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[Science-Fiction] Weltraum-Kolonisation
Thot:
--- Zitat von: Fantomas am 14.08.2011 | 11:35 ---Ich muss widersprechen. Die Anhäufung nicht konkret zweckgebundener Devisen wäre die Anhäufung von Kapital ... Und das ist systembedingt nicht drin.
[...]
--- Ende Zitat ---
Natürlich ist das drin. Das, was wir als "Kommunismus" kennen, hatte jede Menge Kapital. Immmobilien, Fabrikationsanlagen, Wohngebäude... alles Kapital. Devisen sind da nichts anderes. Das war nämlich nichts weiter als Staatskapitalismus.
Thot:
--- Zitat von: Feuersänger am 14.08.2011 | 12:30 ---Zum Thema "sowjetische Zustände" habe ich da einen ausführlichen uralt-Artikel aus einem 1982er Spiegel ausgebraben.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14338988.html
Zu meiner Angabe mit dem vom Laster gefallenen Dünger steht da zwar nichts, aber immerhin:
Gründe für die dritte Mißernte hintereinander, außer dem Wetter: Jede zweite Erntemaschine ist defekt und wird auch nicht repariert, so daß die meisten Neulieferungen nur Ersatzinvestitionen darstellen. Bei Lagerung und Transport der Ernte gibt es bis zu einem Drittel Schwund.
[...]
--- Ende Zitat ---
MIt anderen Worten: Eine viel zu niedrige Investitionsquote. Managementfehler.
Yerho:
--- Zitat von: Thot am 14.08.2011 | 22:59 ---Natürlich ist das drin. Das, was wir als "Kommunismus" kennen, hatte jede Menge Kapital. Immmobilien, Fabrikationsanlagen, Wohngebäude... alles Kapital. Devisen sind da nichts anderes. Das war nämlich nichts weiter als Staatskapitalismus.
--- Ende Zitat ---
Es geht nicht um Kapital, sondern um dessen Anhäufung. Die von Dir aufgezählten Werte sind weder optional noch disponabel, sie befinden sich nominell in Volkseigentum, was sich praktisch darin äußert, dass sie in Besitz des Volkes sind, verwendet und benötigt werden. Deiner Definition zufolge gäbe es nur Kapitalismus, weil ja jeder Staat mindestens über Humankapital verfügt. Und so lange Du beispielsweise die Sowjetunion als Kapitalgesellschaft mit 290 Millionen Gesellschaftern betrachten möchtest, sehe ich da - ganz offen gestanden - auch keine Diskussionsgrundlage. ;)
Thot:
--- Zitat von: Fantomas am 18.08.2011 | 08:55 ---Es geht nicht um Kapital, sondern um dessen Anhäufung. Die von Dir aufgezählten Werte sind weder optional noch disponabel,
--- Ende Zitat ---
Aber natürlich sind sie das und sie wurden auch so behandelt.
--- Zitat ---sie befinden sich nominell in Volkseigentum, was sich praktisch darin äußert, dass sie in Besitz des Volkes sind, verwendet und benötigt werden.
--- Ende Zitat ---
Da fällst Du jetzt aber auf die Propaganda des Regimes rein. Neh, dieses Kapital befand sich praktisch im Besitz der Funktionäre, die es verwalteten.
--- Zitat ---Deiner Definition zufolge gäbe es nur Kapitalismus, weil ja jeder Staat mindestens über Humankapital verfügt. [...]
--- Ende Zitat ---
Das ist ja auch so... die Frage ist immer nur, wer der Kapitalist ist. Ein "echter" Sozialismus wäre strikt demokratisch, so dass tatsächlich die Staatsbürger die Kapitalisten wären, und zwar alle zu gleichen Teilen. Das wurde allerdings noch nie versucht.
Yerho:
--- Zitat von: Thot am 18.08.2011 | 09:35 ---Aber natürlich sind sie das und sie wurden auch so behandelt.
Da fällst Du jetzt aber auf die Propaganda des Regimes rein. Neh, dieses Kapital befand sich praktisch im Besitz der Funktionäre, die es verwalteten.
--- Ende Zitat ---
Du verwechselst Eigentum und Besitz. Eigentum ist etwas Theoretisches, und in der Theorie war alles, was in der Sowjetunion lag, stand, fuhr oder vor sich hin rottete Eigentum des Volkes. Besitz ist etwas Praktisches; derjenige, der eine Sache in Besitz hat, besitzt sie auch. Nun kann man zwar mit Fug und Recht behaupten, dass hohe Funktionäre deutlich mehr besaßen als der normale Sowjetbürger, aber im Besitz jedes einzelnen Traktor waren sie nicht. Den besaß die Kolchose, die ihn zugeteilt bekommen hatte, und das schon, bevor er überhaupt gefertigt wurde - wenn er denn jemals gefertigt wurde.
--- Zitat ---Das ist ja auch so... die Frage ist immer nur, wer der Kapitalist ist. Ein "echter" Sozialismus wäre strikt demokratisch, so dass tatsächlich die Staatsbürger die Kapitalisten wären, und zwar alle zu gleichen Teilen. Das wurde allerdings noch nie versucht.
--- Ende Zitat ---
Sozialismus wäre es auch, wenn einer alles hätte, aber dies mit allen teilte, sobald sie es brauchen.
Aber im Kern hast Du Recht, und bevor wir den Thread hier noch weiter zweckentfremden, sollten wir die Kurve kriegen: Ein SF-Setting erlaubt es ja grundsätzlich, solche Gesellschaften zu entwickeln. Eine kleine, verschworene Gemeinschaft von Kolonisten/Pionieren, die eine neue Welt erschließen will, kann realen Kommunismus/Sozialismus praktizieren, weil die Zahl ihre Angehörigen überschaubar ist. Jeder kennt jeden, als ist auch jeder jedem gegenüber verantwortlich und die situationsbedingt beschränkten Mittel lassen wenig Raum für Privateigentum (nicht zu verwechseln mit persönlichem Besitz). Sobald die Gesellschaft anonymer wird, wird der innere Schweinehund stärker, weil man weder bei Unterschlagung noch bei Ausbeutung dem Geschädigten in die Augen schauen muss.
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