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Indien-Rollenspiel - Mehr als Taj Mahal, Murgh Biryani und Shahrukh Khan ...
Bad Horse:
Wenn du die Wahl zwischen Tapas und Tapasya hast, würde ich letzteres nehmen. Schreibt sich zwar länger, aber Tapas sind für mich diese spanischen Vorspeisen. ;)
[Bei Midgard gibt es einen Wert, der sich "göttliche Gnade" nennt. Den kriegt man nur bei besonders gottgefälligen Aktionen, irgendwelchen Sachen, die weit über das normale Maß hinausgehen. Damit kann man dann, wenn es darauf ankommt, dem Tod entgehen oder ähnliches. Die funktionieren ein bißchen wie Bennies, sind aber viel, viel seltener. ] Nicht so relevant, aber vielleicht interessiert es dich ja trotzdem...
Die Ascetics bei Ars Magica können durch ihre Purity zwei Dinge: Transcendence (damit können sie die natürlichen Begrenzungen der Welt ignorieren, also auf Wasser oder durch einen Pfeilhagel laufen, keinen Schaden durch Feuer oder andere Dinge kriegen, besonders schnell von A nach B kommen, etc.) und Mystic Understanding (der Spieler kann dem SL eine Frage stellen, die dieser beantworten muss).
Da wird die Purity allerdings in den Wurf hineingezählt. Die würfeln auf Stamina + Konzentration + Purity + Boni für Meditation.
Jed Clayton:
--- Zitat von: Bad Horse am 20.12.2009 | 17:31 ---Wenn du die Wahl zwischen Tapas und Tapasya hast, würde ich letzteres nehmen. Schreibt sich zwar länger, aber Tapas sind für mich diese spanischen Vorspeisen. ;)
--- Ende Zitat ---
Ich denke noch über die Bezeichnung nach. Es muss auch nicht zwingenderweise ein Sanskritwort sein.
--- Zitat ---[Bei Midgard gibt es einen Wert, der sich "göttliche Gnade" nennt. Den kriegt man nur bei besonders gottgefälligen Aktionen, irgendwelchen Sachen, die weit über das normale Maß hinausgehen. Damit kann man dann, wenn es darauf ankommt, dem Tod entgehen oder ähnliches. Die funktionieren ein bißchen wie Bennies, sind aber viel, viel seltener. ] Nicht so relevant, aber vielleicht interessiert es dich ja trotzdem...
--- Ende Zitat ---
Midgard kenne ich nicht so gut.
Aber entscheidend an Tapasya ist, dass es nicht im judäo-christlichen Sinne "gottgefällig" sein muss. Siehe das Beispiel oben: Indra und Vishnu sind eifersüchtig, versessen auf Herrschaft, kleinlich und rächen sich auch mal, wollen ihren jetzigen Status nicht aufgeben. Askese ist oft Askese zum Eigennutz, um als Mensch auf dem Weg der Klarheit und der Erkenntnis weiterzukommen. Es geht nicht primär darum, ob das einer Gottheit gefällt oder nicht. In Extremfällen könnte es sogar mal sein, dass eine bestimmte Gottheit ein Problem damit hat (in einer griechisch-römischen Welt wäre z.B. auch Aphrodite sauer, wenn auf einmal alle auf enthaltsam, rational und sittenstreng machten). Die Götter kontrollieren diese Welt nicht, sie sind selber Teile davon. Im indischen Denken gibt es nur das Karma als allem übergeordnetes Prinzip, jedenfalls im Mainstream. Auch in anderen religiösen Vorstellungswelten sind die Götter eben nicht die absoluten Chefs: Zeus musste erst Kronos stürzen, Odin bringt Opfer und wird als alter Mann dargestellt, die germanischen Götter waren alle auf Ragnarök, etc. Die Götterwelt von Glorantha ist ebenso aufgebaut, dass Götter nicht im herkömmlichen Sinn "ewig" sind. Da verschiebt sich im Laufe der Zeit schon so einiges.
--- Zitat ---Die Ascetics bei Ars Magica können durch ihre Purity zwei Dinge: Transcendence (damit können sie die natürlichen Begrenzungen der Welt ignorieren, also auf Wasser oder durch einen Pfeilhagel laufen, keinen Schaden durch Feuer oder andere Dinge kriegen, besonders schnell von A nach B kommen, etc.) und Mystic Understanding (der Spieler kann dem SL eine Frage stellen, die dieser beantworten muss).
Da wird die Purity allerdings in den Wurf hineingezählt. Die würfeln auf Stamina + Konzentration + Purity + Boni für Meditation.
--- Ende Zitat ---
So etwas Ähnliches habe ich auch vor.
Gerade dieses Wochenende habe ich mir etwas mit 1W12 ausgedacht: Nach einer Reihe langwieriger Exerzitien darf der Asket eine Möglichkeit zum Steigern des Tapas bekommen. Ich wollte aber nicht stur +1 zum Pool dazuaddieren. Der Pool ist zuerst auf dem Stand 0. Dann macht man eine Probe mit 1W12 gegen den aktuellen Stand+2, man muss natürlich überwürfeln:
Man bekommt +1 zum Pool solange man hoch genug würfelt. Also wird jede weitere Steigerung schon bedeutend schwieriger. Ab der 10 ist es fast nicht mehr möglich, seine Energie zu steigern, da man ja keine 13 würfeln kann. Ich weiß nicht, ob ich ab da jede weitere "12" gelten lassen soll oder ob es dazu noch einen Bonus geben sollte.
