Autor Thema: [Gumshoe] Erklärt mir bitte das investigative System  (Gelesen 4547 mal)

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Online Vash the stampede

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He-ya!

Ich bin derzeit in Vorbereitung für eine neue Runde und immer wieder stolpere ich, wenn ich mich nach einem investigativen RSP schaue, über das Gumshoe System. Jetzt habe ich mich schon auf der offiziellen Seite als auch hier im Forum umgeschaut, aber so richtig schlau bin ich noch nicht, wenn es darum geht wie Gumshoe funktioniert. Kann es mir jemand erklären? Wie funktioniert das Gumshoe System?
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Offline Roland

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Re: [Gumshoe] Erklärt mir bitte das investigative System
« Antwort #1 am: 28.07.2010 | 21:04 »
Gumshoe funktioniert größtenteils wie ein klassisches Rollenspiel.

Zusätzlich hat es Konventionen für "Investigatives Spiel", der SL soll einen Fall vorbereiten, der über Hinweise lösbar ist. Diese Hinweise können sich die Spieler erspielen, es gibt keine Zufallskomponente.
Üblicherweise kann ein Charakter mit passenden Fähigkeiten (Abilities) grundlegende Hinweise durch Suche oder Befragung bekommen, manchmal (z.B. um schneller zum Ziel zu kommen oder ein besonderes Spotlight zu erhalten) muß man bessere Ideen haben und/oder Punkte aus seinem Abilitypool investieren.  
Die Abilitypools sind eine weitere, kleine Besonderheit, Abilities haben keinen fixen Wert, sondern werden aus Pools gespeist, aus denen man entweder Punkte für einen besseren Erfolg bei investigativen Anwendungen ausgeben, oder Punkte auf einen Würfelwurf bei "normalem" Abilityeinsatz (z.B. Bösewichter erschießen) addieren darf. Das hat ein paar hübsche Nebeneffekte, z.B. kann man Punkte aus seinem "Health"-Pool ausgeben, um bei Verletzungen nicht bewußtlos zu werden.

« Letzte Änderung: 29.07.2010 | 08:07 von Roland »
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Re: [Gumshoe] Erklärt mir bitte das investigative System
« Antwort #2 am: 29.07.2010 | 08:02 »
Damit ich es richtig verstehe. Der SL baut den Lösungsweg vorher komplett auf und die Spieler erhalten an entsprechender Stelle die benötigten Informationen auf jeden Fall. Sie können aber mit ihren Fähigkeiten schneller, mehr oder spektakulärer Informationen erhalten. Ist das so richtig?
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Re: [Gumshoe] Erklärt mir bitte das investigative System
« Antwort #3 am: 29.07.2010 | 09:06 »
Die Hinweise werden zwar nicht auf jeden Fall gefunden, aber immer, wenn der Ermittler mit der entsprechenden Fähigkeit zur Stelle ist. Ein Verhörspezialistin wird aus dem Zeugen ein paar Informationen herausbringen, der Labortechniker die Blutgruppe des Täters korrekt bestimmen. Umgekehrt klappt das wahrscheinlich nicht.
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Re: [Gumshoe] Erklärt mir bitte das investigative System
« Antwort #4 am: 29.07.2010 | 10:36 »
@Roland:
Danke für die Auskunft! :d
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Re: [Gumshoe] Erklärt mir bitte das investigative System
« Antwort #5 am: 24.10.2012 | 11:21 »
Nekromantie:
Hat jemand eigentlich schon einschlägige Erfahrungen mit den Ability-Poolpunkten gemacht? Also wie sich das spielt, wenn man anstelle eines fixen Werts in den Fertigkeiten eine sich verbrauchende Ressource hat?
Mir erscheint das auf den ersten Blick nicht so schön, ich kann aber gar nicht sagen warum. Da ich ToC besitze und demnächst mal wieder Cthulhu spielen will, würde ich gerne mal ein paar Eindrücke dazu hören, wie sich das spielt. Führt das System tendenziell zu Punktehamsterei? Oder dazu, dass am Ende die Punkte fehlen? Oder spielt es sich recht ausgewogen? (Ich weiß, dass das auch von den Spielern abhängt, aber sicher auch zum Teil davon, wie durchdacht die Mechanik ist ...)
Danke!
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Offline Daniel

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Re: [Gumshoe] Erklärt mir bitte das investigative System
« Antwort #6 am: 24.10.2012 | 12:52 »
Das würde mich auch interessieren, da ich in Kürze anfangen werde eine "Ashen Stars"-Runde zu leiten.

