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[InSpectres] Regelfrage
Harry:
Hej,
was Du schreibst klingt doch prima. Es klingt eher wenig nach dem InSpectres, das ich spiele - ich spiele weniger mit dem langfristigen Anspruch und freue mich mehr über die Kreativitäts-Ausbrüche, die das System bei meinen MitspielerInnen fördert.
Das "zu viele Twists"-Problem hatten wir nicht oder nur ansatzweise, hier sehe ich die Unterstützung durch die Franchise-Würfel: Wenn ich schon 14 von 16 Würfeln zusammenhabe, bringe ich in meiner Beschreibung nicht noch neue Mysterien ein, ich weiß ja dass wir eigentlich schon mitten im Showdown sind und innerhalb der nächsten Würfe Schluss sein sollte*. Insofern ist die Mechanik, die Dich stört, für mich eine wichtige Hilfe.
(* = Man kann ja auch nach Erreichen des Auftragswertes weiter würfeln und erzählen, aber es macht wenig Sinn und gilt bei uns nur als Notlösung, um den Plot nicht gewaltsam abzuwürgen. Ziel ist aber schon, dass mit dem letzten erreichten Auftragswürfel die Auflösung erzählt wird.)
--- Zitat von: asri am 15.03.2011 | 18:56 ---Ist das zu streng oder einengend, neue oder unerklärliche Elemente nur während der ersten Szenen zu erlauben? Ich überlege halt, wie wir als Gruppe lernen können, besser an der gemeinsamen Geschichte zu stricken, und eigene Ideen besser an die Dimensionen des gemeinsam(*) Erzählbaren anzupassen. (* = in dieser Gruppe mit gegenwärtigem Können). (Zu dem Thema gibts doch garantiert gute Anregungen hier im Forum oder "irgendwo da draußen" - könnt Ihr mir Tips geben?)
--- Ende Zitat ---
Zu streng? So lange Deine Gruppe das gut findet, ist das doch kein Problem. Aus meiner persönlichen Sicht macht ihr Euch das Leben schwerer als nötig wäre, aber wenn es für Euch funktioniert: wunderbar!
Vielleicht wäre eine Empfehlung, auch mal ein anderes "Erzählspiel" zu spielen, einfach um mehr Erfahrungen mit dem Thema zu machen und zu sehen, ob Euch dessen Regeln nicht so sehr im Weg liegen wie die von InSpectres. Ich weiß jetzt nicht, was ich da empfehlen soll - Western City vielleicht? (Obwohl ich das noch nicht selbst gespielt habe). Oder Primetime Adventures, Eure Gruppe klingt so als könntet ihr da Spaß dran haben. Die Reglen bei PTA sind auch noch einmal einen Tacken eleganter, und die Zugänglichkeit ist ähnlich hoch wie bei InSpectres, wenn man das mit den Szenen ein mal drauf hat. Vom Setting her sowieso, das kann man sich ja aussuchen.
--- Zitat ---Noch ein Gedanke, der jetzt aber nicht zur Problemlösung beiträgt: Wenn das Erzählen auf längere Handlungsbögen ausgelegt wäre, die über mehrere Treffen gingen, dann wären neue Elemente wie eine unerwartete Leiche weniger problematisch, weil man einfach gewisse Mysterien bestehen lassen kann - entweder lässt sich das Puzzleteil später einbauen, oder die gesamte Erzählung wird so komplex, dass eine Auflösung jedes einzelnen Rätsels an Bedeutung verliert. So spielen wir aber Inspectres nicht. Wir machen eher eine Kette von One-Shots.
--- Ende Zitat ---
Euer Bemühen um konsistent erzählte Geschichten ist bewundernswert! Ich persönlich bin da viel schlampiger - wenn hier und da ein paar unaufgeklärte Fakten "liegenbleiben", sind die schnell vergessen. Wenn es passt, greife ich sie später wieder auf, wenn nicht halt nicht. Hat aber zugegebenermaßen dann manchmal einen komischen Nachgeschmack.
