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D&D 4e Smalltalk
Wellentänzer:
--- Zitat von: Glgnfz am 1.11.2013 | 09:17 ---"komperativ"? Respekt. Das falsche Wort falsch geschrieben. >;D ... obwohl "6" es auch schon vergeigt hat...
Wie wäre es denn mit dem Gedanken, dass der "Wettstreit" nicht zwischen den einzelnen Charakteren, sondern zwischen den Charakteren und den Herausforderungen der Spielwelt stattfindet?
--- Ende Zitat ---
...oder zwischen den Spielern und den Hindernissen der Spielwelt, wie es im OSR-Bereich zumeist der Fall ist. Ich ergänze das eben schnell, weil Glgnfz sich damit nicht so gut auskennt. Generell ist aber der Gedanke endlicher Ressourcen der Beteiligten nicht schlecht... und wenn sich wie bei D&D4 sehr viel auf technisch-kompetitive Bereiche konzentriert, verbleibt halt weniger für kreatives Charakterspiel und gemeinsame Storyentwicklung. Ist doch logo.
Klar kann man dennoch auch irgendwie bei D&D4 Charaktertiefe erreichen. Man kann auch in einer Pfütze tauchen oder mit einem Käfer an einem Autorennen teilnehmen - es gibt dabei halt nur gewisse Einschränkungen.
Thandbar:
--- Zitat von: Wellentänzer am 1.11.2013 | 10:53 --- und wenn sich wie bei D&D4 sehr viel auf technisch-kompetitive Bereiche konzentriert, verbleibt halt weniger für kreatives Charakterspiel und gemeinsame Storyentwicklung. Ist doch logo.
--- Ende Zitat ---
Hinzu kommt, dass Charakterstory und Fähigkeitenarsenal bei D&D4 weitestgehend disjunkt sind.
Wenn ich mit Legends of Anglerre einen Kampf bespiele, wo meine Paladinin auf den Balor trifft, der vor Jahren ihren Bruder zerrissen hat, kann ich aufgrund der Aspekt-Mechanik diesen Teil der Geschichte in den Konflikt einbringen: Ich kann sie vor heiligem Groll ungestüm und unvorsichtig vorstürmen lassen, was zwar das Feindfeuer auf sie zieht, mir aber auch einen Fate-Punkt einbringt, und diesen dann entladen, indem ich aufgrund des gerechten Hasses auf den Dämon den "Hat-meinen-Bruder-getötet"-Aspekt auslöse.
In einer vergleichbaren Situation kann es bei D&D4 viel mehr Sinn ergeben, sich als Paladin auf die Schergen zu stürzen und per AOE erstmal einen Minion Check durchzuführen, während der Changeling-Schurke, dessen Story überhaupt nichts mit dem jetzigen Gegner zu tun hat, den Balor gleich in der ersten Runde auszuschalten versucht.
Wenn ich hier versuche, charakter- und storyzentriert zu spielen, würde ich dem Gesamtteam geradezu schaden, weil ich einen Encounter, der selbst bei optimalem Spiel schon schwer genug ist, taktisch unsinnig angehen möchte, indem ich den Balor gleichsam zum Duell fordere.
Wellentänzer:
Jo. Ein sehr guter Punkt, ausgezeichnet zusammengefasst. Ich hatte als SL bei D&D4 auch schon desöfteren Situationen, in denen Spieler ihre SC absichtlich storyorientierte und zugleich taktisch suboptimale Aktionen haben durchführen lassen, bei denen ich aufgrund der Schwierigkeit des Encounters zusammengezuckt bin.
Crimson King:
Das sollte man in der 4E auch sein lassen. Dafür ist das System in keinster Weise gemacht.
Selganor [n/a]:
@Thandbar
Vergleichst du in dem Beispiel nicht Aepfel (Story) mit Birnen (Gruppenwohl)?
D&D 4 hat erstmal keinen "Belohnungsmechanismus" fuer deinen Kampf gegen den Balor (andere Belohnungen wie z.B. persoenliche Quests gestalten sich oft schwierig da man ja gerne mit Gruppen auf gleichen XP spielt), aber wenn bei der Aktion der Paladin die Schergen nicht aufhaelt und es denen dadurch gelingen kann an die "schwaecheren" Gruppenmitglieder ranzukommen dann muss es denen dadurch auch nicht unbedingt besser gehen. (Und Fatepoints kriegen die dann auch nur durch Consequences am Ende des Konflikts oder wenn sie so Aspekte wie "bei jedem Kampf kriege ich was auf die Muetze" o.ae. haben ;D )
@Wellentaenzer/Crimson King: Aber wenn ihr genau wisst, dass ihr Spieler in der Gruppe habt die genau auf sowas anspringen (und dadurch das Encounter "verschieben") koennt ihr das doch unter Umstaenden einplanen.
BTW: Wenn der Rest der Gruppe sich dem Paladin lautstark bemerkbar macht (z.B. mit so Aussagen wie "wir sterben hier!") dann hat er nochmal eine schoene Herausforderung... Raecht er sich jetzt am Daemon riskiert aber dass seine Freunde sterben oder hilft er seinen Freunden, riskiert aber dass der Daemon flieht (oder jemand anderes ihm die "Rache" wegnimmt). Nicht dass "Rache" eine Motivation waere die einen Paladin antreiben sollte, aber das ist ein anderes Thema ;)
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