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Capes, Cowls and Villains Foul -- Superhelden-Spiel von Spectrum Games

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Jed Clayton:

--- Zitat von: 1of3 am 28.03.2011 | 17:04 ---Du verstehst mich falsch. Es ist nicht, dass es nicht meinen Geschmack träfe. Es besteht nicht den grundlegenden Test, den ich an ein Spiel stelle: "Hätte ich das auch selber schreiben können?" - In diesem Fall klares Ja und damit durchgefallen.

--- Ende Zitat ---

Gut, dann schreibe aber auch ein eigenes.

Ich habe sehr viel Respekt vor JEDEM neuen Rollenspiel, das ich in die Hände bekomme, und sehr viel Respekt und Zurückhaltung vor anderen Autoren. Etwas wie Pathfinder GRW, Basic Roleplaying, Hero System 6E oder das Dresden Files RPG hätte ich sicherlich nicht selber schreiben können. Nicht jetzt und nicht in zehn Jahren.

Aber wenn du persönlich einen solchen Test als Kriterium verwendest, dann bitte. CC&VF war niemals als Spiel für alle und jeden gedacht. Wie bei jedem Rollenspiel werden sich die Geister daran scheiden.

Darkling ["beurlaubt"]:

--- Zitat von: Calisota am 28.03.2011 | 15:17 ---Da ich das Spiel, mithilfe der hier genannten Unterlagen, erst vor zwei Tagen wieder ausführlich geleitet habe, habe ich einen sehr guten Eindruck von seiner Spielbarkeit etc. Auch die vielen "Danke" und "Es war sehr schön" Aussagen der Spieler sprechen für sich.
--- Ende Zitat ---
[semi-ot]
Sorry, aber das sehe ich anders. Ein Freund schraubt auch gerne wie so viele andere Rollenspieler an seinem eigenen Ding herum und präsentiert das auch gerne mal auf Cons oder zu ähnlichen Anlässen und es kommt regelmäßig zu "Danke"s und "Es war sehr schön"s, aber sein wir mal ehrlich, wer hat noch nicht sowas gesagt wie "Klingt interessant, ich komme später bestimmt nochmal vorbei" und danach bewusst den Stand gemieden, an dem man vorher aus Höflichkeit das nervige Verkaufsgespräch nicht verlassen hat?
Will sagen: Es ist nicht schwer, ein Lob zu hören zu bekommen. Das Problem beginnt, wenn man nicht bereit ist, dieses Lob zu hinterfragen.
In diesem Sinne: Hast du das Lob für das System erhalten, für das Abenteuer oder vielleicht für den merklichen Aufwand, den du in die Vorstellung gesteckt hast? Ist das (End-)Produkt gelobt worden oder das Herzblut, welches in das Werk geflossen ist? Bleibt die Begeisterung für das Produkt auch bestehen, wenn du nicht mehr daneben sitzt, um seine Vorzüge zu preisen?
Lob ist eben nicht gleich Lob...
[/semi-ot]

Man beachte, dass in diesem meinem Post keine inhaltliche Wertung des Gegenstands dieses Threads enthalten ist. ;)

Jed Clayton:

--- Zitat von: Darkling am 28.03.2011 | 17:30 ---[semi-ot]
Es ist nicht schwer, ein Lob zu hören zu bekommen. Das Problem beginnt, wenn man nicht bereit ist, dieses Lob zu hinterfragen.
In diesem Sinne: Hast du das Lob für das System erhalten, für das Abenteuer oder vielleicht für den merklichen Aufwand, den du in die Vorstellung gesteckt hast? Ist das (End-)Produkt gelobt worden oder das Herzblut, welches in das Werk geflossen ist? Bleibt die Begeisterung für das Produkt auch bestehen, wenn du nicht mehr daneben sitzt, um seine Vorzüge zu preisen?
Lob ist eben nicht gleich Lob...
[/semi-ot]

--- Ende Zitat ---

Wenn ich meine Spieler, die sich ja im Rahmen eines Cons am vergangenen Samstag erst spontan bei mir eingefunden hatten, einmal einzuschätzen versuche, würde ich sagen: im Grunde für alles.