LG,
H.
asri:
--- Zitat von: Harry am 16.03.2011 | 09:56 ---Das "zu viele Twists"-Problem hatten wir nicht oder nur ansatzweise, hier sehe ich die Unterstützung durch die Franchise-Würfel: Wenn ich schon 14 von 16 Würfeln zusammenhabe, bringe ich in meiner Beschreibung nicht noch neue Mysterien ein, ich weiß ja dass wir eigentlich schon mitten im Showdown sind und innerhalb der nächsten Würfe Schluss sein sollte*. Insofern ist die Mechanik, die Dich stört, für mich eine wichtige Hilfe.
--- Ende Zitat ---
Naja, uns war eigentlich schon allen (oder doch nur der Mehrheit am Tisch?) klar, dass wir uns der Auflösung schon genähert hatten, als plötzlich die unvermutete Leiche (samt Geist) erschien. Aber vielleicht schätze ich das auch falsch ein, und wir sind bei der intuitiven Verortung im Handlungsbogen viel weiter auseinander?
--- Zitat von: Harry am 16.03.2011 | 09:56 ---Vielleicht wäre eine Empfehlung, auch mal ein anderes "Erzählspiel" zu spielen, einfach um mehr Erfahrungen mit dem Thema zu machen und zu sehen, ob Euch dessen Regeln nicht so sehr im Weg liegen wie die von InSpectres. Ich weiß jetzt nicht, was ich da empfehlen soll - Western City vielleicht? (Obwohl ich das noch nicht selbst gespielt habe). Oder Primetime Adventures, Eure Gruppe klingt so als könntet ihr da Spaß dran haben. Die Reglen bei PTA sind auch noch einmal einen Tacken eleganter, und die Zugänglichkeit ist ähnlich hoch wie bei InSpectres, wenn man das mit den Szenen ein mal drauf hat. Vom Setting her sowieso, das kann man sich ja aussuchen.
--- Ende Zitat ---
Über PtA bin ich hier im Forum gestolpert (und musste dann erstmal die Abkürzung knacken *g*). Offenbar wird das Spiel gerade überarbeitet, vermutlich warte ich, bis die neue Fassung draußen ist. Zu Western City habe ich mich bislang nicht informiert, habs mir aber hiermit vorgenommen. Danke für den Tip! :)
--- Zitat von: Harry am 16.03.2011 | 09:56 ---Euer Bemühen um konsistent erzählte Geschichten ist bewundernswert! Ich persönlich bin da viel schlampiger - wenn hier und da ein paar unaufgeklärte Fakten "liegenbleiben", sind die schnell vergessen.
--- Ende Zitat ---
Irgendwelche Details vergammeln immer auf halber Wegstrecke, würde ich sagen. (Wie der verräterische Kunde die eben erst gekaufte Pizza so paranormalisiert hat, dass meine Agentin plötzlich erkannt hat, dass der Schnaps "in Wirklichkeit" (?) eine andere Farbe hat, was das ganze sollte und überhaupt - das haben wir in Richtung Auflösung einfach komplett außen vor gelassen.) Konsistenz ist relativ ;-) Aber ich werde beim nächsten Treffen mal sagen, dass an gemeinschaftlich erzählte Geschichten nicht auf Anhieb die gleichen Erwartungen gestellt werden können wie an Geschichten (Filme etc.) mit einem hauptverantwortlichen Autor. Wenn wir unsere Aufmerksamkeit hierfür schärfen, dann wirds sicher nicht schaden. :)
asri:
*chant* auferstandne Beduinen...
Anknüpfend an das oben Geschriebene:
Nach einer unfreiwillig langen Spielpause hatten wir Anfang dieser Woche endlich wieder mal Zeit. Den Wert eines Falls (Franchisewürfel) habe ich diesmal zu Beginn durch bunte Glassteine abgebildet, die für alle sichtbar nach und nach weniger wurden. Beim letzten Stein sollte der Fall gelöst sein. Das funktionierte ganz akzeptabel. Das Problem, Franchisewürfel mit Ressourcenverbrennung auszubalancieren, wurde dadurch natürlich nicht gelöst.
