Autor Thema: Freeform - einfacher als jedes Regelsystem? [war "objektive Qualitätsmerkmale2]  (Gelesen 7590 mal)

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Offline Merlin Emrys

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Die Ausgangsthese war: "Freeform ist einfacher und billiger als andere Rollenspiele."
Das bisherige Fazit in aller Kürze ist, soweit ich sehe: Wenn die Gruppe bereits eine gemeinsame Ausgangsbasis hat und sich in den meisten Fällen einig ist oder unproblematisch einigen kann, ist Freeform einfacher und billiger. Sonst allerdings bietet ein Regelwerk mehr Nutzen.


1.) Was ist überhaupt Freeform?
Darüber besteht noch kein Konsens :-o.
Konsens ist, daß Freeform sich durch die Abwesenheit eines schriftlich vorliegenden expliziten Regelwerks auszeichnet und Entscheidungen daher auf der Basis von "Autorität" oder durch Absprache getroffen werden. Inwieweit eine Nähe zur "Du kannst, was Du (darstellen) kannst"-Form des LARP besteht, ist umstritten.  

"Zwischenformen" bzw. "Bindeglieder" zwischen Freeform und Nicht-Freeform können sowohl von der System- wie von der Spielerseite aus erreicht werden, indem bewußt nur Teile aller möglichen Situationen verbindlichen Regeln unterworfen werden.  

2.) Ist Freeform billiger?
Monetär pro: Das Basismaterial ist aus anderen Gründen (meist) ohnehin vorhanden, z.B. weil man bereits als Fan genug davon angeschafft hat, oder das Setting kann auf Konsensbasis selbst entworfen werden.
Monetär contra: Unter Umständen muß man Zusatzmaterial anschaffen, das den Brückenschlag von nicht für Rollenspiele geschriebenem Hintergrundmaterial zu einer rollenspieltauglichen Umsetzung übernimmt.
 
Zeitlich pro: (1) Wenn bereits eine Abstimmung über den Hintergrund stattgefunden hat oder der Spielleiter den Hintergrund für die Spieler konsistent darstellen kann, entfällt der gesamte Aufwand, sich mit dem Hintergrund extra vertraut zu machen.
(2) Der Aufwand, sich bewußt mit Regeln vertraut zu machen, entfällt.
Zeitlich contra: Wenn Teile der Gruppe eine getroffene Entscheidung nicht annehmen, oder wenn die Abstimmung über den Hintergrund Aspekte nicht umfasst, die für das Rollenspiel wichtig werden, kann die Diskussion darüber länger dauern (und gruppen-unverträglicher sein) als jedes Bücherlesen.

3.) Ist Freeform einfacher?
Pro: Die der "Freeform" zugrundeliegenden Regeln müssen nicht eigens erlernt werden, sie sind bereits im Verhalten vorhanden.
Contra: In dem Moment, in dem es einen Dissens gibt, der nicht sofort über die impliziten Regeln gelöst werden kann, steigt der Vermittlungsaufwand stark an, und zwar über das Maß hinaus, das sich ergibt, wenn es ein Regelwerk gibt, das zur Lösung solcher Streitfälle herangezogen werden kann.

4.) Unter welchen Vorbedingungen ist Freeform also die geeignetere Spielweise?
Freeform ist geeignet, wenn
- die Spieler bereit sind, sich darauf einzulassen, daß der Spielleiter und jeder andere Spieler Entscheidungen ohne definiertes Regelkorsett trifft,
- der Hintergrund entweder einvernehmlich zusammen entwickelt werden kann oder in konsenfähiger Weise vorliegt.  

Gegen die Verwendung von Freeform spricht es, wenn
- Spieler in der Gruppe sind, deren Spielweise am Vorhandensein bestimmter Regelaspekte hängt, die von den impliziten Regeln nicht abgedeckt werden,
- Dissens über bestimmte Hintergrundelemente herrscht, der nicht aus dem vorhandenen Material gelöst werden kann,
- der Spielleiter nicht in der Lage ist, zwischen den Spielern so zu vermitteln, daß sie an einem Strang ziehen können,
- jemand das Vorgehen als unangenehm willkürlich empfindet.


Zitate, auf die ich mich beziehe und deren Kontext bei Interesse noch lesenswert sein könnte:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Wenn etwas aus dem Zusammenhang gerissen und / oder falsch interpretiert ist, bitte ich um einen Hinweis, dann bemühe ich mich um entsprechende Korrekturen.

« Letzte Änderung: 29.01.2011 | 21:08 von Merlin Emrys »

Nin

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Danke für die Zusammenfassung.

Offline Funktionalist

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Danke für die Zusammenfassung.
+1  :b
Setz das doch noch als Link oder als Spoiler in den Anfangspost!

Gesucht waren als letztes die Bindeglieder oder Regelwerke, die dem Freeform vom Gefühl her am nächsten sind, wenn ich mich nciht irre.
Außerdem ist noch nicht klar, was das Felhen von REgeln denn nun eigentlich bedeutet. Für jemanden der in Fanforen mit freeform anfängt wird dieses ganzu anders aussehen, als für jemanden der Regeln gewöhnt ist.

So gibt es beim Freeform nicht die Bestätigung durch Glück oder Werte, das Brot des Gamisten.


