Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20
D&D 3. SL Manipulation Selbstbetrug?
Oberkampf:
Mal von den ganzen Spezialfragen abgesehen, ich glaube nicht, dass man sich selbst betrügt, wenn man nach dem (nach D&D-Maßstäben endgültigen) Tod eines Charakters einen neuen hochstufigen Charakter in die Gruppe einfügt. Der Tod eines Charakters muss ja nichtmal der einzige Grund dafür sein, man kann ja auch "den Charakter zuende gespielt" haben: der Spieler hat sich ein paar persönliche Motivationen des Chars ausgedacht, die erledigt/"abgearbeitet" sind, und glaubt, dass sich der Charakter nun zur Ruhe setzen sollte.
In-Game sieht die Begründung für einen starken neuen Charakter so aus: Eine Gruppe aus gestanden Abenteureren, die schon ruhmreiche Taten vollbracht habe, nimmt keinen Bauernburschen oder Zauberlehrling auf, der noch nicht grün hinter den Ohren ist. Man hört sich um, was ein neuer Bewerber an Qualifikationen mit sich bringt, und sucht sich dann einen geeigneten neuen Begleiter aus.
Out of Game glaube ich, dass man wenig Freude am Spielen hat, wenn man in gefährlichen Situationen nur Ballast für die Gruppe ist und nichts ausrichten kann.
Als SL würde ich natürlich eine Ausnahme machen, wenn ein Spieler unbedingt eine Lusche spielen will, die mehrere Lvl unter der Gruppe ist. Aber bisher sind mir da keine solchen Spieler begegnet.
Settembrini:
--- Zitat von: bobibob bobsen am 15.06.2009 | 15:01 ---Müßte man aus Realitätsgründen dann nicht sagen man fängt wieder als 1. Level an? betrügt man sich da nicht irgendwie selbst?
--- Ende Zitat ---
So handhabe ich das immer, solange ich was zu sagen habe. Alles andere kann ich nicht ernst nehmen.
Edwin:
--- Zitat ---So handhabe ich das immer, solange ich was zu sagen habe. Alles andere kann ich nicht ernst nehmen.
--- Ende Zitat ---
Richtig.
This is a serious game! :gasmaskerly:
Eulenspiegel:
--- Zitat von: bobibob bobsen am 15.06.2009 | 15:01 ---Müßte man aus Realitätsgründen dann nicht sagen man fängt wieder als 1. Level an? betrügt man sich da nicht irgendwie selbst?
--- Ende Zitat ---
Nein, wieso?
Wenn man spielt ja keinen neuen Menschen (sonst müsste man ein Baby spielen, das gerade geboren wurde), sondern man spielt einen Menschen, der schon seit mindestens 18 Jahren auf dieser Welt lebt.
Und dass nach 18 Jahren aus dem NSC plötzlich ein SC wird, ist ja kein ingame Ereignis, sondern ein outtime Ereignis. Ingame ändert sich für den Abenteurer nichts. (Outtime war er vor 5 Minuten noch ein NSC und jetzt ist er plötzlich ein SC. - Aber ingame war er schon immer ein Mensch, der gerne auf Abenteuer ausziehen wollte und jetzt die Möglichkeit dazu hat.)
Wenn man schon über die Realismus-Schiene fährt, müsste man sich fragen, was realistischer ist: Die erfahrene Gruppe nimmt einen vollkommenen Neuling in ihre Gruppe auf, der noch grün hinter den Ohren ist, oder die Gruppe nimmt einen erfahrenen Abenteurer in ihrer Gruppe auf, der schon einige bestandene Abenteuer vorzuweisen hat.
Was ich bei SC-Toden empfehlen würde, ist: Sich keinen komplett neuen SC zu erschaffen, sondern sich einen NSC auszusuchen, mit den die Gruppe bisher schon (positiven) Kontakt hatten, und aus diesem NSC dann einen SC zu machen. Dann hat man auch gleich einen gemeinsamen Anknüpfungspunkt und einen Grund, wieso der neue SC die Gruppe jetzt begleitet.
Joerg.D:
Gerade bei D&D3 oder 3.5 gibt es genügend Sprüche um den Charakter wieder zurück in die Gruppe zu bringen, das Problem ist also wohl eher das, eines des Spielleiters, der da keinen Bock drauf hat.
Ich bin etwas zwiegespalten, was Charaktere auf der gleichen Stufe und mit vergleichbaren magischen Gegenständen angeht. Einerseits mag der Tod mag so seinen Schrecken verlieren, doch was ist dann der Tod oder das Würfeln dann noch wert? Wie sieht es mit dem Aspekt der Herausforderung aus? Angst vor dem Charaktertod treibt die Spieler zu intelligenteren Lösungen als dem bloßen Draufhauen an. Da versucht auch mal ein andrer Charakter den Sterbenden heldenhaft zu retten oder es gibt eine Queste um den Toten wieder aufstehen zu lassen. Zusätzlich bleibt das Problem: Lässt ein Spieler seinen Charakter ev. einfach mal hops gehen, weil die Gruppe dann mehr magische Gegenstände hat?
Wenn der Spieler immer wieder den gleichen Typ spielt, dann ist er zwar in meinen Augen langweilig, aber auch Langweiler haben ein Recht auf ihren Spaß. Warum also nicht?
@ Edwin
Das ist gemein, den Spruch wollte ich gerade bringen.
Unsere Runde hat sich auf ein Mittelding geeinigt und der Charakter fängt mit 50-75% der EPs seines alten Charakters an. Die magischen Gegenstände des alten Charakters werden seiner Familie oder Kirche gespendet bzw. als Grabbeigabe mit ins Grab gelegt. So können die Charaktere auch im Sinne der Rolle um den getöteten Freund trauern oder Rachegelüste entwickeln. Der Tod stellt aber auch im Sinne des Spieles einen Rückschlag für die Gruppe dar, den es zu vermeiden gilt, weil sie ihren Aufgaben mit dem etwas schwächeren Charakter vielleicht nicht gewachsen ist. Trotzdem ist der Neue keine totale Blimse, die so eine Gruppe normaler Weise nie aufnehmen würde und kann meist relativ schnell zu einem vernünftigen Gruppenmitglied werden, weil man nicht total hinterher hinkt.
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