Auf Nachfrage erfuhr ich außerdem, das einer der Spieler lieber investigativ bzw. rätsel-lösend spielen würde. Wir sind uns nicht sicher, ob das mit InSpectres gut funktionieren kann. Schließlich würde zu Beginn kein Sachverhalt geplant, den es nach und nach anhand von gezielten Hinweisen zu enthüllen gäbe. Sondern wir würden kollektiv Hinweise und Auflösungen erfinden. Ausprobieren möcht ich es aber. Hat jemand Ideen dazu?
In Verbindung mit dem vorigen Problem komme ich auf eine zweite Frage: So eine Detektivgeschichte stelle ich mir für die Charaktere weniger stressig vor als actionreiche Auseinandersetzung mit paranormalen Phänomenen. In der letzten Sitzung hatten wir außerdem erstmals das Phänomen, dass alle SCs durch Coolness mindestens einen Stresswürfel ignorieren konnten. Der Stress im Abenteuer war aber (bedingt durch die Handlung) nicht so wahnsinnig hoch. Wenn ich actionreich spiele, kann ich natürlich recht flexibel "schlimme Dinge" (TM) ins Spiel bringen und Stresswürfe verlangen. Wie erzeugt man aber Stress in einer (eher ruhigen?) Rätsel-Aufklärungs-Geschichte? Orte und Figuren unheimlich zu machen und pro Szene jeweils Stresswürfe zu verlangen stelle ich mir unbefriedigend vor.
Ich möchte eigentlich auch nicht in Richtung Lovecraft gehen und weltbildumstürzende Erkenntnisse einbauen. Das Cthulhu-Rpg kenne ich bislang auch nicht, weiß aber, dass da mentale Stabilität (bzw. ihr Verfall) mechanisch wichtig sind. Ließe sich da irgendwas für investigatives InSpectres ummünzen?
Bin für Eure Ideen dankbar!
Pyromancer:
Generell gliedert sich so ein Fall doch prinzipiell immer ungefähr so:
1) Auftragsvergabe
2) Ortstermin, bei dem man mit dem Phänomen konfrontiert wird und auf's Maul bekommt
3) Nachforschungen, wie man das Phänomen neutralisiert
4) Endkampf
5) Nachspiel, Bezahlung
Zumindest Teil 2 und 4 sollten schon stressig sein. Wenn der Fall nicht stressig wäre, dann hätte man doch kaum Inspectres gerufen, oder?
asri:
--- Zitat von: Pyromancer am 27.05.2011 | 18:16 ---Wenn der Fall nicht stressig wäre, dann hätte man doch kaum Inspectres gerufen, oder?
--- Ende Zitat ---
Kommt wohl auf das Verständnis an. Wir alle heuern ja für bestimmte Aufgaben Spezialisten an, ohne dass es deswegen gleich stressig wäre. Vielleicht sind Erfahrung und Ausrüstung ausschlaggebend, vielleicht auch einfach nur Zeitfaktoren oder gar öffentliche Wirkung? Eventuell könnte der Gasthausbesitzer den Spuk selbst wegkriegen, aber um die Kundschaft wirklich zu beruhigen, muss er halt sagen können: ich habe InSpectres herbestellt, und die haben das nach allen Regeln der Kunst gemacht.
Miet mal eine Wohnung, wo der Vermieter sagt: "Stimmt, wir hatten ein Problem mit Flöhen, aber das habe ich selbst wieder hinbekommen, brauchte keinen Kammerjäger dafür." :)
Ich hatte meinen Mitspieler so verstanden, dass er ein Spieler mit weniger Action (also weniger "aufs Maul") möchte. Im Moment spielen wir InSpectres, also suche ich nach Möglichkeiten, wie das damit ginge.
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