Offline Merlin Emrys

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@ Destruktive_Kritik: Ich habe mal einen Link gesetzt.

@ Teylen: Könnte man also sagen, daß Freeform eine geeignete Form ist, wenn man Rollenspiel nur als eine "Ausdrucksmöglichkeit" eines größeren Hobbies betreibt? Man sieht die entsprechenden Filme, liest die Bücher / Comics / ..., sammelt Sammelkarten, schreibt selbst FanFiction, schreibt in Foren... und spielt eben auch mit anderen in der gemeinsame vorgestellten Umgebung. Daß das "Rollenspiel" ist und man das auch in einer anderen Umgebung, mit einem anderen Hintergrund und mit einem festgelegten Regelwerk spielen könnte, muß den Spielern nicht einmal bekannt sein, es entwickelt sich jeweils "einfach so".

Außerdem ist noch nicht klar, was das Felhen von REgeln denn nun eigentlich bedeutet.
In jedem Fall bedeutet es, daß es keine EP-Jagd geben kann, weil es ja gar keine Erfahrungspunkte gibt. Wenn es eine Entwicklung der Chraktere gibt, kann sie lediglich auf einer Konsensentscheidung beruhen. Interessant wäre das evtl. für die Frage, ob Freeform mit dem Phänomen des "Powergaming"s kompatibel ist.

Zur Entwicklung des Umfelds bin ich bei einer Fallunterscheidung gelandet:
Bei Star Trek wäre es der Serie angemessen, wenn das Umfeld eher statisch bleibt; bei anderen Hintergrundversionen bin ich nicht sicher. Inwieweit kann es eine Entwicklung geben, die mit dem Hintergrund, wie das Hobby es liefert, verträglich ist, wenn der eigene Hintergrund sich verändert?
Bei Welten, die Gruppen unabhängig von Serien usw. schaffen, ist die Situation dagegen ganz anders gelagert: Da es kein "offizielles" Material gibt, mit dem man kompatibel bleiben könnte, kann der Hintergrund sich leichter ändern, als es sonst bei Rollenspielen der Fall ist.

Offline Sephiron

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Danke, Merlin Emys, für die Zusammenfassung.
Allerdings ist schätzungsweise niemand von uns der Auffassung, Freeform sei besser als jedes Regelsystem.
Ursprünglich ging es mir darum, dass Freeform die bessere Alternative zu "Schummel-Systemen" ist. Man braucht nur Regeln, an die man sich hält. (D.h.: Man sollte nur Regeln schreiben, an die man sich auch immer halten kann.)
Das wiederum ist eigtl schon seit Jahren bekannt.


Ergänzend zur Zusammenfassung:
2) Pro Freeform (monetär): Wenn Settinginformationen "fehlen", wählt man ein anderes Setting oder generiert es im Spiel. Da kein Regelkorsett existiert, braucht man auch keine "Übersetzung" in Regelmechaniken.

3) Pro Freeform (zeitlich): Regeldiskussionen entfallen. Diskussionen über Plausibilität/Dramaturgie/Style/... vs. Regeln entfallen. (Trifft auch auf funktionale Regelsysteme zu, aber eben nicht auf "Schummel-Systeme".)
Contra Freeform (zeitlich): Unter Umständen kommen Diskussionen über die Bedeutung vorhandener Settinginformationen auf. (Trifft auch auf "Schummel-Systeme" zu.)

4) Alle Voraussetzungen für Freeform gelten auch für "Schummel-Systeme".


Zu DKWD(D)K:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)


Zu Bindegliedern:

"Schummel-Spiele" stehen zwischen Freeform und explizitem Regelsystem, da es im Grunde genommen Freeforms sind, in die nach Lust und Laune Regelmechaniken gepackt werden.
Funktionale "Bindeglieder" sind "Rules light"-Systeme mit verbindlichen Regeln. D&D1, DSA1, viele Indie-Spiele etc. Viele Detailfragen werden über die Erzählrechte der Teilnehmerrollen gelöst, während das Wesentlichste eindeutigen Regeln unterworfen ist.
Beispielsweise klärt das Regelsystem von Fiasco, wann ein Konflikt erzählt & aufgelöst wird, aber nicht, worin dieser Konflikt besteht oder was überhaupt passiert - das liegt im Ermessen des erzählenden Spielers.
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Offline Merlin Emrys

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Allerdings ist schätzungsweise niemand von uns der Auffassung, Freeform sei besser als jedes Regelsystem.
Das steht in dieser Form auch hier zum ersten Mal... oder habe ich was überlesen? :-o

Man braucht nur Regeln, an die man sich hält.
Für gewisse Herangehensweise an Rollenspiel trifft das wohl zu. Aber nicht für alle, die möglich sind.

Zu den Ergänzungen: Teilweise sehe ich da noch nicht den Unterschied zu dem, was ich schon geschrieben hatte. Die Bindeglieder nehme ich - in etwas weniger pejorativer Sprache, soweit es geht - jedenfalls oben mit auf.

Offline Sephiron

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Das steht in dieser Form auch hier zum ersten Mal... oder habe ich was überlesen? :-o

Hast du nicht, es ist bloß der Threadtitel ;)

Zitat
Für gewisse Herangehensweise an Rollenspiel trifft das wohl zu. Aber nicht für alle, die möglich sind.

