Pen & Paper - Rollenspiel > Pen & Paper - Rollenspiel- & Weltenbau

Eure Vorlieben: Klassen oder klassenloses System?

<< < (14/21) > >>

ragnar:

--- Zitat von: Feuersänger am  9.09.2008 | 14:26 ---Diese Korrelation ist zwar m.E. nicht zwingend, aber mir fällt jetzt so auf Anhieb nichtmal ein Gegenbeispiel ein.
--- Ende Zitat ---
Savage Worlds hat Stufen (Novice, ..., Legendary) aber keine vorgefertigten Klassen. Auch DSA4 hat Stufen (aber ich bin mir nicht ganz sicher ob es Klassen hat). Die alte WOD hatte Klassen (z.B. die unterschiedlichen Clans bei V:tM) aber keine Stufen.


--- Zitat ---Um also den Punkt auch noch zur Sprache zu bringen:
Stufensysteme haben v.a. den Nachteil, dass die Charakterentwicklung immer sprunghaft vonstatten geht
--- Ende Zitat ---
Wieso Nachteil? Das ist mitunter sehr spaßig :)

Ja, klar die Plausibilität mag das schon verletzen, aber das Stufen immer mit Sprunghafter Charakterentwicklung verbunden sind, stimmt so auch nicht ganz. So hat z.B. Midgard Stufen die auch eine Auswirkung auf's Spiel haben, aber die Entwicklung ist dort nicht sprunghaft, man bekommt die Stufe nachdem man genug Fertigkeitspunkte in Charakterwerte umgewandelt hat. Der Stufenanstieg folgt dort der Entwicklung nicht andersherum. Eine neue Stufe "schaltet" dann einige Optionen frei.


--- Zitat ---Das ist zwar ein rein psychologisches Merkmal, denn auch in stufenlosen Systemen kann man jederzeit anhand der ausgegebenen CP, Karma, XP oder whatever erkennen, wie erfahren und mächtig ein Charakter bereits ist.
--- Ende Zitat ---
Wenn ich Midgard betrachte und mal an Gurps denke: Auch "Machtindikatoren", egal ob Stufe oder Gesamt-EP-Zahl, kann man so verregeln das sie Sinnlos werden. Wenn man z.B. die gleichen Gummipunkte für Kampagnen-/Spiel-fokusferne wie Kampagnen-/Spielfokusnahe Dinge ausgeben kann/muss kommt man recht schnell an einen Punkt das dieses Merkmal nichts mehr taugt.

So ist die Stufe bei Midgard aus diesem (und anderen) Gründen kein passabler Machtindikator und auch ein C3PO der nach Grundregeln von Gurps3 wahrscheinlich 5000CP in Fremdsprachen investiert hätte, wäre wahrscheinlich keinen Deut mächtiger als der 200CP JEdi.

Feuersänger:
DSA4 hat wiederum keine Klassen ausser maximal der Unterscheidung Weltlich-Magisch-Geweiht, und selbst diese Entscheidung ist bei der Erschaffung nicht so endgültig wie bei DSA3 (soweit ich weiss).
Dafür sind die Stufen bei DSA4, iirc, nur reine Gradmesser für verdiente CP ohne spielrelevante Aussage. Bei einem "Stufe 10 Helden" weiss man also nicht ohne Weiteres, in welchen Regionen sich seine Eigenschafts-, Talent- und sonstigen Werte sich aufhalten werden.

Seibrich:
Diesbezüglich scheint DSA4 in seiner Form als Hybridensystem das Optimum erreicht zu haben.

WeepingElf:
Meiner Meinung nach gehören Klassen und Stufen auf den Müllhaufen der Rollenspielgeschichte.

Derartige Mechanismen sind nämlich künstlich und grobkörnig und zwingen den Spieler, einen mehr oder weniger vorgefertigten Charakter-Archetypen auszuwählen, statt den Charakter zu spielen, den er eigentlich spielen möchte.  In jeder einigermaßen plausiblen Welt gibt es eine enorme Vielzahl von möglichen Charakterbiographien, und das kann ein Klassensystem nicht abbilden (es sei denn, man sieht Tausende von Klassen mit zig Variationsmöglichkeiten und Unterklassen vor, aber dann kann man es auch ganz bleiben lassen).

Nein, Klassensysteme führen nur zu holzschnittartigen Klischeecharakteren.  Nur ein differenziertes klassen- und stufenloses System, in dem man jeden logisch möglichen und in die Spielwelt passenden Charakter bauen kann, erlaubt eine Charakterentwicklung, die den Namen verdient, und die ist wiederum eine wichtige Voraussetzung für gutes Rollenspiel.

Feuersänger:

--- Zitat von: Seibrich am 10.09.2008 | 20:41 ---Diesbezüglich scheint DSA4 in seiner Form als Hybridensystem das Optimum erreicht zu haben.

--- Ende Zitat ---

Wenn DSA4 das Optimum ist, na dann gute Nacht.


--- Zitat von: WeepingElf am 10.09.2008 | 21:08 ---Nein, Klassensysteme führen nur zu holzschnittartigen Klischeecharakteren.  Nur ein differenziertes klassen- und stufenloses System, in dem man jeden logisch möglichen und in die Spielwelt passenden Charakter bauen kann, erlaubt eine Charakterentwicklung, die den Namen verdient, und die ist wiederum eine wichtige Voraussetzung für gutes Rollenspiel.

--- Ende Zitat ---

I beg to differ. Schon allein, weil mir das zu pauschal ist.
Zum Beispiel muss eine Klasse nicht automatisch die Biographie bestimmen. Man kann die Klassen auch einfach als Werkzeugkasten betrachten, bei dem es nur auf die Mechanik ankommt. Ich habe z.B. mal mit großer Begeisterung ein LOTR-Rollenspiel auf Basis von D&D 3.0 gespielt, in dem sämtliche Kern- und Prestigeklassen überhaupt keinen Einfluss auf den Charakter haben müssen.
Oder Beispiel Conan D20, so wie ich es spiele: ein Spieler will einen Jäger oder Fallensteller spielen. Beides gibt es nicht als Klasse. Er kann aber z.B. Barbar oder Grenzsiedler wählen, die eigentlich beide alles bieten, was so ein Lederstrumpf braucht -- es kommt nur drauf an, welche Schwerpunkte man setzen will.

AUSSERDEM gehören zu manchen Genres - wie z.B. Sword&Sorcery - Klischees und Archetypen einfach dazu.

Es mag zwar sein, dass man mit Klassensystemen bei sehr großen Gruppen - oder mehreren Gruppen über längere Zeit - eine gewisse Gleichförmigkeit der Charaktere feststellen kann. Sozusagen in der diachronen Spielbetrachtung. In der synchronen Betrachtung hingegen, also eine Momentaufnahme, finde ich im Gegenteil, dass klassenlos erstellte Charaktere viel gleichförmiger sind, im Durchschnitt.

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln