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[Brainstorming] Workshop: Was sind Indie-Spiele?
Bombshell:
--- Zitat von: Blechpirat am 11.05.2012 | 10:16 ---Vermutlich reicht für den Workshop ja die Abgrenzung "Indie <> Mainstream"
--- Ende Zitat ---
Da hat man doch schon das nächste Definitionsproblem, was ist Mainstream? Ab welcher Auflage, Spieleranzahl usw. fängt es an?
Bad Horse:
Wäre für die Klärung genau solcher Fragen nicht ein Workshop eine gute Idee? ;)
Der Übergang von Indie zu Mainstream ist ohnehin fließend - es gibt keine feste Grenze, ab der man sagen kann "Halt, du bist aber Mainstream!" Das gilt sowohl für den Vertriebsansatz (Indie ist, was unabhängig von "großen" Verlagen produziert wird) als auch für den Spielmechanikansatz (Indie ist, was sich von klassischen Spielmechaniken löst).
"Großer Verlag" ist ja im Rollenspielbereich ein bisschen schwierig, weil selbst die "grossen Verlage" eigentlich relativ kleine Betriebe sind.
"Von klassischer Spielmechanik gelöst", gut und schön, aber was heißt das eigentlich. Bei Polaris ist das noch relativ einfach zu erklären, aber wie sieht es mit Dresden Files aus?
Teylen:
Nun oder auch mit Song of Ice and Fire. Das ein grosses Fandom hat, einen mittelgrossen Verlag und dennoch eher unbekannt/klein ist.
Naja, und was passiert dann wenn ein Indie-Spiel eine eher wenig von klassischen Spielmechaniken geloeste Mechanik hat? [die Network Sachen wirken auf mich eher traditionell]
asri:
Wie schon angesprochen gibt es nicht die eine richtige Definition. Der Workshop könnte also unterschiedliche Kriterien benennen, was "Indie" aus der einen oder anderen Sichtweise ausmacht. Eine eigene Definition zu finden halte ich für müßig.
Kriterien, die man ansprechen könnte (in keiner bestimmten Reihenfolge):
* Alternative zum Mainstream
* Publikationsmodell (Verlag/ Vertrieb; eher kurzes Taschenbuch, selten mehrbändig, geringere Illustrationsdichte als im Mainstream...?)
* Creator ownership (muss der Urheber irgendwelche Rechte abgeben?)
* Zugehörigkeit zu einer Indie-Community (laut Wikipedia teilweise als Def.-merkmal verwendet)
* Spieldesign; Merkmale, die als typisch Indie gelten (spielleiterlos, unkonventionelle Spielmechaniken, player empowerment/ distributed authoring games, häufig One-shot-Spiele, thematische Orientierung) - am Besten jeweils mit Beispielen und Gegenbeispielen ;D
* ...?Zwischenfazit (was auch der Workshop vermitteln sollte): Eine klare Abgrenzung bzw. Unterscheidung zwischen Indie und Nicht-Indie gibts nicht!
Was der Workshop noch beinhalten könnte:
* Geschichte und Wandel der Indie-Szene bzw. -Spiele
* Markante Beispiele/ Personen
* Einflüsse auf die Indie-Szene (z.B. Forge-Theorie, evtl. Improvisationstheater?)
* evtl. Einflüsse der Indie-Szene auf den Mainstream (oder allgemeiner: Vermischungen). Da könnte man auch diskutieren, ob z.B. Dungeonslayers ein Indie-Spiel ist (oder warum nicht)
* evtl. Hilfsmittel/ Webseiten: Wie orientiert man sich im Indie-Bereich? Was gibt es, wo findet man Infos, Spielberichte, Rezensionen, wo kann man diese Spiele kaufen?
* Beispiele für Indie-Communities wie z.B. Forge, Story-Games, Knutepunkt (?), Tanelorn (? :))
* verwandte Bereiche wie z.B. freie Rollenspiele
Auch, wenn das vom Umfang der Listen her so aussieht, würde ich den Definitionskram gar nicht unbedingt so breit treten.
PS:
Wie definiert sich Indie? (vermutlich die :T:-Diskussion, die Bombshell oben verlinken wollte - der Link ging nur zum Board, nicht zum Thread)
What's YOur Definition of 'Indie' (rpg.net)
Foul Ole Ron:
Ich persönlich (!) sehe im Begriff "Indie" schon primär die (Verlags-) Unabhängigkeit. Inhalt, Mechanik, Verbreitung und "Mainstreamkoeffizient" sind schwer greifbar und abzugrenzen. Auch eine "Andersartigkeit" im Sinne von klassisch oder progressiv ist mMn kein Kriterium.
Da bleibe ich doch lieber enger am Begriff independent / unabhängig. Verlagsunabhängig heißt dabei nicht, dass das gute Stück nicht bei einem großen Verlag erscheinen dürfte - es sollte nur weitestgehend unbeeinflusst vom Verlag bleiben.
Western City wäre ein gutes Beispiel: da hat Jörg solange dran rumgebastelt, bis es seinen Vorstellungen entsprach. Dann hat er einen Verlag gefunden, der es ziemlich genau so veröffentlicht hat. Hätte der Verlag jetzt gesagt "Jörsch, wir ham aber schon ein Spiel im Western-Setting im Portfolio - mach doch bitte so ein Japan-Samurai-Ding daraus, damit bekämen wir Kundenfrischfleisch und würden uns nicht selbst das Wasser abgraben!", dann wäre die schöne independence dahin ;) .
Ein Independent-Autor kann eben weitestgehend "sein Ding" durchziehen, und muss sich nicht um Produkt- oder Veröffentlichungspolitik kümmern.
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