Kommt auf die Grundannahmen an - ursprünglich geht es ja um Qualität von Regelsystemen ;)

Wenn eine Runde kein verbindliches explizites Regelsystem hat, dann braucht sie entweder keins (Freeform) oder nimmt ein "unpassendes" System als Notlösung (Vanilla).

Es ist nicht nötig, weitere Vanilla-Systeme zu schreiben.
Wenn man merkt, dass man das gerade tut, hat man zwei Optionen: Entweder zieht man den Ansatz voll durch & sorgt dafür, dass das System für was Anderes taugt als ursprünglich beabsichtigt, oder man fängt von vorn an und nimmt nen Ansatz, der auch zur Designabsicht passt.
Alles Andere ist Schrott.

Natürlich gibt es, trotz Forge & anderen Indies, nach wie vor Gruppen, die Vanilla spielen. IdR wissen die einfach nicht, welches System zu ihnen passen würde, oder können sich nicht vorstellen, dass so ein System überhaupt existieren könnte.
Es könnte sein, dass ein passendes Spiel in einigen Fällen wirklich noch nicht existiert. Dann hoffe ich, dass irgendjemand ein solches schreiben wird.

Mein Ratschlag "Benutzt die Regeln oder lasst sie weg" geht von der Annahme aus, dass die Gruppe imstande (und gewillt) ist, ein passendes Spiel zu schreiben oder zu entwickeln. Das ist natürlich ein reines Ideal.
Dennoch: Die Zahl der existierenden Regelsysteme sinkt nicht. Jedes denkbare Rollenspiel bekommt früher oder später auch ein passendes Regelsystem. Dieses würde das zuvor verwendete Vanilla-System ersetzen, weil es für die entsprechende Runde besser ist. - Und das ist mMn auch der beste Anhaltspunkt, um die Qualität eines Rollenspiels zu beurteilen.

Zitat
Zu den Ergänzungen: Teilweise sehe ich da noch nicht den Unterschied zu dem, was ich schon geschrieben hatte. Die Bindeglieder nehme ich - in etwas weniger pejorativer Sprache, soweit es geht - jedenfalls oben mit auf.

Bist du sicher, dass du "pejorativ" meinst und nicht "dyphemistisch"?
Aber ja, um Dysphemismen geht es  ;) ... Du beleuchtest einseitig, indem du Pro-Argumente relativierst und bei Contra-Argumenten stets von einem idealen Regelsystem ausgehst.
Es geht aber in erster Linie nicht um funktionale Regelsysteme, sondern um Vanilla-Systeme. Damit gibt deine Zusammenfassung zwar nen gewissen Überblick über bereits Gesagtes (das ist prima), trifft den Kern der Diskussion aber nicht.
Du kannst natürlich auch die Pro-/Contra-Auflistung so lassen und die Punkte bei "Vanilla als Bindeglied" aufführen.

Den Begriff "Schummel-System" hab ich im letzten Post verwendet, weil er verständlicher ist als "Vanilla". Wenn dir das zu gehässig erscheint, nimm ruhig "Vanilla".
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Offline Merlin Emrys

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Hast du nicht, es ist bloß der Threadtitel ;)
Ehm... nein? Der Threadtitel jedefalls, der bei mir erscheint, fragt nach "einfacher", nicht nach "besser".

Mein Ratschlag "Benutzt die Regeln oder lasst sie weg" geht von der Annahme aus, dass die Gruppe imstande (und gewillt) ist, ein passendes Spiel zu schreiben oder zu entwickeln. Das ist natürlich ein reines Ideal.
Das zum einen. Und zum anderen ist "passend" in bezug auf eine Rollenspielgruppe und ihr Regelwerk letztlich nichts, was man sozusagen "wissenschaftlich einwandfrei" bestimmen könnte; das wäre aber für mich das Mindeste, was ich verlange würde, bevor ich (ohne Rücksprache bzw. Vorliegen dieser Aussage aus der entsprechenden Gruppe selbst) die Aussage, eine andere Gruppe hätte "nicht das passende System", akzeptieren würde. Von außen läßt sich dergleichen nicht beurteilen, es ist ja schon innerhalb einer Gruppe schwer genug bis unmöglich. Und wie auch immer Du es nennst, es ist beleidigend, einer anderen Gruppe etwas zu unterstellen (und ihr ggfs. daraufhin ungebeten entsprechend Ratschläge zu erteilen).

Wenn eine Runde kein verbindliches explizites Regelsystem hat, dann braucht sie entweder keins (Freeform) oder nimmt ein "unpassendes" System als Notlösung (Vanilla).
Oder sie nimmt ein passendes - was ja immer auch noch geht. Oder sie nimmt eins und passt es an. Oder sie wählt eine Mischform. Du unterstellst, jede Gruppe, die nicht freeform-geeignet sei, müsse auf "unpassende" Lösungen zurückgreifen; das ist aber ja nun schlicht nicht der Fall.
« Letzte Änderung: 29.01.2011 | 23:26 von Merlin Emrys »

Offline Naldantis

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Re: Objektive Qualitätsmerkmale für Regelwerke 2
« Antwort #58 am: 30.01.2011 | 00:42 »
Kostenpunkt:
Es kostet nichts ausser Zeit.