Prinzipiell finde ich die Idee sehr gut, die Ability-Poolpunkte nicht als Maß der Kompetenz in dem entsprechenden Bereich zu sehen, sondern als Ressource für Spotlight, um mit den entsprechenden Fähigkeiten zu glänzen. Meine Spieler werden das vermutlich anders sehen, weil es ihnen zu abstrakt ist. Ob es in der Praxis so gut funktioniert, ist aber eben eine andere Frage. Ich meine mich zu erinnern, dass es mal einen Spielbericht gab, in dem geschrieben wurde, dass die Spieler ihre Punkte bereits zu schnell verbraucht hatten.

Ich denke, da braucht es etwas Übung sowohl von Seiten der Spieler als auch des Spielleiters. Es wird ja in dem Gumshoe-Regelwerken auch immer auf den Zusammenhang zwischen Probe-Schwierigkeiten und Story Pacing hingewiesen. Tendenziell sollten demnach Proben, deren Erfolg essenziell sind, um die Story voranzutreiben, eher niedrige Schwierigkeiten haben. Ich denke, wenn der Spielleiter dies beachtet und in den ersten Sitzungen die Spieler hin und wieder auf unnötig hohe Spends hinweist, sollte sich das recht schnell einspielen.

Aber wie gesagt: Das ist bislang auch alles reine Spekulation. In ein paar Wochen kann ich hoffentlich mehr berichten. :)

Online Rumpel

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Re: [Gumshoe] Erklärt mir bitte das investigative System
« Antwort #7 am: 24.10.2012 | 13:58 »
Ich lese gerade auch im Fear-Itself-Regelwerk (gibt's derzeit bei Drivethrough für schlappe 5 Euro noch was, da Halloween-Aktion); dort wird auch auf die Pacing-Idee eingegangen. Dort findet sich auch tatsächlich der Hinweis, das Proben, die gelingen "müssen", leichter gemacht werden sollen. Ein bisschen sträube ich mich dagegen, da der Gedanke für mich sehr nach "Soft Railroading" klingt. Andererseits ist das vielleicht genau die richtige Herangehensweise, wenn man halbwegs geplottete Abenteuer leiten will ...
Ein bisschen frage ich mich beim Lesen allerdings: Wozu überhaupt würfeln? Insbesondere, wenn der SL die Probenschwierigkeiten geheimhält, wie für ToC möglich und bei FI Standard, dann könnte man praktisch genauso gut die Probenschwierigkeit um 3 oder vier Punkte niedriger ansetzen und den Würfel weglassen. Irgendwie erscheint mir der Würfel in dem Zusammenhang beinahe als Relikt.

Aber ich hab's wie gesagt auch noch nicht gespielt.
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Offline LushWoods

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Re: [Gumshoe] Erklärt mir bitte das investigative System
« Antwort #8 am: 24.10.2012 | 14:12 »
Zwar besitze ich mehrere Gumshoe Systeme (Mutant City Blues, Fear itself, Esoterrorists, Nights Black Agents), bin aber auch noch nie dazu gekommen was davon zu leiten. Leider, leider muß ich sagen, denn rein vom Lesen her könnte Gumshoe tatsächlich das System sein das meinem SL Stil am ehesten entgegenkommen könnte.
Mir gefällt auch der Ausdruck "Soft Railroading" sehr gut. Könnte meinen Stil gut beschreiben.
Die Idee das es ein System gibt das genau das unterstützt, was ich sowieso schon seit Jahren mache (und was meine Spieler auch genau so haben wollen), gefällt mir außerordentlich gut.

