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Musik: Warum soll man sich anhören, was man nicht mag?

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Preacher:

--- Zitat von: Neith am 20.10.2008 | 20:10 ---Ich bin auch der Meinung, dass Musik einfach Geschmackssache ist.
--- Ende Zitat ---
Ich auch, absolut.


--- Zitat von: Neith am 20.10.2008 | 20:10 ---Dennoch wird einem offenbar unterstellt, dass man, wenn man sagt, ihm gefällt etwas nicht, sich keineswegs mit der Thematik auseinandergesetzt hätte.
--- Ende Zitat ---
So kam's eben rüber. Wenn das eine Fehleinschätzung war, dann tut's mir leid.


--- Zitat von: Neith am 20.10.2008 | 20:10 ---ich persönlich finde Hiphop scheisse und halte die Texte der Fanta 4 für blödes Gefasel.
--- Ende Zitat ---
Wenn das gesagt worden wäre, dann hätte ich das gar nicht kommentiert. Ich wollte auch weder Dich noch Feuersänger persönlich angreifen. Herrje, ich steh nichtmal besonders auf Hiphop.
Mein Problem war, daß in meinen Augen pauschal abgeurteilt wurde, und da geht mir einfach der Hut hoch. Allerdings habe ich dann meinerseits den Fehlschluss gezogen, daß deine Einschätzung ohne Sachkenntnis getroffen wurde. Offensichtlich hab ich mich da geirrt - ich bitte um Entschuldigung,

Das war auch schon alles. Herrgott, wenn ich gewusst hätte, was das für einen Rattenschwanz nach sich zieht, hätte ich mir den Post von Anfang an verkniffen.


--- Zitat von: Neith am 20.10.2008 | 20:10 ---Muss ich wirklich hinzufügen, dass ich mir bis zu Volljährigkeit mit meinem älteren Bruder, der auf Hiphop steht, ein Zimmer teilen musste und somit sehr wohl weiß, wovon ich spreche[...]
--- Ende Zitat ---
Wäre auf jeden Fall hilfreich gewesen, zumal das auch nicht selbstverständlich ist. Mein Mitgefühl. Wenn ich mir mit meiner Schwester so lange ein Zimmer hätte teilen müssen, dann hätte zumindest einer von uns beiden die Volljährigkeit nicht erlebt...

Neith:
Danke =)

Ich unterstelle meinem Bruder immernoch, dass er einen psychischen Schaden davongetragen hat... aber das gehört jetzt nicht hierher.

Ich habe mich auch sehr viel weniger von dir als von jemand anderem persönlich angegriffen gefühlt, dennoch wird die Entschuldigung gerne angenommen.

Preacher:
@Neith: Fein :)


--- Zitat von: Der Metal Tom am 20.10.2008 | 14:21 ---Aber ja, es ist auch Blödsinn, dass ich mich erst durch 10 Alben von 10 verschiedenen Künstlern durcharbeiten muss, um mir eine fundierte Meinung bilden zu können.
--- Ende Zitat ---
Tut mir leid, das ist es nicht.
Um Dir eine Meinung zu etwas bilden zu können, musst Du diesen Aufwand natürlich nicht betreiben. Eine Meinung bildet man sich ja schon recht schnell - und sei es nur die Meinung, daß es sich nicht lohnt, sich näher mit etwas zu beschäftigen.
Allerdings ist das dann eben keine fundierteMeinung - damit muss man dann leben.

Aber wenn es eine fundierte  Meinung sein soll, dann muss man sich auch damit beschäftigen.  "Fundiert" bedeutet nunmal, daß Sachkenntnis im Spiel ist. Daß man nicht über jedes Thema, zu dem man eine Meinung hat Sachkenntnis besitzt, ist völlig normal und auch nichts schlimmes.

