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Was macht ein Killerspiel zum Killerspiel?
Bluerps:
Ja, aber ist das das was trainiert wird? "Töten", als alleinstehende Fähigkeit, abseits von allem was zu einer Kampfhandlung dazugehört? Sprich, fällt es einem Hardcore-Shooter-Spieler - unabhängig von der Mordmethode - leichter jemanden umzubringen, als jemandem, der keine Spiele anrührt?
Ich denke, was trainiert wird sind die sekundäre Fertigkeiten, wie z.B. Reaktionsfähigkeit, taktisches Denken, evtl. auch überlegtes Handeln unter Streß. Was einen natürlich zu einem effektiveren Mörder macht, wenn man denn beschließt zu morden.
--- Zitat von: Orko am 27.07.2011 | 14:52 ---Mal ganz abseits von Killerspielen, Vorurteilen und allen politisch motivierten Diskussionen wirkt für mich persönlich den Grad an Realismus, der mitterweile bei Militär-Shootern an den Tag gelegt wird als eher abschreckend. Ich konnte dem zwar sowieso nie etwas abgewinnen, aber ich frage mich trotzdem (ohne jetzt irgendjemanden angreifen zu wollen!), warum so viele Leute Spass daran haben, extrem realistisch nachempfunde Kriegszenarien zu spielen?
--- Ende Zitat ---
Weil es trotz allem Realismus immer noch mit demselben Realitätsgrad wahrgenommen wird, wie ein Kriegsfilm. Selbst wenn die Darstellung noch so realistisch ist, weiß der Spieler trotzdem, das er keine reale Situation vor sich hat. Spaß an so einem Spiel zu haben ist, in diesem Sinne, nichts anderes als Spaß daran zu haben, sich anzuschaun wie ein Actionheld haufenweise Leute über den Haufen ballert.
Bluerps
MadMalik:
Vergewaltigungs- oder Konzentrationslagersimulationen wären also OK, wenn sie spielerisch genug fordern würden, da dem Spieler bewusst ist, dass er nur ein Spiel spielt, welches keinen direktene Auswirkungen auf die Realität hat? Filme über diese Thematiken gibt es ja schliesslich auch.
Bluerps:
Guter Punkt. Aber ja, auch sowas wäre prinzipiell ok. Fürchterlich geschmacklos, ja - aber auch damit würde man nicht lernen ein (Massen-)mörder zu sein. Man würde nur Fähigkeiten trainieren, die einem dabei helfen würden, ein besserer Massenmörder zu werden, sollte man denn beschließen einer zu sein.
Bluerps
MadMalik:
Wenn der Zusammenhang also eh nicht gegeben ist, warum geht man nicht einen Schritt weiter und baut abstrakte Spiele, welche die selben spielerischen Muster aufweisen aber ganz ohne menschliche Opfer oder sogar Opfer als solche auskommen? Bzw, würdest du einem abstrakten Shooter der nur mit abstrakten symbolen und farbcodierungen auskommt die selben Marktchancen einräumen wie zB modern warfare 2, wenn beide Spiele den selben spielerischen Inhalt bieten würden und sich nur in der optischen/akustischen aufmachungen unterscheiden? Also statt russeninvasion mit diversen Mordinstrumenten aufhalten, verschiedene geometrische formen mit interaktionstool markieren?
psycho-dad:
Persönliche These:
Ein Killerspiel ist dann ein Killerspiel, wenn man selbst keine Ahnung davon hat, aber unbedingt ein Bild mit viel Blut, Gedärmen und anderen Ekligkeiten braucht und das entweder gleich im Spiel machen kann oder eine Nachbearbeitung nicht sonderlich schwer ist. Demnach ist Potentiell alles und jedes Spiel ein Killerspiel. Die letzendliche Entscheidung darüber, was ein "Killerspiel" ist, trifft immer die Luftpumpe, die den begriff nutzt. Killerspiel ist keine Genrebezeichnung, sonder eine möglichst allumfassende, negativ Konotierte, leere Worthüllse, die man möglichst wenig definiert, damit man sie im zweifelsfall jedem an den Kopf schmeissen kann, dem man mit Argumenten nicht beikommt.
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