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[SF: Redshift] Schiffsdesign und Technologie

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Quaint:
Hochfaszinierender Thread. Da lernt man doch einiges.

Was die Waffentechnologie angeht: Für später mal mit professionellen Waffen wären vielleicht auch fusionsgetriebene Lenkwaffen denkbar, je nachdem wie man die Machbarkeit einschätzt dann eben noch mit nuklear-gepumpten Gammalasern als Gefechtskopf (also quasi eine Atomexplosion, die ein paar % oder Promille ihrer Leistung in einem direktionalen Gammapuls abgibt). Die hätten den Vorteil einer ordentlichen Wirksamkeit, und das ohne zu nah an die gegnerische Abwehr kommen zu müssen.

Ne denkbare Alternative für den Gefechtskopf wären eben Kanister-Ladungen die viele dutzende oder hunderte chemische Raketen absetzen. Man arbeitet ja heute schon an so Späßen wie gelenkten 70mm Raketen, die dann direkt im Paket verwendet werden. Natürlich müssten die grundlegend schon den grob richtigen Vektor haben, so von der fusionsgetriebenen Trägerrakete her, und den chemischen Antrieb nur für letzte Anpassungen hernehmen. Im Extremfall könnten die dann auch alle nuklear bestückt sein. Ne superkritische Masse Uran wiegt schließlich je nach Anreicherungsgrad 10kg oder weniger und so lässt sich mit ordentlich fortschrittlicher Technik ein Atomsprengkopf so im Format einer 1l Colaflasche sicherlich realisieren.

Solche Raketen wären aber vermutlich recht teuer, gerade wenn Fusion noch eine "moderne" Technologie ist. Aber dann könnte man eben recht kleine Raumschiffe bauen, die dann eben ne handvoll von diesen Raketen (je um die 100t oder so) mitführen, sprungfähig sind und mit denen nicht unbedingt gut Kirschen essen ist, auch wenn man die Verteidigungsschiffe größer bauen kann.

Feuersänger:
@Pyromancer:
ich fürchte, ich habe noch nie von dieser Trilogie gehört. Hört sich aber gut an; wenn du es noch irgendwie rausfindest, will ich es auch wissen. =)
Die Story erinnert an Elemente aus diversen Heinlein-Geschichten, die dafür vielleicht Pate gestanden haben könnten.

@SJT:

--- Zitat ---Das Argument mit der Investition ist mMn nur begrenzt gewichtig, da es für das Mutterland egal ist, ob es seine Investition verliert, weil die ihnen weg rebelliert oder ob es sie verliert, weil es sie in die Luft jagt. Zweites hat den Vorteil, dass du allen deinen anderen Kolonien zeigst wo der Hammer hängt, hat aber den Nachteil innenpolitisch wahrscheinlich unendlich unpopulär zu sein.
--- Ende Zitat ---

Quark, es ist ein Unterschied ob ich einfach weniger Profit aus dem Handel mit den Kolonien ziehen kann, weil die jetzt ein größeres Stück vom Kuchen behalten wollen, oder es ich auf den kompletten Handel verzichte und dazu noch alles in den Wind schreibe, was ich bisher reingebuttert habe.

Ich habe ja eine nach wie vor unvereinigte Erde, in der mehrere Nationen miteinander wetteifern -- da ist es auch durchaus denkbar, dass einige Nationen heimlich die Unabhängigkeitsbewegung in fremden Kolonien unterstützen. Aber primär und offiziell werden sie ein Abkommen haben, den Status Quo zu erhalten.
Die Kolonialmächte wiederum gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen: imperialistisch, autoritär, totalitär, analogdemokratisch, plutokratisch, libertär, Kombinationen daraus, und vereinzelt auch mal ein netter.
Also insofern gibt es sicher Unterschiede darin, wie die Mutterländer mit etwaigen unbotmäßigen Kolonien umspringen werden. Aber nichtmal die Chinesen würden ihre eigenen Leute atomisieren.

Achja, das erinnert mich an den ehemaligen Webcomic "Escape From Terra": ein libertäres Propagandagarn hoch drei. Da gibt es einerseits die bürokratisch-autoritäre Erde ("United World"), und andererseits neben Mars und Venus-Orbital auch noch die libertär-anarchistischen Cereaner. Als letztere eines Tages den UW-Steuereintreiber wieder heimschicken (oder besser gesagt, kurzerhand für ihre Sache abwerben), kommt nach einiger Zeit die Erd-Armada. Erst versuchen sie es mit militärischer Drohkulisse, werden aber von den laserbestückten Bergbauschiffen in die Schranken gewiesen bevor sie ihr volles Potential entfalten können. Die Atempause nutzen die Cereaner, um einen Medienstream zur Erde einzurichten -- und da dort in der Tat bei der Bevölkerung nicht gut ankommt, dass schwerbewaffnete Kampfschiffe harmlose Kolonisten bedrohen, muss die Flotte zurückgezogen werden.
Später versucht es die UW nochmal, indem sie Soldaten auf Landgang nach Ceres schickt, mit der Absicht dort einen Zwischenfall zu provozieren, so ähnlich wie von dir ausgemalt. Die Cereaner riechen aber den Braten und verhalten sich so gastfreundlich wie Hawaiianer auf Dope.

