Pen & Paper - Spielsysteme > World of Darkness
[VtM] Euer Spielverständnis?
Nin:
--- Zitat von: TheLemming am 1.08.2011 | 13:11 ---Also ich denke ich stimme zwar meinen Vorschreibern insofern zu, dass VtM vom Schreibstil des REgelwerks, insbesondere des Sabbats und auch einiger späterer Quellenbücher stark auf das Ego der Spieler eingeht und sie fordert in gewisser Weise egozentrisch, egoistisch zu sein.
--- Ende Zitat ---
An der Stelle fällt mir das Interview mit Sam Chupp ein, in dem er erzählt, dass regelmäßig auch die Erlebnisse und Anforderungen der WW-eigenen Spielrunden in die Bücher eingeflossen sind.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
--- Zitat von: Nin am 6.07.2011 | 00:06 ---Einen sehr interessanten und informativen Blick zurück auf die Vergangenheit von White Wolf und die WoD liefert Sam Chupp in der Darker Days Podcast Folge #25.
--- Ende Zitat ---
Oberkampf:
--- Zitat von: TheLemming am 1.08.2011 | 13:11 ---Ernsthaft? Also ich hab das sehr gut in Erinnerung, sowohl als SL wie auch als Spieler.
Ich denke die Regeln bieten eine gute Grundlage aus der eine erfahrene Gruppe sehr viel machen kann.
Mir kan das System nur für Einsteiger sehr unfreundlich vor. Leider sind viele damit eingestiegen.
--- Ende Zitat ---
Welchen Teil?
An Kämpfe erinnere ich mich fast nur mit Grauen zurück. Grauen vor dem Kampfsystem, wohlgemerkt, nicht Grauen vor dem Gegner.
An institutionelle Konflikte für subtilen Machtgebrauch/Machtmissbrauch kann ich mich gar nicht erinnern. Die Maskerade wurde immer bewahrt, ohne dass es da entscheidende Konflikte zu schlagen gab (z.B. subtil auf eine Redaktion einwirken, dass ein bestimmtes Foto nicht veröffentlicht wird o.ä.).
Verbale Konflikte waren nur Spielergerede und sl-storykompatible Auflösung.
Und die Bestie im Vampir... naja, Frenzy und Rötschreck haben mal kleine Rollen gespielt... wenn sie der Story nicht im Weg standen... Moralische Konflikte? Bittere Entscheidungen? Power corrupts? Gruselige Derangements? Kam nicht sonderlich häufig vor.
(Die Derangements waren das Schlimmste, was ich an Albernheiten im RPG erleben durfte. Malks waren oft noch peinlicher als Nossies.)
Teylen:
Wegen des Eingangs Beitrag.
Ich bin nicht mehr sicher wie ich auf Vampire als Rollenspiel kam. Ich denke das es zum Teil daran lag das ich das Vampire Thema gut fand. Zum Teil lag es daran das ich nach freien Forenrollenspielen ein System suchte das einem die Sicherheits eines Werte technischen beschriebenen Charakter gibt und dazu ein System mit welchen man Handlungsresultate anhand von Wuerfeln bestimmen konnte.
Die Frage ob bzw. das es Mainstream war, war mir dabei recht egal.
Hinsichtlich der Erfahrungen mit der Runde von 10 Spielern.
Also meine Vermutung waere gewesen das es nicht nur an unterschiedlichen Spielertypen lag, sondern schlicht an der Masse von Spielern. Zehn Leite zu organisieren, in einem Spiel das man bis dahin nicht kennt ... sofern es nicht online ist wuerde ich mir das nicht einmal in Systemen die ich kenne zu trauen.
Aus der Erfahrung mit Online Gruppen, denke ich gibt es unterschiedliche "Spielertypen". In " weil die Grenzen nicht absolut sind, fliessend und subjektiv.
Es gibt dort New Age Spieler.
Ich wuerde es als die freundliche vitalbenachteiligte Person von nebenan beschreiben. Die Charaktere sind nett, leiden vielleicht ein wenig, aber halt nett und sie erwarten auch das die anderen nett sind.
Es gibt dort die Abenteuer Spieler.
Eigentlich wuerden sie einen rechtschaffenden guten Palladin spielen der aus zieht das boese zu bekaempfen. Gerne auch mit dem Kumpel-Magier, dem Dieb und dem Barden. Weil es aber Vampire ist, ist es halt ein guter Brujah, mit seinem Tremere, Ravnos und Toreador in der Gruppe. Ja es gibt Menschlichkeit, aber wenn man einen von den Boesen (tm) erlegt waere es doch fies drauf zu werfen.
Es gibt da die Charakter Spieler.
Die moegen ihren Charakter, und das er leidet, wollen aber nicht das er umkommt. Also sitzen sie im Elysium - da ist es sicher - und fuehren Gespraeche ueber ihr Leiden.
