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[Science-Fiction] Weltraum-Kolonisation
Chaos:
Immer noch besser, als ganz ohne Tiere auszukommen, oder per Trial and Error herauszufinden, welche Tiere vor Ort sich zur Domestizierung eignen.
Feuersänger:
Da darf man die Tiere nicht überromantisieren; die brauchen auch medizinische Betreuung, Medikamente und vor allem einen Haufen Futter. Wenn es auf dem Planeten einheimisches Leben gibt, wird dieses höchstwahrscheinlich nicht mit uns kompatibel sein, Pflanzen können von uns nicht verdaut werden usw. Nicht einig bin ich mir bei Viren und Bakterien -- könnten außerirdische Äquivalente uns schaden, oder lassen die uns völlig kalt? Jedenfalls müsste jedes einzelne Tier genetisch modifiziert werden, um das extraterrestrische Gras verdauen zu können. Und die Reproduktionsrate ist auch höchst unpraktisch; es dauert _Jahre_ bis man ein junges Pferd vor den Pflug spannen kann.
Gibt es kein einheimisches Leben, gibt es dort auch keine fruchtbare Erde, sondern Sand. Der Boden muss überhaupt erstmal urbar gemacht werden, durch Ausbringung von Mikroorganismen oder was weiss ich. Vermutlich wird man sich da erstmal mit Gewächshäusern begnügen. Ansonsten, ich bin kein Spezialist für Terraforming, aber es wird auch mit menschlicher Steuerung und hochentwickelter Biotechnologie viele Jahre dauern, bis man dort wenigstens lokal ein Ökosystem aufgbaut hat. (Was wir ja heutzutage noch nicht können. Die Biosphäre-Projekte sind bisher gescheitert.)
Umgekehrt wird zu viel Gewese über die Anfälligkeit von Maschinen gemacht. Ein mit modernen Produktionsmethoden (genaue Maße etc.) hergestellter Jeep (Auto) und simpelster Technik könnte sowohl hoch zuverlässig als auch auf leichte Reparierbarkeit ausgelegt sein. (Bis heute ist es ein selling point von BMW-Motorrädern, dass man z.B. kein Werkzeug braucht, um die Verkleidungsteile zu entfernen.) Die Auffassung von der anfälligen Maschinerie kommt daher, dass wir dazu neigen, alles mit soviel Klimbim wie irgendwie möglich auszustatten, und je mehr unnütze Elektronik verbaut ist, desto mehr kann kaputtgehen. Wenn man mit Pferdepflug keinen computergesteuerten Düngemittelverteiler braucht, braucht man den mit Traktor auch nicht, und arbeitet trotzdem effektiver.
Der Antrieb, ja, der wird vermutlich per elektrisch per (austauschbarer) Batterie oder Brennstoffzelle sein; letztere kann z.B. mit Wasserstoff oder Agraralkohol befeuert werden, je nachdem was sich leichter herstellen lässt. Oder zur Not auch ein Verbrennungsmotor, wenn der robuster ist.
Dann braucht man eben noch einen Workshop, mit dem man die Simpel-Maschinen reparieren und Ersatzteile herstellen kann. Das ist auch nicht so der Stress. Drehbank, Flex usw... man braucht halt ein paar Rohmaterialien. Es gibt doch X Fernsehsendungen über Autowerkstätten, in denen die Kameraden alle möglichen Teile selber zusammenschwarten.
Die erste Priorität bei der Erschließung eines neuen Planeten wird die Energie-Infrastruktur sein. Z.B. ein Solarkraftwerk, mit dessen überschüssiger Leistung Wasser elektrolysiert wird, und der Wasserstoff gespeichert. (Aktuell wird übrigens ein neues Speichermedium für Wasserstoff erforscht, welches komplexe Tanks überflüssig machen würde. Es ist eine Flüssigkeit, deren Name krebserregend klingt, aber das Wort hab ich vergessen.)
Man hat trotzdem genügend Gründe, Tiere zu importieren: zur Errichtung einer Ökosphäre, als Fleisch- und Milchlieferant, und absolut wichtig der psychologische Effekt des "Stückchens Heimat".
Thot:
Nun, das sind jetzt alles wieder Fragen nach den Rahmenbedingungen. Wenn man sich alles, was man an Industrieprodukten haben wollen könnte, einfach mit der mitgebrachten Ausrüstung ausdrucken kann (inklusive weiterer Drucker; daran wird ja heute schon gearbeitet), sind auch Traktoren und ihre Ersatzteile kein Problem.
Merlin Emrys:
--- Zitat von: Feuersänger am 11.08.2011 | 10:50 ---Natürlich können sich die Preisniveaus in der Zukunft verschieben; wie du sagst könnten Nahrungsmittel wieder teurer werden. Das muss uns aber alles nicht so besonders jucken.
--- Ende Zitat ---
Wie willst Du Gewinne bestimmen, wenn Dich die zugrundeliegenden Preisrelationen nicht jucken?
Yerho:
Preisentwicklung verläuft nicht schematisch, rational oder irgendwie berechenbar. Da spielen zu viele Faktoren zusammen: Verfügbarkeit, Nachfrage, Zuteilung, Verteilung etc. ... Und hat man das dann doch irgendwie zu einer halbwegs brauchbaren Berechnung vereint, kommen irgendwelche Spekulationen dazwischen, welche die solcherart entstandene Realwerte komplett ad absurdum führen können.
Oder noch anders: Stellt euch doch nur mal vor, auch nur eine große - meinetwegen zuvor staatlich bezuschusste und von der Privatwirtschaft mit Investitionen gefütterte Kolonie - erlebt nach ihrer Konsolidierung ein paar lokalpolitische Umwälzungen und entdeckt den Kommunismus für sich. Auf der Erde hat das mit der Sowjetunion nicht funktioniert, weil die Ressourcen geteilt werden mussten, aber wenn man einen ganzen Planeten für sich hat? Da könnte das doch direkt funktionieren (Ob die Menschen dann auch glücklich sind, sei mal dahingestellt ...). Und dann fragen die einfach nicht nach der Wirtschaftlichkeit, sondern rechnen nur mit dem Vorhandensein von Material, Arbeitskraft und Zeit und können in diesem Rahmen problemlos Projekte stemmen, die für Andere zwar ebenfalls schaffbar wären, aber als nicht rentabel im Vorab ad acta gelegt werden.
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