Pen & Paper - Spielsysteme > World of Darkness
[VtM] Euer Spielverständnis?
Seth:
@youth nabbed as sniper
Ja, ich verstehe, warum du das System nicht magst. Ich kann auch die meisten deiner Bedenken und Erfahrungen so oder so ähnlich nachvollziehen. Meine Frage aber war, was es dir bringt, nun festzustellen, dass es am System liegt. Das richtet sich auch weniger an dich, sondern vielmehr an die Leute die in so einen Thread reingestapft kommen, irgendwas von "Vampire is objektiv scheiße, weil das System so und so" faseln und dann wieder rausspringen. Ich frage mich einfach, was man da für einen Nutzen rauszieht oder was für ein Ziel man verfolgt. Das einzige, was in meinen Augen plausibel klingt, ist ein Missionierungsziel: "ich muss euch davon überzeugen, dass es scheiße ist, deswegen behaupte ich einfach mal, dass das ohnehin schon jeder bis auf euch weiß". Da das aber doch irgendwie zu platt ist, würden mich andere Gründe interessieren.
--- Zitat von: Teylen am 4.08.2011 | 16:36 ---Weil es immer noch besser sein kann.
Das heisst die Herangehensweise waere fuer mich, wenn ich die Lust haette die nWoD Regeln zu lesen, das ganze zu konvertieren und dabei an Rosinen das zu picken was es verbessert.
Zum Beispiel nur den Unterbau fuer das soziale Kampf-System installieren.
--- Ende Zitat ---
Richtig. Habe die nWoD-Regeln gelesen, ausführlich ausgetestet und für nicht gut genug befunden. Die Regeln für den "sozialen Kampf" aus Requiem for Rome habe ich allerdings ziemlich weitestgehend übernommen und erfolgreich in das alte System integriert :D
Teylen:
Ich denke es haengt damit zusammen das die Kritiker schlechte Erfahrungen mit dem System gemacht haben.
Vielleicht auch selbst erst nach einiger Zeit erkannt das sie es nicht moegen.
Aus der eigenen Erfahrung wird geschlossen das es anderen ebenso geht beziehungsweise ergehen wird.
Also versuchen sie darauf hinzuweisen, aufzuzeigen wo ihrer Ansicht nach die Schwaechen liegen, in der Hoffnung das die anderen nicht die gleiche schlechte Erfahrung machen muessen. Zumal die Angst mit schwingt das andere aufgrund der schlechten Erfahrung dem Hobby fern bleiben.
Das hat zwar effektiv ein "Missionierungs Verhalten" zur Folge, ist aber nicht unbedingt boeswillig motiviert.
Auch wenn es scheinbar im englischen Fandom dazu fuehrte das man den zufriedenen V:tM Spielern einen Gehirnschaden unterstellte; was ja schon doch irgendwo eine recht arge Beleidigung ist.
Seth:
--- Zitat von: Teylen am 4.08.2011 | 17:46 ---Ich denke es haengt damit zusammen das die Kritiker schlechte Erfahrungen mit dem System gemacht haben.
Vielleicht auch selbst erst nach einiger Zeit erkannt das sie es nicht moegen.
Aus der eigenen Erfahrung wird geschlossen das es anderen ebenso geht beziehungsweise ergehen wird.
Also versuchen sie darauf hinzuweisen, aufzuzeigen wo ihrer Ansicht nach die Schwaechen liegen, in der Hoffnung das die anderen nicht die gleiche schlechte Erfahrung machen muessen. Zumal die Angst mit schwingt das andere aufgrund der schlechten Erfahrung dem Hobby fern bleiben.
--- Ende Zitat ---
Das ist aber eine sehr liebe Interpretation :)
(PS: Nicht negativ oder sarkastisch gemeint!)
Oberkampf:
--- Zitat von: Nin am 4.08.2011 | 16:39 ---Na, "wenig konstruktiv" bringt einen meiner Ansicht nach nicht weiter. Aber, wenn du meinst...
