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Qin - Warring States

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der.hobbit:
Sorry Erik, aber das ist einfach ein weites Feld. Die Frage die du stellst ist ungefähr so wie erklär mal, wie sich England und Italien unterscheiden. Das kriege ich in drei Wörtern nicht hin. Ich versuche mal ein paar wesentliche Punkte:

Qin spielt im "echten" China, L5R in einer an Japan angelehnten Fantasywelt. Vergleiche z.B. Ars Magica vs. DSA - das fühlt sich ganz anders an.
L5R hat über seine Clane relativ klar vorgegebene Charakterkonzepte (Klassen). Qin bietet dir sehr freie Charaktergestaltung. Vgl. z.B. D&D mit Shadowrun bzgl. der Charaktermöglichkeiten.
Ehre ist ein zentraler Begriff in der japanischen Gesellschaft (bzw. in L5R). In Qin ist es eher die Frage der Ethik.

Vom Genre her gesehen sind chinesische Geschichten in aller Regel viel komplexer als japanische, sowohl was die involvierten Charaktere, als auch die Ziele usw. angeht. Schau dir mal Tiger&Dragon und Zatoichi direkt nacheinander an. Zatoichi bietet auch viele Charaktere mit ihren Zielen, aber m.E. sind diese nicht so verwoben wie in Tiger&Dragon. Letzterer wurde übrigens von allen Chinesen, mit denen ich darüber sprach, als zu simpel abgelehnt.
Im Wuxia Genre spielt die Liebe auch immer eine große, tragische Rolle, wie man es aus den Samurai-Geschichten nicht so kennt. Liegt daran, dass die Hauptleserschaft der Wuxia Romane ursprünglich Frauen waren - darum gibt es übrigens fast immer eine Kriegerin als Identifikationsfigur.
Die archetypischen Charaktere der Wuxia- und Samuraigeschichten unterscheiden sich auch deutlich (wobei es natürlich immer redundanzen gibt).

Die japanische Kampfkunst ist reduziert auf das wesentliche, die Perfektion liegt in einem einzigen Schnitt. Die Chinesen sind da deutlich ... fantasievoller. Allein das Waffenarsenal ... Hoi.

Man könnte natürlich beliebig weitermachen, aber hilft das etwas?


Ein:
Also ich habe mich bisher erst nur durch das System (bis zu den Kampftechniken) durchgearbeitet, welches mit vielen soliden Designentscheidung daherkommt, die ich z.B. bei L5R sehr vermisse. Allerdings hat Qin hier natürlich einen enormen Vorteil, da es mit den beiden Vorbildern L5R und Fengshui nicht viel neues erdenken musste, sondern nur Bekanntes, Erprobtes und Gescheitertes im Design umsetzen musste. Das System fühlt sich daher von vornherein für jeden bekannt, der mit den beiden Systemen Erfahrung hat. Natürlich fehlt Qin mangels Honor ein wichtiger Mechanismus und Spielansatz, aber ich denke, dass dies durch die größeren Freiheiten des Spiels, gerade auch bezüglich der Kombinierbarkeit von Charaktertypen, mehr als kompensiert wird.

Dass das "authentische" Setting der Qin-Dynastie als Spielwiese dient hat sicherlich auch einige Vorteile, gerade da Rokugan (die Welt von L5R) massivste Konsistenzprobleme besitzt, die selbst mir als Handwaver immer wieder sauer aufstossen. Positiv sind mir die ausführlichen Kapitel zur Qin-Epoche, zur Ideengeschichte und vor allem zur Lebensweise aufgefallen. Bräuchte ich persönlich zwar nicht zwingend, aber hierbei handelt es sich sicherlich um den größsten Vorteil gegenüber L5R, das seit eh und je mit Hintergrundinformationen immer sehr gegeizt hat und die vielen Kleinigkeiten, die man einfach wissen muss, um einen Sense of Disbelieve aufzubauen, der jenseits eines 80er-Jahre-US-Ninjafilm liegen soll, dem Spielleiter aufgenötigt hat.

Mehr wenn ich weiter durch bin und am Freitag auf dem Leipziger Spieleabend eine Testrunde hatte.

Ein:
Hat irgendwer zufällig einen brauchbaren Charakterbogen für Qin?

der.hobbit:
definiere "brauchbar". Eigentlich unnötig. Falls der offizielle nicht brauchbar ist - nein.

Ein:
Bei dem habe ich mich gefragt, was das H, W, S(?), A(?) bedeutet.

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