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[Pathfinder] Produktqualität

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Dirk Remmecke:

--- Zitat von: Kinshasa Beatboy am  5.03.2009 | 13:42 ---Deinen Vorschlag finde ich aber ehrlich gesagt ziemlich unbrauchbar, da doch nach meinem Eindruck extrem fachsprachlich.
--- Ende Zitat ---

Ja, das ist ungefähr so, als wenn in einem Comicforum World of Warcraft als von DSA beeinflusstes Spiel bezeichnet würde - oder schlimmer, als "Role Playing Game" bezeichnet würde. Bevor so eine Behauptung durch Immer-wieder-zitiert-werden eine eigene Wahrheit entwickelt, würde jeder Rollenspieler auch beherzt eingreifen.

Aber du hast recht, so fachsprachlich muss man das gar nicht nennen. Es ist einfach der ganz normale amerikanische Comicstil der Neunziger.


--- Zitat --- insofern nutze ich statt Manga einfach eine phänomenologischere Umschreibung (Riesenaugen, Riesentitten, Riesenwaffen, Riesenmuskeln, Schrumpfköpfe)  ~;D

--- Ende Zitat ---

... das ist der Image/Wildstorm/Top-Cow(wie konnte ich die nur vergessen?)-Stil, wie er von den Image-Gründern zuerst in X-Men geschaffen wurde und nach ihrem X-Odus in Spawn, Witchblade, Fathom und anderen Serien zementiert wurde.

Aus Wikipedia:

--- Zitat ---(...)
[liefield's] Extreme Studios comics contained elements that became Image stereotypes: huge muscles, breasts, and guns.
(...)

Art style

Liefeld has been criticized for drawing figures with exaggeratedly muscular anatomy and an improbable profusion of weapons, accessories and pouches and with long legs and tiny feet. On the one hand, these trademarks were seen as the impetus for his initial success, when such affectations were unusual in comics. He turned comic book characters into "very cool toys". But the approach later became considered a cliché and led to a widespread hostility towards the style. Liefeld for the most part agrees with this estimation of his early work, saying, "In the mid-90's we Mortal Kombat'ed everything. I'm more guilty than anyone."
--- Ende Zitat ---

Um auf Paizo zurückzukommen:

Was ich an dieser Sache so interessant finde ist, dass Rollenspielillustrationen immer eine halbe Generation hinter dem aktuellen Comic-Stil hinterherhängen.
Die Grafiken, die z.B. TSRs D&D Cyclopedia zieren, stecken so im Seventies-Silver-Age, dass es den Augen schmerzt. Schmidts DSA-Cover von Ugurcan Yüce waren ja auch bis in die Neunziger der Siebziger-/Frühachtziger-Ästhetik (Frazetta, Vallejo, Segrelles) verhaftet.
Wir haben (bis auf Nischen wir BESM/OVA) noch kein Rollenspiel, das wirklich mangaesk ist... es wird wahrscheinlich kommen, wenn Mangas schon wieder out sind. (Vielleicht als Pathfinder Zeta?)

Kinshasa Beatboy:
@ Dirk: Ja, das trifft es ziemlich gut.


--- Zitat von: Dirk Remmecke am  5.03.2009 | 16:38 ---Wir haben (bis auf Nischen wir BESM/OVA) noch kein Rollenspiel, das wirklich mangaesk ist...
--- Ende Zitat ---
Vermutlich oute ich mich abermals als komplett ahnungslos (immerhin kannte ich jetzt zumindest Frazetta, Vallejo und Segrelles). Aber was hälst Du davon? Ich hätte das ebenfalls mangaesk genannt. Und ansonsten scheint mir auch Exalted graphisch in eine ähnliche Richtung zu gehen. Über Korrekturen freue ich mich aber, denn ich hinke ganz offenkundig in diesem Bereich ein paar Jahrzehnte zurück  :D

Enpeze:

--- Zitat von: Dirk Remmecke am  5.03.2009 | 13:36 ---Diesen Vorwurf habe ich schon öfter gelesen und bin jedesmal verwundert.

Ich arbeite in der Manga-/Animebranche und ich kann an Paizos Haus-Stil rein gar nichts mangaeskes finden. Das ist der typische neue amerikanische Comic-Book-Stil, der aus der Image/Wildstorm-Ecke kommt. Joe Madureira, Humberto Ramos, James Robinson, Mike Wieringo, J Scott Campbell und Joe Chiodo sind Künstler, deren Ästhetik ich eher aus den stark stilisierten Mike Mignola- bzw. Walt Simonson-Schulen, der frankobelgischen Fantasy-Schule (Das Kristallschwert von Crisse, Fuzz und Fizzbi von Tota, Aquablue von Vatine) und der Hip-Hop-/Graffiti-Ecke inspiriert sehe.
Ist das hier den Paizo-Grafiken nicht viel näher als japanische Comics?