Für diejenigen, die mit dem Spiel so zufrieden sind, wie es ist, oder die es eh nicht spielen, ist es vollkommen egal. Stimmt. Und?
--- Ende Zitat ---
Ok, da hast du recht, und ich probiere mal konstruktiv weiter zu machen. Ich hab diese Fragen ja nicht (nur) aus reiner Böswilligkeit (gegenüber dem System) gestellt, sondern weil ich auf einen Punkt hinauswollte, der meinem Gefühl nach nicht stark genug berücksichtigt wird:
--- Zitat von: Nin am 4.08.2011 | 16:39 ---Es gibt Leute die z.B. mit dem Setting zufrieden sind, aber an den Regeln schrauben wollen.
--- Ende Zitat ---
Das ist es, worauf ich hinauswollte: viele Leute spielen V:tM wegen des Settings. Sie verteidigen es gegen seine Kritiker (zu denen ich mich durchaus zähle, selbst wenn ich dem System zu seiner Zeit einige Stärken zugestehe), obwohl die Kritik in erster Linie auf das Regelwerk abzielt, und sekundär vielleicht auf daraus abgeleitete Spielvorlieben/Spielausprägungen. Das mag jetzt hier im Thread nicht so stark vertreten sein, aber in einigen Besprechungen mit anderen RPGlern (ob auf Cons oder im spielerischen Umfeld) ist mir das schon begegnet. Teilweise geht das soweit, dass nach meinem Eindruck die Schwächen der Regeln ausgeblendet werden, obwohl es den Verteidigern in erster Linie ums Setting geht.
Zu behaupten, V:tM sei den Regeln entsprechend ein herausragendes Erzählspiel, trifft meiner Ansicht nach weder heutzutage zu, noch damals im Vergleich mit anderen Spielen der 90er.
@Sol Invictus:
Also, ich schreibe hier mit, weil ich, obwohl ich beim letzten Post weniger konstruktiv und stärker provozierend war, im Grunde finde, dass die Diskussion auf einem recht entspannten Level abgeht, und ich manchmal ein ehrliches Interesse daran habe, was Leute an V:tM hält.
Aber zugegeben, ich habe da auch ein Missionierungsbedürfnis, weniger gegenüber Leuten im Internet, als vielmehr (zum Glück schwach ausgeprägt) gegenüber den V:tM-Fans unter meinen Freunden. Ich wundere mich immer wieder, dass bei denen wiederholt der Wunsch anklingt, V:tM zu spielen. Nicht irgendein Urban Fantasy, sondern das V:tM-Setting. Nicht V:tM-Setting mit anderen Regeln (z.B. nWoD), sondern V:tM mit höchstens ein paar Hausregeln. Wenn ich es aber leiten würde, und - da bin ich mir ganz sicher - RAW (oder mit den paar Hausregeln) spielen würde, ergäbe das einen Riesenschock.*
Und das liegt mMn an der Verwechselung von V:tM mit erzählorientiertem Spielen, Intrigenstorys und Ermittlungsabenteuern. Das sind alles keine Sachen, auf die V:tM ein Monopol hat oder die es besonders gut kann. Das kann ich in so gut wie jedem anderen Genre mit so gut wie jedem anderen Setting und so gut wie jedem beliebigen Regelwerk mindestens genausogut wie mit dem V:tM-Paket.**
*Einen etwas schwächeren Schock hatte ich letzte Woche, als ich nach längerer SW-Zeit mal wieder ED geleitet + gespielt habe, und gemerkt habe, wie langsam da die Kämpfe ablaufen. Zum Glück machen sie bei ED wenigstens Spaß und ergeben inhaltlich im Abenteuer einen Sinn.