Die Spieler haben viel Freude an den vorbereiteten Charakteren (Pre-gens) gehabt. Ich habe es auch schon erlebt, dass Leute sofort angefangen haben, an vorbereiteten Charakterbögen kleinlich herumzukritteln oder mit Sonderwünschen und Änderungsvorschlägen ankamen, aber das war hier günstigerweise nicht der Fall. Sogar meine Witze aus anderen Spielrunden kamen an.

Die Spieler hatten manche Regeln schneller als ich drauf und konnten sehr "frei" spielen, was ich zum Teil gern der Erfahrung und Motivation zuschreibe, aber auch der Tatsache, dass diese vier Jungs schon als Vierergruppe gekommen waren und entsprechend "eingespielt" wirkten.

Einer aus der Vierergruppe wollte am Ende von mir ausdrücklich die Homepage-URL von Spectrum Games und den Link zum Gratis-PDF haben. Ein Profihändler und auch ein Live-Rollenspieler haben das PDF-Büchlein ebenfalls als gut und witzig begutachtet. Ich kann zwar nicht verleugnen, dass beide seit Jahren zu meinem Freundeskreis gehören, aber ich denke auch nicht, dass die mich für so sensibel und zerbrechlich halten, dass sie nicht auch sagen würden, wenn sie etwas für Mist halten. Überhaupt: Gratis-PDF ist immer ein guter Schritt. Ein Gratis-PDF mit Mini-Regelwerk, mit dem am im Zweifelsfall gleich spielen kann, ohne noch etwas Anderes dazu zu kaufen, ist noch besser. Ich kenne auch zahlreiche Gratis-PDFs zu anderen Spielen, mit denen man eben nicht ohne Weiteres spielen kann. Die sind in der Regel nur als Appetithäppchen oder erster Eindruck von Layout und Bildern gedacht.

Ich weiß ganz genau, dass mehr als ein Spieler aufrichtig "Danke schön" und "Hat viel Spaß gemacht" sagte. Die Vierergruppe wollte in diesem Fall das PDF downloaden und zu Hause weiterverwenden. Was kann man sich noch mehr wünschen? Ich bin ja kein Händler, der an CC&VF etwas verdienen würde, und außerdem bin ich ohne große Erwartungen auf diesen Con gefahren.

Insofern überwiegen für mich die positiven Kommentare, abgesehen von der Tatsache, dass ich mich natürlich mit zeitlichem und räumlichem Abstand allgemein menschlich gezielt an die positiven Reaktionen besser erinnere als an die negativen.

Jed Clayton:
Ich habe mir die Stelle, über die sich 1of3 zuletzt so "aufgeregt" hat, noch einmal angesehen.

Also nur mal zur Erklärung, damit hier kein falscher Eindruck entsteht:

An der relevanten Stelle lautet der Text

--- Zitat ---Jedes Mal, wenn du ein Merkmal
benutzt, musst du es als einmal
benutzt markieren (dies zählt als
Benutzung eines Merkmals). Die
Beispielcharakterbögen enthalten eine
spezielle Stelle, auf der du das tun
kannst und leicht den Überblick behältst,
wie oft du jedes Merkmal schon benutzt
hast.

--- Ende Zitat ---

Da steht also nicht der Satz "Das Benutzen eines Merkmals heißt Benutzung" oder etwas Ähnliches. Da stehen zwei mMn völlig normal klingende vollständige Sätze: Zuerst der Satz, der mit "Jedes Mal ..." beginnt, danach ein weiterer vollständiger Satz in Klammern. Man kann sie auch separat lesen. Es wird zwischen drei sehr unterschiedlichen Dingen unterschieden:

1. dem Benutzen eines Merkmals, das der Charakter hat
2. dem "als benutzt Markieren" (das wird manchmal gebraucht und manchmal auch nicht)
3. dem Regelbegriff "Merkmalsbenutzung" bzw. "Benutzung eines Merkmals"

Das Letztere, nämlich "Benutzung eines Merkmals", ist meine Übersetzung für das Wort Trait Usage.
Das Original verwendet jeweils die Wörter Trait, usage, using, used, unused, using a Trait, mark as used, und so weiter. Die Trait Usage ist nun mal ein Crunch-Begriff, der im System von CC&VF von entscheidender Wichtigkeit ist.