Beweise:
Einmal zu so etwas wie der DeSF schauen (oder eine der anderen Sternenflotten die es im doppelten Dutzend gibt), oder bei Animexx in die RPG Sektion. Man kann auch nach seinem Lieblingsserien-Verse schauen und wird dazu freie Runden finden..

"nichts außer Zeit" ist eine Farce, denn ZEIT ist das kostbarste überhaupt!
Woher soll der eine Teil der Spieler die Zeit nehmen, Dutzende von Filmen zu sehen, Büchern zu lesen, Foren zu durchstöbern, etc.
Es ist soviel einfacher und billiger (an Zeitaufwand, und Zeit ist Geld), in wenigen Regelbüchern die Kapitel zu lesen, die man wirklich benötigt.


Offline Sephiron

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@Merlin Emrys
Ich habe "passend" einfach als Synonym für "kohärent" gewählt, also "zum Gruppenvertrag passend" oder auch "nicht im Konflikt zum Gruppenvertrag stehend". Wenn dir der Fachbegriff lieber ist, nimm den.
Zur Kohärenzbestimmung gibt es verlässliche Methoden. Einige davon findest du mWn auch im Tanelorn.

@Naldantis
Der Einwurf kam schon von Merlin Emrys auf Seite 1. Seitdem kamen mehrere Antworten.
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Offline Maarzan

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Ein schriftliches Werk ist einfach erst einmal eine Arbeitsgrundlage um den gemeinsamen Vorstellungsraum hinterher zu bilden, sowohl vom Inhalt her (Setting) als auch von dessen Funktionieren bzw. Beschickung mit weiterem Material (Regeln).

Wenn man glaubt oder weis, dass man diese Basis bereits hat, dann kann man darauf auch verzichten.
Meine Erfahrung war aber, dass man sich entweder bei dieser Einschätzung in der Regel (wenn auch nicht immer) überschätzt hat bzw. einige Leute es gar nicht so genau wissen wollten, um hinterher mehr Spielraum zu haben ihre Vorstellungen durchzudrücken.

In dem Sinne ist eine schriftliche Basis einfach eine Rückversicherung gegen Missverständnisse und Missbrauch. Diese Fälle müssen nicht auftreten, steigen in ihrer Wahrscheinlichkeit aber mit längerer Spielzeit, genauerer Betrachtung des Spielinhalts und unbekannten oder gar inkompatiblen bis Regel0-Spielern.

Entssprechend ist der Umfang des sinnvolerweise gewählten Regelsystem eben abhängig von der Kosten/Riskoabschätzung der Beteiligten. Wobei je nach Abstraktionsgrad auch in einem komplexen System nicht alle Leute die Regeln im Detail kennen müssen, wenn die spielweltinterne Beschreibung ausreicht den anderen ein weitgehend eindeutiges Bild der Handlung zu geben.
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Offline Captain T

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Eine schriftliche Basis auch für Freeform ist sicher nicht verkehrt. Aber dort kann man nun keine harten Mechanismen festlegen, sondern muss einen Konsens finden, eine Art Anleitung zur positiven Willkür, wie man den gesunden Menschenverstand und die eigenen Ansprüche an Dramaturgie verknüpfen kann - ein Widerspruch, der imho im Rollenspiel quasi überall zu finden ist.
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Offline Naldantis

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Re: Objektive Qualitätsmerkmale für Regelwerke 2
« Antwort #62 am: 30.01.2011 | 16:31 »
Abgesehen von den zuvor getaetigten Ausfuehrungen zu dem Zeitvergleich ist es beim Freeform oftmals der fall das die Zeit nicht allein dem Rollenspiel zugeordnet wird.
Das heisst man spielt Freeform Rollenspiel und beschaeftigt sich mit einer seiner Lieblings Serien.
Man spielt Freeform Rollenspiel und geht seinem Hobby schreiben nach.

Hmmm, also ich kenne kaum jemanden, ...korrektur niemanden, der zum RPG auch noch Schriftstellerei als Hobby hat.
Und irgendwelche Serien im Akkord sehen zu müssen, die andere toll finden, nur um mit ihnen spielen zu können, finde ich auch nciht entspannend. (Es sind ja nich MEINE Lieblingsserein, die mag ja außer mir auch kaum wer...)
 
Also IMHO stimmt das Argument, Freeform würde geringere Zeitkosten bedeuten nur, wenn das Lesen von RPG-Regelwerken nicht, das fremdbestimmte Glotzen irgendwelche Serien und Lesen irgendwelcher Bücher hingegen durchaus als Rollspiel gezählt wird.

Zitat
Wie zuvor geschrieben betaetigen sich ueberaus primaer Leute in Freeform Rollenspielen die entsprechend thematisches Material vorliegen haben und ueber die normale Nutzung des Material im Fan-Rahmen sich entschliessen es als Basis fuer ein Rollenspiel zu verwenden.
Der Punkt ist doch jender das die Spieler nicht angeschafft haben weil sie das Ziel haben einem Freeform Rollenspiel nach zu gehen.

