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[VtM] Euer Spielverständnis?

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Teylen:

--- Zitat von: youth nabbed as sniper am  1.08.2011 | 19:13 ---Aber auch da war wenig Neues dabei.
--- Ende Zitat ---
Mein Punkt wäre die Bündelung aller Punkte.


--- Zitat ---Ah, interessant, kannte ich nicht, und ich dachte, ich kenne alles der 1e und fast alles der 2e. Man kann sich irren - gibts das irgendwo auf PDF?

--- Ende Zitat ---
Hab nachgesehen, es ist Lair of the Hidden / Hort der Verborgenen, in der dt. Ausgabe 8 Seiten RMaps, wenn ich mich nicht verzählt habe. Es gibt es hier: http://rpg.drivethrustuff.com/product_info.php?products_id=537&it=1&filters=0_0_40050_0


--- Zitat ---Ob jetzt V:tM dafür die Fundamente gelegt hat, oder ob das Indie-Rollenspiel aus einer Enttäuschung über V:tM entstanden ist, ist mMn dabei zweitrangig. (Obwohl ich natürlich eher an die frustrierten V:tM-Spieler glaube, die versucht haben, das Versprechen von V:tM mit eigenen Regelkonstruktionen einzulösen.)
--- Ende Zitat ---
Ob aus Frustration oder Begeisterung der Spieler, denke ich das V:tM da ein Fundament gelegt hat in die Richtung die man hin wollte.


--- Zitat ---Mich würde ehrlich mal interessieren, wer alles V:tM regelmäßig und by the book spielt. (Selbst Teylen arbeitet ja an einer Konvertierung.)
--- Ende Zitat ---
Abgesehen von den entsprechenden Hausregeln bin ich aktuell in mehr oder weniger drei V:tM Runden aktiv.
(Skype, Chat, P&P - bei ersterer und letzterer steht das erste aktive Spiel noch aus)

Dabei ist die Skype Runde, dicht an dem Buch, der Chat schwingt im fliegenden Wechsel auf V20 auf und ich vermute das die P&P Runde RAW spielt.

Teylen:
@Tuempelritter:
Nochmal was ausfuehrlicher. Immerhin war der Post gestern Nacht nacht eher knapp.

Hinsichtlich der Indie-Bewegung sehe ich es so das V:tM die Leute motivierte, welche die Versprechungen von V:tM nicht oder unzureichend umgesetzt sahen, sich auf die Hinterbeine zu setzen und die vorgestellten Ansaetze zu etwas funktionierenden weiter zu entwickeln.
Ebenso hatte Nin ein Link zu einem PodCast oder YouTube Video mit Justin Achilli zu dem Thema des 20 jaehrigen von V:tM gepostet, in diesem hebt er hervor das man durchaus damals dahin wollte wo DFRPG heute ist, aber - weil es fuer einen selbst noch neu war - es nicht ganz so erreichte.

Was die Welle an OldSchool beziehungsweise Retro Spielen betrifft, habe ich durchaus den Eindruck, das sie, nachdem die Indie Welle immer mehr abhob, und sich gefuehlt gegenueber aelteren Rollenspielen aehnlich konsequent abgrenzt wie V:tM, aus dem Wunsch heraus entstanden sind wieder geerdet das spielen zu wollen was man frueher mochte.


Wegen des funktionalen Lieferumfangs, das V:tM fuer einige Spieler nicht das liefern konnte was es versprach ist offensichtlich. Allerdings lieferte es fuer viele Spieler das was drauf Stand. Gegebenfalls mit freien Hausregeln, imho jedoch eher ohne freies Spiel.
Natuerlich kann man Regeln fuer den sozial Kampf stringenter gestalten, die Kampf Regeln als solches dynamischer, Systeme wie Willenskraft einflussreicher, und dergleichen mehr.
Wuerde sagen mehr Crunch, aber ich glaube nicht das ein Mangel an Crunch eine Schwaeche ist.
Aber, als System bzw. Komplett-Packung, ist V:tM gut spielbar.
Andernfalls haette V:tM nicht bis zu dem erscheinen von V:tR dreizehn Jahre lang durchgehalten.

Wieso V:tR nicht so funktioniert hat, also ich glaube nicht das es unbedingt daran lag das die Fans zu konservativ waren.
Ein Aspekt der mir auf gefallen ist, gerade da Laws erwaehnt wurde, ist das er ueberrascht feststellte das Storyteller seiner Ansicht nach keinen Crunch wollen, V:tM jedoch seine Spieler mit Crunch zu wirft.
Nun und wenn man sich bei Fate umschaut und was da erfolgreich ist, cruncht DFRPG doch auch nicht so schlecht.
Vielleicht war einer der Knackpunkte das White Wolf versuchte, zumindest meinem Eindruck nach, ueber die Lokalisierung der Politik, dem Aufloesen des Clan-Konzept, V:tR im Gegensatz zu V:tM zu "ent-crunchen"? Nur eine Idee.

