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Autor Thema: [The Pool] Der Schwarze Turm  (Gelesen 4242 mal)

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Offline Purzel

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[The Pool] Der Schwarze Turm
« am: 8.09.2006 | 13:55 »
Wieder hatte sich die wöchentliche Rollenspieltestrunde zusammengefunden, um ein weiteres Spiel zu testen. Diesesmal war "The Pool" dran. Hier der obligatorische Link:

The Pool (Deutsche Übersetzung)

Das System ist kurz, ausgedruckt passte es gut auf 8 DIN A5 Seiten, so dass ich mir das Regelwerk gleich als Booklet formatierte, ausdruckte, mit einem Pappdeckel versah und mit ein paar Klammern band. Auf dem ersten Blick machte das System einen brauchbaren Eindruck, die Kritiken waren gut, und viele Leute haben Varianten dazu geschrieben. Guter Dinge trafen wir uns also am Donnerstag abends zum Spiel. Dom war Spielleiter und erklärte uns die Regeln.

Setting

Wie von den Regeln vorgesehen einigten wir uns zunächst mal auf ein Setting. Da Dom sich im Geiste schonmal was zurechtgelegt hatte, schlug er als passendes Setting Dark Fantasy vor. Mit vielen Monstern, Untoten und so. Das sollte uns für ein Testspiel ausreichen.

Als nächstes sollten wir uns überlegen, was für Charaktere wir spielen wollen. Schnell kristalisierte sich heraus, dass wir drei Spieler (Eva, Beate und ich) uns den Untoten und der Magie verschrieben. So entstanden die Ideen für eine Nekromantin, eine elfische Kampfmagierin und einen Totenjäger.

Charaktererschaffung

Jetzt wurde es Zeit für den nächsten Schritt: jeder sollte seinen Charakter mit 50 Worten beschreiben. Genau 50, keins mehr, keins weniger. Der Eigenname des Charakters zählt als kein Wort, so dass man hier etwas tricksen kann.

Eva machte die Nekromantin Fljura, eine ausserordentlich begabte Schülerin der Untotenmagie, die in ihrer Freizeit ab und zu mal jongliert. Beate machte Aliandra, eine Walfelfe und Kampfmagierin. Meinen Charakter kann ich hier genau beschreiben:

"Xerxes ist ein Totenjäger, ein Kämpfer eines Totenkultes, der es sich zur Aufgabe macht mächtige Untote wieder zur Ruhe zu legen. Unter dem Schutzsegen seines Gottes Skull spürt er die sündigen Seelen auf, die gegen die Gesetze des Todes verstossen. Er arbeitet meist alleine, denn niemand kommt ihm im Mute gleich"

Nachdem das geschafft war (ist ganz schön schwierig das in Worte zu pressen), bekamen wir jeder 15 sechsseitige Würfel (das ist schon "The Pool", der dem Spiel seinen Namen gibt). Wir mussten nun 3 bis 4 Traits aus den Beschreibungen unserer Charaktere wählen, die uns wichtig erschienen, die die Essenz unserer SCs sein sollten.

Auf diese Trait sollten wir Punkte verteilen, zum Kurs: X Punkte kosten X2 Würfel. 0 Punkte kosten 0 Würfel, 1 Punkt kostet 1 Würfel, 2 zu 4 und 3 zu 9.

Für Xerxes entschied ich mich so:

  • Ausgebildeter Kämpfer eines Totenkultes - 2
  • spürt sündige, tote Seelen auf - 1
  • mutig ohne Gleichen - 1
  • Schutzsegen des Skull - 2

Damit verblieben in meinem Pool noch 5 Würfel.

Grundregelmechanismus

Dann erklärte SL Dom uns, wie und wann man Proben würfelt, und wie der Probenpool zusammenkommt. Es ist sehr einfach:

  • Gewürfelt wird, wenn irgendjemand am Tisch meint, dass für eine Aktion gewürfelt werden sollte. Man kann auch für seinen eigenen SC einen Wurf fordern.
  • Der SL gibt dem Spieler 1 bis 3 Würfel. Dom verteilte diese nach Schwierigkeit der Aktion.
  • Dann bekommt der Spieler Würfel in Höhe seines Trait-Wertes.
  • Und dann kommt die lustige Zockerei: der Spieler kann Würfel aus seinem Pool dazunehmen, bis zu 9 maximal

Der Spieler würfelt. Würfelt er mindestens eine "1", dann ist die Aktion ein Erfolg, und er darf seine aus dem Pool eingesetzten Würfel behalten. Misslingt es, dann verliert er die Probe und die eingesetzten Würfel sind verloren.

