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D&D 3. SL Manipulation Selbstbetrug?

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sir_paul:
Hallöle,

ich spiele zwar nicht D&D aber das Thema ist je recht allgemein, also mal meine Meinung dazu.

Ich bin davon abgekommen Spieler zu bestrafen:

Spieler die fehlen erhalten genausoviele EP für ihre Charaktere wie Spieler die da sind!
Grund: Warum soll ich den Spieler bestrafen weil er mal arbeiten muss, seine Frau oder Kinder krank sind, etc. Sollte es ein notorisch unzuverlässiger Spieler sein wird mit ihm geredet das es so nicht weiter geht, falls er sein Verhalten dann nicht ändert er fliegt aus der Runde...

Spieler welche nicht so aktive am Spiel teilnehmen wie die anderen kriegen die gleichen EP!
Grund: Warum sollte ich den Spieler bestrafen weil er mal schlecht drauf ist oder allgemein eher ein stiller Typ? Sollte es andere Gründe für die Zurückhaltung geben kann man die in einem persöhnlichen Gespräch besser lösen als mit der EP Keule...

Spieler deren Charaktere sterben starten mit den gleichen EP wie der gestorbene Charakter!
Grund: Der Spieler verliert seine besondere Ausrüstung, seine erspielte Geschichte und die Gruppeneinbindung. Sich das wieder zu erspielen ist schon Strafe genug für den Spieler. Warum sollte ich ihn weiter bestrafen nur weil er sein Leben im Dienst der Gruppe gelassen hat?

Natürlich dürfen Spieler welche an ihren Charakteren keinen Spass mehr haben den Charakter wechseln und starten auf der gleichen Stufe wie der Rest der Gruppe!
Grund: Siehe tod des Charakters!


Dies ist natürlich nur meine Art zu leiten!

Gruß
sir_paul

Feuersänger:

--- Zitat von: sir_paul am  3.07.2009 | 14:23 ---Spieler die fehlen erhalten genausoviele EP für ihre Charaktere wie Spieler die da sind!
Spieler welche nicht so aktive am Spiel teilnehmen wie die anderen kriegen die gleichen EP!
Spieler deren Charaktere sterben starten mit den gleichen EP wie der gestorbene Charakter!

--- Ende Zitat ---

Ganz früher hab ich das so gemacht, dass alle anwesenden Spieler die gleiche EP bekommen haben, abwesende Spieler aber gar keine. Zum Charaktertod kam es nicht, das hätte ich je nach System unterschiedlich gehandhabt.
Dann vor einigen Jahren wurde ich da ziemlich "edukativ", d.h. ich habe unterschiedliche EP je nach Spielerbeteiligung vergeben, weil ich die Spieler satt hatte, die nur auf der Couch saßen und gewartet haben, bis "was passiert", oder wenn überhaupt, dann nur unsäglich dumme Aktionen gebracht haben.

Inzwischen bin ich wieder davon runter und handhabe es eigentlich genauso wie du. Alle erhalten die gleiche EP, auch wenn mal einer nicht mitspielen kann, und ein aus egal welchen Gründen neu erstellter Charakter darf auf der gleichen Stufe anfangen wie der Rest.
(Charaktertod ist bei D&D ab der 9. Stufe eh Makulatur. Aber es kommt ja vor, dass man mit seinem Charakter aus irgendwelchen Gründen nicht mehr zufrieden ist.)
Alle anderen SLs, mit denen ich spiele, handhaben das quasi genauso.

MadMaex:

--- Zitat von: Adrian am  3.07.2009 | 12:49 ---Wenn also ein neuer Spieler in eine bestehende Runde aufgenommen wurde, gab es in den letzten 20 Jahren auch nur zwei mal Anmerkungen das derjenige lieber auf gleichen Level wie die anderen starten wollte.
Meiner Meinung nach würden damit die anderen Chars und deren erspielte Erfahrung irgendwie entwertet werden.

--- Ende Zitat ---
Wie man das bei neuen Spielern handhaben möchte, wäre meines Erachtens nach nochmal eine eigene Diskussion wert.
Die Erfahrung der Charaktere sind ja im Großen und Ganzen eine Leistung der Spieler (wodurch auch immer und sei es vor allem Anwesenheitspersistenz) – ein Spieler, dessen Charakter gestorben ist, verliert ja hier auch erstmal einen großen Teil seiner Errungenschaften. Ein Ausgleich dieses Verlusts, der ja auch, wie schon oft erwähnt, über die reine Zahl der Erfahrungspunkte hinaus geht, führt damit sicherlich nicht zu einer Entwertung dessen, was die anderen Spieler an Errungenschaften erspielt haben.


--- Zitat von: Adrian am  3.07.2009 | 12:49 ---Da kann ich es ja gleich bleiben lassen zu spielen, die Stufen und Chars sind dann ja komplett beliebig und austauschbar (Achtung: Überspitzt geschrieben!).

--- Ende Zitat ---
Nett gesagt und kann – je nach Sichtweise – sogar absolut richtig und schlüssig sein.

Ich sehe das jedoch anders.

Meine Frau hat kürzlich nach längerem Spielen einer Kampagne den Wunsch geäussert, einen anderen Charakter spielen zu dürfen, da sie mit dem bisherigen einfach nicht warm geworden ist und die Geschichte auch gerade an einem günstigen Punkt war. Das wurde Ihr vom Spielleiter in Absprache mit der Gruppe auch gewährt – mit derselben Anzahl Erfahrungspunkte, die der alte Charakter hatte.

