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Wie nähert man sich Lovecraft?
der.hobbit:
Mir haben die Ratten im Gemäuer sehr gut gefallen. Ein wirklich guter Autor ist er allerdings nicht, der Herr Lovecraft. Die meisten Sachen sind eher mäßig.
Chaos:
Ich hätte die Frage im Threadtitel spontan beantwortet mit "Nur bei Tageslicht".
Zarkov:
Ich würde eher sagen: mit einem Wörterbuch, solange man halbwegs Englisch kann.
Im Original werden die Prosatexte (sozusagen traditionell) meist in drei Bänden veröffentlich. Ich empfehle The Dunwich Horror and Others für den Anfang; da sind die Mythos-Kurzgeschichten und noch ein paar andere kurze Texte enthalten, unter anderem auch „The Call of Cthulhu”. Einige der Glanzstücke, aber auch ein paar schwächere Texte. Alles in allem sehr lesenswert.
Der nächste Band ist At the Mountains of Madness. Der enthält die längeren Mythos-Erzählungen (Mountains of Madness, Charles Dexter Ward und das Hexenhaus – alle drei brillant) und hauptsächlich noch ein paar Kadath-Geschichten. Die Letzte davon, „Through the Gates of the Silver Key” ist allerdings ein Kollaborat und meiner Meinung nach zum Grausen … bzw. zum Erbarmen.
Der dritte Band ist Dagon and Other Macabre Tales. Hier findet sich die ganzen restliche Kurzprosa, hauptsächlich nach Art von Poe und Dunsany, also Traumlande und Gruftgegrusel, aber auch ein paar Proto-Mythos-Erzählungen. Oft werden hier auch noch Fragmente, die paar erhaltenen Frühwerke und eventuell der Aufsatz über „Supernatural Horror in Literature” dazugepackt. Diesen Band würde ich nur bedingt empfehlen; von den ersten beiden Bänden habe ich mir die kritisch bearbeitete Arkham-House-Ausgabe besorgt (keine Druckfehler mehr!), aber den dritten habe ich nur in einer billigen Ausgabe.
Wer halbwegs Englisch kann, fährt mit den zwei ersten Bände ziemlich gut. „Rugose” und „scalloped” muß man halt einmal nachschlagen, aber das ist auch für Anglisten schon exotisches Vokabular.
Samael:
Absolut empfehlenswert ist diese Gesamtausgabe:
http://www.amazon.de/Complete-Fiction-Barnes-Leatherbound-Classics/dp/1435122968/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1317371178&sr=8-1
Absolut gut, ledergebunden, Goldschnitt, Leseband, wunderbarer Retroeinband. Damt ist man dann Lovecraftmäßig versorgt. Und bei dem Preis ist das ein echter nobrainer.
korknadel:
Nicht ganz so komplett, aber in der ebenfalls -- wenn auch etwas gediegeneren -- Ausstattung der Library of America und folglich vorbildlich editiert, gäbe es das Wichtigste von Lovecraft auch noch:
http://www.loa.org/volume.jsp?RequestID=223
Und zu der Frage, woran ich bei Berge des Wahnsinns gescheitert bin: War mir zu lang und zu gleichförmig. Aber das will nichts über die Güte des Buchs sagen. Ich bin bei Moby Dick schließlich auch gescheitert :D.
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