--

Mit Yerhos Aufsatz muss ich mich nochmal gesondert auseinandersetzen, aber so spontan meine ich, dass das schon eher in die Richtung geht, die ich mir vorstelle.
Nur ein paar wichtige Anmerkungen:

Piraten -- "komplette Prise" kannst du vergessen, weil die Zivilisten überhaupt keinen Anreiz haben, den Piraten ihr Schiff zu überlassen. Wenn sie so oder so draufgehen würden, können sie sich auch genausogut selber in die Luft sprengen. Ich erinnere daran, wie in die Enge getriebene Ratten (oder andere Tiere) zu reagieren pflegen: die ergeben sich nicht in ihr Schicksal, sondern kämpfen wie die Furien.  Nein, Piraten sind von jeher am ehesten dann erfolgreich, wenn sie ihren Opfern eine Option geben, aus der Nummer wieder rauszukommen. Also, sich mit den Frachtcontainern zufriedenzugeben.

Kurze Anmerkung noch zu den Coilguns, ich habe jetzt mal das Standardmodell auf 10mm umdefiniert -- bzw eigentlich war das Rohr sowieso auf 10mm ausgelegt, aber ich hatte die vorher als Sabotgeschosse definiert, da ich Penetration für wünschenswert hielt. Unter Umständen will man vielleicht auch noch deutlich größere Kaliber bei umso kürzeren Projektilen haben, aber das kommt mir komisch vor.

Lichtschwerttänzer:

--- Zitat von: Pyromancer am 27.03.2013 | 13:28 --- (Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Ich hab in meiner Jugend eine Romantrilogie (?) gelesen, mit ungefähr folgendem Inhalt:
Typ (mit Dissidenten sympathisierender Ingenieur?) wird auf eine Agrarkolonie deportiert. (Dort geht es dann hauptsächlich um einen Konvoi, weil die Kolonie wegen Jahreszeitenwechsel von der Nord- auf die Südhalbkugel umziehen muss). Später schließt sich die Kolonie den Rebellen/Unabhängigkeitskämpfern an, und der Protagonist hilft, die zivilen Raumschiffe mit Waffen auszustatten. Da kriegt er erst einmal einen Science-Fiction-Film mit Laserstrahlen und Raumschiffen, die sich in Asteroiden-Feldern verstecken, gezeigt, damit er weiß, wie es nicht geht. Hinterher bauen sie dann Coil-Guns und blasen die Verteidigungsstreitkräfte der Erde vom Himmel, in dem sie 17 Millionen Tonnen Metallprojektile pro Sekunde (oder so ähnlich) abfeuern, und die Erdstreitkräfte nur ein paar hundert Lenkwaffen haben.
Ich gehe davon aus, Feuersänger kann mir Titel und Autor nennen?

--- Ende Zitat ---
iirc von Harry Harrison


btw , wie wäre es wenn das Mutterlandeiner Kolonie den Status eines Dominion/Commonwealth oder Teil des Staates so a la Bundesland/Staat anbieten würde bzw ihr das schon beim Beginn zusagen würde?

Pyromancer:

--- Zitat von: Feuersänger am 27.03.2013 | 17:36 ---@Pyromancer:
ich fürchte, ich habe noch nie von dieser Trilogie gehört. Hört sich aber gut an; wenn du es noch irgendwie rausfindest, will ich es auch wissen. =)

--- Ende Zitat ---

Schwerttänzer hatte recht: Die "Homeworld"-Trilogie von Harry Harrison. Um Raumkrieg geht's im letzten Band, "Starworld"/"Sternwelt". Und ich hätte gewettet, dass das eine deiner Inspirationsquellen war. ;)
(Die Bände stehen übrigens gerade bei Amazon gebraucht für je 1 Cent drin.)

Funktionalist:

--- Zitat von: Feuersänger am 27.03.2013 | 02:30 ---Das Thema hatten wir glaub ich schonmal: die benötigte Größe von Sonnensegeln, um einen Statiten an einem Punkt zu halten, ist unabhängig von der Entfernung zur Sonne immer 632m² pro kg Gesamtmasse.

--- Ende Zitat ---
http://www.mps.mpg.de/dokumente/publikationen/pa/pa_9907_sonnenatmosphaere.pdf
Ist so ein ganz altes Blatt. Aber man sieht auf Seite 4, dass der Sonnenwind in Pol(winkel)nähe wesentlich schneller weht als am Äquator. Beziehen sich die 632m^2 auf die Region über den Polen oder überm Äquator?


@Weg zum Sprungpunkt

Der verliefe doch grundsätzlich über einen Schwenk um die Sonne, oder?

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