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Eure Vorlieben: Klassen oder klassenloses System?

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Alice Crocodile Coltrane:
mach mein eigenes voraussichtlich klassenlos

killedcat:
Okay. Dann will ich auch nochmal was dazu sagen.

Zur Darstellung, dass ein Template das gleiche sei wie eine Klasse bzw. eben diese ersetzen könne:
Das ist imho nicht der Fall. Ja, ein Template erfüllt bei der Charaktererschaffung ähnliche Zwecke: eine Vereinfachung bei der Charaktererstellung und eine Richtungsvorgabe. Im Falle eines Templates enden diese Zwecke jedoch bei der Charaktererschaffung. Die zukünftige Charakterentwicklung ist ja noch frei, was bei einem Klassen- oder Karrieresystem eben nicht der Fall ist. Ich finde Templates gut, sie gehen mir aber nicht weit genug, um Charaktere einzigartig zu machen. Dazu gleich mehr.

Bevorzuge ich Klassen- oder klassenlose Systeme?
Ich mag beides. Ich habe jedoch festgestellt, dass bei klassenlosen Systemen meist eine gewisse Einzigartigkeit der Charaktere fehlt. Die Nischen, die nicht einfach so besetzt werden können sind nicht da. Gerade bei Powergamern ist es m.U. so, dass, sobald ein Spieler eine funktionierende Nische gefunden hat, die anderen sich da ebenfalls einkaufen. Klassensysteme haben hingegen den Nachteil, dass es nur schwer möglich ist, aus den vorgesehenen Klischees auszubrechen. Einen schönen Mittelweg fand ich hier die Wod / nWod. Hier ist ein klassenloses System vorgesehen, bei dem Gruppenzugehörigkeit und Herkunft eben die Powers bestimmen und Einschränkungen schaffen. Das finde ich gut. Eine Lösung könnte es auch sein, Attribute unveränderlich zu machen o.ä.

Schränken Klassen tatsächlich immer ein?
Selbstverständlich. Dafür sind sie ja da. Es gibt jedoch Systeme, die trotz Klassen noch erstaunlich viele Freiheiten bieten: Midgard wurde ja bereits genannt. Aber auch Warhammer bietet hier alle Freiheiten. Klassen müssen nicht so stark einschränken, wie hier immer dargestellt wird.

Fazit
Es gibt nicht nur die stark einschränkenden aber Nischen-bietenden Klassensysteme und die total freien aber über einen Kamm scherenden klassenlosen Systeme. Dazwischen gibt es viele Nuancen und Hausregeln, die einem das gewünschte Spielerlebnis bieten. Ich mag beide Extreme nicht immer. Aber dazwischen werde ich eigentlich meistens glücklich. Es ist keine Frage des Entweder-oder, sondern des wieviel hiervon und wieviel davon.

ClemLOR:
Servus.

Mir im Grunde egal.

Klassen bieten den Vorteil, dass Du Dich orientieren kannst. Mit Klassen werden neben Fertig- und Fähigkeiten auch andere Eigenschaften wunderbar simuliert. Stark vereinfacht ist die häufigste Vorstellung eines Kriegers eben recht eindeutig. Und in SciFi Spielen sind die Assoziationen für einen IT Spezialisten auch recht eindeutig.
Andererseits kannes vom System her geschehen, dass Du als Spieler zu sehr festgelegt wirst und letztlich nur noch eine Figur wie in einem Brettspiel (Heroquest) spielst. Ein vollständig klassenloses Konzept birgt dagegen das Risiko, dass sich ein Charakter "unstimmig" entwickelt und schnell zu einem "Good-for-Nothing" / "Jack-of-all-Trades" wird. Ob mit diesen zwei extremen Tendenzen Spielspaß aufkommen kann, das wird wohl eine echte Geschmacksfrage sein und nur auf wenige potentielle Spieler zutreffend sein.

Daher halte ich ein archetypisches Konzept für sinnvoll, welches quasi als Richtlinie Dir Möglichkeiten aufzeigt und dabei aber auch flexibel ist, wenn Du doch etwas 'zwischen' den existierenden "Klassen" spielen möchtest.

Besonders gelungen fand ich persönlich die früheren SR Produkte diesbezüglich. Aktuell spricht auch einiges für die Umsetzungen bei DuD 3.0/3.5, die das starre Korsett von ADuD 2nd Ed. abgelegt haben.

Grüße
ClemLOR

Feuersänger:
Also, ich habe z.B. Midgard als extrem lästiges Klassensystem in Erinnerung, dass einen in der Entwicklung einschränkt, ohne dafür wirklich interessante Specials zu bieten. Also sozusagen the worst of both worlds.

killedcat:

--- Zitat von: Feuersänger am  4.10.2008 | 11:11 ---Also, ich habe z.B. Midgard als extrem lästiges Klassensystem in Erinnerung, dass einen in der Entwicklung einschränkt, ohne dafür wirklich interessante Specials zu bieten. Also sozusagen the worst of both worlds.

--- Ende Zitat ---
Es ging mir nicht darum eine Aussage über die Qualität Midgards zu treffen, sondern darum aufzuzeigen, dass es Mischungen zwischen Klassen- und klassenlosen Systemen gibt. Midgard gehört in diese Kategorie, wie ich finde.

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