Irgendwie muss man diesen Begriff ja wiedergeben, oder? Für das Wort "usage" sind mir zwei Möglichkeiten geblieben, "Benutzung" oder "Verwendung". "Gebrauch" wäre nicht gegangen, weil die Mehrzahl dann "Gebräuche" geheißen hätte. "Einsatz" steht zwar im Wörterbuch, aber das erinnerte mich allenfalls an den Spieleinsatz im Poker und Blackjack. Ein Trait ist nun einmal ein "Merkmal", alternativ ein "Charakterzug" oder kurz "Zug". Ich persönlich war aber der Meinung, "Charakterzug" würde zu sehr auf bestimmte charakterliche Eigenschaften wie "vorlaut", "misstrauisch" oder "eitel" hindeuten. Traits deckt aber alles Mögliche ab und in der Regel ist nicht die Persönlichkeit des Charakters damit gemeint. "Verwendung" mochte ich nicht so gern wie "Benutzung", da ich ja das Be- und Abnutzen des Trait zum Ausdruck bringen wollte.

Theoretisch hätte für Trait Usage statt "Benutzung eines Merkmals" etwas viel Schlimmeres herauskommen können, zum Beispiel "Zugverwendung", aber das klingt ja so, als würde jemand mit der Bahn fahren. Wir verwenden keine Züge, wir benutzen Merkmale.

Ich übersetze jetzt sicherlich nicht alles noch mal neu. Dazu bin ich viel zu beschäftigt. Wer glaubt, es besser machen zu können, bitte. ;D

Sternenwarzendreck:
Da alle Welt dieses Ding (Quickstart von CCaFV) in die Hände genommen hat, habe ich das auch. Blödes Mitläufertum ...

Vorne weg: Respekt vor Übersetzungsleistungen. Macht nicht jede/r. Das heißt nicht, dass sie gelungen ist ...
Auch vorne weg: Grundsätzlich ist nichts gegen neue Spiele einzuwenden.

Bezogen auf CCaFV komme ich trotzdem nur zu dem Urteil: Unterirdisch.

Auf der ersten Seite wird tonnenweise indoktriniert, wie super und duper und toll und heldenhaft alles sein könnte, und erklärt, man solle doch in einem Superheldenspiel superheldisch unterwegs sein und sich nicht durch Regeln aufhalten lassen (Seite 1, linke Spalte unten); und später erfahre ich, dass meine "Merkmale" doch durch Werte und ihre Einsetzbarkeit erheblich reglementiert sind, so dass es innerhalb einer Szene von mal zu mal schwieriger wird, sie auch einzusetzen.
Na toll!

Dann wird in diesem Quickstart eine Charaktererschaffung angetäuscht, die es aber keineswegs erlaubt, sich tatsächlich einen rudimentären Charakter zu bauen, da die mögliche Anzahl an Merkmalen oder ihre Wertigkeiten nicht beschrieben wird. Schaut man sich dazu die vier Mustercharaktere an, sieht man bezogen auf Balancing vier sehr unterschiedliche Figuren, die auf mich nicht den Eindruck der Ausgewogenheit gemacht haben. Wer die Muse spielt, gewinnt, alle anderen dürften sich mächtig vera***ht fühlen ...
Nachdem man die erste Szene zum Eingewöhnen gänzlich nach Erzähl- und Fantastereiart spielen sollte, kommt man in die Hauptszene des Musterabenteuers; en passant werden dabei einige Regeln angedeutet - neben der angetäuschten Charaktererschaffung auch Grundzüge der Kampfregeln, welche offenbar nur aus Besonderheiten und Zusätzen zu bestehen scheinen; überdies lässt das Quickstart absolut offen, wie eine Initiative innerhalb des Kampfes funktioniert und wie sich superduperheldenmäßige Geschwindigkeit hierauf auswirken mag ...

Dann dieser Versuch besonderer Originalität ... W12 und "Redakteur" statt Spielleiter ... Um Himmels Willen!

Die letzte Seite des Quickstarts gibt einen Ausblick auf die Götterdämmerung der Rollenspielwelt ... Das liest sich eher wie eine Drohung als wie die verheißungsvolle Aussicht auf ein supertolles, lustiges, spannendes, cooles, action-geladenes Superheldenrollenspiel ...

Epic Fail!

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