Also wäre die Aussage doch die, daß Freeform praktisch ist für alle die, die sich bereits in dem entsprechenden Fandom hinreichen 'fanatisch' eingelebt haben?
Aber somit hätte man gerademal für Star Trek, Star Wars und Lord of the Rings eine releee Chance, eine Gruppe zusammen zu bekommen; okay, Bundesliga-Manager auch noch, wen es dieses als RPG gäbe.

Callisto

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Re: Objektive Qualitätsmerkmale für Regelwerke 2
« Antwort #63 am: 30.01.2011 | 16:49 »
Aber somit hätte man gerademal für Star Trek, Star Wars und Lord of the Rings eine releee Chance, eine Gruppe zusammen zu bekommen; okay, Bundesliga-Manager auch noch, wen es dieses als RPG gäbe.

Dem kann ich reinen Gewissens widersprechen. Im Netz findet man viel mehr und viel aktivere Fandoms. Grade das Freeform-RPG im Netz wird von Leuten gemacht, die aktive Fans sind und sonst keiner RPG-Erfahrung, ausserhalb des Freeform-Fan-RPGs haben. Beispiele dafür wären viele Animes, Vampire Diarys, Supernatural und was weiß ich noch. Dazu muss ich sagen, als P&P-Roleplayer mit Einbindung ins SPN-Fandom, dass ich mir dort keine RPG-Freeform-Foren suche, aber durchaus weiß, dass es solche in ausreichender Menge gibt. Und eben nicht nur dort. Das Trek und SW(hier für Star Wars) Fandom ist jedoch mittlerweile so alt, dass die dortigen Roleplayer meist längst zu 'normalen' Rollenspielern, im Sinne von P&P-Spieler mit Kenntnis von Regelsystemen, mutiert sind. Doch gerade Leute in Animefandoms und jüngere Fandoms fangen genau mit sowas an und bleiben oft genug entweder dabei und hören damit dann auf.

Offline Sephiron

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Re: Objektive Qualitätsmerkmale für Regelwerke 2
« Antwort #64 am: 30.01.2011 | 17:42 »
@Naldantis
Deshalb der erste Punkt in meiner Anmerkung zu Merlin Emrys' Zusammenfassung.
Setting: Fan-RPGs werden wegen der Vorlage gespielt, nicht etwa, weil sich das Setting zum Spielen anbieten würde. Wer z.B. mit einem bestimmten Anime nichts anfangen kann, wird auch kaum ein Fan-RPG dazu spielen wollen. Für Freeform-Spiele bietet es sich sogar am ehesten an, das Setting während des Spiels zu entwickeln. Als normaler Teil der Exploration ist das absolut unkompliziert.
Schreiben: ...ist ne Sache für Forenrollenspiele, ob Freeform oder nicht. Am Spieltisch muss natürlich niemand schreiben, erst recht nicht bei Freeform-Spielen.



@Maarzan
Sehe ich anders. Im Grunde hast du Recht, aber ich sehe da noch einen weiteren Faktor.
Die mMn größte Stärke mechanischer Regelsysteme sind direkte Belohnungsmechanismen. Genau die sind wichtige Quellen für Flowgefühle beim Spielen und können damit unser Belohnungszentrum extrem stimulieren.
Diese direkte Resonanz existiert aber bei Freeform-Runden und bei solchen mit "unpassendem" Regelsystem bloß in abgeschwächter Form. Resonanz, die über soziales Feedback läuft statt über ein "automatisches" System, kann zwar für Langzeitmotivation sorgen, aber nicht für diesen "Kick".

Klar, die soziale Komponente und das kreative Schaffen sind wichtige Bestandteile des Spiels (und beliebte Argumente, um uns von "PC-Junkies" abzugrenzen), aber wie auch bei Computerspielen funktioniert der "Kick" bei Rollenspielen genau auf diesen Flowzuständen.
Wenn ich Rollenspiele schreibe oder spiele, dann achte ich darauf, einen möglichst hohen "Suchtfaktor" zu erreichen. Mit Freeform gibts da einfach ne Grenze, die sich nicht knacken lässt.
Maximale Flow-Ausbeute gibts nunmal nur bei maximaler Kohärenz und die nur bei einem auf maximale Effizienz gewählten Regelsystem.
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Offline Merlin Emrys

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@Merlin Emrys
Ich habe "passend" einfach als Synonym für "kohärent" gewählt...
Und was genau ändert das nun?

Also wäre die Aussage doch die, daß Freeform praktisch ist für alle die, die sich bereits in dem entsprechenden Fandom hinreichen 'fanatisch' eingelebt haben?
So hätte ich das vermutet. Die Zeitersparnis betrifft sozusagen die Zeit, die man "nur wegen Rollenspiel, aber nicht mit Rollenspiel" verbringt. 

Und noch kurz OT:
Hmmm, also ich kenne kaum jemanden, ...korrektur niemanden, der zum RPG auch noch Schriftstellerei als Hobby hat.
Auf www.weltenbastler.net gibt es ein paar, und ich selbst zähle auch zu denen, die Romane und Rollenspiele (öh, ja, Plural :-o ...) nebeneinander schreiben. 

Offline Naldantis

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Und noch kurz OT:Auf www.weltenbastler.net gibt es ein paar, und ich selbst zähle auch zu denen, die Romane und Rollenspiele (öh, ja, Plural :-o ...) nebeneinander schreiben.  