Richtig gefährlich für das Gleichgewicht des Kosmos würde es erst ab 20-24. ;)
Jed Clayton:
--- Zitat von: Bad Horse am 6.12.2009 | 01:28 ---@Jed:
Mensch, cool, vielen Dank! :d
Eine englische Ausgabe reicht mir völlig. Sukriya! Mai khus hun. :D
(Schlag mich nicht wegen der Schreibweise, mit Sonderzeichen steh ich auf Kriegsfuss...)
--- Ende Zitat ---
Hallo Bad Horse,
ich wollte bloß sagen: Wenn du das Buch über Gujarat im Mittelalter mal gelesen hast, würde ich auch gern wissen, wie es ist, wie es dir gefallen hat.
Vielleicht kaufe ich es mir dann auch noch nach den Feiertagen. Für den "Augenblick" habe ich sicherlich genug zu lesen. ;) Aber die Lekhapaddhati ist bestimmt kein ganz alltäglicher Lesestoff. Bis bald!
Jed Clayton:
Ich habe jetzt mal einen ersten Charakter (gedacht als NPC) zu der Indien-Kampagne/Welt hier online gestellt.
Ich habe spaßeshalber mit dem Konzept der Apsaras angefangen. Sie steht fürs Erste nebenan im Hero-Thread, weil sie in dieser Form Hero-System-Werte hat. Ich fand es recht spaßig, denke aber langfristig über ein regelärmeres kleines System für die Indien-Kampagne nach als dieses.
Jed Clayton:
Wieder ein Update zu den Recherchen:
Heute habe ich eines meiner wichtigsten Quellenbücher bekommen. Amazon rockt! Ich konnte gleich nach den Weihnachtstagen einen Geschenkgutschein bei amazon.de für dieses Buch einlösen, eine Gelegenheit, die ich auch sofort nutzte.
Romesh Chunder Dutt. A History of Civilization in Ancient India, Based on Sanscrit Literature: Vol. III: Buddhist and Pauranik Ages. Elibron Classics series. Adamant Media Corporation, 2006 (ISBN 0-543-92939-6)
Das ist ein Facsimile-Band einer Originalausgabe von 1890, geschrieben auf dem Höhepunkt der viktorianischen englischen Kolonialherrschaft von einem bengalischen Juristen und Verwaltungsbeamten, der sich hervorragend mit Sanskrit auskannte und alle historischen Details und Schnipsel quasi in Freizeitarbeit zusammengetragen hat. Viele solche Werke wurden in der viktorianischen Zeit von angesehenen Beamten verfasst, die nicht im heutigen Sinne "Historiker" oder "Philologen" waren.* Das Buch ist aber hervorragend geschrieben, von einem damaligen Inder für seine indischen Landsleute. Es hat nicht den britischen kolonialen "Mief", den man vielleicht erwarten könnte.
*) Das ist übrigens etwas, das mir in letzter Zeit generell bei gebildeten Indern aufgefallen ist: Die Inder sind keine "Fachidioten", wie viele deutsche Akademiker. Treffe ich zum Beispiel in Deutschland einen deutschen Informatiker, kann der mir in der Regel nur von Informatik erzählen. Ein Sprachwissenschaftler kann mir nur von Sprachwissenschaft erzählen. Ein Historiker kann mir nur von Geschichte erzählen. Ein Ingenieur kann mir nur aus dem Ingenieurswesen erzählen... und so weiter. Bei den Indern habe ich Programmierer und Maschinenbauer getroffen, die auch Ahnung von Kunst, Theater, Architektur, Malerei, Religionen und Fremdsprachen hatten. Ich habe mich mit Imbissbudenbesitzern unterhalten, die 5 Sprachen konnten und mir über Sanskrit und alte Tempel erzählten. Meine Hindi-Lehrerin ist "von Hause aus" Mikrobiologin, aber sie erzählt mir jede Woche von Geographie, Malerei, Brauchtum, klassischem Tanz, Philosophie, Yoga und Geschichte. Den Indern ist ihre Geschichte und Kultur außerordentlich wichtig. Egal, was sie sonst studiert haben, sie haben fast immer kanonisches Grundwissen über ihre Literatur, Sagen, Märchen, Philosophie und Religion. An indischen Unis ist es durchaus üblich, Kurse in Sanskrit, Religionswissenschaft und Bharatnatyam zu belegen, auch wenn man eigentlich so etwas wie Ingenieurwissenschaften oder IT studiert.
Jetzt aber noch zu Romesh Dutts Buch: Ich wusste bereits durch die Vorschau im Internet, dass dieses Buch mich weiterbringen würde. Ich bin jetzt sehr froh, es zu haben. (Es hilft auch sehr, später wieder vor meinen indischen Bekannten zu "prahlen" ... ;)) Kennt ihr das auch? Manchmal entdeckt man durch Zufall oder einen obskuren Tipp oder Link ein Buch, bei dem man sich dann unversehens denkt: "Wieso erfahre ich denn erst jetzt von diesem Band?", oder "Das ist das Buch, dass ich vor zehn Jahren als Student hätte brauchen können!!" Das passiert mir relativ oft. (Randnotiz: Ich bin ja jetzt 35 Jahre alt; das letzte Mal als Student in der Uni war ich mit 28 Jahren und ich habe vermehrt das Gefühl, alle richtig "coolen" Sachen habe ich erst in meiner Zeit nach der Uni gelernt. Stimmt wirklich.)
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