Medien & Phantastik > Hören
Musik: Warum soll man sich anhören, was man nicht mag?
Arbo:
--- Zitat von: Hawk Inc. am 22.10.2008 | 08:56 ---bei mir ist es eher umgekehrt - es gibt Hörer die einen Musikstil diskreditieren. Und viele Menschen hören nicht nur Musik, weil sie ihnen gefällt, sondern weil sie das jeweils enthaltene, implizierte oder unterschwellig vorhandene Lebensgefühl mit übernehmen. Musik ist oft auch akustisches Signal einer Gruppen- oder Gesinnungs- oder Lebensstilzugehörigkeit.
--- Ende Zitat ---
Danke für den Hinweis, der nötig war. Das ist sicher auch der Grund für die "Ablehnungen". Wobei das mit den akkustischen Signalen zum Teil auch anders herum gilt: Die typische Nazi-Mugge war ja vor Jahren noch stark am Oi angelehnt. Sehr zum Leidenswesen aller Skins, die sich auch noch offen zu ihrem Oi bekannten. Unterschiedlich war da nur der Text und die damit verbundene Einstellung. Insofern ist Musik auch nur EINES aller möglichen (Lebens-) Stilelemente.
Und gerade bei dem Fascho-Zeug zeigt sich, dass heute die Musik als "Stilelement" doch etwas zurück tritt. Vor nicht all zu langer Zeit gab es eine Reihe Artikel zum Thema, in denen klar gesagt wurde, dass sich just diese bedenkliche Mugge eben nicht mehr auf Oi bezieht. Leute, die aus dem Folk-, Pagan- oder sonstwas für -Metal kommen, wissen darüber sicher ein Lied zu singen.
Ich will jetzt nicht weiter auf dem Thema rumreiten. Ich finde es diesbezüglich aber schon etwas merkwürdig paradox. Einerseits muss mensch heute schon etwas genauer hinhören, was wiederum bedeutet: a) die Musik mehr als solches, zu bewerten, b) mehr auf die Texte zu hören und/oder c) beides zum Massstab zu erhöhen. Kurz, es würde für ein "differenziertes" Hören stehen, in dem die "Grenzen" zwischen HipHop, Gothic, Metal-(ROCK!!! :P ) usw. zerfließen. In der Tat ist auch das, was heute anzutreffen ist, meiner Meinung nach viel mehr Crossover als ein eindeutiger Musikstil. Aber das ist nur meine Meinung. Andererseits wird jedoch immer auch versucht, bestimmte Stile/Genres zu kreieren: Emos usw. ...
Mit anderen Worten: Ein musikalischer Pluralismus, der nach Eigenständigkeit sucht ... hm. Komisch dat.
Arbo
Funktionalist:
--- Zitat von: Arbo am 22.10.2008 | 12:25 ---Mit anderen Worten: Ein musikalischer Pluralismus, der nach Eigenständigkeit sucht ... hm. Komisch dat.
--- Ende Zitat ---
Sehe ich genau anders: die Bands engen sich immer mehr ein. es gibt kaum noch unterschiede zwischen den Platten.
Beispiel:
Indymusik
Ihr Ziel war es intelligente, alternative Rockmusik zu kreieren. Erst war da Britpop und Bands, die noch so etwas wie Entwicklung kannten und offen waren für experimente, wie z.M. Blur.
Jetzt schaue man sich die ganzen "The..." Bands an. (Ich schmeiße die jetzt mal in eine Schachtel).
Die sind so darauf konzentriert, wie sie selbst zu klingen und das schaffen sie, man erkennt sie sofort, dass sie keinen Spielraum mehr haben Unterschiede zwischen ihren Alben einzubauen. (The White Stripes, The Strokes, The Killers (obwohl einen Tacken besser),...)
Noch nie haben sich Bands auf so breiter Front ein so enges Korsett angelegt.
(Motörhead und AC/DC und so zähle ich jetzt mal nicht mit...)
Das genaue Gegenteil waren die Mörderkreativen 70er, die so kreativ waren, dass der heutige Progrock eigentlich die 70er nur wieder aufwärmt. ;D
(Wollte jetzt keine Musikstildiskussion lostreten, nur anmerken, dass das Threadthema als Einstellung einiger Leute zu diesem Bild der Poplandschaft geführt haben könnte...)
sers,
Alex
Feuersänger:
--- Zitat von: Wolf Sturmklinge am 22.10.2008 | 09:11 ---Danke für den Link!
--- Ende Zitat ---
Oja, der Artikel ist echt treffend. Ich höre eigentlich überhaupt nur noch im Auto Radio, und auch nur wenn ich gerade meine CDs satt habe, und dann auch nur Klassikradio. Die anderen Sender sind alle sowas von beliebig, und senden nur so einen belanglosen Kram in Dauerschleife aus, dass ich es echt nicht aushalte. Früher gab es hier noch einen Lokalsender namens Downtown, den konnte man gut hören, na und was tut Gott, sie haben dichtgemacht, vor vielen Jahren schon.
Einen richtigen Brass auf Radio habe ich vor 10 Jahren entwickelt, als ich beim Bund war und in der Teileinheit den ganzen lieben langen Tag immer Radio laufen musste, immer Antenne Bayern, immer dieselben 12 Lieder rauf und runter im Stundentakt. Arrrrrrgh. Also kurz und gut, seitdem höre ich kein Radio mehr, mit obiger Ausnahme.
6:
--- Zitat von: Destruktive_Kritik am 22.10.2008 | 12:38 ---Sehe ich genau anders: die Bands engen sich immer mehr ein. es gibt kaum noch unterschiede zwischen den Platten.
--- Ende Zitat ---
Das stimmt aber auch nur für einige Bands.
Wenn ich mir z.B. Linkin Park, Goldfrapp oder MIA. anschaue, dann haben diese Bands eine ziemliche Entwicklung durchgemacht. Man erkennt zwar meistens von wem die entsprechenden Lieder sind. (ausser vielleicht bei Goldfrapp) Aber von gleichen Musikstil kann man da wirklich nicht reden.
Funktionalist:
Jepp, Es gibt auch noch Bands, die sich entwickeln....
Mir ist nur aufgefallen, dass sich beim Gitarrenrock auf einem 10x10m^2 Rasenstück 100 Bands tummeln, die allerdings alle ihren 1m^2 abgegrenzt haben und sich nicht bewegen. ;D
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