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[Brainstorming] Pro&Contra: Vor-und Nachteile im System
Holothuroid:
Müssen wir die Was-soll-ein-SL-tun-Diskussion hier wirklich führen? Ich denke nein, wobei meine Meinung vermutlich sowieso hinreichend bekannt ist.
Kommen wir mal zu Nachteilen. Es gibt ein Spiel, dass alle gängigen Modelle in excellenter Weise vormacht: Nobilis
Es gibt drei Arten: Handicaps, Limits und Virtues.
Handicaps sind die moderne Variante im Stile: Wenn der Nachteil relevant wird, gibt es dafür einen mechanischen Ausgleich. (Bei Nobilis Wunderpunkte.) Das ist heutzutage Standard und bedarf wohl keiner weiteren Erläuterung.
Limits sind permanente Einschränkungen, etwa Behinderungen oder gewisse meta-physische Einschränkungen. Die geben zu Beginn jeder Geschichte jeweils gewisse Mengen an Wunderpunkten. Man beachte: Sie geben keine undifferenzierten Charakterbau-Punkte, sondern liefern etwas, dass man mit Charakterbau-Punkten kaufen könnte. Das schränkt MinMaxing ein.
Limits können dann im Spiel umgangen werden, etwa mit nem mechanischen Bein für Hephaistos. Der Spielleiter kann Spielern ihre Hilfsmittel zweitweise wegnehmen, ganz wie er das meint, aber anders als in anderen Spielen muss der Spieler sich nicht gängeln lassen. Er kann nämlich jeden Nachteil - also auch Limits - streichen, wenn sie ihm nicht mehr gefallen. Ohne Begründung, einfach so, live und on-stage.
Die letzte Gruppe, Virtues, können z.B. für so Sachen wie Aufrichtigkeit benutzt werden. Die Idee: Was in anderen Spielen ein blöder Nachteil ist, ist bei uns ein blöder Nachteil und ein geiler Vorteil zugleich. Denn wenn ich mir z.B. Aufrichtig nehme, kann nichts im Universum mich dazu bringen unaufrichtig zu sein. Da mach ich mein Geld doch als Notar. Darüberhinaus kann man 1 SMP ausgeben, um jedem Anwesenden instinktiv klar zu machen, welcher Virtue ein Charakter anhängt.
(Virtues kann man praktisch nicht streichen. - Der Charakter kommt niemals auf die Idee das Ding loswerden zu wollen.)
Das ist natürlich alles nur eine Variante mit Nachteilen geschickt umzugehen. Clevere Designer werden weitere finden.
Haukrinn:
--- Zitat von: Tybalt am 8.08.2007 | 18:07 ---Wie würdest du handeln, wenn ein Spieler dir im Spiel ganz klar zeigt, daß er den Nachteil nur genommen hat, um Punkte zu bekommen?
--- Ende Zitat ---
Ihn beglückwünschen, weil ich's selbst nicht anders machen würde? Wenn mir das System so einen Blödsinn anbietet, dann nutze ich den auch. Bin schließlich MinMaxer aus Überzeugung... ;D
--- Zitat von: Tybalt am 8.08.2007 | 18:07 ---Wenn es dir egal ist, wozu dann Charaktererschaffung nach Punkten? Wenn jeder "Generischer Nachteil" für beliebig viele Punkte nehmen kann führt das eine punktebasierte Charaktererschaffung ad absurdum.
--- Ende Zitat ---
Richtig, aber wie gesagt ist es mir nicht egal.
--- Zitat von: Tybalt am 8.08.2007 | 18:07 ---Nebenbei, mein Vorschlag für Beschränkung auf 3 Nachteile pro SC (genauer lesen, Haukrinn) macht das Ganze sowohl für die Spieler als auch für den SL besser handhabbar.
--- Ende Zitat ---
Das macht dann bei 4 Spielern 12 Nachteile. Und die kannst Du alle regelmäßig unterbringen. Genau so häufig, wie die Spieler ihre Vorteile einsetzen? Glaub ich ehrlich gesagt nicht. Wenn doch, dann sag mir, wie Du das machst, dass würde ich nämlich auch gern können...
Tybalt:
--- Zitat von: Haukrinn am 8.08.2007 | 18:57 ---Ihn beglückwünschen, weil ich's selbst nicht anders machen würde?
--- Ende Zitat ---
Gut, dann ist eine weitere Diskussion müßig. Ich bin Powergamer bei der Charaktererschaffung, aber ich bin ehrlich und erwarte es auch von anderen. Wer nunmal bescheißen will, soll es gern tun. Und hey, ist OK, wenn es den Rest nicht stört. Kann ich zwar nicht nachvollziehen, aber was solls.
Nur bitte nicht in unserer Runde.
Tybalt
Robert:
Als SL würde ich hier sagen: Lass die Dinger weg, sie stören.
Als Spieler: Mehr, ich will einen trunksüchtigen Kung-Fu Mönch, der Angst vor rosa Elefanten hat und wenn er besoffen ist immer Hallunzinationen von rosa Rüsselträgern hat! Aber Angst gibt ja keine Abzüge auf Kampfwerte, die steigern sich doch eher noch, oder?
Ein Ansatz wäre, Vor- und Nachteile nur im Paket zu vergeben:
kurzsichtig + Scharfes Gehör oder guter Geruchssinn
taub + Adleraugen
schnelle Reflexe + niedrige Konstitution
Analphabet + 1 freie Steigerung eines körperlichen Atrributs oder 3 Fertigkeitspunkte auf körperliche/Kampf-Fertigkeiten
Das Jeder Spieler 1-3 Nachteile nehmen kann find ich eine sinnvolle Beschränkung, aber mit der Unterscheidung zwischen
"besondere Fähigkeit" = Crunch-Vorteil; "besondere Schwäche" = Crunch Nachteil
oder
Teil der Hintergrundgeschichte des Charakters = Fluff-Vor- bzw Nachteil
XP würde ich nur geben, wenn ein Charakter durch seine Nachteile
- in Gefahr gerät(das Beispiel mit der Falle für Farbenblinde) und überlebt
- den Auftrag der Gruppe kompliziert, aber trotzdem zur Lösung des Abenteuers beiträgt(z.B. lässt ein Druide einen Kampfzauber in der eigenen Gruppe los, um zu verhindern, das Dieb und Kämpfer einfach alles was sich bewegt plattmachen, aber da er mit Tieren sprechen kann, kann die Gruppe trotzdem passieren)
Leider dauert es ein Zeit, bis man als SL lernt wie NAchteile zu handhaben sind.
Für ein neues System wünsche ich mir:
Vor- und Nachteile vollständig optional, es soll auch ohne zu spielen sein und ggf müssen auch Monster/NSC im Grundregelwerk bzw. Einführungsabenteuer ohne Vor-/Nachteile und nur mit 1-2 Empfehlungen dazu geschreiben werden.
Tybalt:
--- Zitat von: Robert am 8.08.2007 | 20:54 ---Vor- und Nachteile vollständig optional, es soll auch ohne zu spielen sein und ggf müssen auch Monster/NSC im Grundregelwerk bzw. Einführungsabenteuer ohne Vor-/Nachteile und nur mit 1-2 Empfehlungen dazu geschreiben werden.
--- Ende Zitat ---
Ich mag inzwischen Systeme mit vielen hübschen Vorteilen (Yay! Kweel Powerz!) und überschaubaren Nachteilen, die nicht soviel Punkte geben, daß man sie unbedingt nehmen muß... Am besten nur ein oder zwei Nachteile, wenn überhaupt.
Savage Worlds ist schon fast perfekt in dieser Hinsicht.
Tybalt
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