Wie bestehen Runner als Kriminelle?
Ähnlich wie die Drogenmafia in Südamerika besteht: Eine gute Mischung aus Rückzug in Gebiete in denen Vater Staat wenig Einfluß hat (e.g. Barrens), Camouflage (falsche Identitäten, Geldwäsche) und direkter Bestechung (e.g. "Freunde" bei Lone Star bei denen man für den "Witwen- und Waisenfonds" spendiert).

Sicher führen die Staaten und Konzerne einen Krieg gegen den freischaffenden Terrorismus - der mit ebenso großer Begeisterung geführt wird wie der Krieg gegen Drogen in Afghanistan und ähnlich viel Erfolg hat. Für den Rand der Gesellschaft ist Running etwas sehr wichtiges um über die Runden zu kommen, und die Konzerne wissen dass sie ein gewisses Maß an Runnern brauchen damit alles wie geschmiert läuft.
Und ebenso wie man in Afghanistan Mohnfelder abbrennen kann, kann man natürlich auch Runner verhaften: Für den Moment ist erst einmal ein Ärgernis weg, aber am nächsten Tag gibt es drei neue, weil an den Symptomen geschraubt wurde (Existenz von Runnern) ohne an die Wurzel allen Übels zu gehen (Existenz von chancenlosen "working poors").

Der Grund, aus dem das Spiel "Shadowrun" und nicht "Geschnappt nach 5 Minuten" heißt, wurde von Spicy schon ausgewalzt: Die Sechste Welt ist nicht unsere schöne Vorgartenwelt in der jeder Mord samt Details seinen Weg in die Zeitung findet.
Wir reden hier von einer dystopischen Welt in der Armuts- und Verbrechensrate massiv angestiegen ist und die privatisierte Polizei gewinnorientiert arbeitet (lies: knappes Budget da jeder ausgegebene Nuyen den Gewinn drückt, knappe Zeit pro Fall da Arbeitszeit Geld kostet, und Recht und Ordnung wird primär dort durchgesetzt wo die Leute sind die auch dafür bezahlen, wir sind schließlich nicht auf dem Sozialamt). Vergleiche mit Südafrika (kleine Enklaven des Wohlstands inmitten eines Sumpfes aus Slums) sind also nicht von der Hand zu weisen, und wenn man sich anschaut wie dort die Aufklärungsrate von Verbrechen aussieht dann klingt die Vorstellung "Verbrecher werden früher oder später immer geschnappt" reichlich naiv.

---

Als Quintessenz des ganzen: Ich halte das Grundkonzept von Shadowrunnern als Mietkriminellen für glaubwürdig.

Wo ich ganz massiv stutzen würde ist bei den Auswüchsen: Man kann nicht als Default davon ausgehen dass Runner Ex-SpecOps sind die millionenschwere Deals abschließen, um einen ultrageheimen Prototypen aus dem Hauptquartier von Ares zu stehlen und nächste Woche das gleiche tun.

Ein unehrenhaft entlassener Ex-Infanterist, dessen Vorstrafenregister ihm seine Karrierechancen verbaut und der für 5000 Nuyen die Wasserzufuhr einer Ingersoll&Berkeley-Aquafarm vergiftet, um was zu beißen zu haben und sich für die eigene Sicherheit eine Dermalpanzerung einbauen zu lassen, und dann nächsten Monat mit seinen ebenso versifften Runnerkumpels eine Tankstelle überfällt weil die Auftragslage mies und die Kohle alle ist klingt hingegen nicht gerade an den Haaren herbeigezogen.
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Ein freier Mensch muss es ertragen können, dass seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muss es sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
- Ludwig von Mises

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Re: Häresie oder Sinn und Unsinn von Shadowrun
« Antwort #45 am: 5.09.2006 | 15:26 »
Der einzige Grund runner einzusetzen ist anonymität - auch wenn die dank großzügiger kameraüberwachung und nachverfolgen von telefonkontakten über drei ecken wohl alles andere als gegeben ist.

