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Eure Meinung: nWoD als Nachfolger der oWoD

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Anubis:
Als ich oWoD spielte war ich weder als Meister noch als Spieler soweit, sie wirklich schätzen zu können, doch wir hatten Spaß. Ich mochte die Tragik im Hintergrund der Werwölfe und der Feen. Ich habe die Kindred of the East geliebt. Und sowohl der Sabbat als auch der Camarilla konnte ich was abgewinnen.

Was die nWoD angeht, so sehe ich sie - nach (An- teilweise Durch)Lesen einiger Bücher und einmaligem Spielen eines sehr guten Geisterabenteuers zu Halloween - als gelungenen Neustart an. Ich bin eigentlich kein großer Fan von Meta-plots und dass jetzt Crossover sowohl regeltechnisch als auch hintergrundtechnisch möglich sind, finde ich gut.
Des Weiteren ist der Beginn mit dem Grundregelwerk, in dem es nur um Menschen geht (!), der weitaus bessere Anfang als er seinerzeit vorgenommen wurde - wo ein Präludium für die Chars immer eher optional war.
Die Regeln gefallen mir und ich finde den Look der Bücher geil. Dass die Schreibweise so schlecht sein soll kann ich nicht nachvollziehen, aber das ist halt individueller Geschmack. *shrug*

alexandro:

--- Zitat von: Waldviech am 10.06.2009 | 23:23 ---Scheint wohl eine sehr verbreitete Meinung zu sein - irgendwie ist Promethean wohl das, was Wraith in der alten WoD war.
--- Ende Zitat ---
Irgendwie hatte ich dabei eher den Mummy-Vibe (das einzige oWoD-Spiel, mit dem ich absolut nichts anfangen konnte).

Finarfin:
Es natürlich schwierig, zur Fragestellung des Threads allgemeingültige Antworten zu finden, da vieles eben eine Frage persönlicher Vorlieben ist.

Schauen wir mal, was sich alles verändert hat ...

... auf regeltechnischer Seite
1) Die Attribute wurden neu sortiert.
* ich persönliche finde die innere Systematik durch die Matrix Aktiv-Subtil-Passiv (mit dem alten Körper-Geist-Gesellschafts-Muster) ganz nett, weil es weniger willkürlich wirkt in der Zusammenstellung. Nett, aber für mich kein must have.
2) Die Fertigkeiten wurden neu sortiert.
* die alte Systematik - abgesehen von den Kenntnissen - habe ich nie durchschaut, so dass sie auf mich willkürlich wirkte. Die Einteilung in geistige, körperliche und gesellschaftliche Fertigkeiten macht es - so meine Erfahrung - gerade für Neulinge einfacher, sich auf dem Charakterbogen zu orientieren. Das finde ich generell gut.
3) Der Würfelmodus wurde modifiziert.
* Früher hatten wir zwei Ansatzpunkte, den Schwierigkeitsgrad zu verändern: Mindestwurf und Anzahl der Würfel; dadurch wurde aber letztlich ein und dieselbe Sache reguliert: die prozentuale Wahrscheinlichkeit von Erfolg und Misserfolg. Im Endeffekt ist es wurscht, ob man einen oder zwei Mechanismen für dieselbe Sache hat. Da die nWoD tendentiell im Regelwerk auf Verschlankung angelegt ist, ist es in sich stimmig, hier die schlankere Version zu nehmen: die Änderung macht im Rahmen der anderen Änderungen Sinn.
* Bei der oWoD gaben die zwei Ansatzpunkte nette taktische Möglichkeiten, da dergleiche Modifikator (auch selbstauferlegt) bei unterschiedlichen Werten die Wahrscheinlichkeiten unterschiedlich verschob: ein veränderter MW beeinflusst alle Würfel, beeinflusst starke Charaktere also stärker als schwächere, weil sie mehr Würfel haben, die unter dem höheren MW leiden usw.
* Mir persönlich gibt diese Option nichts, da ich bei WoD (o wie n) nicht an Taktik denken will - dann spiele ich lieber Warhammer, was keineswegs spöttisch gemeint ist - und da diese Taktik rein auf der Ebene der Spielmechanik funktioniert, was ich im Rollenspiel eh doof finde.
4) Das Kampfsystem wurde modifiziert.
* Im Rahmen der allgemeinen Verschlankung und des Streamlinings wurden die bis zu 4 Würfe für einen Angriff (Angriff, Verteidigung, Schaden und Schadenswiderstand) auf einen einzigen reduziert.
* Das bringt geringere taktische Möglichkeiten mit sich (s.o.).
* Es erhöht die Geschwindigkeit der Umsetzung.
5) Die Übernatürlichen wurden ausbalanciert (nicht perfekt, aber immerhin).
* Werwölfe zerfleischen Vampire nicht automatisch, sind aber immer noch stärker im Nahkampf. Damit wurden die alten Rolle bewahrt, aber Cross-Over ist wertetechnisch möglich geworden. Ich mag Cross-Over.
* Es gibt nun entsprechende Werte bei verschiedenen Übernatürlichen: Potestas entspricht Instinkt, damit würde ich eine Probe, die um die Potestas des Gegners erschwert ist, auch um den Instinkt erschweren. Das passt.
* Die Vampir-Clans wurden ausbalanciert, da nun jeder (mindestens) eine kröperliche und eine geistige Disziplin hat, jeder zwei Disziplinen hat, die er mit anderen teilt, und eine, die nur er selbst hat. Das entspricht dem Muster der späteren oWoD; dies zu vereinheitlichen finde ich gut, da bei der oWoD viele der älteren Clans (Toreador, Brujah, Nosferatu) dadurch, dass sie keine Disziplin hatten, die für sie selbst typisch war, eher farblos wirkten.

