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Eure Vorlieben: Klassen oder klassenloses System?

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Eulenspiegel:

--- Zitat von: Feuersänger am  8.09.2008 | 02:29 ---Andererseits gibt es ja _mehrere_ Klassen, die in die Kategorie "Krieger" fallen (Barbar, Kämpfer, Paladin, Waldi), somit hat man wieder Auswahl.
--- Ende Zitat ---
In diesem Fall ging es halt um zwei langjährige Freunde, die sich seit ihrer Kindheit kennen und anschließend auf die gleiche Akademie gegangen sind. (Der eine war adlig und der andere nicht. - Es hat sich dann später herausgestellt, dass sie beide den gleichen Vater haben und Halbbrüder sind. - Aber das war am Anfang noch nicht klar.)

Von daher wäre es sehr unpassend gewesen, dem einen die Klasse Kämpfer und dem anderen die Klasse Barbar oder Paladin zu geben. (Sie waren ja schließlich auf der gleichen Akademie.)


--- Zitat ---Und manche dieser Klassen bieten auch noch verschiedene "Pfade", z.B. Kampfstil, Zauberschule, Domäne etc.
--- Ende Zitat ---
Aber trotz unterschiedlicher Pfade bleiben sie in einem Klassensystem doch recht ähnlich.

Feuersänger:

--- Zitat von: Eulenspiegel am  8.09.2008 | 14:23 ---Aber trotz unterschiedlicher Pfade bleiben sie in einem Klassensystem doch recht ähnlich.

--- Ende Zitat ---

Und welche bedeutenden Unterschiede könnten sie unter diesen Bedingungen (gleiche Akademie, Halbbrüder etc.) in einem klassenlosen System aufbauen, die sich mit einem Klassensystem nicht darstellen lassen?

Eulenspiegel:
Der eine Bruder war eher der grobschmächtige Typ mit Verbindungen zur Unterwelt.
Er war ein hervorragender Kämpfer und Jahrgangsbester.
Wenn er eine Einheit führte, dann kämpfte er in erster Reihe mit. (Was seine Einheit durchaus motivierte und ihn seine Einheit daher sehr schätzte.)

Der andere war eher ein Frauenheld. Er protzte gerne in seiner Uniform. (In dem Land, in dem wir spielten, waren Uniformträger hoch angesehen. - Etwa so wie in Preußen.) Außerdem kannte er sich in den gehobenen Kreisen aus und und besaß auch sonst gute Überredungskünste.
Er hatte die Akademie gut aber nicht hervorragend abgeschlossen.
Wenn er eine Einheit führte, blieb er lieber hinten, um die Übersicht zu behalten und seinen Truppen Befehle zu erteilen.

ragnar:
Die klingen dermaßen unterschiedlich das sich schon andere Klassen anbieten (Bei AD&D2 (oder auch D&D3) würde ich den ersten zum Fighter machen, letzteren zum Barden, gleiche Akademie hin oder her, es sagt ja niemand das die beiden aus der gleichen Lehre die gleichen Schlüsse gezogen haben müssen. Wenn doch ist entweder das System oder die Spielerschaft sehr engstirnig), aber selbst wenn man sich darauf versteift, ist das nichts was sich nicht abbilden lässt:

z.B. nach D&D4 sind beide menschliche Kämpfer. Einige Dinge sind in dem System nur durch "Page 42" geregelt, was nicht heißt das diese Dinge keine Auswirkungen haben (Unterweltverbindungen in Akademienähe oder gepflegte Uniformen werden sich also eher als Bonus auswirken, als das ein extra Wert auf dem Charakterbogen steht).

Der erstere legt viel Wert auf Stärke (um für einen Kämpfer hervorragend kämpfen zu können, auch wenn er das eigentlich sowieso tun müßte, SC sind bei D&D4 ja per Definition "insgesammt" etwas besonderes (und NSC sind eh nur noch sehr schwer mit SC zu vergleichen)) und er legt seine Feats/Klassenfeatures so, das sie den Stil der Akademie widergeben (um Bestnoten zu kassieren ;)) dazu legt er eine seiner Fertigkeiten auf Streetwise(Unterweltverbindungen nutzen).