Kosten sind höher als bei eigenem Personal. Verläßlichkeit ist niedriger. Erfolgsaussichten sind niedriger.

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Re: Häresie oder Sinn und Unsinn von Shadowrun
« Antwort #46 am: 5.09.2006 | 15:33 »
Kosten sind höher als bei eigenem Personal. Verläßlichkeit ist niedriger. Erfolgsaussichten sind niedriger.

Wieso setzen Unternehemen dann immer mehr auf Outsourcing?
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Re: Häresie oder Sinn und Unsinn von Shadowrun
« Antwort #47 am: 5.09.2006 | 15:34 »
Wieso sind die Kosten höher als bei eigenem Personal?
Im Prinzip sind Runner nichts anderes als freie Mitarbeiter. Die müssen nur dann bezahlt werden, wenn ein Job fällig ist. Das eigene Personal dagegen bekommt einen Monats- bzw. Jahreslohn, egal wieviele Jobs sie erfüllen mussten.
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Re: Häresie oder Sinn und Unsinn von Shadowrun
« Antwort #48 am: 5.09.2006 | 16:06 »
Die müssen nur dann bezahlt werden, wenn ein Job fällig ist.
Vor allem nur bei Erfolg, bei Misserfolg wird nur die Vorauszahlung fällig.
Kopfgeldjäger? Diesen Abschaum brauchen wir hier nicht!

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Ludovico

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Re: Häresie oder Sinn und Unsinn von Shadowrun
« Antwort #49 am: 5.09.2006 | 17:16 »
Vollständig muß doch für nen Fingerabdruck gar nicht sein... Du Staubsaugst, sortierst, machst Fingerabdrücke, nimmst alle Mitarbeiter raus (die hast du eh bei der einstellung bekommen) und hast eine Handvoll abdrücke, wahrscheinlich sogar vollständige genome wenn du willst von den "Fremden". Du mußt nur die staubgesaugten Haarschuppen sauber trennen das nicht zwei in eine Probe kommen.

Aber das ist ja auch nur Argument 3 von 3...

Wie soll das Sortieren vor sich gehen? Da hat man Millionen und Abermillionen von DNA-Partikeln, von denen jeder zu den Runnern gehören können. Wie soll man da die Partikel der Mitarbeiter rausfiltern? Da steht schließlich kein Name drauf. Also muß man erstmal Tests machen.
Selbst wenn es eine Maschine geben würde, die so eine Sortierung automatisch erledigt, so dürfte diese Maschine mit Sicherheit nicht billig sein. Ok, ein Konzern kann sie immer noch aus der Portokasse bezahlen...zumindest für eine Filiale. Und dann würden da immer noch Leute erstmal fragen, ob sich das rechnet.

Megakons, soviel Geld sie auch haben, können es sich nicht leisten, dieses zum Fenster rauszuschmeißen, für Spielzeug, das zweifelhaften Nutzen liefert.

Der Konzern kennt dann zwar die Identitäten der Runner und kann diese mittels Magier verfolgen lassen, die auch wiederum Geld kosten und zwar nicht wenig. Magier sind selten und nicht in jeder Niederlassung dürfte einer sein.

Dann weiß der Konzern, wo die Runner stecken. Mittlerweile ist aber soviel Zeit vergangen, daß diese die Beute wahrscheinlich schon weitergegeben haben. Also bliebe nur noch eine Racheaktion gegen die Runner, die genau was bewirkt?

Ein paar Runner werden für ein paar Tage abgeschreckt. Zudem kostet diese Racheaktion auch wieder massig Ressourcen.

Alles in allem muß ein Konzern also was richtig Dickes verloren haben, damit er sich direkt gegen die Runner wendet.

Was ich bei SR eher unrealistisch finde, ist die Existenz von schwerbewaffneten Konzerngardisten und einer unglaublichen Masse neuester Miltech in Händen von Unternehmen, die eher keinen Bezug zum Militär haben.

Sowas rechnet sich nicht.
« Letzte Änderung: 5.09.2006 | 17:19 von Ludovico »