Ist nun eine Probe gelungen, so darf sich der Spieler eine von zwei Belohnungen aussuchen:

  • Er nimmt sich einen Würfel zu seinem Pool dazu und lässt den SL den Erfolg erzählen
  • Oder er hält einen MOV "Monologue of Victory", in dem er selbst beschreibt, wie die Probe geschafft wurde.

Bei einem MOV darf man keine Änderungen an den anderen SCs beschreiben, man darf nichts erzählen, dass den bisherigen Fakten widerspricht, und man sollte sich mit der Länge des Monologes auf eine vernünftige Länge beschränken.

Damit hatten wir all das Handwerkszeug, um die Geschichte zu beginnen.
« Letzte Änderung: 8.09.2006 | 13:58 von Purzel »
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Re: [The Pool] Der Schwarze Turm
« Antwort #1 am: 8.09.2006 | 13:56 »
Das Abenteuer beginnt

Die drei SCs wohnten in einer Stadt ohne Namen, wir kannten uns untereinander von der Arbeit und vom Studium der magischen Künste. Alle drei sassen in einer Taverne, um eine Mahlzeit und eine Gerstenkaltschale (sprich: Bier) zu uns zu nehmen. Die Taverne war unser Lieblingsort, um uns zu treffen, die dunkelste Ecke war für uns reserviert.

Da kam ein Typ in die Schänke. Nackter Oberkörper, Zweihänderschwert, Six-Pack, einstelliger Intelligenzquotient. Er fing lauthals zu erzählen, dass er beim "Schwarzen Turm" gewesen war, und dass es dort absolut nichts zu sehen oder zu holen gab. Völlig ungefährlich. Er hat ein für alle mal geklärt, dass dieser uralte, von einer 200 Meter breiten pflanzen- und leblosen Zone umgebene Turm total uninteressant ist, obwohl alle Türen und Fenster zugemauert sind.

Wir wussten, dass dieser muskelbepackte Barbar nicht der erste war, der diesen Turm besucht hatte. Viele vor ihm waren lebendig und heil vom Turm zurückgekehrt und hatte eben genau diese Geschichte erzählt.

Das verstörte uns ein wenig und weckte unser Interesse. Die Nekromantin Fljura fing an diesen Mann heimlich mit einem Zauber zu untersuchen, würfelte, und die Spielerin erzählte, dass sie entdeckt hatte, dass der Körper dieses Barbaren zwar völlig gesund sei, doch dass es ihm an grossen Teilen seiner Seele mangelte.

Xerxes wollte das testen und fing an sich mit dem Kerl zu unterhalten, vor allem um herauszufinden, ob dieser sich an Dinge erinnerte, die vor dem Turm waren. Doch entweder war dieser Barbar von Natur aus dumm, oder aber sein Hirn trug nur noch ein winziges, primitives Stück Seele mit sich herum, das entweder klischeehafte Antworten gab oder immer wieder davon sprach, wie öde doch der Turm gewesen sei.

Magierin Aliandra wollte ebenfalls herausfinden, ob dieses nur Dummheit war, oder dass dem Muskelprotz tatsächlich wichtige Teile fehlten. Sie setzte dazu ihre guten sozialen Beziehungen ein, doch konnte keine echten Belege für die Absonderlichkeit des Kerls auftreiben.

Als Nekromantin Fljua versuchte mit einem Zauber die Position seiner Seele ausfindig machen wollte, wurde es dem Mann zuviel. Er warf sie gegen die Wand und ging.

Kurze Vorbereitung

Wir machten uns bereit für die Reise zum Turm und fragten auf unsere verschiedenen Weisen in den Bibliotheken oder in unseren Tempeln um Rat. Xerxes z.B. gelang es durch eine Meditation einen Hinweis zu erhalten, dass sich tatsächlich etwas in dem Turm befinden musste, eine böse, untote Macht, wie ich es erzählte, liess aber konkretere Sachen aus.