Offline Bombshell

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Re: [Gumshoe] Erklärt mir bitte das investigative System
« Antwort #9 am: 24.10.2012 | 19:54 »
Redet ihr hier von General Abilities oder von den Investigative Abilities?
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Offline Steffen

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Re: [Gumshoe] Erklärt mir bitte das investigative System
« Antwort #10 am: 25.10.2012 | 09:53 »
Redet ihr hier von General Abilities oder von den Investigative Abilities?

Das besondere an Gumshoe sind ja die Investigativen Fertigkeiten, da auf sie nicht gewürfelt werden muss.

Investigative Fertigkeiten wurden bei unseren ToC Spielen immer dann genutzt, wenn der Spieler entweder dachte "Da muss ich jetzt genaueres wissen" oder "Man, ich steh gerade total auf dem Schlauch".

Allgemeine Fertigkeiten sind dagegen relative unspektakulär, da sie nach meiner Erfahrung bei actionreichen Abenteuern unglaublich schnell aufgebraucht sind. Da schert sich keiner um Spotlight, da geht es einfach darum, die Actionszene zu überstehen.

Ich habe mir vor einiger Zeit die Mühe gemacht und eine kleine Zusammenfassung der Regeln von ToC geschrieben. Wer Interesse hat, kann sie hier herunterladen.

Online Rumpel

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Re: [Gumshoe] Erklärt mir bitte das investigative System
« Antwort #11 am: 25.10.2012 | 09:56 »
Danke für die Zusammenfassung!
Mir ging es tatsächlich um die General Abilities. Es erscheint mir irgendwie komisch, dass die Spieler ihre Punkte für's Spotlight einsetzen, aber dann noch würfeln müssen, ob sie das Spotlight auch wirklich bekommen ...
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Offline Uwe-Wan

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Re: [Gumshoe] Erklärt mir bitte das investigative System
« Antwort #12 am: 31.10.2012 | 15:03 »
Damit ich es richtig verstehe. Der SL baut den Lösungsweg vorher komplett auf und die Spieler erhalten an entsprechender Stelle die benötigten Informationen auf jeden Fall. Sie können aber mit ihren Fähigkeiten schneller, mehr oder spektakulärer Informationen erhalten. Ist das so richtig?

Aber der Erwerb der Hinweise wird rollenspielerisch abgehandelt, also z.B. wird ein Verhör ausgespielt? Oder wie läuft das? Und wie schnell ist so ein Fall gelöst bzw. wie lange dauert eine durchschnittliche Gumshoe-Session?
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Offline Roland

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Re: [Gumshoe] Erklärt mir bitte das investigative System
« Antwort #13 am: 31.10.2012 | 15:21 »
GUMSHOE funktioniert abgesehen davon, dass man unter Umständen weniger würfeln muss als bei vielen klassichen Rollenspielen, ganz herkömmlich. Szenarien dauern z.B. bei Trail of Cthulhu in etwas so lang wie in Call of Cthulhu, was auspespielt wird, liegt im Ermessen der Gruppe.
« Letzte Änderung: 31.10.2012 | 17:05 von Roland »
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Offline Uwe-Wan

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Re: [Gumshoe] Erklärt mir bitte das investigative System
« Antwort #14 am: 31.10.2012 | 15:37 »
Cool, danke für die schnelle Antwort.  :d
Dann muss ich NBA oder Esoterrorists wohl doch mal antesten :)
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Offline rillenmanni

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Re: [Gumshoe] Erklärt mir bitte das investigative System
« Antwort #15 am: 31.10.2012 | 16:52 »
In NBA kommt es verstärkt zu einer gemischten / kombinierten Verwendung von IA und GA (investigative ability / general ability), um bspw darzustellen, wie man sich mit intelligenter Recherche Vorteile beim Kawumm verschaffen kann. Wobei die grundsätzliche Trennung der beiden Bereiche durchaus erhalten bleibt: IA bringt die Gruppe weiter und soll sicherstellen, dass jene nicht irgendwann total auf dem Schlauch steht, während GA darüber entscheidet, ob einzelne Mitglieder der Gruppe ihre neuen Erkenntnisse mit dem Leben bezahlen oder nicht.