** ok, der Satz ist übertrieben, aber ein Körnchen Wahrheit steckt drin.
Edit: Rechtschreibung (ein paar Fehler erwischt), Grammatik
Seth:
--- Zitat von: youth nabbed as sniper am 4.08.2011 | 18:38 ---Das ist es, worauf ich hinauswollte: viele Leute spielen V:tM wegen dem Setting. Sie verteidigen es gegen seine Kritiker (zu denen ich mich durchaus zähle, selbst wenn ich dem System zu seiner Zeit einige Stärken zugestehe), obwohl die Kritik in erster Linie auf das Regelwerk abzielt, und sekundär vielleicht auf daraus abgeleitete Spielvorlieben/Spielausprägungen. Das mag jetzt hier im Thread nicht so stark vertreten sein, aber in einigen Besprechungen mit anderen RPGlern (ob auf Cons oder im spielerischen Umfeld) ist mir das schon begegnet. Teilweise geht das soweit, dass nach meinem Eindruck die Schwächen der Regeln ausgeblendet werden, obwohl es den Verteidigern in erster Linie ums Setting geht.
Zu behaupten, V:tM sei den Regeln entsprechend ein herausragendes Erzählspiel, trifft meiner Ansicht nach weder heutzutage zu, noch damals im Vergleich mit anderen Spielen der 90er.
--- Ende Zitat ---
Ja, da gebe ich dir vollkommen recht, da ich solcherlei pauschalisierte Übertreibungen auch auf der positiven Perspektive für völlig absurd halte. Nur, aus systematischen Schwächen, eine Grundaussage über das Spielverhalten oder das geistige Niveau der Spieler eines Rollenspiels schließen zu wollen schießt echt den Vogel ab. Das hast du nicht gemacht, das betrifft eher andere in diesem Thread und ähnlichen Disskussionen.
--- Zitat ---@Sol Invictus:
Also, ich schreibe hier mit, weil ich, obwohl ich beim letzten Post weniger konstruktiv und provozierend war, im Grunde finde, dass die Diskussion auf einem recht entspannten Level abgeht, und ich manchmal ein ehrliches Interesse daran habe, was Leute an V:tM hält.
Aber zugegeben, ich habe da auch ein Missionierungsbedürfnis, weniger gegenüber Leuten im Internet, als vielmehr (zum Glück schwach ausgeprägt) gegenüber den V:tM-Fans unter meinen Freunden. Ich wundere mich immer wieder, dass bei denen wiederholt der Wunsch anklingt, V:tM zu spielen. Nicht irgendein Urban Fantasy, sondern das V:tM-Setting. Nicht V:tM-Setting mit anderen Regeln (z.B. nWoD), sondern V:tM mit höchstens ein paar Hausregeln. Wenn ich es aber leiten würde, und - da bin ich mir ganz sicher - RAW (oder mit den paar Hausregeln) spielen würde, ergäbe das einen Riesenschock.*
--- Ende Zitat ---
Das kann ich allerdings verstehen - ich kann mir vorstellen, dass es festgefahrene Spieler gibt, die sich möglicherweise aus Traditionsbewusstsein oder zu geringem Horizont nicht von Vampire trennen oder nicht akzeptieren wollen, dass es andere Sachen gibt, die ihre Bedürfnisse ähnlich befriedigen oder sogar besser.
--- Zitat ---** ok, der Satz ist übertrieben, aber ein Körnchen Wahrheit steckt drin.
--- Ende Zitat ---
Finde ich nicht einmal - ich finde er trifft völlig zu. Es ist ja auch in Ordnung, wenn man für sich entdeckt hat, dass es auch anders geht und ich finde es auch völlig okay, wenn man versuchte, andere an dieser Erkenntnis teilhaben zu lassen. Vielleicht hat mich bisher eher die Art und Weise "wie" gestört, vielleicht aber auch das Generalprädikat, das einem ganzen Spiel unterstellt wird, das immer hin immernoch ziemlich häufig gespielt wird (zumindest was ich so aus dem Internet und dem größeren Bekanntenkreis erfahre).
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