Beim Turm

Die Reise zum Turm war extrem ereignislos. Wir fingen schon an zu spekulieren, dass die Macht im Turm vielleicht den Weg dorthin von allen Gefahren beseitigt hatte, damit möglichst viele schmackhafte Seelen es zum Turm schafften.

Der Turm war so wie beschrieben, hoch, schwarz, umgeben von einer Zone mit staubigen Sand, nur hier und da vertrocknete, graue Grasbüschel. Und jede Öffnung zubemauert.

Nekromantin Fljura versuchte mit einem Ritual ein paar weitere Untersuchungen direkt am Turm anzustellen. Da Spielerin Eva inzwischen ein paar Würfel brauchte, überliess sie SL Dom erzählen, dass es da tatsächlich eine untote Macht gab, die das Gemäuer durchzog. Für das Ritual hatte eine Ratte dran glauben müssen.

Aliandra fing derweil an nach einem Eingang zu suchen. Sie verschwand spontan. Den zwei zurückgebliebenen gelang es nicht Aliandra zu folgen, stattdessen kehrte sie aus eigener Kraft zurück. Trotzdem blieb uns das genaue Öffnungsritual, um in den Turm zu gelangen schleierhaft.

Aliandra besann sich darauf, was sie am besten kann: Kampfmagie. Sie brannte mithilfe von Blitzen ein Loch in die Mauer. Warum nicht gleich so :)

Innen entdeckten wir einen simplen grossen Raum mit einer Treppe, die uns nach oben führen sollte. Auf dem Boden befanden sich überall Zaubersymbole. Ein Test mit Xerxes heiligem Wasser enthüllte, dass diese Runen wirklich mit der Macht eines Untoten gehüllt waren, das Wasser verdampfte mit bläulichem Rauch.

Wir nahmen die Treppe, doch musste feststellen, dass wir nicht vom Fleck kamen: wir kamem nur wieder in den Anfangsraum zurück. Die Magierinnen begannen mit den Zauberrunen auf dem Boden zu experimentieren, um diese zu entfernen und die Zauber des Turms zu brechen. Es gelang uns nur uns selbst einzusperren, als wir den Rückweg wieder verschlossen.

Dann aber zwang Nekromantin Fljura die Seelen, die sich im Gemäuer befanden, dazu zu zwingen den Turm selbst zu verändern: die Treppe verschwand, eine Leiter nach oben tauchte auf.

Als Xerxes vorrauskletterte kam ihm eine Lawine aus Skeletten entgegen. Er selbst unterlag dem schieren Gewicht der Massen an Knochen, die auf ihn fielen. Aliandra hingegen konnte die Skelette Stück für Stück zu Staub zerblasen. Aber erst Fljura konnte den Kampf entscheidend beenden, indem sie die Hälfte der Skelette übernahm und gegen die andere Hälfte schickte.

Trotz meines durch Würfelpech recht entleerten Pools stiegen wir wieder die Leiter hoch. Wir fanden ein Arbeitszimmer eines Magiers, mit Schreibtisch und vielen Schriftrollen. Flfura fand ein Tagebuch und einen Dolch, Aliandra hingegen wandte sich den Büchern und Schriftstücken zu. Und tappte damit in eine Falle. Die Schriftrollen lernten aus Aliandra und drohten ihre Seele zu entleeren.

Eigentlich wollte Xerxes auf die beiden Magierinnen aufpassen, doch (wiederum durch unglaubliches Würfelpech) wurde er von einem Schatten angefallen und entführt, ohne dass meine Kameradinnen etwas davon merkten. Mein Pool war leer, mein Charaker ziemlich in der Patsche.

Fljura bemerkte, dass Aliandra sich in einer merkwürdigen Trance war, und dass Xerxes wohl schon weiter nach oben vorgegangen war. Sie versuchte Aliandra aus dem Tran zu reissen, doch das gelang nicht.

Der Grosse Ärger beginnt erst jetzt

Währenddessen wurde Xerxes vorbei an Schätzen in den höchsten Raum entführt. D.h. er liess sich entführen, denn er wollte lieber mehr über das Geheimnis des Turms erfahren, der Schatten konnte ihm dank seines Schutzsegens vor Untoten nicht viel ausmachen. Doch dass der Schatten Xerxes direkt vor einer Badewanne mit Blut ablud, in dem ein untoter Magier, ein wahrer Leichnam, sass, damit hätte er nicht gerechnet.