Daneben denke ich das V:tR eher zu konservativ, zu nah an V:tM dran war, zu wenig neues bot bzw. das neue nicht flashy genug an gepriesen hat, und das das Komplettpaket-Feeling durch die Reorganisation der Splatbook Hirachie fehlte.


Hinsichtlich der Mainstrealvorliebe. Ich denke nicht das V:tM es den Leuten schmackhaft macht das sie eine Geschichte hoeren, sondern quasi sagt "Wir geben euch Sachen an die Hand mit der ihr tolle Geschichten erzaehlen koennte / gebacken bekommt.", vermutlich findet man die Aussage sogar woertlich irgendwo im Buch. Es setzt dort nicht den Zwang das die Geschichte erspielt ist oder sonst wie technisch gestaltet, sondern sagt: "Das hier ist unser Setting, ihr koennt es so annehmen oder auch abaendern, das hier sind unsere Regeln, die koennt ihr so pimaldaumen (Goldene Regel galore) nutzen, habt Spass, damit kriegt ihr Vampire Geschichten zusammen wie bei Anne Rice oder auch wie bei Blade. Nur mit euren Figuren in den Hauptrollen.".

Nun und auf der Ebene funktioniert es.
Natuerlich kann man feststellen das das Balancing des Systems nicht gegeben ist. Sogar im Grundregelwerk wird festgestellt das man sich ueber Balancing keine Gedanken machte bzw. das es halt eine fiese Welt der Dunkelheit ist [gut imho hat man da nicht geschaut wie weit es dysnfunktional werden kann].
Aber der normale V:tM Fan schlaegt dann nicht die Haende ueber den Kopf zusammen und rennt sondern nimmt es entweder hin oder kippt es nach eigenem Gusto.

Hinsichtlich der NSC-Paraden.
Einerseits haertet das lesen von Anne Rice Romanen diesbezueglich etwas ab, das heisst ich denke die Toleranzschwelle ist dort hoeher, andererseits kann man sich dann einen SL / Gruppe suchen wo man mit weniger prominenten NSCs spielt.
Zumal, by the book, die NSC-Paraden nicht wirklich zwingend gegeben sind.


Kleine Ergaenzung zur Konvertierung, an der arbeite ich weil ich beides mag.
V:tM und ORE. ^^ (Okay, System maessig liebe ich die ORE mehr, aber das heisst ja nicht das V:tM schlecht waere. Hoechstens so im direkten vergleich. Aber nicht schlecht wie "Huh, ich spiele es nicht mehr".)



@Tanja
Hinsichtlich des Beispiels nahm ich an das es Maskerade sei, ich muss zugeben das ich Dark Age weniger gut kenne und es mich sehr viel weniger reizt.

Wegen dem Zitat bin ich mir nicht sicher was du aussagen moechtest.
Das heisst ich behaupte das man seinen Charakter unterschiedlich motivieren kann und ihn nicht unbedingt an "sich selbst mit Faengen" orientieren muss.
Du erwidert das es in Ordnung waere, aber umgekehrt nicht das selbe zugestanden wird. Was dann "typisch Vampire" im negativen Sinn waere.
Ich sehe nun nicht wo es jemanden umgekehrt abgesprochen wird.

Hinsichtlich des Hauptkritikpunktes.
Ich muss zugeben das ich ihn in solch starker Auspraegung nicht erlebt habe. Was vielleicht daran liegt das gerade in Online Chroniken einfach vorab mit dem Spieler abgesprochen wird was geht, was nicht und wie der Spielstil ist.
Es kamen beziehungsweise kommen zwar teilweise Vorwuerfe auf das der ein oder andere nicht hinreichend unmotiviert handelte, ganzbesonders wenn ein Charakter tot ist, wenn ein Charakter Ressourcen verliert oder wenn Beispielsweise ein Spieler der Wert auf Menschlichkeit sowie das Drama legt beobachtet wie ein anderer Charakter die Boesen (tm) umbringt.
Aber zumeist sind es eher persoenliche Differenzen oder Animositaeten, selten auch Unterschiede im Spielstil, anstelle dessen das dort jemand tatsaechlich einen flachen Charakter spielt.


Etwas anderes ist wenn die Charaktere ihre Motivationen an einander reiben.
V:tM strebt zwar ein Zusammenspiel als solches natuerlich an, bietet aber auf viel Freiraum bzw. ermoeglicht Konflikte unter den Charakteren.
Darunter kann Fallen das der Charakter, im Sabbat, denjenigen welcher an der Menschlichkeit haengt, anfaengt zu bedrohen.
Darunter kann auch Fallen das ein Charakter der sehr menschlich ist, einem Charakter der weniger menschlich ist angreift oder ihn bedroht wenn er es herausfindet.

