Pen & Paper - Spielsysteme > World of Darkness
[VtM] Euer Spielverständnis?
Herr der Nacht:
Ohne den ganzen Thread gelesen zu haben: Ich glaube, das größte Problem bei ausartenden Vampire the M. Runden waren hier in den Beispielen doch Gruppen, die sich nicht kannten und daher mit ihren Spielstilen aneinander rasselten.
Das würde ich jetzt ehrlich gesagt daher nicht aufs Rollenspiel selbst schieben. Okay, vielleicht an der schier unüberschaubaren Anzahl von Splatbooks, die bei jedem Rollenspiel dafür sorgen, dass DER Focus des Spiels verwässert wird.
Irgendwo schrieb jemand auch dass diese Vampire "Kampf mit dem eigenen Tier" - Sache wohl wesentlich besser für eine kurze Indi-Runde geeignet wäre. Das sehe ich ähnlich. Mal ehrlich, egal wie sehr White Wolf ihre Bücher (egal ob nWoD oder oWoD) mit Kästen vollklatscht die einem was über dieses herzzerreissende Drama zwischen Entmenschlichung und Vampirwerdung verkaufen wollen, sowas hält niemand über eine lange Chronik durch.
Man will ja Spaß beim Rollenspiel haben. Und den kann ich mir einfach nicht so recht vorstellen wenn nach 10+ Spielabenden die Spieler ihre Rolle als weinerlicher Louis ausspielen ;) Ich diagnostiziere auch denjenigen, die sowas für ihre Spielrunde fordern, dass sie zugunsten IHRES Spielstils die Bücher seeehr selektiv lesen. Egal ob nWoD oder oWoD, die Bücher strotzen nur so vor Cool Powerz. Diese nicht einzusetzen ist so eine typische Stimmungsspieler-Geschichte. Wenn alle Spaß dran haben, schön und gut, aber doch bitte nicht den anderen aufzwingen.
By the way, ich würde wohl auch mit keiner VtM - Only Gruppe spielen sondern nur mit Gruppen die verschiedenen Systeme spielen. Für erstere habe ich meine Vorurteile schon (insbesondere mit Harcore VtM-Gruppen die alles der neuen WoD ablehnen und lieber 40+ bei Ebay für deutsche Büche zahlen ::))
Teylen:
Also ich glaube das es durchaus noch aktive Spieler gibt die V:tM, auch nach soviel Jahren, noch als Action Spiel betrachten und / oder gerne graphisch ausufernd beschreiben. Platt gesagt, soviel vielfaeltiger als "Schnetzeln & Metzeln"-spielen ist das "Drama des Menschlichkeitsverfall"-spielen eigentlich auch nicht.
--- Zitat von: youth nabbed as sniper am 2.08.2011 | 11:48 ---V:tM ist, glaube ich, bei mir das einzige System, über das ich mich noch heute fuchsteufelswild ärgern kann - das wäre sicherlich nicht der Fall, wenn ich nach zwei, drei Spielabenden damit aufgehört hätte.
--- Ende Zitat ---
Also ich finde die Faehigkeit sich bis heute darueber fuchsteufelswild zu aergern irgendwie fast genauso bemerkenswert wie die Kunst es ueber 15+ Jahre zu moegen. Wenn nicht gar bemerkenswerter.
--- Zitat von: Herr der Nacht am 2.08.2011 | 12:01 ---Das würde ich jetzt ehrlich gesagt daher nicht aufs Rollenspiel selbst schieben. Okay, vielleicht an der schier unüberschaubaren Anzahl von Splatbooks, die bei jedem Rollenspiel dafür sorgen, dass DER Focus des Spiels verwässert wird.
--- Ende Zitat ---
Ich behaupte das "DER Focus des Spiels" selbst im Grundregelwerk uneindeutig war. ^^
Oh, und die Grenze fuer das "Louis-artig den Charakter in Selbstzweifel suhlen lassen" wuerde ich irgendwo zwischen 1 bis 4 Jahren ansetzen. Mit Raum nach oben. Also bei Spielern die das moegen, bevor es ihnen langweilig wird.
Ansonsten mag ich WW interne Crossover (wahrscheinlich) nicht und ob die Leute etwas anderes spielen oder gespielt haben finde ich fuer eine Runde in einem bestimmten System irrelevant. (Wobei ich wohl auch zu den Harcore VtM lern zaehle - was die Kaufbereitschaft angeht ^^; )
Windjammer:
--- Zitat von: TanjaT am 31.07.2011 | 23:04 ---Und wenn ich mir mal Horrorfilme anschaue, in denen Vampire vorkommen … dann kenne ich nicht einen einzigen, der derart stillos und billig durch die Gegend mosht. Vampire und Splatter schließen sich fast gegenseitig aus irgendwie, da stehen Tragik und Dramen zumeist im Vordergrund – wohlgemerkt schreibe ich hier von den Filmen, in denen Vampire Protagonisten sind, nicht die Antagonisten. Habe ich alle entscheidenden Filme verpasst oder wie ist das? Kann mir mal jemand Gegenbeispiele nennen?
--- Ende Zitat ---
Gerne. Blade 1+2. Underworld, 1+2 (beim 3er stehen die Werwoelfe im Vordergrund). Beispiel (Selene ist Protagonist, flacher Trinity/Matrix-Abklatsch.)
Das sind Genre-Referenzen, haben aber mit White Wolf Vampire nichts am Hut. VtM und VtR orientieren sich wirklich ganz stark an Ann Rice' Erstling. Bei VtR kommen noch ganze Subsysteme hinzu, wie Virtues/Vices und v.a. Humanity, die noch viel staerker am Rice'schen Protagonisten Louis direkt Anleihen nehmen. Ist mir persoenlich schon zu Dragonlance-haftig, da ich es nicht mag, wenn SC-Protoypen sich zu sehr an vollends ausgepraegten Romanfiguren orientieren (jeder Halbling ein Tasslehoff, jeder Halbelf ein Thanis).
Rices Buecher sind in den 80ern erschienen, und wie der spaetere Film bilden diese heute nicht mehr den aktuellen Zeitgeist ab. Noch dazu ist das Rollenspielhobby voll mit ungebildeten Vollidioten, die zahlreiche Minderwertigkeitskomplexe und Machtlostigkeitssyndrome per Wuerfel bekaempfen muessen, und diese Leute koennen sich an Underworld-artigen Metzelorgien einen herunterholen. So kommt Vampire zu einem Teil seiner Stammspieler.
PS. Interessante Gegenstimmen zum OP hier (nWoD und VtR sei die "Rache" der WW-Redaktion an den poesen Powergamern, die VtM zum reinen "Coole Kids in Maentel und mit Katana" verkommen liessen).
Lemming:
Tasslehoff ist doch ein Kender, oder? (Nur zu meinem Verständnis, das wäre doch eine ziemliche Unterscheidung zu Halblingen - insbesondere verhaltensseitig)
Teylen:
Allez, wobei bereits die Anne Rice Vampire, wenn sie mal nicht gerade mit Weltschmerz beschaeftigt sind, auch recht mordsmaessig umher rocken. Was wohl in den auf IwaV gefolgten Romanen nicht weniger geworden ist.
(Wenn man sich die Verfilmung von Koenigin der Verdammten anschaut...)
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