Aliandra konnte sich schliesslich aus dem Bann der Bücher befreien, Fljura stellte sich mit Xerxes zusammen dem Leichnam. Xerxes misslang es den Leichnam in einen Schutzkreis zu bannen (immer noch zu wenig Würfel im Pool), um den beiden Magierinnen etwas Zeit zu verschaffen. Stattdessen wurde er vom Untoten gepackt und in die Wanne voller Blut getaucht.

Fljura nutzte die Ablenkung und fing an aus dem Tagebuch und mit dem Dolch ein Ritual zu improvisieren, um den Leichnam zu vernichten. Der Turm wurde erschüttert, der Leichnam liess kochend vor Wut von Xerxes ab und wandte sich der Nekromantin zu, um sie auf möglichst grausame Weise zu entleiben, bevor sie ihr Ritual beenden konnte. Doch Xerxes, spuckend, nass und rot vom Blut, erholte sich schnell und schlug dem Leichnam mit seinem Richtschwert den Schädel von den Schultern.

Das genügte letztendlich, dass Fljura dem untoten Magier den Dolch in das Herz rammen konnte. Puh!

Denkste! Das Gebäude brach zusammen, die Seelen entwichen dem Gemäuer und flohen verwirrt in die ersten Orte, die sich ihnen boten. Uns!!! Wir versuchten zu entkommen und von den eindrängenden Seelen nicht übermannt zu werden. Aliandra, wieder bei Verstand, brach für uns wieder ein Loch in die Wand.

Alle waren draussen, auch mein Charakter Xerxes. Doch er hatte 5 bis 6 Seelen in seinem Kopf, die Fljura ihm wieder entfernen musste.
« Letzte Änderung: 11.09.2006 | 08:35 von Purzel »
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Offline Purzel

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Re: [The Pool] Der Schwarze Turm
« Antwort #2 am: 8.09.2006 | 13:57 »
Abschluss und Charakterentwicklung

Ein echt klasse Spiel. Sogar Beate, die eigentlich nicht gerne selbst erzählt, konnte gut mitspielen, hat dafür aber lieber Würfel für ihren Pool gesammelt.

Abschliessend erklärte Dom uns, wie nun die Charaktere sich entwickeln konnten. Jeder war berechtigt seiner Charaktergeschichte 15 Worte beizufügen. Und wir konnten vorhandene Traits steigern oder uns aus der erweiterten Geschichte neue Traits ziehen.

Ich entschied mich für:

"Xerxes Verstand war vorrübergehend Gefäss für fünf Seelen verstorbener Abenteuerer, und viele ihrer Erinnerungen blieben zurück."

Wer weniger als 9 Würfel in seinem Pool hatte wurde auf 9 aufgestockt, wer mehr hatte, konnte diese behalten. Mit diesem Pool kann man nun hingehen und Traits steigern oder neu erfinden, mit dem dann verbleibenen Würfel beginnt man dann das nächste Spiel.

Positiv überzeugt

Das System ist einfach, kurz, gut zu begreifen. Es bietet Leuten etwas, die gerne selbst erzählen, aber überfordert niemanden, der nicht erzählen will.

Dom gestand uns, dass seine ganze "Vorbereitung" daraus bestanden hatte (neben dem gründlichen Lesen des Regelwerkes), sich diesen Turm auszudenken, mit der toten Zone, und dass alle Leute davon zurückkehrten und erzählten, da sei nix.

Die ganze Geschichte mit dem Leichnam, den Seelen im Gemäuer, den Fallen, die versuchen einem die Seelen aus dem Verstand zu ziehen, die ganzen Geheimnisse, entsprangen zu einem grossen Teil den Erzählungen von uns Spielern, wenn wir unsere MOVs hielten.

Das einzige, was wir am System modifizierten, war, dass wir statt nur einen dann zwei Würfel erhielten, wenn wir nach einem gelungenden Wurf den SL machen liessen. Wir hatten mächtig viele Poolwürfel verbraten, da schien es uns besser, wenn die Belohnungen etwas reichlicher ausfielen, um den eigenen Pool langsam wieder aufzustocken.

