Medien & Phantastik > Multimedia - Spiele
Christian Schmidt rechnet mit der dt. Spielekritik ab
Seth:
Das Gameone eine der wenigen deutschsprachigen Plattformen ist, die sich neben ihrem Unsinn auch noch kritisch mit der Philosophie und den politischen Fragen auseinandersetzt, die die Spiele aufwerfen (also zum Teil das, was Schmidt fordert), ist ja schon traurig genug. Bei genauerer Betrachtung erfüllen sie sogar recht viele Kriterien (eben keine ausschließliche Konzentration auf die großen Blockbuster, Beleuchtung des "großen Ganzen" und nicht nur die Analyse der Teilstücke etc.) des Artikels und es wäre wohl wünschenswert, wenn die "verknöcherte Gesellschaft" sich da ein wenig weiterentwickelt.
Allerdings finde ich nicht, dass das jetzt in den amerikanischen / nicht-deutschen Medien (Online-Plattformen, Printmedien, Videosites) irgendwie anders aussieht. Da ist es meiner Erfahrung nach genauso, dass viel zu viel Wert auf der detaillierten Analyse gelegt wird - ganz zu schweigen von Gefälligkeitskritiken, Hypes usw..
Edit: Frau Fröhlich hat da übrigens etwas angeschnitten, was mir ziemlich aufgestoßen ist:
"Christian Schmidt will Videospiele als Medium mit gesellschaftlicher Aussagekraft, als Kulturgut und Kunstwerke verstanden wissen. Ich rate zu Aufrichtigkeit: Die allerwenigsten Spiele taugen für ökonomische, politische, ethische, künstlerische oder gesellschaftliche Urteile, wie im Übrigen auch die wenigsten Kinofilme, TV-Serien und Bücher. Wir reden von Fußballsimulationen, von Rennspielen, von Fantasy-Rollenspielen, von Science-Fiction-Strategiespielen, von Action-Abenteuern im Indiana-Jones-Stil, die einzig einem Zweck dienen: Entertainment und Zerstreuung."
"die einzig einem Zweck dienen"
Das ist so unreflektiert, dass man sich wirklich fragen muss, ob da die Chefredakteurin einer großen Spielezeitschrift oder ein Herr Pfeiffer spricht.
6:
[OT]
@Sol Invictus: Ich finde es auch sehr bezeichnend, dass die Leute von GameOne sich diese Kritik leisten (können). Allerdings wohl anders als Du. Mir ist aufgefallen, dass die (intelligent) kritischsten Medien, die populär sind, heutzutage meistens weitläufig unter Comedy laufen (Die ganzen Kabarettsendungen, Pelzig hält sich, The Daily Show with Jon Steward, usw.).
[/OT]
Ranor:
Stimmt, GameOne habe ich vergessen. Die zählen auf jeden Fall zu den guten.
--- Zitat von: Sol Invictus am 8.09.2011 | 11:33 ---Allerdings finde ich nicht, dass das jetzt in den amerikanischen / nicht-deutschen Medien (Online-Plattformen, Printmedien, Videosites) irgendwie anders aussieht. Da ist es meiner Erfahrung nach genauso, dass viel zu viel Wert auf der detaillierten Analyse gelegt wird - ganz zu schweigen von Gefälligkeitskritiken, Hypes usw..
--- Ende Zitat ---
Na ja, die englischen Seiten sind da teilweise schon deutlich weiter. Als Beispiele seien da Eurogamer.net, gamesradar.com oder Rock, Paper, Shotgun genannnt. Und das ist nur ein kleine Auswahl der guten großen Seiten. In der "Blogosphäre" geht da noch viel mehr, vor allem da die englischen Blogs im Gegensatz zu den deutschen auch von mehr als 40 Leuten gelesen werden.
Bluerps:
--- Zitat von: Sol Invictus am 8.09.2011 | 11:33 ---Allerdings finde ich nicht, dass das jetzt in den amerikanischen / nicht-deutschen Medien (Online-Plattformen, Printmedien, Videosites) irgendwie anders aussieht. Da ist es meiner Erfahrung nach genauso, dass viel zu viel Wert auf der detaillierten Analyse gelegt wird - ganz zu schweigen von Gefälligkeitskritiken, Hypes usw..
--- Ende Zitat ---
Doch, das ist da schon besser, aber nicht überall. Eine Publikation wird natürlich nicht automatisch dadurch gut, das sie nicht in deutsch ist. :D
Ich mag z.B. http://www.rockpapershotgun.com/ aber es gibt auch noch mehr gute Seiten, wie z.B. http://www.vg247.com/ , http://kotaku.com/ , http://www.eurogamer.net/ und diverse andere.
Bluerps
Seth:
--- Zitat von: 6 am 8.09.2011 | 11:51 ---[OT]
@Sol Invictus: Ich finde es auch sehr bezeichnend, dass die Leute von GameOne sich diese Kritik leisten (können). Allerdings wohl anders als Du. Mir ist aufgefallen, dass die kritischsten Medien, die populär sind, heutzutage meistens weitläufig unter Comedy laufen (Die ganzen Kabarettsendungen, Pelzig hält sich, The Daily Show with Jon Steward, usw.).
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--- Ende Zitat ---
Hm? Wie ist das gemeint?
Ich finde es traurig, dass es nicht mehr Formate von der Art gibt. Ich meine, dass sie teilweise wirklich darauf verzichten, die großen Player zu durchleuchten oder bei Beiträgen überhaupt nicht mehr auf die Details eingehen ist für mich schon ein gewaltiger Fortschritt, eben weil die meisten Spieler sich ihre Informationen ohnehin aus allen möglichen Quellen holen und von so einer Sendung möglicherweise gar nicht mehr hören wollen, was sie eh schon wissen (wobei es da in den Kommentarleisten teilweise immer wieder hitzige Diskussionen gibt, dass Gameone doch bitteschön ein wenig mehr informieren als unterhalten könnte - was ich für Unsinn halte). Die Jungs setzen sich eben mit dem "mehr" auseinander, das Schmidt fordert, zumindest meiner Meinung nach neben dem Informationsgehalt auch ziemlich unterhaltsam.
Edit: Ranor und Bluerps: gut, dass wir den gleichen "Geschmack" haben, was nicht-deutsche Seiten betrifft, hehe. Aber ja, klar, natürlich haben die einen größeren Absatz und vielleicht auch mehr Gewicht. Im Grunde kann ich Schmidts Prognose, die sich vor allem auf den deutschen Raum bezieht, ja auch voll und ganz nachvollziehen. Aber vor allem populärere nicht-deutsche Formate wie Gametrailers oder Gamespot fallen in den meisten Fällen leider sehr genau in das Klischee, das von ihm beschrieben wird.
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