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[VtM] Euer Spielverständnis?

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Teylen:
Die haben aber nicht versucht ein (Vampire) Spiel zu liefern das crunchig, gamistisch und erzaehlerisch zu gleich ist.
Und imho hat VtM seine Vesprechen von damals, fuer die Zeit, durchaus nicht schlecht bedient.

Ich mein, auch wenn die Gruppen sich vielleicht nicht leiden koennen, aber man hat doch VtM Gruppen die gluecklich auf hohen Powerniveau daher rocken, VtM Gruppen die gluecklich ein Intrigenspiel machen, VtM Gruppen die sich im Leid ihrer Charaktere waelzen, VtM Gruppen die gluecklich der Geschichte folgen etc. etc. pp.

alexandro:

--- Zitat ---Vorher gabs auch Spiele, die genau das lieferten, was sie versprachen.
--- Ende Zitat ---
Naja, aber nur weil sie sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner (D&D-style) konzentriert haben. Es gab auch viele, welche damit einfach am Thema vorbeigeschlittert sind (V&V, MERS, die Lizenzversuche von WEG, das alte James Bond RPG u.v.m.).

Oberkampf:
@Teylen:

Keine Frage, das kann man alles machen - aber das ist auch mit jedem anderen Rollenspiel aus dieser Zeit möglich gewesen, teilweise sogar einfacher und besser. Einzig die R-Maps waren damals etwas für mich im Rollenspielkontext neues, die kannte ich nur aus dem Sozialkundeunterricht. Auch andere Rollenspiele haben unterschiedliche Spielstile angesprochen. D&D hat ja mit Storyabenteuern in den 80ern angefangen (Dragonlance), Warhammer die Enemy Within geliefert etc.

Trotzdem sind bei V:tM einige Phänomene zu beobachten, die in dieser ausgeprägten Form bei anderen Rollenspielen nach meinem Eindruck nicht auftraten (und noch immer auftreten):

Spielleiterwillkür (Golden Rule, Würfeldrehen usw.) kommt sicherlich auch in D&D-, Midgard-, Warhammer-, Traveller-, TORG- Earthdawn- oder Shadowrunrunden usw. vor. In dem Ausmaß habe ich (als nicht DSA-Spieler) es aber nur bei V:tM oder stark von V:tM geprägten "Meistern" erlebt - und ich scheine da nicht der einzige zu sein, der sowas beobachtet hat.

Auch Storyfixierung (auf eine SL-generierte Geschichte) - etwas, wovon ich selbst noch nicht 100%ig kuriert bin - habe ich bei anderen Rollenspielen nicht im gleichen Ausmaß erlebt. Natürlich hat ED auch storyorientierte Abenteuer mit expliziten Anleitungen zum "Troubleshooting", wenn die Spieler sich aus dem Handlungsrahmen entfernen wollen - aber ich habe es nie so stark erzwungen erlebt wie bei V:tM, und ich bin wieder nicht der einzige.

Es kann doch kein Zufall sein, dass bestimmte Spielvorlieben bei V:tM (und DSA, vielleicht noch CoC) am Stärksten ausgeprägt sind.

Was das Alter des Spieles angeht: mich wundert nicht so sehr, dass damals Leute V:tM für das Beste seit geschnitten Brot hielten. Mich wundert, dass heute noch Leute V:tM verehren, als gäbe es keine anderen Spiele. Mich wundert, dass auch heute noch Leute glauben, V:tM habe den richtigen, allein seligmachenden Spielstil erfunden (und dieser sei eben SL-Storytelling und nur mit V:tM zu verwirklichen). Und manchmal wundere ich mich, wie V:tM-Fans verdrängen können, was V:tM nicht geleistet hat.

Und ehrlich gesagt wundere ich mich auch, warum auch heute noch viele V:tM-Fans bei diesem Hintergrund und diesem Regelsystem überrascht sind, dass da Gewaltorgien vorkommen und eine Menge Powergamer mitspielen wollen.

Lemming:
@Tümpelritter:
Gilt bei mir für 1st, 2nd und 3rd Edition - knapp nach erscheinen der letzten hab ich dann jedoch VtM Goodbye gesagt.



--- Zitat von: youth nabbed as sniper am  1.08.2011 | 14:30 ---Spielleiterwillkür (Golden Rule, Würfeldrehen usw.)  & Storyfixierung

sorry dann hast Du imho wirklich 'ne schlechte Erfahrung hinter Dir. Wobei Würfeldrehen wohl oft zum Vorteil der Spieler sein dürfte, wenn der ST/SL etwas auf sich hält (okay die Diskussion mag ich hier aber gar nicht führen)

Storyfixierung hab ich durch das Storytelling Konzept absolut gegenteilig erlebt. Das erste Mal, dass die Spieler mehr von Spielleiterseite einfließen lassen konnten. Tolle Sache, die mich in zwei Runden unabhängig sehr begeistert haben.


--- Ende Zitat ---

alexandro:

--- Zitat von: youth nabbed as sniper am  1.08.2011 | 14:30 ---Was das Alter des Spieles angeht: mich wundert nicht so sehr, dass damals Leute V:tM für das Beste seit geschnitten Brot hielten. Mich wundert, dass heute noch Leute V:tM verehren, als gäbe es keine anderen Spiele. Mich wundert, dass auch heute noch Leute glauben, V:tM habe den richtigen, allein seligmachenden Spielstil erfunden (und dieser sei eben SL-Storytelling und nur mit V:tM zu verwirklichen). Und manchmal wundere ich mich, wie V:tM-Fans verdrängen können, was V:tM nicht geleistet hat.
--- Ende Zitat ---
Ersetzte V:tM durch D&D, DSA oder ein beliebiges anderes System.

Aus heutiger Sicht mag es einige Mängel geben (wie bei jedem anderen System), trotzdem war Vampire ungeheuer einflussreich und stilbildend. Das Regelwerk ist immer noch ein Musterbeispiel, für klare Strukturierung und Vermittlung des Konzeptes Rollenspiel.

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