Ein tolles System, weit besser als vergleichbar kurze Systeme wie z.B. Risus, das uns nicht überzeugt hatte. Ausprobieren lohnt sich, kann ich nur weiterempfehlen!
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Offline Dom

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Re: [The Pool] Der Schwarze Turm
« Antwort #3 am: 8.09.2006 | 14:05 »
Nachteil von "The Pool" aus Sicht des Spielleiters: Wenn die Spieler gerne was selber erzählen, braucht man nicht viel Vorbereitung. Wenn die Spieler aber alle Erzählerei dem Spielleiter überlassen (was sie können), hat der SL mindestens so viel zu tun wie bei einem klassischen Illusionismus-Spiel. Da ich aber wusste, das es bei den Spielern eh sinnlos ist, etwas auszuarbeiten (da die Leute selber erzählen wollen und dann meine Pläne durchkreuzen), habe ich nix vorbereitet. Wenn es jetzt aber tatsächlich dazu gekommen wäre, dass sie alle immer nur gesagt hätten: "Ich nehm nen Würfel, erzähl du mal", dann hätte ich mir selber ganz schön was aus den Fingern saugen müssen.

Fazit: The Pool funktioniert gut, wenn die Spieler nicht erwarten, bespaßt zu werden.

Dom

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Re: [The Pool] Der Schwarze Turm
« Antwort #4 am: 8.09.2006 | 14:12 »
Ja, das ist auch meine Erfahrung.

Geile Sitzungsbeschreibung!  :d

Ich möchte auch noch mal gerne Anti-Pool ausprobieren (Probe gelungen = gezockte Würfel verloren), das hält die Würfelmenge etwas im Zaum.

Auch Ron Edwards Modifikation von The Pool finde ich sehr nett: Jeder Spieler kann wann immer er will so viele Würfel wie er will aus seinem Pool einem anderen Spieler geben. Das verhindert das "thrashing at the bottom of the pool"-Phänomen: Wenn Du als Spieler einmal zuviel aufs Spiel gesetzt hast und Mist gewürfelt hast, kann es sein, dass Du für den Rest des Spiels mit ein paar mickrigen Würflein rumkrebst.

Aber auch ohne Veränderungen ist Pool ein gutes Spiel.-

Offline Lord Verminaard

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Re: [The Pool] Der Schwarze Turm
« Antwort #5 am: 8.09.2006 | 16:18 »
Pool ist, was man draus macht! :)

Allerdings sind Anti-Pool und Puddle wahrscheinlich besser als das Original. Bei unserer Pool-Runde auf Hessenstein (lang ist’s her) förderte das System eine intensive Kultur gemeinsamen Geschichtenerzählens, mit regem Austausch über „was machen wir als nächstes“ usw. Der Siegesmonolog war vergleichsweise unwichtig, aber an entscheidender Stelle waren die Würfel schon interessant dafür, welche Wendung die Story nahm. (Natürlich hatten wir auch Mad Moose Stakes™.) Ich meine mich zu erinnern, das Fredi wie immer die allergrößte Scheiße zusammengewürfelt hat, die man sich vorstellen kann.

Was ich richtig genial finde, sind die 50 Worte. Echt. Selten so eine geniale Idee im Rollenspiel-Design gesehen.
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Offline Dr.Boomslang

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Re: [The Pool] Der Schwarze Turm
« Antwort #6 am: 8.09.2006 | 17:22 »
Wir wussten, dass dieser muskelbepackte Barbar nicht der erste war, der diesen Turm besucht hatte. Viele vor ihm waren lebendig und heil vom Turm zurückgekehrt und hatte eben genau diese Geschichte erzählt.
Das ist mal ein interessanter Abenteuereinstieg. Sowas nenne ich Plot-Hook ;D

Ansonsten das was Vermi sagt: Pool ist was man draus macht. Ich halte The Pool eher für eine Art nicht-Spiel.
Eigentlich sind die Spieler das viel wichtigere System als das was in den Regeln steht.
Die einzig bedeutsamen Regeln sind bei Pool daher auch die welche dazu dienen den Spielern dabei zu helfen ihre gemeinsamen Erwartungen zu koordinieren (Die Regeln zum MoV, die 50 Worte, Traits u.ä.).
Der namnesgebende Pool erscheint mir hingegen völlig unsinnig.
Auf der anderen Seite sind die Instrumente zur Fokussierung der Spieler auf wesentliche gemeinsame Ziele relativ schwach. Dem Nar-en fehlen natürlich sofort seine Issues, Kickers und was weiß ich, und für alle anderen gibts auch nichts viel außer: "Denkt euch ein Setting aus!"