Ich kenne zum Beispiel so gut wie gar nichts aus dem Bereich Volksmusik. Das wenige, was ich davon kenne, gefällt mir nicht und reizt mich nicht im geringsten, mich damit zu beschäftigen. Das ist meine Meinung von Volksmusik, und ich stehe zu ihr - aber fundiert ist sie nicht. Gleiches gilt für diverse Fernsehserien, jede Menge politische Strömungen und ne riesige Menge anderer Themen. ;)

Hawk Inc.:
Metal, Techno, HipHop, Elektro, Jazz - Leute das ist mir alles einfach etwas zu grob. In jeder Richtung gibt es noch anzählige und unsägliche Stilrichtungen und Varianten. Da habe ich weder Zeit noch Elan mich reinzuarbeiten.

Und es ist mir auch schnurzpiepegal zu welchem Genre ein Song, ein Album oder eine Band gehören - wenns mir beim (ersten) hören gefällt, dann mag ichs und werde mich weiter reinhören. Wenns mir nicht gefällt, dann ab damit.
Und wenns mir später wieder über den Weg dudelt, auf einer Party, im Radio oder beim Freund, dann hat es eine zweite oder dritte Chance.

Aber mich mit jeder Stilart zu beschaftigen, um mir ein tiefgründiges Urteil bilden zu können, wieso? Erstens gibt es keine allgemeinen Maßstäbe, wonach man Qualität beurteilen könnte und zweitens ist mir meine Lebenszeit einfach zu schade.

Allerdings halte ich dann auch meine Klappe, wenn es um Bewertungen geht.

Anders ist es mit Stilrichtungen oder besser mit einzelnen Interpreten, mit denen ich regelmäßig penetriert werde: Da gebe ich auch eine Wertung ab, über die Qualität, über die Texte, nicht über die Hörer. Und das ist dann meine Meinung. Und die will ich dann auch nicht diskutieren, weil es meine persönliche Entscheidung ist. Es interessiert mich nicht ob der Gitarrist ein absoluter Virtuose ist oder die Relevanz der Texte exemplarisch - ich habe durch häufiges hören mein Urteil gefällt. Jeder missionarische Eifer perlt an mir ab, wie Tropfen an einer Goretex-Jacke. Auch wenn mir noch soviele Teenies erklären warum Tokio-Hotel so geil sind oder der Böse Onkels Fanboy mir immer wieder klar machen will, welch tieferer Sinn in den Texten steckt. Da habe ich leider von beidem schon genug gehört.

Und ich kann garnicht auf "Hip-Hop suckt" oder "Metal stinkt", "Jazz ist sch***" oder "Klassik spießig". Allgemeinurteile über ganze Genres sind wie die amerikanische Volksmeinung über die Deutschen - absolut oberflächlich und viel zu allgemein. Ich mag Fettes Brot und Fanta4, kann aber mit Bushido nix anfangen. Metallica ist okay aber Manowar gehen für mich garnicht. Stan Getz ist cool aber Charly Parker für mich nicht. Ärzte mag ich, die Hosen nur begrenzt.

Außerdem gibt es auch Orte, an denen ich auch Musik höre, die ich sonst nicht mag. Auf dem Oktoberfest mit drei Italienerinne auf dem Tisch tanzen macht mit der Blasmusik Spaß - ansonsten gehe ich davor laufen (der Musik, nicht den Italienerinnen). Techno in einem kleinen Club auf der Industriebrache hat Gänsehautqualität, bei mir in der Anlage aber nur selten was zu suchen.

Und last but not least hat die Einstellung zu Musik auch immer was mit den Leuten zu tun, die im Umfeld diese Musik hören. Und wenn der Vollpfosten nun mal Aggrroo hört, dann schreckt mich das doch schon ab.

Nein, ich möchte nicht anhören, was ich nicht mag. Das hat mein Musiklehrer schon verlangt. Und mein Deutschlehrer gab mir Dinge zu lesen, die ich nicht mag.

Nicht p.c.

Hawk

Thalamus Grondak:
Ich finde Pauschalurteile und Abgrenzungen gehören zur Musik dazu. Musikrichtungen dienen ja auch einem gesellschaftlichen Zweck, vor allem in der Jugend. Gruppenbildung z.B. und Gruppenbildung geht nunmal nicht ohne Abgrenzung. Solange man nicht von "Hip-Hop ist primitiv und Scheiße" ernsthaft auf "Hip-Hopper sind Primitive Menschen" kommt ist alles Palletti.

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