Selbstverständlich ist das nur meine ganz persönliche Erfahrung, ..aber ich habe in 25 Jahren exakt EINEN Rollenspieler kennengelernt, der auch ein Buch schreibne wollte...
...und auch der hat es meines Wissens nie gemacht.
Sicher, unter den zigtausenden in Foren finden sich solche, ...aber welche Chance habe ich als Möchtegern-Freeformspieler, eine Gruppe aus solchen aufzubauen?
« Letzte Änderung: 30.01.2011 | 23:06 von Naldantis »

Offline Naldantis

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Re: Objektive Qualitätsmerkmale für Regelwerke 2
« Antwort #67 am: 30.01.2011 | 23:05 »
@Naldantis
Deshalb der erste Punkt in meiner Anmerkung zu Merlin Emrys' Zusammenfassung.
Setting: Fan-RPGs werden wegen der Vorlage gespielt, nicht etwa, weil sich das Setting zum Spielen anbieten würde. Wer z.B. mit einem bestimmten Anime nichts anfangen kann, wird auch kaum ein Fan-RPG dazu spielen wollen. Für Freeform-Spiele bietet es sich sogar am ehesten an, das Setting während des Spiels zu entwickeln. Als normaler Teil der Exploration ist das absolut unkompliziert.

Aber wenn ich Freeforn spielen möchte, dann brauche ich doch diese Spieler!
D.H. entweder versuche ich aus meinen bestehenden Gruppen genügend Fans dieser Serie zu rekrutieren (sehe ich nur bei besagten Mainstream-Fandoms eine kleine Chance) oder ich gehe zu den Fandoms außerhalb der RPG-Szene und versuche dort anzuwerben, wobei ich dann aber auch nur auf ein paar wenigen Animees (in D'dorf z.B. wohl Naruto) zurückgreifen kann und auch dort nur geringe Chancen habe.

Also bleibt es bei Foren- / BBS- / PBEM-Runden?

Offline Naldantis

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Re: Objektive Qualitätsmerkmale für Regelwerke 2
« Antwort #68 am: 30.01.2011 | 23:14 »
Dem kann ich reinen Gewissens widersprechen. Im Netz findet man viel mehr und viel aktivere Fandoms. Grade das Freeform-RPG im Netz wird von Leuten gemacht, die aktive Fans sind und sonst keiner RPG-Erfahrung, ausserhalb des Freeform-Fan-RPGs haben.,

Meine Frage stellt sich doch andersrum: wie komme ich als Spieler zu einer Gruppe, mit der ich spielen kann, und wieviel Aufwand kostet es mich bei Freeform-Runden im Vergleich zu Standard-RPGs?
Und um in einem Freeform-Forum mitspielen zu können, benötige ich eine existierende Gruppe in einem MEINER Fandoms, in einem Standard-System lediglich eine Gruppe irgendeines System, das zu erlernen ich hinkriege und dessen Setting mich halbwegs reizt.



Offline Naldantis

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Ursprünglich ging es mir darum, dass Freeform die bessere Alternative zu "Schummel-Systemen" ist. Man braucht nur Regeln, an die man sich hält. (D.h.: Man sollte nur Regeln schreiben, an die man sich auch immer halten kann.)
Das wiederum ist eigtl schon seit Jahren bekannt.

erstaunlich, daß hier Dinge noch vorausgesetzt werden, an die 'draußen' in der Praxis (nichts des RPGs, sondern z.B. der Technik, der Wirtscahft, etc.) schon keiner mehr glaubt.

Zitat
Ergänzend zur Zusammenfassung:
2) Pro Freeform (monetär): Wenn Settinginformationen "fehlen", wählt man ein anderes Setting oder generiert es im Spiel. Da kein Regelkorsett existiert, braucht man auch keine "Übersetzung" in Regelmechaniken.

Diese Aussage kann ich jetzt nicht nachvolziehen:
wurde nicht zuvor als Kostenvorteil für Freeform immer angeführt, daß alle Spieler a priori das Setting in- und auswendig kennen?
Wieso sollte das bei einem anderen Setting - zu dem man ja in obiger Aussage wechseln soll, auch gegeben sein?
das wäre doch en erstaunlicher Glücksfall, oder?

Zitat
3) Pro Freeform (zeitlich): Regeldiskussionen entfallen. Diskussionen über Plausibilität/Dramaturgie/Style/... vs. Regeln entfallen. (Trifft auch auf funktionale Regelsysteme zu, aber eben nicht auf "Schummel-Systeme".)
Contra Freeform (zeitlich): Unter Umständen kommen Diskussionen über die Bedeutung vorhandener Settinginformationen auf. (Trifft auch auf "Schummel-Systeme" zu.)

Diese beiden Punkte widersprechen sich doch ganz prinzipiell:
Die regeldiskussionen hat man sofort, wenn die Interpretation der Quellen bei zwei Spielern von einander abweichen!
Nicht früher, aber eben auch nicht später.
Ob der eine eine Folge nicht gesehen hat oder der andere einen Nicht-Kanon-Roman nun für Kanon erachtet, oder sich eine falsche Erinnerung eingeschlichen hat, man hat sofort diese Diskussion, wenn der entsprechende Punkt angespielt wird.