... auf der Hintergrundseite
1) Der allgemeine Metaplot ist weg.
* Das ist schlecht für die, die den Metaplot mögen. Ich mag aber keine Metaplots und finde das gut.
2) Es gibt keine automatischen Feindschaften mehr, aber viele Feindschaften bleiben konstruierbar.
* Diese Offenheit gefällt mir. Wenn ich eine Kampagne spielen will, in der sich Werwölfe und Vampire an die Kehle gehen, geht das ebenso wie eine Kampagne, in der sie kooperieren, Cross-Over-Fähigkeit auch (eingeschränkt) auf der Hintergrundebene. As you like it! wie der olle Shakespeare sagte.
3) Viele mit dem Hintergrund verzahnte Regelelemente wurden nun geändert.
* z.B. Potestas statt Generation
* z.B. 5 Bünde statt 2 Sekten (und Bünde haben regeltechnische Auswirkungen): Vielfalt
4) Es gibt keine Jahrtausende alten Vampire mehr, die von ihren Gräbern aus die Welt beherrschen.
* Geschmacksfrage, ich fand die immer doof.

Gerade beim Hintergrund hatte ich den Eindruck, als ob White Wolf mich nachts heimlich entführt, mich unter Einsatz dunkler Kräfte dazu gebracht hat, zu sagen, was mir an der oWoD nicht gefällt, das Ereignis aus meinen Erinnerungen gelöscht hat, nur um anschließend alles umzusetzen.
ALLE meine Kritikpunkte an der oWoD wurden umgesetzt. Ich habe wegen dieser Kritikpunkte mit WoD damals aufgehört, nun spiele ich wieder-
Für mich ist damit die nWoD der Gewinner.
Alle, die die oWoD geliebt haben, so wie sie war, sind natürlich vor den Kopf gestoßen worden. Schade! (Ohne Spott und Ironie!!!)

Teylen:
Ich mag die nWoD nicht.
Das heisst da ist ein tiefes, unbestimmtes Gefuehl der Ablehnung.
Gerade weil ich eigentlich kein weiteres System um das Thema Vampire brauche. Ganz besonders nicht wenn dafuer ein System das ich doch sehr gerne mag gestrichen wird.

Unbestimmt ist das ablehenende Gefuehl gegenueber der nWoD daher, weil ich mich nicht detailliert mit ihr auseinandergesetzt habe. Das mag nicht besonders nett gegenueber der nWoD sein, aber ich sehe aus der Begeisterung fuer die oWoD keine Verpflichtung erwachsen einen Nachfolger mit offenen Armen (oder ueberhaupt) zu empfangen.
Hinzukommt das alles was ich bisher davon hoerte nicht unbedingt einen Anreiz schuf.

