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[Herr der Ringe] reine Fantasy oder Analogie zur Wirklichkeit?
Samael:
Ich möchte deinen Definitionen von "Analogie" und "Allegorie" widersprechen. Eine Analogie ist im Wesentlichen einfach eine Ähnlichkeit zwischen zwei Dingen. Oft werden Analogien verwendet, um komplizierte und/oder unbekannte Zusammenhänge oder Vorgänge aufgrund von Analogie zu bekannten Zusammenhängen / Vorgängen zu veranschaulichen. Analogie: Gleiche Struktur, andere Thematik. Eine einfache Form der Analogie sind Aussagen wie "Der 800-Pfund Gorilla der Branche".
Eine Allegorie ist ein literarisches (oder allgemein künstlerisches, s. Malerei) Stilmittel, bei dem ein Ding aufgrund von Analogien gewählt wird, um ein anderes (das u.U. ein sbstrakter Begriff ist und daher nicht direkt dargestellt werden kann) zu repräsentieren. Wenn bei Narnia Aslan für Gott / die Dreifaltigeit steht, dann ist das eine Allegorie. Wenn in einem alten Gemälde der Tod mit einem Knochenschädel repräsentiert wird auch (vgl. das Wort "Totenschädel").
Die Zahl der empfundenen Übereinstimmungen (überhaupt, wo hört man da auf? was ist eine "wesentliche Eigensachaft", was nicht?) hat damit, ob etwas allegorisch zu verstehen ist mE nicht das geringste zu tun.
EDIT:
Analogien müssen übrigens vom Autor in keine Weise beabsichtigt sein! Man kann zBsp in antiken Texten problemlos Analogien zur heutigen Gesellschaft finden.
Allegorien dagegen sind meinem Verständnis nach immer beabsichtigt.
Thalamus Grondak:
Analogien liegen im Auge des Betrachters, mehr gibts dazu nicht zu sagen.
Logi:
Ok, der Thread liegt seit 60 Tagen brach aber ich muss was dazu loswerden:
Meiner Meinung nach kann kein Autor völlig unbeeinflusst von seiner Umwelt und den Umständen in denen er lebt - geschweige denn aufgewachsen ist - irgendetwas schreiben. Das uns umgebende macht uns alle zu dem was wir sind. Und ein guter Autor schreibt letztlich immer etwas, für das er empfindet, egal ob positiv oder negativ.
ABER.
Wenn ein Autor keine Analogie schreiben will und auch immer wieder sagt, dass sein Werk keine Analogie darstellen soll, dann kann es eine Analogie sein. Denn eine Analogie ist immer ein Akt des Willens. Alle anderen Parallelen zum Heute, Hier und Jetzt sind bestenfalls Einflüsse, aber deswegen ist ein Werk noch lange keine Analogie. Zur Analogie gehört eine Form von Sendungsbewußtsein und wenn der Autor das nicht für sich in Anspruch nimmt oder wie im Falle von Tolkien mehrfach verneint, dann ist das auch so.
ErikErikson:
Hmm, es macht halt Spaß über so Blödsinn nachzudenken und ebbes kreartiv zu sein. Tolkien ist tot und kan mich daran nicht hindern.
TB als Schweiz halte ich für schlecht, weil die Schweiz ja tendenziell eher böse war, soweit ich mich erinnere, mit Ablehung von Flüchtlingen und Verwaltung von deutschem Geld.
Das Auenland ist England, die Halblinge sind entsprechend Engländer, also im Kampf unfähig, unwillig über ihren Tellerrand rauszugucken, nur das mit dem Essen passt nicht und wird von mir als Wunschtraum Tolkiens interpretiert.
Mordor ist Nazideutschland. Sauron ist Hitler. Die Ringgeister sind die Nazigrößen.
Gondor ist öhmm, jetzt wird schwierig, Russland?
Eulenspiegel:
--- Zitat von: Logi am 30.11.2009 | 20:43 ---Denn eine Analogie ist immer ein Akt des Willens. Alle anderen Parallelen zum Heute, Hier und Jetzt sind bestenfalls Einflüsse, aber deswegen ist ein Werk noch lange keine Analogie.
--- Ende Zitat ---
Falsch.
Allegorien sind immer ein Akt des Willens.
Aber Analogien müssen kein Akt des Willens sein. (vgl. dazu, was Samael gesagt hat: Es gibt antike Texte, die Analogien zur heutigen Zeit beinhalten. Das kann von den damaligen Autoren unmöglich bewusst so geschrieben worden sein.)
BTW, eigentlich lag der Thread schon seit über einem Jahr brach. ;)
--- Zitat von: ErikErikson am 30.11.2009 | 20:56 ---Mordor ist Nazideutschland. Sauron ist Hitler. Die Ringgeister sind die Nazigrößen.
--- Ende Zitat ---
Das sehe ich eher anders:
Saruman ist Hitler. Sauron ist Stalin.
Und Mordor ist Rußland.
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