 

Offline Naldantis

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...aber selbstverständlich!
Es braucht doch nur eine Hierarchie in der Gruppe (also jede normale Gruppe), und schon öffnet sich die Möglichkeit dazu von selbst.
 

Offline Teylen

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Re: Objektive Qualitätsmerkmale für Regelwerke 2
« Antwort #71 am: 31.01.2011 | 02:30 »
Woher soll der eine Teil der Spieler die Zeit nehmen, Dutzende von Filmen zu sehen, Büchern zu lesen, Foren zu durchstöbern, etc.
Der typische Freeform Rollenspieler hat sich die benötigte Serie schon zuvor angesehen.
Nun und in Bezug auf Star Trek reicht es nur einen Teil der Episoden gesehen zu haben und man kann bereits mitspielen.

Ansonsten finden selbst meine Kollegen die Zeit um Southpark, Lost oder Californication zur Gänze gesehen zu haben.
Zitat
Es ist soviel einfacher und billiger (an Zeitaufwand, und Zeit ist Geld), in wenigen Regelbüchern die Kapitel zu lesen, die man wirklich benötigt.
Für die komplette zweite Season True Blood brauchte ich 1 1/2 Tage [mit Essen, Schlafen und Faulenzen], das GRW der neuen World of Darkness hingegen habe ich bis heute noch nicht komplett geschafft zu lesen.

Hmmm, also ich kenne kaum jemanden, ...korrektur niemanden, der zum RPG auch noch Schriftstellerei als Hobby hat.
Was daran liegen könnte das mir scheint das allein die Anzahl der Personen die Freeform Rollenspiel spielen hier recht gering zu sein scheint.
Ich konnte bisher feststellen das Fandom basierte Autorenzirkel, das heißt Gruppen von Fans die zu ihrer Lieblings Serie oder Lieblings Thema, Fan Fiction verfassen, es auf kurz oder lang zur Bildung von Freeform Rollenspielen kommt. Respektive dem kooperativen, spielerischen Geschichten schreiben welches, nach meinem dafürhalten, alle nötigen Züge hat um als Freeform Rollenspiel qualifiziert zu werden.
Ein Teil dieser Autoren hat es durchaus auch geschafft in sehr kleinen, sehr themenspezifischen Verlagen Bücher zu veröffentlichen.

Wobei man nicht Schriftstellerei zum Hobby haben muss um im Falle der DeSF an einem Freeform Rollenspiel teilzunehmen wo die Spielzüge, zumindest damals als ich noch daran teilnahm, zwischen 500 bis 2000 Worte umfassen. Wobei mindestens 1 bis 2 Spielzüge die Woche erwartet werden und täglich nun nicht schlecht wäre.
[Eine ähnlichen Drift zum ausführlichen Schreiben kann man imho ebenso bei Online Chroniken zu klassischen Rollenspielen wie VtM beobachten. Wer es sich anschauen möchte, die Chronik ist zwar mittlerweile dicht, aber im Inplay Bereich von New York bei Nacht kann man imho gut längere Rollenspiel Posts sehen]

Anmerkenswert, um dem Fehlschluss vorzubeugen, es gibt durchaus auch Freeform Rollenspiel Gruppen welche Online gespielt werden und wo die Spielzüge nicht gleich ganze Romane sind.

Zitat
Und irgendwelche Serien im Akkord sehen zu müssen, die andere toll finden, nur um mit ihnen spielen zu können, finde ich auch nciht entspannend.
Wie zuvor erwähnt schaut man sich nicht eine Serie an um anschließend an einem Freeform Rollenspiel zu eben dieser teilzunehmen, sondern man spielt Freeform Rollenspiel weil einem die Serie gefiel. [Nun und gerade was TV Serien betrifft so findet sich, zumindest auf englisch, imho tendenziell zu jeder Serie etwas]

Ansonsten bleibt noch der Weg zu den Nicht-Serien/Filme [oder andere passive Medien] basierten Freeform Runden.
Wie das zuvor verlinkte Camden-City oder Chrestonim.

(Meine Freeform Rollenspiel Erfahrungen fundieren sich soweit fast ausschließlich auf Online Gruppen.
Wenn man dort eine Freefrom Runde zu seiner Lieblingsserie / Thema haben möchte, geht man in ein Forum mit Fans der Serie bzw. des Themas die einem sympathisch erscheinen, und schlägt es vor)
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Offline Naldantis

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Re: Objektive Qualitätsmerkmale für Regelwerke 2
« Antwort #72 am: 2.02.2011 | 00:46 »
Der typische Freeform Rollenspieler hat sich die benötigte Serie schon zuvor angesehen.
Nun und in Bezug auf Star Trek reicht es nur einen Teil der Episoden gesehen zu haben und man kann bereits mitspielen.

da bin ich anderer Meinung:
Wenn man nur die gemeinsame Kenntnis der Serie als Basis für Einschätzungen und Aktionen hat oder auch den Charakterbau, dann ist eschon schon relevant , ob man die Folge mit dem Androiden kennt, der sich seiner Natur nicht bewußt ist, oder der Auflösung über Kes wahre Natur, oder des Schicksals der Dinosaurier, oder der Existens von Sektion 31, usw.
(Was alles kein Problem ist, wenn alle diese als gültige Basis ein Regelwerk haben und die Serien nur als Hintergrund und Ambiente dienen.)