Das faengt bei der Nomenklatur an.
Das heisst mich stoeren die Namen als solche nicht von der Bedeutungsebene her. Mein franzoesisch ist schlecht genug als das ich bei Ventrue nicht an Leute mit Fettsucht denke.
Was mich stoert ist das man ein altes System hat, in dem es Ventrue gab, das System einstampfte und es ein neues System gibt wo es ebenfalls Ventrue gibt. Das man also hemmungslos an der eigenen Leiche rum raeuberte und sich noch nichtmal einen neuen Namen ausdenken konnte. [Nosferatu waere eine Ausnahme da es ein allgemein gepraegter Begriff ist]
Nun und wenn man dann schon am alten System fleddert, dann sollte man sich die Peinlichkeit ersparen Clans Namen mit einzelnen Buchstaben anzureichern bzw. zu streichen. Mir ist egal ob Bruja besseres spanisch ist, wenn ich Jahre lang Brujah gelesen habe wirkt es wahlweise wie ein Rechtschreibfehler oder der peinliche Versuch die Kopie zu verschleiern.

Dem hinzukommt das ich das Setting bei oWoD mag.
Insbesondere das es feste Clans gibt sowie eine Struktur. Nachdem was ich von V:tR gehoert habe, gibt es zwar noch Clans, nur haben die eine weniger feste Struktur und das ganze verhaelt sich eher wie Blutlinien. Ueberhaupt gibt es weniger starre Systeme wie die Camarilla oder aehnliches. ... Naja irgendwie finde ich das nicht so Recht stimmig. Zuviel Freiheit, zu wenig Setting quasi.


Was mir gefallen koennte waere wenn man es schafft der oWoD ein gutes Regel Update zu geben. Also etwas das die Diszis gegen einander besser ausbalanciert, den Kampf nicht so kompliziert und dergleichen.
Das heisst ich schliesse nicht aus das die nWoD Regeln technisch genauso gut wenn nicht besser als bei der oWoD sind. Nur ohne bzw. im fuer mich falschen Setting bringt es nichts ^^;


Insofern ist die nWoD m.E. keine gelungene Weiterentwicklung der oWoD.
Einfach weil die oWoD es nicht bedurfte, nicht in der Form.
Und weil es imho keine Weiterentwicklung ist sondern einmal Tabula Rasa. Da ist doch von der oWoD nicht mehr uebrig, kein groesserer Bezug, als ein paar misgestaltete Namen, oder?

Anm:
Sowohl die nWoD als auch die oWoD waren/sind fuer mich das Vampire Regelwerk.
Den Rest betrachte ich mehr so als Add-On.
Bei Werewolf weil es mich nicht interessiert.
(Werewoelfe sind mir in der Tendenz zu sehr Fantasy)
Bei Wraith weil das GRW nicht verfuegbar war.
Bei Demon, Feen, Mumien, etc. weil es irgendwie, im Kontext zu Vampire doch sehr Off-Topic wirkt.
Zudem soll es noch in der oWoD im geruettelten Mass inkomapatibel zueinander sein.

Waldviech:

--- Zitat ---Und weil es imho keine Weiterentwicklung ist sondern einmal Tabula Rasa. Da ist doch von der oWoD nicht mehr uebrig, kein groesserer Bezug, als ein paar misgestaltete Namen, oder?
--- Ende Zitat ---

Nun, in gewisser Form ist die nWoD schon eine Weiterentwicklung - bei vielen der nWoD-Settings hat man die Möglichkeit ergriffen, Dinge anders und zum Teil auch besser zu machen als in der oWoD. Das "neue" Vampire betrifft dies allerdings nur sehr bedingt. Viele andere neue nWoD-Settings wurden sehr viel radikaler überarbeitet und neu gestaltet. Die nWoD ist weit mehr als nur "Vampire" und streicht das, anders als die oWoD, auch sehr viel mehr heraus. Wo in der oWoD noch die Vampire das Highlight waren, liegen die Glanzlichter der nWoD mehr auf dem neuen Changeling und den menschlichen Jägern (sowohl in der Kernlinie als auch im neuen Hunter, welches seeeeeehr viel besser gelungen ist als das Hunter der oWoD)

Edit: Ja, ich wiederhole mich hier - aber ich kann´s nicht oft genug schreiben  ;D
Im Übrigen scheint sich auch das Neueste von WW, nämlich "Geist: the Sineaters" recht massiv von den Pfaden der alten WoD abzuheben. Scheint sowas wie "Ghostwhisperer - Das RPG" zu sein....

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