Wichtig über IA zu wissen sind die folgenden Details:

1. Für einen essentiellen Hinweis wird vom SL vorab festgelegt, welche IA ihn "aufschließt". Wenn also einer der SC diese Fertigkeit besitzt UND der Spieler erklärt, er wolle diese Fertigkeit einsetzen - das ist der Moment, in dem dann entweder "Rollenspiel" passiert oder einfach gesagt wird "Ich mache Architecture" - dann erhält der Spieler den entsprechenden Hinweis. Eine Bewertung oder Interpretation dieses Hinweises ist übrigens oft nicht enthalten. Die Spieler müssen also durchaus noch selbst kombinieren.

2. Alle existierenden IAs sollten in der Gruppe gewählt worden sein. Es ist also eine gemeinsam durchgeführte Charaktergenerierung angesagt, um ebendies sicherzustellen. Denn wenn dann im Spiel der essentielle Hinweis potentiell vor den SC ausliegt, jedoch niemand der Anwesenden die oder eine der festgelegten Fertigkeit(en) hat, dann wird der Hinweis nicht gefunden. Tatsächlich ist es punktetechnisch überhaupt kein Problem, bei der Generierung sicherzustellen, dass über die Gruppe verteilt jede IA mit 1 Punkt vorhanden ist. Nichtsdestotrotz dürfte diese Anforderung Runden, die sich traditionell im Spiel gern aufteilen, regelmäßig vor unlösbare Schwierigkeiten stellen, weil sie vor Ort immer nur eine Auswahl ihres Potentials besitzen.

3. Anfänglich kontraintuitiv ist der Umstand, dass essentielle Informationen immer an die Spieler weitergegeben werden ... falls sie die passende IA einsetzen können. Alte Rollenspielhasen sind nun einmal die umgekehrte Maxime gewöhnt: "Wenn es was Wichtiges ist, mach' es schwierig!" Diese Regel drückt aber nichts anderes als den Kerngedanken von Gumshoe aus, nach dem es nicht angehen könne, dass die SC in einer Sackgasse landen, nur weil eine (einfache oder schwierige) Probe auf bspw Verborgenes erkennen nicht gelungen ist.

4. Man kann sich bei Generierung einen oder mehrere Punkte auf eine IA schaufeln. (3 Punkte auf einer IA gilt so als obere Grenze für eine vernünftige Punkteverteilung. Dazu unten mehr.) Im Spiel erhält man somit entsprechende essentielle Hinweise garantiert. Ich kann aber auch Punkte ausgeben, um zusätzliche Informationen zu erhalten, bspw eine Interpretationshilfe für den Hinweis, vertieftes Verständnis, taktische/strategische Vorteile. Es wird dadurch also einfacher für Spieler bzw sicherer für die SC. Wichtig ist nur, dass "die Spur zum Mörder" auch ausliegt, ohne dass irgendwer Punkte ausgegeben hat. Es kann sowohl vom SL vorab festgelegt werden, in welcher Situation auf was Punkte ausgegeben werden können, als auch können Spieler von sich aus Punkte ausgeben - Letzteres ist der Moment, der weniger improvisationsfreudige SL ins Schwitzen bringen kann.