Zitat
 
Ansonsten finden selbst meine Kollegen die Zeit um Southpark, Lost oder Californication zur Gänze gesehen zu haben.Für die komplette zweite Season True Blood brauchte ich 1 1/2 Tage [mit Essen, Schlafen und Faulenzen], das GRW der neuen World of Darkness hingegen habe ich bis heute noch nicht komplett geschafft zu lesen.

Naja, wäre bei mir andersherum...
..aber ich kann so Serien auch nicht exklusiv sehen und dann Inhalt reproduzieren - ich muß da nebenbei spielen, lesen, wenigstens essen und ich erinnere mich immer nur an einzelne Szenen...

Zitat
Was daran liegen könnte das mir scheint das allein die Anzahl der Personen die Freeform Rollenspiel spielen hier recht gering zu sein scheint.

Kann ich nicht beurteilen, ich kenne halt keinen; nur eine Handvoll Leute die es mal zwischendurch versucht haben.

Zitat
Ich konnte bisher feststellen das Fandom basierte Autorenzirkel, das heißt Gruppen von Fans die zu ihrer Lieblings Serie oder Lieblings Thema, Fan Fiction verfassen, es auf kurz oder lang zur Bildung von Freeform Rollenspielen kommt. Respektive dem kooperativen, spielerischen Geschichten schreiben welches, nach meinem dafürhalten, alle nötigen Züge hat um als Freeform Rollenspiel qualifiziert zu werden

Hmmm vielleicht täusche ich mich da, aber ich habe in den größeren FanFic-Foren und -Archiven kaum Referenzen auf RPG-Gruppen bemerkt, noch weniger auf Freeform.

Zitat
Wobei man nicht Schriftstellerei zum Hobby haben muss um im Falle der DeSF an einem Freeform Rollenspiel teilzunehmen wo die Spielzüge, zumindest damals als ich noch daran teilnahm, zwischen 500 bis 2000 Worte umfassen. Wobei mindestens 1 bis 2 Spielzüge die Woche erwartet werden und täglich nun nicht schlecht wäre.

Achso, die alten Sachen aus dem Vnet, Usenet, Fido, etc.?
Okay, da habe ich Dich falsch verstanden - ich hatte immer Freeform Pen&Paper vor Augen, also live am Tisch.

Zitat
Wie zuvor erwähnt schaut man sich nicht eine Serie an um anschließend an einem Freeform Rollenspiel zu eben dieser teilzunehmen, sondern man spielt Freeform Rollenspiel weil einem die Serie gefiel.
[...]
(Meine Freeform Rollenspiel Erfahrungen fundieren sich soweit fast ausschließlich auf Online Gruppen.
Wenn man dort eine Freefrom Runde zu seiner Lieblingsserie / Thema haben möchte, geht man in ein Forum mit Fans der Serie bzw. des Themas die einem sympathisch erscheinen, und schlägt es vor)

Ja, ich glaube das ist nur eine Frage der Perspektive:
Ich gehe von 'normalen' Rollenspielern aus, die eine Gruppe suchen ohne selbst einem Fandom anzugehören, Du von Leuten innerhalb eines Fandoms, die dafür eine Gruppe suchen; für erstere ist es ein Aufwand mit fraglichem Resultat, für letztere eine Kleinigkkeit.

 

Offline Sephiron

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"Freeform" ist nicht das selbe wie "Fandom-Rollenspiel".

Fandom ohne Freeform
Star Wars D6, Stargate D20, Stargate D6, Star Trek RPG, Star Trek: The Next Generation, Serenity RPG sind relativ bekannte Beispiele für Fandom-Rollenspiele, die klassischere P&P-Regeln nicht hätten haben können.
Und das ist nur der SciFi-Bereich... Den ganzen Fantasy-Sektor mit MERS, Gurps: Conan, Gurps: Discworld, Conan D20 etc. gibts ja auch noch.
Diese Spiele würde ich mit Nicht-Fans der Originale genau so wenig spielen wollen wie Freeforms in den entsprechenden Settings. Naja, als ich mit meiner aktuellen Runde ein "forgiges" Fandom-Rollenspiel zu Avatar (Zeichentrickserie) angefangen habe, kannte einer die Serie anfangs auch nicht & es hat trotzdem funktioniert.
Ob Freeform oder nicht, macht da keinen Unterschied.

Freeform ohne Fandom
Klar, viele Freeform-Runden bespielen Fernsehserien oder Settings von Kaufsystemen ( ::) ), aber es geht auch ohne. Wie bereits gesagt, das Setting lässt sich auch wunderbar während des Spiels kreieren.
Es reicht völlig, fest zu legen "Wir sind Piraten", "Die erste Szene beginnt in einer Bank" oder "Wir sind auf einem Raumfrachter unterwegs". Fragen wie "Gibt es Überlichtantriebe?" kann man auf die selbe Weise klären wie "Krieg ich das hin?"

Kurz und bündig: Freeform bedeutet nicht automatisch Fandom.
Reife des Mannes: das heißt den Ernst wiedergefunden haben, den man als Kind hatte, beim Spiel.

Offline Captain T

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Sternenmeer, ein SciFi-Setting