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[SF: Redshift] Schiffsdesign und Technologie
Grimnir:
Danke, Feuersänger! Das finde ich echt interessant, vor allem, weil man bestimmt die dadurch entstehenden spielerischen (oder narrativen, will man eine Geschichte schreiben) Implikationen nutzen kann :d Kannst Du ausführen, was die Folgen wären bei falscher Sprunggeschwindigkeit?
Ich bin übrigens selbst recht eifriger Project-Rho-Leser, aber so etwas fehlt da meines Wissens. Wenn Du Deinen Beitrag dort hinschicken würdest, wäre das mit Sicherheit ein wertvoller Beitrag für die SF-nerdige Menschheit.
Zum Thema Zeitreise bei FTL und den daraus entstehenden Paradoxien: Die in meinen Augen sehr pessimistischen und mir etwas zu abgehobenen Romane von Stephen Baxter spielen damit.
Es grüßt
Grimnir
Feuersänger:
--- Zitat von: Grimnir am 4.01.2011 | 18:45 ---Danke, Feuersänger! Das finde ich echt interessant, vor allem, weil man bestimmt die dadurch entstehenden spielerischen (oder narrativen, will man eine Geschichte schreiben) Implikationen nutzen kann :d
--- Ende Zitat ---
Ja natürlich. Die erste Implikation ist natürlich: dadurch, dass du einen relativ langen Anlauf brauchst, sieht quasi jeder im ganzen System, wo du hinspringst. Denn man muss ja nur deinen Vektor mit den katalogisierten Sprungtor-Vektoren vergleichen.
Außerdem: je weniger Treibstoff du mitschleppst, desto schneller kommst du auf der anderen Seite an. In "zivilisierten" Systemen wird sich also in der Nähe des Sprungtors eine Tankstation befinden.
Interessant ist das auch für die Raumpiraterie. Das sollten wir bei Bedarf aber lieber im Setting-Thread weiterdiskutieren. Da hätte eigentlich auch schon das FTL-Zeug reingehört, da es ja nur Pseudotechnologie ist und bleibt.
--- Zitat --- Kannst Du ausführen, was die Folgen wären bei falscher Sprunggeschwindigkeit?
--- Ende Zitat ---
Psst, das ist geheim...
Ehrlich gesagt hab ich das noch nicht festgelegt. Die üblichen SF-Lösungen sind:
a) nichts passiert. Du hast nur eine Menge Sprungtreibstoff verschwendet. (Ich habe mich übrigens auch noch nicht festgelegt, wie die Energie bereitgestellt werden muss.)
b) du landest irgendwo komplett anders wo du niemals hinwolltest und von wo aus du womöglich nie wieder nach Hause kommst.
c) da die gesammelte Energie sich nicht in ein korrekt geöffnetes Sprungloch entladen kann, explodiert das Schiff.
d) du trittst in den Hyperraum ein, aber am Ende deiner Reise ist aufgrund des falschen Vektors kein Ausgang. Your Ship Is Lost In Hyperspace.
--- Zitat ---Ich bin übrigens selbst recht eifriger Project-Rho-Leser, aber so etwas fehlt da meines Wissens. Wenn Du Deinen Beitrag dort hinschicken würdest, wäre das mit Sicherheit ein wertvoller Beitrag für die SF-nerdige Menschheit.
--- Ende Zitat ---
Ich habe diese Weisheit von Henry Cobb auf sfconsim-l, wo auch der Autor von Project Rho und viele auf seiner Seite zitierte Personen mitposten, z.B. Luke Campbell, Isaac Kuo, Eric Max Francis, Rick Robinson usw. Zur Zeit ist Nyrath aber recht still, hat wohl gerade keine Zeit oder Lust.
Dort (bei sfconsim-l) habe ich kürzlich ich meine Technologie zum Review eingereicht, und abgesehen von der FTL-Sache kam da sehr wenig Kritik, was ich als gutes Zeichen werte. ;)
Funktionalist:
ICh wäre dafür, dass man im Zielsystem landet, aber einen völlig unberechenbaren Geschwindigkeitsvektor aufweist, den man unter Umständen nie mehr ausgleichen können wird.
