Dead Space von Kali Wallace. Ein SciFi-Thriller auf einem abgelegenen Bergwerksasteroiden.
So, ich bin durch mit dem Schinken.
Er war es immerhin wert, ihn bis zu Ende durchzulesen, aber behalten werde ich ihn nicht.

Ich vergebe 3 von 5 Sternen, weil sich darin ein (aus meiner Sicht) erfrischend neuer Ansatz für den Umgang mit dem Thema KI fand.
Aber abgesehen davon fand ich diese Schwarte sterbensöde. 300 Seiten lang zeigt die Ich-Erzählerin eigentlich keine Emotion außer Selbstmitleid. (In gewissem Maße gerechtfertigt, da sie seit einem Attentat zur Hälfte aus Prothesen besteht, aber ich hätte mir bei ihrer selbstgewählten Queste trotzdem mehr Initiative und Zielstrebigkeit von ihr gewünscht.) Sie ist keine Akteurin, sondern eine Art wandelndes Lexikon des Weltenbaus, das auf jeden äußeren Trigger erst mal mit weitschweifigen Gedanken reagiert, um mir als Leser den Detailreichtum des Settings ins Gesicht zu reiben. Um ein Beispiel zu nennen: Der Anblick eines Ermittlers, mit dem sie zusammenarbeiten soll, veranlasst sie zu vollen vier Seiten(!) innerem Monolog über die Geschichte des Staats auf dem Erdmond, dessen Oberschicht der Typ entstammt. Und dieser Exkurs über den Weltenbau bleibt komplett ohne Auswirkungen auf den Plot oder die Charakterinteraktion. Der Typ hätte genausogut aus Hamburg-Blankenese kommen können. Dieser "Erzähl"rhythmus beherrscht etwa die ersten 200 Seiten, bevor erstmals Action stattfindet.
Zwei Kapitel vor Schluss, nach einer dramatischen und emotionalen Enthüllung, wird die Frau dann doch noch aktiv. Während um sie her kräftig geballert wird, versichert sie einem Mitstreiter (so als Cliffhanger am Ende des drittletzten Kapitels): "Ich habe einen Plan."
Dieser Plan besteht im Wesentlichen in der brillianten Idee,
die illegale Waffenfabrik, die sie gefunden hat, einfach mithilfe der darin gefundenen Waffen hochzujagen.
Das fasst es jetzt vielleicht etwas sehr kurz zusammen, aber darauf läuft es hinaus. Das gesamte "Wie" bei der Umsetzung des Plans kam mir vor wie schmückendes Beiwerk.
Ich würde das ja als Antiklimax bezeichnen, aber dafür hätte es vorher eine Klimax geben müssen.
Fazit: Es steckten einige gute Ideen in dem Szenario, aber die Umsetzung als Geschichte betrachte ich als weitgehend missglückt.