Der letztere legt viel Wert auf Charisma, investiert einen seiner Feats in "Student of Battle" (Warlord-Multiclass-Feat um etwas effektiver Befehle schreien zu können, außerdem erhält er dadurch auch Diplomacy (Gehobene Kreise, Gutes Auftreten, Frauenheld usw.) ), den verbleibenden Feat investiert er z.B. in Bluff (Wenn Diplomacy zum Frauenheld nicht reicht).

Eigentlich noch recht einfach.

Eulenspiegel:
1) Wenn du dem Kämpfer die Klasse Barde gibst, dann drängst du damit ja quasi den Barden aus seiner Klasse.

Nehmen wir mal drei Leute: Die beiden Krieger und den Barden. Dann wäre es imho sinnvoller, den beiden Kriegern die gleiche Klasse zu geben und dem Barden eine eigenständige Klasse.

Bzw. bei den beiden Kriegern und einem Offizier würde ich eher dem Offizier die Warlordklasse geben und den beiden Kriegern dann die Fighterklasse.

Speziell in unserer Runde hatten wir die folgende Besetzung:[*]Die beiden Kriegerbrüder
[*]Ihre Vater (ein Graf)
[*]Den Vorstand der Kriegerakademie
[*]Eine Gesandte des Königs
[*]Und als Gastspieler: Den Oberbefehlshaber der herzoglichen Armee. (Der Graf war der Vasall des Herzoges. Und er herzog war wiederum Vasall des Königs.)
[/list]

Wie würdest du hier bei D&D 3.x bzw. D&D 4 die Klassen verteilen?
Gerade die Schwierigkeit, hier vernünftige Klassen zu finden, hat uns dann dazu gebracht, mit einer modifizierten Variante des Ars Magica Regelwerkes zu spielen. (Ja, Ars Magica eignet sich mit einigen Modifikationen auch sehr gut für Nichtmagier. Aber das nur am Rande.)

2) Naja, als Barden würde ich ihn nicht bezeichnen.
Da käme schon das Problem mit den Zaubersprüchen des Barden. Wenn ich einen Barden mit Zaubersprüchen nehme, ist das kein einfacher Krieger mehr. Und wenn ich den Barden ohne Sprüche nehme, dann entwertet das die Bardenklasse zu sehr.

Und zu Seite 42:
Das ist in meinen Augen so eine Nullaussage: "Wenn wir zu etwas keine Regeln haben, dann müssen sie improvisieren."

Und mit der Aussage "Es ist egal, was auf dem Charakterbogen steht. Es wird sowieso ausgespielt", lässt sich sowieso alles spielen. Dann kann ich auch beiden irgendwelche vorgefertigten Archetypen in die Hand drücken und sagen "Passt schon. Es kommt eh nicht auf die Werte an."

Und wenn man den beiden Brüdern getrennte Klassen in die Hand drückt, funktioniert das auch nicht mit den Akademietaktiken:
Entweder der Fighter-Bruder bekommt alle Fähigkeiten, die an der Akademie gelehrt werden und der Warlord bekommt überhaupt keine.
Oder der Warlord-Bruder bekommt alle Fähigkeiten und der Fighter bekommt überhaupt keine.

Aber die Tatsache, dass beide auf der gleichen Akademie waren und daher die gleiche Ausbildung hinter sich haben, wird dadurch nicht ausgedrückt.

Wobei wie du schon selber sagtest bei DD4 das Problem herrscht, dass hier alle kämpfen können. Hier ist wohl weniger das Problem, einen Krieger adäquat darzustellen, sondern vielmehr das Problem, einen Nichtkämpfer vernünftig darzustellen. (Klar, man kann dem Spieler ein weißes Blatt Papier in die Hand drücken und sagen, dass man alles über Seite 42 regelt. Er braucht ja gar keine Werte. - Aber ich denke, das wäre für die Nichtkämpfer dann doch recht unbefriedigend.)

3) Und die Tatsache, dass zwei Leute mit unterschiedlichen Klassen sehr unterschiedlich sind, geht etwas am Problem vorbei, dass zwei Leute in der gleichen Klasse extrem identisch sind.

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