Nicht alles, was große Augen hat, ist ein Mangamädchen.

--- Ende Zitat ---

Danke für die Aufklärung. Wie auch immer, für mich, als einen nicht comic-Interessierten, für den Asterix und ein paar alte Moebius Heftchen das höchste der Gefühle sind, sieht das alles irgendwie gleich aus. Der Begriff Manga war in meinem Post symbolisch für den Einfluss von zeitgenössischen Comic-Elementen, die Charaktere und Objekte übertrieben darstellen.

Wobei man dem Pathfinder nicht einmal den Vorwurf des "style over substance" machen kann, da die Qualität der geschriebenen Materialien nämlich durch die Bilder nicht leidet wie das  einige konservativere Rollenspielfreunde vielleicht im Vorfeld annehmen würden.

Den gleichen Effekt kann man m.E. auch bei den Exalted Publikationen beobachten. Übertriebener Manga-Style wohin man schaut. (Tschuldige Dirk, wenns wieder irgendein anderer xxx comicstil ist :)) Superhelden die u.a. Berge versetzen können und trotzdem ist die Settingbeschreibung und viele Module kein niveauloses pubertäres Testosteron-Geschreibsel, sondern überraschend plausibel und manchmal sogar interessant.

Wie gesagt, diese Comicdarstellung in vielen modernen Rollenspielen ist generell nicht mein Ding, aber wenns den jungen Fans gefällt, solls mir auch recht sein...


--- Zitat von: Kinshasa Beatboy am  5.03.2009 | 13:42 ---.... (Riesenaugen, Riesentitten, Riesenwaffen, Riesenmuskeln, .....)

--- Ende Zitat ---

Das triffts genau. Das dann bei Pathfinder kein Riesenunsinn dabei rauskommt ist umso erstaunlicher.

Greifenklaue:
Wenn ich noch was anmerken darf, die sw-Skizzen aus den Webenhancement sind teilweise (imho) cooler als die farbigen Bilder.

Wormys_Queue:

--- Zitat von: Enpeze am  5.03.2009 | 20:07 ---Wie gesagt, diese Comicdarstellung in vielen modernen Rollenspielen ist generell nicht mein Ding, aber wenns den jungen Fans gefällt, solls mir auch recht sein...
--- Ende Zitat ---

Gefällt übrigens nicht nur den jungen Fans. Ich bin seit Eberron ein großer Fan von Wayne Reynolds, der sich ja meist dem Vorwurf ausgesetzt sieht, zu mangaesk zu zeichnen, und dass Paizo ihn auch für Pathfinder gewinnen konnte, ist mir mehr als recht.

Der Vorwurf* entsteht übrigens meistens, wenn Paizo mal wieder ein großes Schwert zeichnen hat lassen. Wie z.B. das der Barbarin Amiri (immerhin ein large bastardsword, dass ursprünglich einem Frostriesen gehörte). Da wird dann schnell die Mange-"Keule" geschwungen, ohne dass sich überhaupt die Mühe gemacht wird, mal hinter das Bild zu schauen.

Immerhin scheinen die Manga-hasser alle Final Fantasy 7 zu kennen  ;D

Ansonsten sehe ich das Problem aber eh nicht. Die Bandbreite der für Paizo zeichnenden Künstler ist enorm und abgesehen von WAR ist da eigentlich niemand dabei, der auch nur annähernd in die Gefahr geraten könnte, in die "Manga"-Schublade gesteckt zu werden. Ben Wootten, Steve Prescott, Andrew Hou oder Eva Widermann, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

*am meisten regt mich dabei übrigens auf, dass viele der Kritiker offenbar einen nur sehr geringen Wissensstand vom Thema haben und über die künstlerische Vielfalt des "Genres" Manga (und seine Historie) anscheinend nur sehr unzureichend informiert sind.

Für mich sind die Illustrationen in den Pathfinder-Produkten jedenfalls ein wichtiger Bestandteil des Gesamtpakets, auf die ich nur ungerne verzichten würde. Und ich muß ehrlich zugeben, dass von früheren Künstlern eigentlich nur diTerlizzi zuverlässig dieselbe Wirkung erzielte. Mit Otis, Lockwood und Co. war das für mich immer ein Wechselbad der Gefühle, bei dem die Bilder mich mindestens ebensooft abgestoßen wie fasziniert haben.

Vielleicht hab ich ja auch nur einfach einen komischen Geschmack.

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