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Was macht ein Killerspiel zum Killerspiel?
Plagiator:
--- Zitat von: Face Of Freedom am 27.07.2011 | 14:05 ---nur das versteckte Gegenargument mit dem WTC sehe ich als keinen validen Kritikpunkt in diesem Fall.
--- Ende Zitat ---
Äh doch (again)? Für die 9/11-Leute war es anscheinend auch kein so schlechtes Training...
MadMalik:
Stimmt, das passt mir sogar ganz gut. Denn der Flugsimulator hat ihnen das fliegen beigebracht.. dann bringen die Mordsimulationen die so gerne im Kinderzimmer gespielt werden den Kindern das morden bei. :D
mat-in:
--- Zitat von: Face Of Freedom am 27.07.2011 | 13:22 ---... vor allem eins war: Training. So schlechtes Training kann es ja nicht gewesen sein. ... mal nein sagen zum Mörder-Training und statt dessen sich lieber abstrakten oder gewaltfreien Spielen zuwenden.
--- Ende Zitat ---
--- Zitat von: mat-in am 27.07.2011 | 13:52 ---Gewaltfreie Spiele wie "Flight Simulator" von Microsoft, mit dem die Attentäter von 9/11 trainiert haben...
--- Ende Zitat ---
Wenn man mal vorurteilsfrei diskutieren sollte, weil solche Spiele als Training dienen, dann muß man alle Spiele berücksichtigen die als Training dienen könnten... vor allem solche, die gezielt dafür ausgewählt und von echten Attentätern benutzt wurden, oder?
Mal abgesehen vom Abstraktionslevel (ein Gewehr bedient sich sehr viel anders als eine Maus und der Killer in Norwegen war ja deswegen in einem Schützenverein, oder?; ein modernes Flugzeugcockpit ist gar nicht so viel anders als das Spiel), wollte ich zeigen, daß man Spiele nicht wegen ihres "Trainingspotentials" über einen Kamm scheren kann. Das es als training von Attentätern mißbraucht wird ist also kein Argument, das werden auch andere, "nicht-killer-spiele".
Darüber hinaus sind die allerwenigsten Spiele - schon gar nicht die, welche Üblicherweise in den Medien Killerspiel genannt werden - Spiele, bei denen es um "das töten zum selbstzweck" und ähnliches geht. In vielen geht es schlicht darum, zu überleben, manchmal geht es darum, eine Aufgabe zu erfüllen - zum Beispiel im Auftrag einer Regierung eine Drogenfarm unschädlich zu machen und - so wie es die Regierung auch tut - dabei Wachleute auszuschalten, Felder zu Bombardieren, etc. Spiele mit "Töten als Inhalt um des Tötens Willen" könnte ich an einer Hand abzählen.
First Orko:
--- Zitat von: Face Of Freedom am 27.07.2011 | 13:22 ---Ganz Vorurteilsfrei:
Der Norweger mit dem schwedischen Familiennamen hat sehr, sehr viele Leute erschossen und sagt das Modern Warfare, auch wenn es Spass gemacht hat, vor allem eins war: Training. So schlechtes Training kann es ja nicht gewesen sein. Vieleicht ist es wirklich an der Zeit für eine Vorurteilsfreien Diskussion, wo die Spieler mal ohne Vorurteile, weil sie ihr Spielzeug nicht verlieren wollen, mal nein sagen zum Mörder-Training und statt dessen sich lieber abstrakten oder gewaltfreien Spielen zuwenden. :gasmaskerly:
*Nicht wirklich meine Meinung, aber finde ich gerade interessante Fragestellung wenn ich mir das unreflektierte unschuldige Selbstverständnis der Gamer anschaue.
--- Ende Zitat ---
Mal ganz abseits von Killerspielen, Vorurteilen und allen politisch motivierten Diskussionen wirkt für mich persönlich den Grad an Realismus, der mitterweile bei Militär-Shootern an den Tag gelegt wird als eher abschreckend. Ich konnte dem zwar sowieso nie etwas abgewinnen, aber ich frage mich trotzdem (ohne jetzt irgendjemanden angreifen zu wollen!), warum so viele Leute Spass daran haben, extrem realistisch nachempfunde Kriegszenarien zu spielen? Ich finde das äußerst befremdlich. Und es muss ja so einige geben, die dem was abgewinnen können, wenn man sich mal die Verkaufscharts beim Erscheinen vom neuesten CoD-Teil anschaut...
Auf der eine Seite ist da gaaaanz viel Mitgefühl, wenn mal wieder (muss man ja leider so schreiben mittlerweile) jemand Amok gelaufen ist und wenn "unmenschliche" Bilder aus aktuellen Kriegsgebieten gezeigt werden. Anderseits setzen sich die Leute dann abends vor den PC und spielen Soldat. Das mögen jetzt zwar nicht dieselben Leute sein in den meisten Fällen, aber über die gesamte Gesellschaft betrachtet ist das schon - gelinde gesagt - merkwürdig.
MadMalik:
--- Zitat von: mat-in am 27.07.2011 | 14:43 ---Mal abgesehen vom Abstraktionslevel (...), wollte ich zeigen, daß man Spiele nicht wegen ihres "Trainingspotentials" über einen Kamm scheren kann. Das es als training von Attentätern mißbraucht wird ist also kein Argument, das werden auch andere, "nicht-killer-spiele".
--- Ende Zitat ---
Da stimme ich dir ja zu, denn der Flugsimulator lehrt einem das Fliegen, selbes Gilt für den Farm oder Zugsimulator in seinem Bereich. Diese Art von Trainign kann man zwar auf perfide Art auch für Gewaltakte abwandeln, aber es ist nicht der direkte Inhalt des Spiels. Wenn ich jetzt allerdings zu einem Killerspiel greife, zB dem 'Kampfsimulator' Modern Warfare 2, dann ist das ausschalten von Menschen der direkte Inhalt des Spiels. Darum dreht sich alles, dem kann man nicht ausweichen. Es gibt nichts was erst abstrahiert werden muss um zu einer Gewalthandlung zu führen, die Gewalthandlung ist zentraler Mittelpunkt des Spieles und des damit verbundenen Lehrninhaltes.
Das es ja nicht so schlecht sein kann als Trainingssoftware sagt ja Anders selbst in seinem Manifest und leider muss man ihm wohl glauben schenken, denn er war auf seine eigene, perfide Art sehr Erfolgreich mit seiner Tat.
Und klar... in der einen Missionen infiltiriere ich eine Ölplatform, dann verteidige ich Burgertown und am Ende vom Tag stürme ich ein russisches Atomuboot (könnte jetzt die MW Teile durcheinanderschmeissen, weil SP ist eine weile her) aber die ganze Zeit mache ich eine Sache immer wieder. Ich töte Menschen, hunderte, vieleicht sogar tausende. Das ist der zentrale Inhalt des Spiels, egal welchen Deko-Namen die Missionen gerade hat. Man rennt einen mehr oder weniger verzweigten Korridor runter und tötet.
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