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[Science-Fiction] Weltraum-Kolonisation

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Feuersänger:
Du verwechselst gerade die Annahmen, die ich getroffen habe, mit den Annahmen, die du getroffen hast. Du hast weiter oben gemeint "Traktor inkl. Transport 100.000, Verkauf für 1 Mio", und davon war ich dann ausgegangen. Das ist nicht zu verwechseln mit meinem 10cr/kg Modell.

Der Treibstoff macht nur einen Bruchteil der Betriebskosten aus. Nicht ganz vernachlässigbar, aber jedenfalls längst nicht der größte Brocken. Als da wären: Abschreibung des Anschaffungspreises, Wartungskosten, nuklearer Brennstoff (je nach Techlevel z.B. Uran oder Helium-3), Dockgebühren, und und und.

(Unsere heutigen Raketen bestehen ja quasi nur aus chemischem Treibstoff, und selbst da macht dieser nur einen kleinen Anteil der gesamten Betriebskosten aus.)

Hm, eigentlich wollt ich noch was zu Yerho und Oger sagen, aber ist mir grad entfleucht... muss wohl erstmal das Loch im Bauch stopfen.

Galatea:
Vor allem wiegt der Traktor keine 1000 Tonnen. Der Frachter würde also praktisch leer zur Kolonie fliegen und das ist alles andere als wirtschaftlich. Und stopft man der Frachter auf dem Hinweg voll hat man das Problem, dass er den Gegenwert in Nahrungsmitteln nicht aufnehmen kann, weil schlichtweg nicht genug Platz vorhanden ist. Selbst 90% one-way-Wegwerfkapseln (recylclebar/verwendbar als Wohncontainer) dürften das Problem nicht lösen, da Kapsel und Treibstoff trotzdem noch zu viel Geld kosten, das man nicht zurückbekommt.

Feuersänger:
Jap, genau meine Rede.

Jetzt weiss ich wieder, was ich weiter oben noch einwenden wollte. Kleiner Exkurs:


--- Zitat von: Fantomas am 14.04.2013 | 23:33 ---Die Kosten sind tröpfchenweise irgendwann wieder drin und die Kolonie bleibt durch den Zinseszins trotzdem abhängig (und bringt evtl. weitere Erlöse). Gleichzeitig wird Nahrung produziert, die man zu Dumpingpreisen bezieht und die auch Bewohner anderer Welten ernährt, wo unter rigider Kontrolle die für das Regime primär wichtigen Dinge gefördert und/oder produziert werden.

--- Ende Zitat ---

Ich halte es gar nicht für so selbstverständlich, dass es auf alle Ewigkeit den Zineszins geben wird, als sei er ein Naturgesetz. Im Gegenteil beweist ja die Natur immer wieder aufs Neue, ebenso wie wir auch an unserer Wirtschaft beobachten können, dass exponentielles Wachstum auf Dauer nicht gutgehen kann und irgendwann kollabieren muss. Die Intervalle zwischen den Kollapsen scheinen sich außerdem zu verkürzen. Da wir (als Menschheit) nun einerseits einen besseren Überblick über die Geschichte und die Zusammenhänge haben, und andererseits die negativen Auswirkungen in immer kürzeren Intervallen auf uns einstürzen, wäre es nicht nur logisch sondern auch tatsächlich denkbar, dass dieses System über kurz oder lang abgeschafft wird.
Will heißen, dass es dann vielleicht nur noch einfachen Zins geben könnte, und keinen Zinseszins mehr.
Das hat wohlgemerkt auf den "kleinen" Sparer keinen großen Effekt. Der Unterschied im Ertrag von Sparvermögen von Normalverdienern ist kaum spürbar. Aber Großschuldner würden dadurch enorm entlastet werden - und da ja gerade Staaten die meiste Kohle borgen müssen, wäre es nicht so weit hergeholt, dass diese die Bedingungen irgendwann zu ihren Gunsten ändern.

Langer Rede kurzer Sinn; ich will eigentlich nur sagen, dass Zinseszins nicht gottgegeben ist. Im Sinne der Futurologie fände ich es sowieso wesentlich spannender, ein Szenario zu beleuchten, indem es keinen Zinseszins mehr gibt.

Gasbow:
Wie soll Zins ohne Zinseszins funktionieren?

Ist eigentlich schon definiert, was in Redshift der Grund ist, weswegen überhaupt extrasolare Kolonisation betrieben wird?
Es muss sich ja irgendjemand etwas davon erhofft haben als er die erste Kolonie gründete.

Feuersänger:

--- Zitat von: Gasbow am 23.04.2013 | 15:48 ---Wie soll Zins ohne Zinseszins funktionieren?
--- Ende Zitat ---

Na ganz einfach. Nehmen wir an, du legst 10.000cr zu 10% p.a. an. Also kommen jedes Jahr 1000cr dazu. Nach 10 Jahren hast du bei einfachem Zins schlicht 20.000cr auf dem Sparbuch. Mit Zinseszins wären es 25.937cr.

Klar kannst du als Anleger auch sone Art Zinseszins emulieren, wenn du deine Zinszahlungen jedes Jahr nehmen und wieder neu anlegen kannst -- aber du musst halt erst jemanden finden, der sich das Geld von dir leihen will; es vermehrt sich nicht mehr automatisch.
Mit Tilgung und Raten etc. würde es freilich auch alles etwas anders laufen als heute, denk ich mal. Der Knackpunkt ist jedenfalls, dass das Vermögen sich nicht mehr innerhalb weniger Jahrzehnte auf einige wenige Personen konzentrieren soll, und am Schluss ganze Volkswirtschaften nur noch dafür arbeiten, um die Zinsforderungen dieser wenigen Gläubiger zu bedienen.


--- Zitat ---Ist eigentlich schon definiert, was in Redshift der Grund ist, weswegen überhaupt extrasolare Kolonisation betrieben wird?
Es muss sich ja irgendjemand etwas davon erhofft haben als er die erste Kolonie gründete.

--- Ende Zitat ---

Jein. Zunächst war meine Idee, dass die Erde zunehmend ungemütlich wird und daher alle, die es sich leisten können, das sinkende Schiff verlassen wollen. Aber davon bin ich eigentlich wieder ab. Jetzt ist das momentane Arbeitsmodell eigentlich mehr so im Bereich Prestige/Weil wir's können/Rohstoffknappheit verortet.

Allerdings ist Redshift freilich mein Privatprojekt; in einem eher allgemein gehaltenen Thread wie diesem hier versuche ich, entsprechende Beispiele eindeutig zu kennzeichnen und ansonsten eher generische Überlegungen anzustellen.

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