Yerho:
--- Zitat von: Dritte Kurve Ski kit am 5.01.2011 | 12:29 ---ICh wäre dafür, dass man im Zielsystem landet, aber einen völlig unberechenbaren Geschwindigkeitsvektor aufweist, den man unter Umständen nie mehr ausgleichen können wird.
--- Ende Zitat ---
Oder die Kombi-Lösung: Man landet schon dort, wo man hin wollte, kann dort aber nicht bleiben, ohne Manöver zu riskieren, die das Schiff schwer beschädigen und/oder bedenklich viel Treibstoff des konventionellen Antriebs zu verbrauchen.
Ist es ein vielfach angeflogener, zivilisierter und infrastrukturell bestens ausgebauter Zielort, wäre letzteres eine Option, denn man kann Reserven auffüllen und Reparaturen durchführen (Die Versicherung zahlt ...).
Ist das Ziel der Ar*** des Universums, wäre dieses Vorgehen zu riskant. Dort könnte die Methode "zielen und schießen" gelten: Man wird die überschüssige Bewegungsenergie nicht los, muss also den erneuten Sprung in eines der hoffentlich vorhandenen sicheren Gebiete wagen, wo es vertretbar wäre, ob man arschlinks und/oder mit falscher Geschwindigkeit in den Normalraum eintritt - so eine Art Mischung aus verlängerter Landebahn und Nothaltebucht. Dort richtet man sich (ggf. nach Reparaturen, Auftanken und Wartung) neu aus und "schießt" erneut, will sagen, versucht einen erneuten Anflug auf das eigentliche Ziel. Sichere Gebiete wären vorzugsweise exakt erfasste Sonnensysteme mit viel Leerraum, wo man gefahrlos diverse Manöver mit Antrieb und Schwerkraft durchführen kann, bis man das bockige Pferd, äh, Schiff wieder im Griff hat. Und natürlich sollte es dort ein Relais geben, welches im dümmsten Fall als eine Art intergalaktische Notrufsäule fungiert.
Ich stelle es mir recht interessant vor, wenn handgewedelte FTL-Geschichte so aussieht, dass man im Hyperaum zwar sicher ist wie in Abrahams Schoß, in den man in praktisch jeder dummen Situation flüchten kann, aber davor und danach superharte SF gilt, die es gelegentlich erzwingt, FTL zu nutzen, obwohl man das gerade gar nicht möchte.
Feuersänger:
Oh Mann, mir ist gerade aufgefallen, dass ich bei der Berechnung der Energieerzeugung einen dicken Bock geschossen habe. Zur Erinnerung, ich postuliere ja "partielle Konversion", wo mittels SF-Technologie ein ganzes Nukleon eines schweren Atomkerns in Energie umgewandelt wird (Energieäquivalent 930MeV). Ich hatte mir das so vorgestellt, dass diese Energie sich gleichmäßig auf die Baryonen verteilt, es den Kern in dutzende Trümmer zerlegt, und so die 930 MeV in kinetische Energie umgewandelt werden.
Zum Vergleich: die Spaltung eines U-235 Kerns setzt etwa 200MeV frei, davon 165MeV in nutzbare kinetische Energie. Konversion wäre also mehr als 5mal stärker als Fission.
Dabei hab ich Vollhonk vergessen, den Massendefekt mit einzubeziehen. Das Prinzip ist eigentlich ähnlich wie bei der Fission.
Das macht zwar das gesamte Konzept nicht unbrauchbar, aber ich muss nochmal völlig neu berechnen, welche Elemente sich nun als Brennstoff eignen. Nach meiner ursprünglichen Rechnung lag das Optimum bei einem Atomgewicht von ~134. Unter Berücksichtigung des Massendefektes wird sich das wahrscheinlich verschieben, vermutlich in Richtung schwerere Elemente (Thorium, Uran, Plutonium...).
Da die Atomphysik bei mir schon eine Weile her ist, werde ich für diese Berechnungen wohl eine Weile brauchen. Weiß ich wenigstens schon, was ich am Wochenende mach. XD
Auf das anlaufende Forenspiel (shameless plug) hat das aber jetzt keinen Einfluss -- die Performanz der Raumschiffe wird sich nicht wesentlich ändern, da ich ohnehin schon einen großen Sicherheitsrahmen gelassen habe.
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