Zumindest fuer letzteres haette ich durchaus mehrere konkrete Beispiele.
(Ersteres kam bisher nur einmal, mehr oder weniger, vor)
Die jedoch in sofern nichts bringen als das der Konflikt innerhalb der Gruppe gegessen ist.

Um das zu vermeiden sollte man absprechen in wie weit Charakterkonflikte sowie gegebenfalls PvP erwuenscht ist.


Nun und ich denke das die Frage der Tabus beziehungsweise Grenzueberschreitungen da wichtig ist. Haette der Tzimisce mit der Beschreibung des Blutfestmahl keine Grenzeueberschritten, waere das ganze Problem nicht da.

Bisher habe ich fast ausschliesslich gute Erfahrungen gemacht, also das man Splatter/Gore thematisieren kann und die Dramen, Konflikte und Tragik nicht ausblendet, war aber bisher auch nur eine Sabbat-Gruppe/


Wegen der Erfahrungen in anderen RPG Systemen.
Nun kurz, ich habe da nicht soviele. Ausser das ich bei anderen Systemen, wie Shadow Run, merkte wie die Menschlichkeitsskala von V:tM rein hieb. Also wo ich mir dachte "Bei V:tM wuerde gerade MK einen Konflikt triggern".

Wegen der fehlenden Erfahrung kann ich nun auch nicht sagen in wie weit sich V:tM dort komisch / anders verhaelt.

Scimi:
Ein paar Stunden nicht am Rechner gewesen und schon hat die Diskussion sich um ein Ausmaß verlängert, das ich nurmehr überfliegen kann.

Dabei ist mir allerdings etwas aufgefallen:
Die Teilnehmer sind allesamt mehr oder weniger mit V:tM vertraut, einige aus jahrelanger Erfahrung und mit guter Kenntnis der Regeln, des Hintergrundes und der Szene. Gemessen am Durchschnitt finde ich aber die Diskussion hier höflich, strukturiert, sachlich, kritisch und selbstkritisch.

Das steht aber völlig entgegengesetzt zu der These, dass Vampirspieler geistige Halbstarke sind, die mit peinlichen Geschmacklosigkeiten im Spiel irgendwie ihre Uninteressantheit kompensieren müssen oder dass das Spiel solche Leute produziert.
Zumindest den Anwesenden kann der Kontakt mit dem Regelwerk und die Teilexistenz als Untoter ja anscheinend nicht soviel geschadet haben, wenn dabei am Ende doch ein Haufen von vernünftigen Leuten dabei herausgekommen ist?

alexandro:
Es ist eher umgekehrt: der große Bekanntheitsgrad des Systems hat die große Anzahl geistiger Halbstarker angezogen. Jetzt wo das System seit schon 15+ Jahren OOP ist, sind die Mode-Spieler (größtenteils) zu anderen Systemen weitergezogen, welche langfrstigen Spaß im Spiel suchen (statt Munchkin- und Schockerspiel, welches immer nur eine kurzfristige Befriedigung ist und selbst den entsprechenden Spielern ziemlich schnell langweilig wird).

Oberkampf:

--- Zitat von: Scimi am  2.08.2011 | 11:24 ---Die Teilnehmer sind allesamt mehr oder weniger mit V:tM vertraut, einige aus jahrelanger Erfahrung und mit guter Kenntnis der Regeln, des Hintergrundes und der Szene.

--- Ende Zitat ---

Stimmt schon, ich nehme an, dass sich nach 15+ Jahren in erster Linie Leute über das System unterhalten, die es entweder noch immer aktiv spielen, oder zumindest sehr lange gespielt haben, um sich eine feste Meinung dazu gebildet zu haben. V:tM ist, glaube ich, bei mir das einzige System, über das ich mich noch heute fuchsteufelswild ärgern kann - das wäre sicherlich nicht der Fall, wenn ich nach zwei, drei Spielabenden damit aufgehört hätte.


--- Zitat von: alexandro am  2.08.2011 | 11:33 ---Es ist eher umgekehrt: der große Bekanntheitsgrad des Systems hat die große Anzahl geistiger Halbstarker angezogen. Jetzt wo das System seit schon 15+ Jahren OOP ist, sind die Mode-Spieler (größtenteils) zu anderen Systemen weitergezogen, welche langfrstigen Spaß im Spiel suchen (statt Munchkin- und Schockerspiel, welches immer nur eine kurzfristige Befriedigung ist und selbst den entsprechenden Spielern ziemlich schnell langweilig wird).

--- Ende Zitat ---

Hinzu kommt nach meinem Eindruck, dass die Rollenspieler generell älter geworden sind, und viele die Lust an halbstarken Rüpeleien verloren haben.

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