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DSA mit FATE?
migepatschen:
Ich hab meine Nase die Tage mal in die Abenteuerbände "Schleiertanz" und "Rabenblut" gesteckt und bin dort über zwei Probleme gestolpert die ich hier schon mal versucht habe allgemeiner diskutieren zu lassen.
Ich finde die Vorschläge vom Blechpirat und Dr. Jan Itor gut um die Versuchung abzubilden die beim Splitterzyklus von den Erzdämonen ausgehen kann.
Jetzt hab ich mir aber auch überlegt wie ich die Thematik genereller (für Aventurien) anlegen kann. Einer der SCs ist sehr auf Recht und Gesetz fokussiert und schreit geradezu danach sich oft auf der Grenze zwischen Praios und Blakharaz zu bewegen.
Jetzt ist das ja langweilig wenn das nur für einen SC und nur ein Gott-Dämon-Pärchen gemacht wird. Also bräuchte ich für alle Paarungen einen Stresstrack der mir anzeigt wie weit entfernt von einem Pakt oder wie nahe ein Charakter einem Gott steht. Die Kreise der Verdammnis würde ich schon über Aspekte regeln wollen. Das ist zu einschneidend.
Ist das zu viel gedacht? Zu aufwändig?
Was haltet ihr davon das Konsequenzen auf dem Track dann jeweils ausgenutzt werden können wenn man eine Handlung vornimmt die der entsprechenden Seite gefällt. Ist das bei 12 Göttern zu mächtig weil man immer irgendwas findet was Boni bringt? Beweise zurechtbiegen könnte um die Praios-Konsequenz erschwert sein oder eben um die Blakharaz-Konsequenz erleichtert wenn der SC schon auf dem Weg zum Herrn der Rache ist.
Ich würde das halt ganz gerne mit der FATE-Mechanik abbilden. Das Geweihte NSCs auch mal lange Bekehrungsgespräche mit den SCs führen können und ich dann auch mal entsprechende Angriffe starten kann und die Ergebnisse nicht unter den Tisch fallen.
Für mich wäre das dann eine Sache die sich durch das ganze Heldenleben zieht, der Kampf von gut und Böse um die Seelen der SCs.
Auribiel:
--- Zitat von: migepatschen am 27.09.2012 | 15:51 ---Ist das zu viel gedacht? Zu aufwändig?
--- Ende Zitat ---
Wenn ich das richtig sehe, bräuchtest du für jeden Charakter 12 Tracks, nämlich für jede Gottheit einen, denn er kann ja zu jeder Gottheit unterschiedlich nahe stehen? Und was machst du mit dem SC, wenn er zu Gottheit 1 "100%" steht, aber zu Gottheit 7 "0 %" - Pakt mit Gegendämon zu Gottheit 7, obwohl er doch bei Gottheit 1 noch auf 100% steht?
Also: Ja, das ist mir zu aufwändig und umständlich, das wäre ja noch mehr Verwaltungsaufwand, als bei DSA selbst!
Zum anderen hast du mMn das mit den Pakten bzw. den Kreisen der Verdammnis nicht ganz verstanden: Die geht ein SC BEWUSST ein, nicht zufällig, weil er von seiner Gottheit immer weiter abrutscht und dadurch verstärkt in Versuchtung gerät. Eigentlich ist es das ZIEL eines Erzdämons, quasi das Sahnehäubchen, wenn er einen festen Gläubigen von 0 auf 100* umdrehen kann.
Ich würde hier also gänzlich von Stresstracks absehen und den SCs "echte" Versuchungen Ingame vorsetzen und schauen, wie die SCs drauf reagieren und ggf. auch ihre Aspekte dafür reizen - dann liegt es an den Spielern, ob sie bereit sind, mit dem Feuer zu spielen.
*Das heißt natürlich nicht, dass der SC eben noch ultramoralisch ist und im nächsten Moment überläuft. Aber die Zerrüttung eines hochmoralischen Geistes im Schnelltempo ist das Leckerli für jeden Dämonen. Der Streiter des Lichts, der nach Hause kommt, seine Kinder ermordet vorfindet von einem angeblichen Freund, der seine Frau mitgenommen hat und sie quält und der Streiter des Lichts dann noch feststellt, dass ihm seine Kirche gerade verbietet, den Mann zu verfolgen, weil wo anders ein wichtiger Auftrag laberlaberdosenkohl... das würde ich ganz banal über den mentalen/sozialen Stresstrack abbilden und wenn er dann völlig zerrütet ist, den Dämon oder einen Vertreter in Persona auftauchen und ein unmoralisches Angebot machen lassen.
--- Zitat ---Ich würde das halt ganz gerne mit der FATE-Mechanik abbilden. Das Geweihte NSCs auch mal lange Bekehrungsgespräche mit den SCs führen können
--- Ende Zitat ---
Ich bin nicht sicher, ob das wirklich Inhalt eines Spielabends sein sollte... Beichte beim NSC-Geweihten!
--- Zitat ---und ich dann auch mal entsprechende Angriffe starten kann und die Ergebnisse nicht unter den Tisch fallen.
