Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20

Wer leitet schon gerne D&D 3.x?

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Greifenklaue:

--- Zitat von: Enpeze am 10.01.2009 | 13:25 ---Ich leite 4e mit einem gewissen Engagement. es ist das erste mal seit mehr als 20 Jahren daß ich wieder d&d spiele. ich sehe es allerdings nicht als rollenspiel im engeren sinne an. (also die art von würfelarmem, kampfarmen stegreifschauspiel das unsere gruppe in den letzten jahrzehnten als rollenspiel betrieben hat) dafür ist d&d (weder 3x noch 4) nicht geeignet, da es viel zu regellastig, restriktiv und unrealistisch ist. andere systeme (wie BRP, warhammer, savage worlds) sind hierfür besser geeignet.

--- Ende Zitat ---
Weil DnD unrealistisch ist, zählst Du es nicht zu den Rollenspielen im engeren Sinne?  wtf?

alexandro:

--- Zitat ---das problem ist wohl eher, daß viele spieler es toll finden, 100 aktionen machen zu dürfen, während ein total dummer und bewegungsunfähiger gegner nur verdutzt dreinblickt und artig mitmacht. und daß diese spieler das auch noch als "realistisch" erachten.
;)
--- Ende Zitat ---
Unbegrenzt viele Aktionen kann man weder bei D&D (1st), noch bei Savage Worlds machen. Aber dass eigentlich ZUSAMMENHÄNGENDE Aktionen in solcher (oben beschriebenen) Weise "abgehackt" werden, ist in keinem Fall nachvollziehbar - weder für Laien, noch für Leute mit praktischer Erfahrung im Kampfsport.


--- Zitat von:  Motivational Poster ---ATTACK OF OPPORTUNITY
Because no one at WotC has ever been in a real fight before.
--- Ende Zitat ---
QFT.  ;D

Enpeze:

--- Zitat von: Greifenklaue am 10.01.2009 | 14:51 --- Weil DnD unrealistisch ist, zählst Du es nicht zu den Rollenspielen im engeren Sinne?  wtf?

--- Ende Zitat ---

vielleicht ist das ein wenig falsch rübergekommen. Ich meinte damit, wir spielen die Rollenspiele, die wir als solche erachten in einem "realistischen" kontext (soweit man bei rollenspiel überhaupt von realismus sprechen kann). Dieser realismus betrifft z.B. was eine waffe anrichten kann wenn sie einen lebendigen körper durchstößt. und für diese interpretation von rollenspiel sind eben andere systeme besser geeignet weil sie solche umwelteinflüsse realistischer simulieren als ein d&d charakter der zwischen 1 und 300 HP hat. (bzw. in 4e zwischen 20 und x-hundert) Ein solch realistischer kontext ist m.E. vonnöten wenn man glaubwürdige Aktionen und Reaktionen (beispielsweise in einem Kampf) innerhalb eines rollenspiels beschreiben will. Es ist einfach näher am Leben und daher glaubwürdiger, wenn ich im Runequest einen gegner am Kopf treffe und er bewußtlos wird als daß ich 10 HP von seinen 100 abziehe und ihn dann noch neunmal treffen muß damit er wenigstens mal umfällt.

In D&D ist es natürlich unmöglich solche Szene wie den Kopftreffer ohne Goodwill seitens aller und sehr freier Interpretationen darzustellen, während es in anderen Systemen nicht außergewöhnlich ist.

Das ist jetzt keine wertung. Ich sage nicht daß D&D4 schlecht ist. Im Gegenteil. Ich leite es ja auch, allerdings eben nicht als daß was wir in unserem Kreis als Rollenspiel im engeren Sinne verstehen. Es ist eher ein hybrid für uns, sozusagen vorrangig ein angenehmes Brettspiel mit vorgegebenen Charakterentwicklungsmöglichkeiten, Plot und wenn einer der Spieler will, sogar angeflanschter seichter Charakterdarstellung.

Falcon:
D&D4 bietet alles was man braucht um Rollenspiel jenseits von Kampfserien auf dem Spielbrett zu spielen. Punkt.

das geht schon damit los, das fast alles soziale in D&D per Freeform betrieben wird. Mehr können sich die "wahren Rollenspieler" doch wohl nicht wünschen.

Archoangel:

--- Zitat von: Christian Preuss am 10.01.2009 | 08:28 ---Der Text geht hier komplett am Problem vorbei, denn wir reden hier von Elminster und nicht von Conan.
Bei Highlevel-Runden arbeitest Du ausschliesslich mit Problemlösungscoupons (Sprich: Zaubersprüche und magische Gegenstände). Du hast wirklich für jede Angriffsart einen Spruch oder Gegenstand, der diese kontert. Du erkundest vorher noch nach Schema Eff die Situation (mittels Zaubersprüche) und dann bereitest Du die richtigen Problemlösungscoupons vor und dann gehts in das Encounter.
Sorgt der SL dafür, dass man sich nicht vorbereiten kann, dann wird automatisch geflohen (per Standardproblemlösungscoupon wie z.B. Teleport oder Recall) um dann richtig vorbereitet wiederzukommen.
Das ist die von mir beobachtete typische Vorgehensweise in AD&D2 und D&D3.5 im Highlevel gewesen.

Zusätzlich gibt es Problemlösungscoupons, die Du über eine längere Zeit aktiv haben kannst, sodass Du selbst bei einer Überraschung gegen die meisten Angriffsarten immun oder sehr resistent bist. Klar gibt es dagegen Greater Dispell Magic. Aber der Spruch sorgt dann dafür, dass ich z.B. bei meiner Level 19-Gruppe pro Charakter 25-30x würfeln muss, da so viele Effekte gleichzeitig wirken.

EDIT:
Um auf den Text zurückzukommen: Einer der Anfangskommentare war „Wir spielen Epic Level, das ist viel lustiger.“ Der Ghoul scheint ein ähnliches Problem zu sehen wie ich...

--- Ende Zitat ---

I Disagree, sire.

Bisher hatte ich in keiner high-level gruppe das Gefühl, dass nur mit Problemlösungscoupons gearbeitet wird; es kommt - denke ich - sehr stark auf den Stil des SL, sowie die generelle Art der Spieler an, wie Rollenspiel betrieben wird. Nur neigen natürlich gewisse Spiele dazu, die Spieler über entsprechende Coupons zu einem gewissen Spielstil zu "verführen". Hier hat sich (für mich/uns) gezeigt, dass 4E zu einem kampflastigen Spiel hin führt - und zwar um Welten deutlicher, als 3.X; weshalb wir den 4E Betrieb wieder eingestellt haben. Wenn ich mir nun Pathfinder anschaue, wird mir als erstes auffallen, dass die Steuerungsmechanismen des Spiels schon einmal deutlich in eine andere Richtung verlaufen: wenn ich Gegner ohne Kampf überwinde, gefangen nehme, oder austrickse, erhalte ich oftmals mehr EP, als ich in einer kampfsituation erhalten würde; in den offiziellen 4E Abenteuern ist dies genau in seiner Umkehrung zu sehen: einen gegner durch einen Skill-Challenge zum verbündeten zu machen wird mit deutlich weniger EP belohnt, als ihn einfach umzubringen. Wenn die Spieler dies erst einmal verstanden haben, werden sie also in Zukunft lieber ihre (toll gestalteten und gut durchdachten) Kampffähigkeiten nutzen. Das passiert mit in 3.X einfach nicht.

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