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Untote und Nekromantie in D&D
Friedensbringer:
wir hatten längere zeit einen ziemlich "gut" eingestellten nekromanten in der d&d gruppe, und das lief ohne probleme auch bei einem NG Zwergenkrieger und einem CG irgendwas-Kleriker... das hin und wieder die leiche eines feindes "zweck entfremdet" wurde kann man durchaus übersehen bzw ein auge zudrücken. echte bauchschmerzen hätte ich wohl nur bei einem Paladin oder anderen extremen LG vertretern.
der necro war CN wenn ich recht entsinne...
Grey Ice:
Ich denke, das hängt echt stark an dem Umfeld. Für die Forgotten Realms bin ich zwar kein Experte, ich kann mir allerdings kaum vorstellen, das das dort toleriert wird, wenn in jedem zweiten Dorf Legenden über böse Nekros kursieren, die ganze Landstriche oder so verwüstet haben. Soweit ich Bahamut kenne, glaube ich auch nicht, das jemand, der an ihn glaubt, nen Nekro tolerieren dürfte, selbst wenn er eigentlich CG als LG ist, Nekromantie ist nunmal gemeinhin nicht als ein Vergehen von der Härte eines Diebstahls oder Einbruchs, oder ner gebrochenen Stadtwachen-Nase. Wie gesagt, ich bin da kein Experte, würde mich aber wundern, wenn in so einem Fantasy-Setting die Mehrheit der Bevölkerung die Angelegenheit aufgeklärt-neutral sieht.
Die "Figthing Fire with Fire"-Methode wurde meinem Kleriker auf einem Larp (DSA-Landeshintergrund, Spieler aber aus anderen Settings) auch mal von einem ganzen Satz Magister erklärt - mit eher mäßigem Erfolg übrigens. Wenn es niemanden gibt, der diese Methoden lernt, gibt es auch nur sehr wenige, die diese Methoden mißbrauchen könnten. Aber die Diskussion wäre wohl müßig hier zu führen.
Deadman:
Das Problem ist denke ich nicht der gute Nekromant. Generell sollte er möglich sein. Die Frage ist schließlich wie man die Waffe einsetzt.
Dennoch hängt Necromanten, Untoten, Gnollen, Orks, Drow und anderen generell ein schlechter Ruf an. Und ehrlich gesprochen ist es wohl dieser böse Flair, welchen vielen Spielern gerade solche Charaktere Spaß machen.
Problem kann also einmal die akzeptanz von Leichenhorden in der Gruppe sein und/oder von der Bevölkerung die ihren längst verschollenen Uronkel in Form eines hirnlosen Zombies im Vorgarten wieder erkennen.
Ich denke die Störung der Ruhe der Toten zusammen mit der Verbindung zur negativen Ebene, geben selbst dem besten und freundlichesten Magier eine bösartigen Beigeschmack.
Und böse Charaktere in guten Gruppen ist einfach eine Geschmacksache und eine Gratwanderung für diesen Spieler. Ich persönlich habe schlechte Erfahrungen gemacht.
Grüße Deadman
ElfenLied:
--- Zitat von: Deadman am 8.04.2008 | 16:53 ---Dennoch hängt Necromanten, Untoten, Gnollen, Orks, Drow und anderen generell ein schlechter Ruf an. Und ehrlich gesprochen ist es wohl dieser böse Flair, welchen vielen Spielern gerade solche Charaktere Spaß machen.
--- Ende Zitat ---
Also Gnolle, Orks und Drow kannst du bei mir definitiv ausklammern. Würde höchstens letzteren spielen, und dann auch nur, wenn alle Drow/Unterreichrassen in einem Unterreichsetting spielen. ;)
Nekromanten machen mir gerade deshalb Spass, weil man sich die Spielfigur selbst nicht aktiv am Kampfgeschehen beteiligt (z.B. durch Schaden/Heilung), sondern über Buffs/Debuffs und taktischer Unterstützung durch einzelne Untote der eigenen Gruppe den Job wesentlich erleichtern kann. Ein richtig positioniertes Skelett ermöglich dem Schurken das flankieren eines Gegners, wodurch er Sneak Attack benutzen kann, während das blenden des feindlichen Kriegstrolls oder der Stufenabzug beim feindlichen Magier die Lebenserwartung der Gruppe enorm erhöht.
