Pen & Paper - Spielsysteme > World of Darkness
Eine Lanze für die WoD
D. M_Athair:
--- Zitat von: Koenn am 16.11.2010 | 16:22 ---Ich habe den Eindruck, dass manche Leute, die das System auf die Regeln reduzieren nicht in einem Storytelling Rollenspiel mitmachen sollten.
--- Ende Zitat ---
Es reicht schon ein Verständnis von den Regeln als gemeinsamer Spielgrundlage aus, um mit der oWoD massive Probleme zu bekommen. In den Weiten des Erzählspiel gibt es allerdings Spiele, die sich für die von dir beschriebene Spielerfraktion eignet.
So wie Tylen der nWoD ein brauchbares Setting abspricht, kann man der oWoD funktionierende Regeln absprechen.
Ein Stück weit erklärt das sogar den Graben zwischen den beiden Arten von WoDlern. Jede Seite scheint in der jeweils anderen WoD-Version die Fundamente seines Spiels zu vermissen.
Teylen:
--- Zitat von: Athair am 16.11.2010 | 17:18 ---Ein Stück weit erklärt das sogar den Graben zwischen den beiden Arten von WoDlern. Jede Seite scheint in der jeweils anderen WoD-Version die Fundamente seines Spiels zu vermissen.
--- Ende Zitat ---
Was daran liegen koennte das gerade der oWoD Seite die nWoD Seite ueber den Konkurrenz Faktor vorgestellt wird. So aus VtM Sicht heisst es, teilweise auch im Blog wieder:
[*] Es ist besser das es keine Clans mehr gibt
[*] Es ist besser das es keine Menschlichkeits Regel mehr gibt
[*] Es ist besser das es keine 1 er Regel mehr gibt
[*] Es ist besser das es keinen Kain + Anhang mehr gibt
[*] Es ist besser das es keinen reinen [Supernatural] Fokus GRW mehr gibt
Wo ich als VtM Spieler konstaniert feststelle, ich mag Clans, ich mag die Menschlichkeits Regel, ich mag die Regel der 1 und ich mag Kain und Anhang. Ich habe es mir wegen dem Vampir Fokus ueberhaupt erst gekauft.
Heisst es wird einem VtR als Spiel beschrieben das all das nicht hat was man bei dem alten Spiel mochte. Selbst wenn man jetzt Kain + Anhang nicht mochte, fehlt da der ganze Rest.
Naja und da muss es doch keinen Wundern das die oWoD VtM'ler in ihrer Ecke bleiben.
Und sich eher DFRPG anschauen weil man da nicht sagt: "Hey es ist besser weil es keine 1 er Regel mehr hat." sondern eher "Hey, guckt mal da schweinecoole Aspekte".
8t88:
--- Zitat von: Teylen am 16.11.2010 | 17:35 ---Was daran liegen koennte das gerade der oWoD Seite die nWoD Seite ueber den Konkurrenz Faktor vorgestellt wird. So aus VtM Sicht heisst es, teilweise auch im Blog wieder:
...
--- Ende Zitat ---
Danke Teylen! :)
Warum ich das so geschrieben habe, habe ich ja hier schon erklärt.
Mein nächster Blogeintrag wird reflektierter, und anhand Deiner Aufzählung/deines Beitrags werd ich das auch besser zu formulieren versuchen.
Denn die Präsentation der aktuellen WoD sollte eben genau kein Abwatschen der oWoD und seiner Spieler sein, sondern eben ein aufzeigen der Neuerungen, und Änderungen, so dass jeder für sich entscheiden kann ob er sich das mal anguckt (was ja auch kostenlos in auszügen geht).
Nur wurde mein Lanzenbruch von meiner anderen Blogeintrags Idee, einfach meine Gedanken zum ewigen hin und her über Editionswechsel ausdruck zu verleihen, contaminiert.
Ich sehe mittlerweile den alten Eintrag als nicht mehr existent... denn wer mich kennt, weiss eigentlich dass ich jedem seinen Spaß lasse, und einfach nur gerne alternativen aufzeige. So wie gerne Systeme so erkläre, so dass jemand der nicht Zeit und Lust hat sich ein Regelwerk durchzulesen/zu kaufen.
Weil ich halt immer die Hoffnung hege: Wenn wegen mir nur einer einen Tipp/System/Idee findet wodurch er mehr Spielspaß haben kann, hat es sich gelohnt was zu schreiben/zu erzählen!
Wer schon seinen maximalen Spaß hat, braucht das nicht, den will ich auch nicht nerven. Aber es gibt halt viele die überhaupt garnicht auf andere sachen (auch DFRPG) gucken wollen und das im vorfeld verurteilen. So hab ich kostbare Jahre verloren in denen ich ne Menge D&D hätte machen können, weil mir das (hin und wieder) schon echt Spaß macht! :)
Naja, bis dahin, lese ich hier noch mit, aber zum WoD konflikt werd ich nichts sagen, denn ich hab das nich gewollt. :-\
Teylen:
Es sollte kein Vorwurf sein sondern nur umreissen wo ich das Problem in der Praesentation sehe. :)
Wobei eine Praesentation in der Form wie im Beitrag zuvor noch nicht einmal unbedingt ein abwatschen ist, sie ist nur nicht ansprechend und teilweise nur bedingt informativ.