5. IAs sind zweierlei: binär und qualitativ. (Ob das die richtigen Begriffe sind?) Beispiel Architecture: Wenn mein SC diese IA nicht gewählt hat, besitzt er im Spiel keine spielrelevante Ahnung. Er wird diese IA nie anwenden können. Wenn mein SC einen oder mehrere Punkte auf diese IA verteilt hat, ist er ein Spezialist auf diesem Gebiet. Und selbst wenn er im Spielverlauf alle Punkte einer IA ausgegeben hat, ist er noch immer Spezialist auf dem Gebiet und kann jeden entsprechenden essentiellen Hinweis einkassieren. Der von x auf "0" gesenkte Wert ist also etwas komplett anderes als der initiale Wert "-".
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Re: [Gumshoe] Erklärt mir bitte das investigative System
« Antwort #16 am: 2.11.2012 | 12:47 »
Hier findet sich der Mitschnitt einer Spielsitzung zum Einführungs-Szenario von Ashen Stars. Da wird nochmal deutlicher, wie sich das Verhältnis von IA und GA im Spiel auswirkt.

Das Abenteuer kann ebenda eingesehen werden.

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Re: [Gumshoe] Erklärt mir bitte das investigative System
« Antwort #17 am: 16.12.2012 | 16:24 »
Gumshoe in zwei seiner Ausführungen steht im Moment auch bei meiner Gruppe zur Diskussion, darum habe ich mal eine Frage nach längeren Abenteuern/Abenteuerserien:

Hat jemand Erfahrung, wie schwer bzw. umständlich es ist, ein Abenteuer selbst zu entwerfen?

Soweit ich das sehe, muss der Spielleiter für jede Szene mehrere Hinweise entwerfen, die über die IA erspielt werden können, zusätzlich zum "kostenlosen" Hinweis auf die Folgeszene(n). Dabei sollten im Laufe einer Operation (Abenteuer in Nights Black Agents) möglichst alle IAs zum Tragen kommen. Im Moment stelle ich mir das als eine Heidenaufgabe vor.
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Re: [Gumshoe] Erklärt mir bitte das investigative System
« Antwort #18 am: 16.12.2012 | 16:57 »
Es müssen nicht alle alle IAs in jedem Abenteuer abgedeckt werden. Ich würde aber darauf achten, dass im Lauf einiger Abenteuer auch die nicht alltäglichen IAs mal gefragt sind. Man kann sich auch überlegen, jedem SC in jedem Szenario durchs Gestalten von Hinweisen ein oder mehrere Spotlights zu ermöglichen.
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Re: [Gumshoe] Erklärt mir bitte das investigative System
« Antwort #19 am: 16.12.2012 | 22:39 »
Man sollte wohl eher darauf achten, dass die Charaktere gleich oft drankommen.
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Offline Deep_Flow

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Re: [Gumshoe] Erklärt mir bitte das investigative System
« Antwort #20 am: 23.12.2012 | 09:06 »
Wichtige Anmerkungen zu den General Abilities und zum Kampf in NBA / Gumshoe finden sich hier.

Der Entwurf für das NBA-Companion 'Double Tap' klingt auch viel versprechend.

Der Mitschnitt einer NBA Google Hangout Runde findet sich hier. (u.a. ist Ryan Macklin dabei)

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Re: [Gumshoe] Erklärt mir bitte das investigative System
« Antwort #21 am: 31.12.2012 | 11:56 »
Was ich interessant finde: Ich habe über die freien Tage ToC und NBA gelesen. Obwohl beide fast die gleichen Regeln haben und vom selben Autor geschrieben wurden (Kenneth Hite) und mir settingsthematisch gleich nah (bzw. fern) stehen, weckte das eine (NBA) sofort den Wunsch zu spielen oder leiten, während das andere (ToC) mich völlig kalt ließ. Es ist schon interessant, was die Art der Präsentation und scheinbare Nebensächlichkeiten der Regeln, wie die Verschwörungspyramide in NBA, ausmachen können.

Edit: Worauf ich eigentlich hinauswollte, hätte ich jetzt fast vergessen: SPIELEN sich verschiedene Gumshoe-Varianten tatsächlich fühlbar unterschiedlich, wie es mein Leseeindruck ist, oder gibt es in der Spielpraxis keinen nennenswerten Unterschied?
« Letzte Änderung: 31.12.2012 | 11:58 von SLF »
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