Vielleicht liegt es auch da dran, dass ich lange Zeit das PC Spiel Guild Wars gespielt habe. Dort konnten sich die Nekromanten komplett auf Todesmagie spezialisieren, und eine kleine Gruppe aus Untoten erschaffen. Die machen dann den Schaden, den der Nekro eigtl. machen sollte, während sich dieser ausschliesslich auf das aufrechterhalten der "Armee" (welche nach und nach immer stärker zerfällt) konzentriert.
--- Zitat von: Deadman am 8.04.2008 | 16:53 ---Problem kann also einmal die akzeptanz von Leichenhorden in der Gruppe sein und/oder von der Bevölkerung die ihren längst verschollenen Uronkel in Form eines hirnlosen Zombies im Vorgarten wieder erkennen.
--- Ende Zitat ---
In D&D erschafft man meist keine grosse, wankelnde Untotenhorde wie in den Filmen, sondern konzentriert sich auf einzelne, harte Untote. Dies bedeutet, dass viele Humanoide meist garnicht in Frage kommen für potenzielle Untote, sondern vielmehr Monster (Riesen, Hydren, Tiere etc.) verwendet werden. Und das man die nicht offen mit in die Stadt nimmt, ist klar ;)
Das mit der Ruhe der Toten ist so eine Sache. Technisch gesehen befindet sich der Geist/die Seele des Verstorbenen nicht mehr in dem verwendeten Körper, wodurch eigtl keine Komplikationen entstehen sollten. Lediglich die Kirchen von Ilmater, Lathander und Kelemvor sind aktiv gegen jegliche Verwendung von Untoten. Letzterer existiert in unserer Welt nicht(bzw ist noch kein Gott), und meines Wissens nach gehört unserer Spieler einer der genannten Kirchen an. Und gegen die eigentliche Nekromantie (zu der mehr gehört als nur Untote zu erschaffen) haben nur die wenigsten Götter etwas.
--- Zitat von: Deadman am 8.04.2008 | 16:53 ---Ich denke die Störung der Ruhe der Toten zusammen mit der Verbindung zur negativen Ebene, geben selbst dem besten und freundlichesten Magier eine bösartigen Beigeschmack.
Und böse Charaktere in guten Gruppen ist einfach eine Geschmacksache und eine Gratwanderung für diesen Spieler. Ich persönlich habe schlechte Erfahrungen gemacht.
--- Ende Zitat ---
Die negative Ebene als solche ist nicht böse. Viele verwechseln sie in der Hinsicht mit der Ebene der Schatten. Die positive Energieebene ist in D&D für Spielercharakter zumindest genauso tödlich wie die negative, und letztlich Bedarf es beider Ebenen für Ausgeglichenheit.
Und letztlich geht es mir ja nicht darum, zwingend einen bösen Charakter spielen zu wollen, sondern vielmehr darum zu beweisen, dass Nekromanten per Definition nicht in die Kategorie "böse" gehören, sondern durchaus auf der guten Seite stehen können. So z.B. Faust VIII aus "Shaman King" oder Anita Blake aus der gleichnamigen Romanreihe.
Denn wirklich böse Charaktere (z.B. der NE Meuchelmörder oder LE Blackguard), die aktiv mit böser Intention böse Dinge tun, passen nur schwer in eine gute Gruppe, da stimme ich dir zu.
LG,
ElfenLied
Quaint:
Ist zwar kein D&D, aber die Thematik hatte ich quasi gerade in der letzten Kampagne. Böser Lichkönig benutzt dunkle Mächte um gigantische Untotenhorden zu erschaffen; Spielercharakter eignet sich dunkles Wissen an und verwendet es, wenn es hart auf hart kommt. Der musste sich ein wenig bedeckt halten, hatte irgendwann auch mal die Inquisition am Hals, aber es war ganz lustig. Mal eben ein paar Untote mitlaufen lassen war da aber auch nicht drin. Jedoch konnte er z.B. die Kontrolle über feindliche Untote an sich reißen (und Gelegenheit dazu gab es überreichlich) und hatte ein paar lustige Zaubereien zum Thema Todesmagie auf Lager. Und er hat der Gruppe häufiger mal den Popo gerettet.
Das Setting war aber auch sehr nekromantisch in gewisser Weise, denn Tote wurden hoch geehrt, die Götter waren alle mit Tod, Trauer, Sterben und derlei befasst und es gab auch Ahnendiener (im Prinzip Priester) die einem erlaubten Kontakt zu seinen Vorfahren aufzunehmen. Bisweilen wurde sogar einem Ahnen erlaubt, seinen konservierten Körper wiederzubeleben und als "guter Untoter" seinen Nachfahren beizustehen. Natürlich auf freiwilliger Basis.
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