Ich habe sowohl mich noch meinen Charakter in keiner Weise entwertet oder austauschbar gefühlt – immerhin hatte ich bis dahin in der Kampagne eine wichtige Rolle gespielt und bereits einige Bennies* über die reinen XPs hinaus erspielt. Diese haben letztendlich mehr über den gefühlten Wert des Charakters entschieden, als die Erfahrung, sie hat diese Bennies komplett aufgegeben und muss sich nun neue erarbeiten.

Nun, letztendlich sollte man das Vorgehen nach dem Tod eines Charakters im vorneherein besprechen – es macht wenig Sinn, jemanden zu zwingen, einen Stufe 1 Charakter in einer hochleveligen Gruppe zu spielen, wenn er dies von vorneherein kategorisch ausschließt.

Spielleiterwilkür ist das meiner Meinung nach alles nur dann, wenn es an der Gruppe vorbei geht.

* Als Bennies sehe ich hier nicht nur handfeste Vorteile, sondern auch weniger greifbares, wie das Gefühl, was der Charakter bereits erreicht hat (bösen Schwarzmagier besiegt, auf Ruhm verzichtet, etc.)

Adrian:

--- Zitat von: sir_paul am  3.07.2009 | 14:23 ---Ich bin davon abgekommen Spieler zu bestrafen:

Spieler die fehlen erhalten genausoviele EP für ihre Charaktere wie Spieler die da sind!
Grund: Warum soll ich den Spieler bestrafen weil er mal arbeiten muss, seine Frau oder Kinder krank sind, etc. Sollte es ein notorisch unzuverlässiger Spieler sein wird mit ihm geredet das es so nicht weiter geht, falls er sein Verhalten dann nicht ändert er fliegt aus der Runde...

--- Ende Zitat ---
Wir hatten mal eine entsprechende Diskusion darüber. Die Spieler die dann da waren fühlten sich bestraft, da es scheinbar eh egal war ob sie nun dabei sind oder nicht. Die gingen auf die Barrikaden als ich das mal vorschlug. :-\
Da kann man wieder das Argument der beliebigkeit der Stufe/Erfahrung/Macht herauskramen.
-> Ich will dir die Handhabe auf keinen Fall schlecht reden! Die Argumente verstehe ich und kann sie nachvollziehen.


--- Zitat ---Spieler welche nicht so aktive am Spiel teilnehmen wie die anderen kriegen die gleichen EP!
Grund: Warum sollte ich den Spieler bestrafen weil er mal schlecht drauf ist oder allgemein eher ein stiller Typ? Sollte es andere Gründe für die Zurückhaltung geben kann man die in einem persöhnlichen Gespräch besser lösen als mit der EP Keule...

--- Ende Zitat ---
Grundsätzlich gehe ich mit der Aussage konform. Aber in meinen ((A)D&D-)Spielrunden hat sich das etwa so entwickelt das alle Chars den gleichen Grundstock an EP erhalten (Story- & Kampf). Aber der ein oder andere Spieler mit guten Ideen,  Rollenspielaktionen o.ä. mit ein paar extra EP oder Gegenstände "belohnt" wird.
Da finde ich die Bennie-Regel von SW aber fast noch besser.

--- Zitat ---Spieler deren Charaktere sterben starten mit den gleichen EP wie der gestorbene Charakter!
Grund: Der Spieler verliert seine besondere Ausrüstung, seine erspielte Geschichte und die Gruppeneinbindung. Sich das wieder zu erspielen ist schon Strafe genug für den Spieler. Warum sollte ich ihn weiter bestrafen nur weil er sein Leben im Dienst der Gruppe gelassen hat?

--- Ende Zitat ---
Die Gegenstände einer verstorbenen werden bei uns oft in der Gruppe verteilt. Ein neuer Char der zur Gruppe stößt erhält bei uns oft auch GGst. die die anderen nicht mehr brauchen - bzw. die Gegenstände werden entsprechend der Aufgaben innerhalb der Gruppe aufgeteilt. (das ganze bezieht sich auf (A)D&D)

Aber wie du auch bereits geschrieben hats: Dies ist natürlich nur meine Art zu leiten!  ;)

Sashael:
Ich hab jetzt meine 3.5 Bücher nicht zur Hand, aber ich meine mich erinnern zu können, dass Lvl 1 Chars in einem Lvl 12 Encounter überhaupt keine EP bekommen. Jeder Encounter, der mehr als 10 Stufen über der Charakterstufe liegt, gibt keine EP, weil es eben vollkommen unwahrscheinlich ist, dass der Charakter diesen Encounter schaffen kann. Und danebenstehen und den anderen SCs beim Metzeln zugucken, bringt vielleicht Gafferpunkte, aber regelkonform Null Erfahrungspunkte. Heißt: Der Lvl 1 Char bleibt Lvl 1 bis der SL ihm Encounter vorsetzt, die er schaffen kann.

Man kann sich solchen Blödsinn natürlich auch schönreden und den Lvl 1 SC trotzdem aufsteigen lassen. Regelkonfrom ist es damit aber noch lange nicht.

Als weiteren Kontrapunkt möchte ich die von Falcon in einem anderen Thread mal erwähnte Ressourcenknappheit beim Rollenspielen erwähnen. Ich hätte schlicht keinen Bock (als Spieler und als SL), einen großen Teil der schon sowieso sehr knapp bemessenen Rollenspielzeit damit sinnlos zu verschwenden, einen neuen SC hochzuzüchten. Gerade in D&D ist ein so niedrigstufiger Char im höheren Levelbereich einfach nur totes Fleisch. Und das bedeutet, dass die Kampagne nicht wie geplant weiterlaufen kann, sondern der neue SC muss erst einmal auf Kampfniveau gebracht werden. Zeit, die die Gruppe an EINEN Spieler opfern muss. Das nenn ich schon rücksichtslos.

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