Autor Thema: Ein erster Eindruck ...  (Gelesen 250311 mal)

Nachtfrost, HAL 40000, Liftboy (+ 1 Versteckte) und 2 Gäste betrachten dieses Thema.

Online Sashael

  • Für nichts gestorben
  • Moderator
  • Titan
  • *****
  • Beiträge: 18.218
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Sashael
Re: Ein erster Eindruck ...
« Antwort #600 am: Heute um 09:43 »
Ich hab halt ne lange Coriolis-Kampagne geleitet (gleiche Basis wie TftL), bei der die SCs zum Schluss regelmäßig Pools über 10 hatten und damit trotzdem gescheitert sind. Selbst mit Rerolls.
"Ja natürlich ist das Realitätsflucht. Was soll daran schlecht sein? Haben Sie sich die Realität in letzter Zeit mal angesehen? Sie ist grauenhaft!"


Von Conan über d'Artagnan über Indiana Jones über John Wick bis Ellen Ripley ... if there's Action, then outgun it!

Online Mr. Ohnesorge

  • Mythos
  • ********
  • Nordlicht
  • Beiträge: 10.684
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Grinder
Re: Ein erster Eindruck ...
« Antwort #601 am: Heute um 10:24 »
Klingt vom Spielstil her von Wanderhome inspiriert.
"These things are romanticized, but in the end they're only colorful lies." - This Is Hell, Polygraph Cheaters

Offline sma

  • Famous Hero
  • ******
  • a.k.a. eibaan
  • Beiträge: 2.082
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: sma
Re: Ein erster Eindruck ...
« Antwort #602 am: Heute um 11:08 »
TL;DR Ich kenne The Eternal Ruins nicht, aber ich würde einen zentralen Mechanismus nicht ohne mehr Kontext verurteilen.

(Und dramaturgisch gesprochen sind Rückschläge und Patzer der Kern guter Geschichten: Die Protagonisten kriegen auf die Schnauze, vermasseln es, scheitern, haben es nie leicht ... und rappeln sich wieder auf, lernen dazu, raufen sich zusammen. Vader auf Bespin besiegen, mit den Adlern nach Mount Doom fliegen oder das Funksignal auf LV426 rechtzeitig als Warnung identifizieren ... langweilig.)
Dies ist IMHO das Ziel. Die Würfe (Probe ist glaube ich keine gute Übersetzung gewesen, weil es nicht darum geht, zu prüfen ob ein Charakter etwas kann sondern darum, zu ermitteln, mit welcher Wendung die Geschichte weitergeht) haben deutlich bessere Erfolgschancen als YZE. Hier die Wahrscheinlichkeiten für Erfolg:

1 → 50%, 2 → 75%, 3 → 88%, 4 → 94%, 5 → 97%, 6 → 99%

Und hier, wenn wir nur die vollen Erfolge zählen:

1 → 17%, 2 → 31%, 3 → 42%, 4 → 52%, 5 → 60%, 6 → 67%

Ich bin nicht sicher, wie viele Würfel man durchschnittlich im Pool hat, denke aber, dass man von 3-4 ausgehen kann, weil man immer so starten kann, dass man in 4 von 5 Fertigkeiten Stufe 1 hat, dann entweder Origin und Pfad und einen Aspekt geltend machen kann und ggf. noch Hilfe hat oder einen Punkt Hoffnung ausgibt.

Damit kann man in 8-9 von 10 Fällen damit rechnen, dass passiert, was man will und in der Hälfte der Fälle auch ohne negative Konsequenzen.

Hinzu kommt, dass die Wahrscheinlichkeit für Crits extrem hoch ist. Nochmaliges lesen lässt mich vermuten, dass man auch bei Teilerfolgen Crits haben kann, d.h. das Ergebnis ist egal. Hier die Wahrscheinlichkeiten:

1 → 0%, 2 → 17%, 3 → 44%, 4 → 72%, 5 → 91%, 6 → 98%

In 3-5 der 8-9 ist es also zusätzlich ein Crit.

Nach dieser Analyse würde ich sagen, in den meisten Fällen schaffen die Charaktere, was sie sich vornehmen, insbesondere wenn man sich ausreichend Würfel herbeierzählt.

Wie da jetzt der "Cut" hineinspielt, also das Entfernen der besten Ergebnisse, ist schwer abzuschätzen. Lasst mich das kurz simulieren…

Hier die Erfolgschance für Cut-1 bis Cut-3:

1 → 0%, 2 → 25%, 3 → 50%, 4 → 69%, 5 → 81%, 6 → 89%
1 → 0%, 2 → 0%, 3 → 12%, 4 → 31%, 5 → 50%, 6 → 66%
1 → 0%, 2 → 0%, 3 → 0%, 4 → 6%, 5 → 19%, 6 → 34%

Natürlich fallen auch die Crit-Wahrscheinlichkeiten, aber bei 4W6 und Cut-1 wären es immer noch 54% und bei Cut-2 31%.

"Unfähig" sind die Charaktere dabei also nicht. Und wie gesagt, es geht bei den Würfen ja nicht darum, die Kompetenz der Charaktere zu messen, sondern darum, ob der Spieler in der Lage ist, den Lauf der Geschichte zu kontrollieren.