--- Ende Zitat ---
Wie oben gesagt, ich würde ECHTE Versuchungen anbieten. Und das auch nicht permanent und überall, sondern erst, wenn die SCs der Gegenseite bereits als leckere Häppchen (sprich: Kämpfer für die Gute Seite, die es zu bekehren lohnt) aufgefallen sind.
--- Zitat ---Für mich wäre das dann eine Sache die sich durch das ganze Heldenleben zieht, der Kampf von gut und Böse um die Seelen der SCs.
--- Ende Zitat ---
Hm, ich habe irgendwie den Eindruck, dass dafür DSA nicht das richtige System ist. Sicher kann man das irgendwie umsetzen, aber es ist mMn bei DSA nicht Hauptinhalt des Spiels. Und so wie du es regeln willst, wäre mir das zu verregelt, also noch verregelter, als im Ursprungssystem.
Wenn du unbedingt einen Stresstrack willst (was ich grundsätzlich ablehne, aber ich bin bei meiner DSA-Umsetzung auch absolute FreeFATE-Puristin), dann würde ich das über einen generellen "Moral-Track" handhaben für alle Zwölfe gleichermaßen. Und dann schauen, welcher "Verbrechen" gegen welche Gottheit sich die Spieler im Laufe der Zeit den versündigt haben. Aber schon das wäre unfair. Jeder Phex-Geweihte versündigt sich permanent gegen Praios - aber deswegen läuft er doch nicht Blakharaz in die Hände - eigentlich sollte die Gefahr dem Gegenspieler Phex in die Hände zu laufen viel größere sein!
Laivindil:
Ich kenne solche "Versuchungsleisten" aus zwei französischen Rollenspielen.
Bei Agone gibt es die Helle und die Dunkle Flamme. Beide berechnen sich aus jeweils drei Werteleisten, wobei sich die Chars die hellen erarbeiten müssen, und die dunklen "passieren".
Außerdem hat Agone noch zwei weitere Leisten, nämlich Perfidie und Korruption. Die laufen langsam voll und können nicht reduziert werden.
Etwas Ähnliches gibt es bei Capharnaüm, hier wird bei Zauberfehlschlägen die Macht eines persönlichen Dämons (Shaitan) gestärkt.
Lange Rede kurzer Sinn: 12 Stressleisten sind zuviel. Such' Dir einen Konflikt heraus. Der Spieler hat den Char als gut angelegt? Dann würde ich nur das "Zuviel-des-Guten" zählen, also den Einfluss der Dunklen Seite.
__________
Edit: aber wie ich sehe, hast Du die Idee ja schon selbst gehabt.
LordOrlando:
12 Stressleisten ist viel zu heftig. Man muss halt vorher überlegen welchen Werten/Göttern derSC zugeneigt ist und durch welche Handlungen er dadurch verstossen könnte. Jenachdem welcher Art die Verstösse dann tatsächlich waren ergeben sich daraus die Konsequenz(en). Ist bei FATE imo auch immer wieder Verhandlungssache.
Die speziellen Aspekte, wie sie Blechpirat beschreibt, gefallen mir dahingehend gut.
Gibt zwar Macht, aber im Extremfall landet man dafùr in den Niederhöllen.
migepatschen:
--- Zitat von: Red Auri Bonney am 28.09.2012 | 03:46 ---Zum anderen hast du mMn das mit den Pakten bzw. den Kreisen der Verdammnis nicht ganz verstanden: Die geht ein SC BEWUSST ein, nicht zufällig, weil er von seiner Gottheit immer weiter abrutscht und dadurch verstärkt in Versuchtung gerät.
--- Ende Zitat ---
Ich möchte das eher als Indikator für mich benutzen ab wann es sich aus dem Spiel ergeben kann das der Charakter ein lohnendes Ziel für eine Pakt bietet.
Konkret geht es mir ja erstmal nur darum einen Teil von "Schleiertanz" abzubilden. Dafür funktioniert der Vorschlag aus der Regeldiskussion ganz gut denke ich.
Dort gibt es für bestimmte Handlungen und Entscheidungen 1W6+X "Verführungspunkte" und um die werden dann in einige Schlüsselszenen Proben erschwert werden. Außerdem werden die Helden ab und zu mit dem Ziel angegraben den SC so weit wie möglich einer NSC hörig zu machen um in den besagten Schlüsselszenen einen Seitenwechsel zu provozieren.
Die Mechanik gefällt mir im Abenteuer und für DSA4.1 nicht so recht. Aber ich hab sofort gedacht das man das mit FATE deutlich besser und eleganter lösen können sollte.
--- Zitat von: Laivindil am 28.09.2012 | 09:06 ---Such' Dir einen Konflikt heraus.
--- Ende Zitat ---
--- Zitat von: LordOrlando am 28.09.2012 | 09:28 ---Man muss halt vorher überlegen welchen Werten/Göttern derSC zugeneigt ist und durch welche Handlungen er dadurch verstossen könnte.
--- Ende Zitat ---
Ist sicherlich eine Sache die Hauptsächlich beim Spiel mit Geweihten interessant werden könnte. Dann kann man einen Versuchungstrack für den Gegenspieler einführen.
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