Es gibt die Intrigen Spieler.
Die gerne, lang und breit Intrigen vorbereiten, spinnen und dabei nutzen was ihnen gegeben ist. Oftmals hat der Charakter, wenn ueberhaupt, kaum Menschlichkeit und agiert als unmenschlicher Marionetten Spieler im Hintergrund.
Es gibt Kampf orientierte Spieler.
Die gerne mal probieren was passiert wenn ihre Charaktere physisch oder psyschich mit etwas oder jemanden aneinander geraten.
Bei all den unterschiedlichen Spielern kann es dazu kommen das verschiedene Vorstellungen vom Machtniveau vorherrschen. Das heisst wie maechtig ein Start Charakter sein sollte oder die Auslegung von Regeln.
Bei all denen kann es dazu kommen das Grenzen ueberschritten werden, sei es in der Darstellung von Gewalt oder sei es in der Darstellung von sexuellen Handlungen.
Es sagt auch noch nicht woraus die betreffenden den Grusel bzw. Horror ziehen welche das System verspricht.
So wie das Beispiel mit dem Tzimisce beschrieben ist, kann ich noch nicht erkennen wo der Fehler desselben lag. Wenn nun nicht vorher abgesprochen war das es vielleicht alles frisch gespatete Ex-Menschen waren.
Nur weil er die aeusserliche Form des Horrors direkt thematisiert heisst das doch nicht das er das Drama, den psyschologischen Horror, die moralischen Konflikte oder Tragik ausblendet.
Hinsichtlich der Einstellung zum Menschen seitens des Vampirs.
Also im Sabbat wird es den Beteiligten abtrainiert in Menschen etwas anderes als "Essen" zu sehen.
Nun und als normaler Spieler faende ich es gut wenn es dem Spieler selbst ueberlassen wird zur welcher Haltung sein Charakter aus welchen Gruenden gekommen ist. Schliesslich spielt man einen fiktiven Charakter und nicht "sich selbst mit Faengen".
Wegen der Tischrunde, also die Tischrunde die ich nun fand hat sich so ergeben, bin selbst noch gespannt wie die spielen werden. (Kenne zwei der Spieler aus einer alten Online-Runde)
Was Online Chroniken angeht achtet man aber normalerweise darauf das neue Spieler zu einem passen. Also das man z.B. die Spieler von True Brujah oder welche die mit Charboegen ankommen die jenseits der 500 EP gesteigert sind, an passendere Gruppen empfiehlt.
Teylen:
@Tuempelritter:
Ich glaube schon das V:tM die Spielvorlieben durchaus bedient.
Im Rahmen was seinerzeit moeglich bzw. so an RPG Zeug erfunden war sogar recht gut.
Man kann mit VtM problemlos kompetente Charaktere spielen, die grossartige Kaempfe beziehungsweise Herrausforderungen erfahren und dennoch immer etwas Crunch zum ausbauen finden.
Man kann damit vertrackte Geschichten gestalten, Intrigen, Buendnisse und mit duesteren Geheimnisse. Man kriegt Material dazu und Abenteuer enthalten da sogar teilweise mehrseitige R-Maps.
Man kann sich auf den Charakter konzentrieren und betrachten wie es in ihm und den Kampf um seine Seele aussieht.
Man kann auch die kompletten Underdogs spielen die sich in einer Welt der Dunkelheit beweisen und durchkaempfen muessen.
Man muss diese Aspekte nicht mal unbedingt getrennt halten. Auch wenn es sich ggf. lohnt vorher zu erwaehnen welchen Punkt man mit welcher Intensitaet behandeln moechte bzw. worauf es gilt sich zu konzentrieren.
Imho ist es moeglich Situationen zu gestalten welche kompetente Charaktere fordern und imho fordert oder braucht VtM keine Spielleiterwillkuer fuer eine Geschichte - und empfiehlt es auch nicht (Genauso wenig wie uebermaechtige NSCs).
Imho standen die Regeln, gerade sowas wie die Goldene Regeln den Story- und Charakter Spielern nicht im weg rum. Und lieferten mit Willenskraft, Tugenden, Menschlichkeit sowie Wesen und Verhalten durchaus anreize.
Auch wenn das Kampfsystem sperrig ist, man kann damit spannende Kaempfe haben oder spannende Situationen zumindest rumbringen. ^^ [Ohne Nostalgie]
Naja und das es heute nicht mehr das gelbste vom Ei ist... Es ist ja auch 20 bis 10 Jahre alt.
Man konnte ja damals nicht schon alles erfinden. (und deswegen gibt es nu auch eine regelmechanisch ueberarbeitete Edition)
El God:
20 Jahre alt? Na und? Vorher gabs auch Spiele, die genau das lieferten, was sie versprachen.
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