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[SF: Redshift] Setting-Hintergrund

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Feuersänger:
Wenn ich mich recht besinne, wollte ich den Konzernen eigentlich in meinem Setting keine herausragende Rolle einräumen. Einfach weil sich gezeigt hat, dass sie für die Entwicklung der Menschheit insgesamt nicht förderlich sind, nicht nachhaltig operieren, und wenn mal ein großer Konzern in Schwierigkeiten gerät, zieht er gleich das halbe Land mit (z.B. General Motors).
Das hat man ja in den letzten Jahren sehr schön vorgemacht bekommen: Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren -- so kann das auf Dauer nicht weitergehen.

Und was das angeht, selbst wenn es Großkonzerne gibt: diesen dann auch noch die Aufsicht über das Geld anzuvertrauen, ist doch den Bock zum Gärtner gemacht.

Ein Dienstleistungsversprechen ist zwar grundsätzlich auch etwas wert. Prinzipiell ist ja auch unser Geld durch die Gesamtheit der Waren und Dienstleistungen gedeckt, oder zumindest wird einem das gesagt.

Das wiederum bringt mich auf das Problem der gallopierenden Staatsverschuldung; unsere Staaten heute leben - mit wenigen Ausnahmen - auf Pump und ohne eine Aussicht, den Schuldenberg jemals auch nur zu stabilisieren, geschweige denn abzutragen. Wie soll das auf Dauer weitergehen?

Habe mal das Threadthema angepasst.

Eulenspiegel:
Ist halt die Frage, wie utopisch bzw. dystopisch du es haben willst.

Großkonzernen mehr Macht zu geben ist sicherlich nicht die beste Idee. Allerdings entwickeln sich Gesellschaften auch nicht immer in Richtung "beste Idee".


--- Zitat ---Wie soll das auf Dauer weitergehen?
--- Ende Zitat ---
Zwei imho realistische Möglichkeiten:
1) Irgendwann bricht die ganze Schuldenblase zusammen. Der Staat ist nicht mehr in der Lage, die Schulden zurückzuzahlen und erklärt sich formal für Bankrott. Das hat für den Staat selber keinerlei Konsequenzen (außer Vertrauensverlust). Er macht weiter wie bisher, bloß dass er jetzt keine Schulden mehr hat. Die Leute/Organisationen, die dem Staat Geld geliehen haben, sind natürlich stinksauer, können aber nichts unternehmen.

2) Die Euro-Zone bricht zusammen. Jede Nation bekommt wieder ihre eigene Währung und fängt an, wie wild Geld zu drucken. Dadurch verlieren wir die Schulden, ziehen uns aber kurzfristig eine Hyperinflation ein. Sobald die Schulden bezahlt wurden, ist die Hyperinflation beendet und wir führen eine neue Währung ein.

Tudor the Traveller:
Hinsichtlich einer Settinghistorie:

Oder es gibt vorher irgendeine Art Umwälzung von "außen" (damit meine ich, außerhalb des Wirtschaftskreislaufs). Vielleicht eine rasante Entwicklung hin zu einem 3. Weltkrieg. Oder eine Naturkatastrophe mit globalen Auswirkungen. Oder eine friedliche Umwälzung durch irgendeinen verdammt überzeugenden Menschen, der es tatsächlich schafft, die meisten Politiker nachhaltig wachzurütteln bzw. tatsächlich einen gangbaren Ausweg aufzuzeigen vermag.

Feuersänger:

--- Zitat von: Eulenspiegel am 10.08.2011 | 16:57 ---Ist halt die Frage, wie utopisch bzw. dystopisch du es haben willst.

--- Ende Zitat ---

Sagen wir mal, rationalisierter Optimismus: aus einer stark dystopischen Weltordnung kann meiner Meinung nach keine interstellare Raumfahrt entstehen. Eine Menschheit, die den Mangel nicht rechtzeitig in den Griff bekommen hat, verzehrt sich selbst und hat überhaupt nicht die enormen Ressourcen zur Verfügung, die die Exploration des Weltraums als Anfangsinvestition verschlingen würde.
Wie gesagt gibt es immer noch verschiedene Machtblöcke, aber die primären Raumfahrtnationen müssen aus dem Gröbsten raus sein, weil sie sonst keine Raumfahrtnationen sein könnten. Verdammt, ich find die richtige Formulierung nicht... also, damit es zu diesem Setting überhaupt kommen kann, müssen wir ein paarmal "richtig abgebogen" sein.

Not the best of all possible worlds, but far from the worst one.


--- Zitat ---Zwei imho realistische Möglichkeiten:
--- Ende Zitat ---

Im Wesentlichen kommt es doch aufs selbe raus: die Gläubiger bekommen ihr Vermögen nicht zurück. Ob sie nun einfach überhaupt nichts bekommen, oder eine Schubkarre bunter Zettel mit denen sie sich nichts kaufen können, ist doch auch schon scheissegal.
Und: ein Staat, der sowas einmal gemacht hat, wird es schwer finden, in Zukunft neue Kreditgeber zu finden. Wer das also macht, ohne mit sofortiger Wirkung einen ausgeglichenen Staatshaushalt zu befolgen, wird komplett untergehen.

Russland hat, so wurde mir erzählt, in den vergangenen Jahren (seit Zusammenbruch der SU) öfter mal "kalt" abgewertet. Dann immer sehr kurzfristig, buchstäblich von heute auf morgen. Da kommt in den Nachrichten "Morgen werden neue Geldscheine ausgegeben, alte Scheine können nur bis 18 Uhr umgetauscht werden und verlieren danach ihr Gültigkeit". Ob sich das auch auf Sparkonten etc. erstreckte (musste man zum umstellen antanzen?) ist mir nicht bekannt.


--- Zitat von: Tudor the Traveller am 10.08.2011 | 17:48 ---Oder es gibt vorher irgendeine Art Umwälzung von "außen" (damit meine ich, außerhalb des Wirtschaftskreislaufs). Vielleicht eine rasante Entwicklung hin zu einem 3. Weltkrieg. Oder eine Naturkatastrophe mit globalen Auswirkungen.

--- Ende Zitat ---

Die Naturkatastrophe, hab ich mir gedacht, ist schon lange im Rollen: durch Klimawandel erodierende Böden, Anstieg des Vulkanismus, sich häufende Orkane und Tsunamis etc. Das ist im Prinzip der Hauptgrund, warum die Völker, die es sich leisten können, schauen dass sie Land gewinnen.
3. Weltkrieg, hmja, hab ich auch schon mit dem Gedanken gespielt, aber noch nicht endgültig festgelegt. Da ja SF immer irgendwie die aktuelle Situation extrapoliert, wäre der Extremfall vielleicht der große Clash zwischen der Westlichen und der Islamischen Welt. Insbesondere wenn das Öl ausgeht.
[So oder so, zur Zeit der Settinggegenwart gibt es schon lange kein Erdöl mehr. Aber wie schon gesagt, damit sich das Setting so entwickeln kann, muss der Übergang zu alternativen Energien relativ reibungslos gelungen sein.]

Chaos:
Tja, das ist die Frage... ist der Karren raus aus dem Dreck, oder hat man bloss aufgegeben, ihn rausziehen zu wollen, und investiert die verbleibenden Ressourcen jetzt in den Versuch, eine zukunftsfähige Basis zu evakuieren, bevor der Karren komplett versinkt?

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