Es stimmt zum Beispiel das ich bei der nWoD Probleme habe ein brauchbares Setting fuer Vampire zu sehen. Was mit unter anderem daran liegt das es oftmals nur darueber beschreiben wird was von der oWoD nicht uebernommen wurde und wenn etwas eigenstaendiges auftaucht, wie die Sache mit den "Buenden", es los geloest im Raum zu stehen scheint.
Oberkampf:
--- Zitat von: Athair am 16.11.2010 | 17:18 ---So wie Tylen der nWoD ein brauchbares Setting abspricht, kann man der oWoD funktionierende Regeln absprechen.
Ein Stück weit erklärt das sogar den Graben zwischen den beiden Arten von WoDlern. Jede Seite scheint in der jeweils anderen WoD-Version die Fundamente seines Spiels zu vermissen.
--- Ende Zitat ---
Wobei ich da mehrere Aspekte witzig finde.
Erstens das 2 Bücher Argument: für oWoD brauchte ich, um alle relevanten Clane spielen zu können, drei Bücher: V:tM, Players Guide, Players Guide to the Sabbat. Um mir einen Einblick über den Basisaufbau der Camarilla-Strukturen zu verschaffen, brauchte ich noch mindestens ein Buch (z.B. ein Städtebuch).
Mythologie: Die ganze Kainsmythologie wurde im Grundwerk nur angeschnitten und erst später in den Splatbüchern ausgewalzt - für meine Kampagne wurde sie erst relevant, als der Players Guide to the Sabbat dem Sabbat den Kains-Fanatismus unterschob. Vorher war übrigens auch der Sabbat nur ein nettes Spielzeug (ähnlich blank wie VII in der nWoD). In der nWoD reichen 2 Bücher (Grundbuch+Vampirbuch) vollkommen aus.
Setting: V:tR kommt zwar ohne Metaplot, aber mit einem vollständigen (und mir persönlich fast zu umfangreichen) Basismodell für Vampirgesellchaften daher. Da das Buch nicht mehr die Grundregeln des RPG enthalten muss, konnten viele Seiten dafür verwendet werden, wie so eine "Standardvampirstadt" aussieht. Dagegen war V:tM doch sehr rudimentär: Prinzen, Elder, Neonates, Anarchen + Sabbat. Weitere Institutionen wie Primogen, Harpyen, Elysien, Sherrifs usw. wurden erst bei Chicago by night eingeführt. (Leider sind im V:tR-Grundregelwerk die Differenzen zum V:tM-Standardsetting nicht auf den ersten Blick sichtbar.)
Konflikte: In V:tM gab es die (albernen) Clane, die Generationen und die Sekten. Mit dem Sabbatbuch wurden die Pfade eingeführt. Dass es noch mehr geben kann (weitere Sekten, andere Supernaturals), wurde kurz umrissen. Wodurch sich die Fraktionen unterschieden, wurde knapp abgehandelt (Ventrue sind konservativ, Maklavianer haben nen Knall und Tremere zaubern. Der Sabbat ist böse.). Am Anfang war man völlig alleingelassen, was die Gestaltung der Vampirgesellschaft angeht. Vergleichsweise dazu geben die nWoD-Vampire dem SL viel an die Hand, mit dem er basteln kann. Dass man dafür teilweise die oWoD als Steinbruch benutzt hat, ist sicherlich ein bedauerlicher Fehler gewesen.
Kurzum: das "brauchbare Setting" war bei der oWoD nicht von vorneherein vorhanden. Die von WW Veröffentlichte Settingsausprägung hat sich nur langsam in die Köpfe gesetzt und eine ungeheure Strahlkraft gezeigt (was mir z.B. bei "Underworld" aufgefallen ist, und dass Jim Butcher sich von V:tM hat "inspirieren" lassen, wie TAFKAKB schrieb, ist sicherlich nicht von der Hand zu weisen, auch wenn ich Dresden Files cooler finde).
@Koenn
Das, was Du schreibst, deckt sich sehr stark mit meinen Vampirerfahrungen. Auch die Feststellung, dass man eben damit einen bestimmten Spielertyp mit bestimmten Meistern zufriedenstellen kann, vieles unspielbar bleibt und Grundregelmechanismen nicht jedem bekannt sein müssen, um Spaß daran zu haben, trifft m.E. auf V:tM zu. In solchen Fällen machen sich die Lücken im Regelwerk nur selten bemerkbar. Ich bevorzuge zum Erzählspielen eben funktionierende Regelwerke (und liebe ich Regelwerke, die geschlossenen Stories im Weg stehen, indem sie vieles offen spielbar machen.)
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