Puddle und Anti-Pool lösen sicher die grundlegenden Probleme mit den Pool-Regeln und sind daher wohl grundsätzlich schonmal besser. Vielleicht sind die wirklich so eine Art Basis-Erzähl-Spielzeug.
Das Prinzip gefällt mir auf jeden Fall besser als Wushu. Vielleicht spiele ich jetzt mal Puddle, oder so :o

Offline Purzel

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Re: [The Pool] Der Schwarze Turm
« Antwort #7 am: 8.09.2006 | 17:43 »
Das ist mal ein interessanter Abenteuereinstieg. Sowas nenne ich Plot-Hook ;D

Dom hat schon eine merkwürdige Fantasie :)

Eigentlich sind die Spieler das viel wichtigere System als das was in den Regeln steht.

Schon, das kann man für einen Haufen Systeme sagen, aber wichtiger ist: die Pool-Regeln stehen den Spielern erstmal nicht im Weg.

Der namnesgebende Pool erscheint mir hingegen völlig unsinnig.

Ich hatte einen "getrashten" Pool, Eva auch. Davon haben haben wir uns im Laufe des Spiels nicht wirklich erholen können. Die Zockerei mit den Pool-Würfeln ist allerdings eine spassige Technik, auch wenn der tatsächliche Effekt seine Macken hat. Eine stabilisierende Regeländerung wie Anti-Pool, würde den Spass-Faktor der Technik erhalten und das Pool-Kollabieren verhindern.

Auf der anderen Seite sind die Instrumente zur Fokussierung der Spieler auf wesentliche gemeinsame Ziele relativ schwach.

Jepp, es schreit geradezu danach gemodded zu werden. Die vielen Varianten sprechen Bände.

Puddle und Anti-Pool lösen sicher die grundlegenden Probleme mit den Pool-Regeln und sind daher wohl grundsätzlich schonmal besser.

Für nächste Woche geplant: The Puddle

Vielleicht spiele ich jetzt mal Puddle, oder so :o

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Offline Dom

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Re: [The Pool] Der Schwarze Turm
« Antwort #8 am: 8.09.2006 | 17:54 »
Zitat von: Vermi
Allerdings sind Anti-Pool und Puddle wahrscheinlich besser als das Original.
Ja, ich hatte auch überlegt, ob ich nicht Anti-Pool nehmen soll. Aber da wir eh geplant hatten, nächste Woche die Pfütze zu testen, wollte ich das Becken im Original ausprobieren.

Zitat von: Vermi
Was ich richtig genial finde, sind die 50 Worte. Echt. Selten so eine geniale Idee im Rollenspiel-Design gesehen.
Ja, die find ich auch genial und ich kann nicht verstehen, dass viele der Varianten gerade das knicken (z.B. Puddle).

Dom


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Re: [The Pool] Der Schwarze Turm
« Antwort #9 am: 8.09.2006 | 17:56 »
@ Spass-Faktor mit dem Würfelpool:

Für alle, die nicht wissen, was ich damit meine ist z.B. folgende Situation:

Mein Charakter hatte einen getrashten Pool, ich hatte mir gerade mal 1 Würfel zurückerobert. Mitten in der gefährlichen Situation mit dem Leichnam gelang es mir mal einen Erfolg zu würfeln.

Was sollte ich nun tun? Mir einen Würfel nehmen und SL Dom den Erfolg erzählen lassen? Dann hätte ich später bessere Chancen gehabt. Aber weiss der Teufel, was Dom dann da wieder erzählt. Oder sollte ich einen MOV machen, um uns aus der gröbsten Patsche zu reden, aber damit riskieren, dass mein Charakter Xerxes eine Weile später wiederum mit einem Mini-Pool zu einem Wurf gezwungen wird?

Dieses gegeneinander Abwägen von Erzählrecht und Belohnung fand ich toll.
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