Medien & Phantastik > Hören
Musik: Warum soll man sich anhören, was man nicht mag?
Arbo:
--- Zitat von: Destruktive_Kritik am 18.10.2008 | 15:15 ---Manchmal muss man erst Dinge sehen lernen, um sie zu mögen...
was man nicht bemerkt, kann man auch nicht genießen.
--- Ende Zitat ---
Nee, nee, nee ... ganz, ganz schlechtes Argument. "Du musst erst lernen, es zu genießen!" ist so von oben herab, so oberlehrerhaft, dass es fast schon automatisch Anti-Reflexe generiert - jedenfalls bei mir. Da kannst' Dich gleich mit MRR und Gottschalk aufs Sofa setzen. ;)
Einen Hundehaufen muss ich mir nicht stundenlang ansehen, um zu wissen, dass er mir nicht gefällt. Gut, immerhin besteht die Möglichkeit, in anderen Bewusstseinszuständen vielleicht (!) das Rektaltalent eines Vierbeiners schätzen zu lernen ... aber damit würde ich im nüchternen Zustand vielleicht nicht haussieren gehen. ;)
Arbo
psycho-dad:
Ich Schließe mich der Meinung an, das man sich in Musik "Einarbeiten" kann. Manche sachen gefallen einem erst, wenn man einen irgendwie gearteten zugang dazu gefunden hat.
Ich fand früher elektronische Musik allgemein ziemlich zum kotzen. Dann kamen auf einmal Bands wie ASP oder Unheilig an mein Ohr, und nachdem diese einige Lieder in meinen Favoriten etabliert hatten, wussten auf einmal auch SitD, Combichrist, Laibach oder Funker Vogt zu gefallen. Ebenso konnte ich über Linkin-Park freundschaft mit vereinzerten HipHop-Sachen schließen (auch wenn das nach wie vor absolute einzelfälle sind.)
Geschmack läst sich "Trainieren", aber nicht erzwingen. Meine Meinung.
Arbo:
Jetzt aber mal ein rechtes: Blödsinn!
Was Du mit "trainieren" meinst, ist eigentlich "konditionieren". Eine Welt, in der ich auf Geschmack konditioniert werden soll, möchte ich mir lieber nicht vorstellen. Mir reicht schon das Gesabber von konform-dummen True-MetallerInnen ... . ;)
psycho-dad:
Kommt drauf an, ob das Konditionieren selbst gewünscht oder erzwungen ist oder ob es sich einfach einstellt. Ich wurde nicht gezwungen, mir diese Bands anzuhören. Ein Teil hat mir einfach gefallen. Nachdem ich diese fest in meine Vorlieben eingearbeitet hatte, hat sich gewissermaßen mein "Horizont" erweitert: Ich fand an Sachen und Bands, die ich früher eigentlich nicht mochte, plötzlich interessante Seiten. Und so wuchert meine CD-Sammlung nun langsam in alle möglichen Richtungen und Genres ;)
[Ninja-Edit]
Arbo:
Nee, nee ... Du hast was von "antrainieren" geschrieben und da gibt es kein "kommt drauf an". Wenn Du mit dem Anspruch herangehst, jemandem etwas "antrainieren zu müssen", ist das schon ziemlich paternalistisch. Und wie Du schriebst: Bei Dir ging es um Deinen (!) Horizont. Vielleicht kennt jemand schon den Kram, den Du kennst, kann damit aber nichts anfangen. Hat der auf einmal einen nicht so hohen Horizont?
Ich zum Beispiel mag z.B. "The Devils Rejects". Ein wirklich klasser Film, absolut genial, wie da die Musik mitspielt. Ich weiß aber ganz genau, dass es Leute gibt, die die brutalen Szenen abschrecken. Und schon aus Respekt muss ich denen nicht einen "mangelnden Horizont" vorwerfen; ich kann's sogar verstehen und wäre peinlich gerührt, würde ich sie dennoch in eine für sie unangenehme Situation bringen. Kurz: Ich kann nicht erwarten, dass die Leute alles das toll finden, was ich so toll finde. Ich kann höchstens mal darauf hinweisen, sozusagen Interesse "einwerben". Antrainieren lässt sich da nichts!
Was Du eigentlich meinst, ist wahrscheinlich "Geschmack kann sich entwickeln". Oder noch besser: verändern.
Oder um's kurz zu machen: Ich hatte schon früher einen guten Geschmack. Da musste ich nichts trainieren. Der hat sich allenfalls nur verändert. ;)
[Ebenfalls: Ninja Edit]
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