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Dragons Dogma (PS3/Xbox360)
JS:
Finge ich noch mal neu an, würde ich mir einen Erzmagier als Charakter machen und einen dicken (Fern-)Kämpfer oder sonstigen Offensivcharakter als Hauptvasall. Das ist dann "mucho Kloppafirepowa" und läßt keine Wünsche offen. Magier gibt es online wie Sand am Meer, und da sie viel mehr als Heilung und Waffenverzauberung leider nicht machen (obwohl sie es könnten),* kann man sie notgedrungen als doofe Mietlinge mitschleppen.
Hinzu kommt, daß nur Magier die Gruppe ohne Zusatzmittel heilen können, die Magierklasse aber als Anfangsklasse schnell ausgemaxt ist. Mein Hauptvasall ist nun Stufe 40 und sammelt seit 10 Stufen Steigerungspunkte ohne Ende, weil ich sie für nichts mehr ausgeben kann. Denn: Wechsele ich seine Klasse, verliert er die Heilungsfertigkeit. Einen anderen Vasallen könnte man ohne Probleme in eine der Fortgeschrittenenklassen wechseln lassen, in denen es dann richtig zur Sache geht. Man kann aber nur eine Klasse gleichzeitig aktivieren, also Magier oder Pech gehabt.
Außerdem möchte ich die Klasse meines Vasallen wegen der bisherigen Entwicklung nicht mehr wechseln, weil seine Eigenschaften und seine Attribute auf magische Unterstützung angelegt sind; hätte ich ihn zum Erzmagier gemacht, wäre das so schnell wie möglich besser gewesen und hätte z.B. des Attributes "Aggressiv" bedurft. (Das kann man im Spiel allerdings noch ändern.) Das Dumme ist: Mein Vasall KÖNNTE ein großartiger Buffer sein, wenn die KI es denn auch mal MACHTE. Pffft.
* Ein Beispiel: Mein Vasall kennt alle Expertenzauber für Heilen, Buffen und Wiederhübschmachen, u.a. auch eine dicke Verbesserung aller Verteidigungswerte für die ganze Gruppe. Ausrüstung erste Güte, da ich fast endlos Kohle habe, die ich für nix ausgeben kann. Fein, fein. Darüber hinaus hat er die dicksten Schadenszauber, die ein Magier haben kann.
Meine Erwartung für einen Kampf ist ganz simpel: Kampf droht - Vasall zaubert Schutzzauber für meine Truppe und danach Feuerzauber für meine Waffe; ein Teammitglied nimmt Schaden oder Schwächung - Vasall heilt oder entfernt Schwächung; ansonsten bitte mit aller Macht Schaden für die Gegner. Das kann nicht so schwer sein und klappte u.a. bei Dragon Age ganz großartig.
Realität:
# Kampf droht - Vasall macht nichts oder ringt sich den Waffenzauber ab, je nach Lust und Zufall. Ich habe ihn ganze Kämpfe hindurch beobachtet und deprimiert beim großen Nichtstun erwischt (Herumlaufen und sinnloser Selbstschutz = Nichtstun);
# Teammitglied nimmt Schaden - Vasall heilt auch gerne mal erst nach dem Kampf, und selbst dann kann ich schon mal mit 20 von 1200 LP neben ihm stehen, OHNE daß er mich heilt (Das ist WIRKLICH geschehen! Absurd! "Hallo! Heilung! Schmerzen! Aua!" "Hö? Wer ruft? Wo bin ich? Und wer ist diese blutige Tussie da neben mir?"). Auf der anderen Seite muß mich nur eine Spinne zwicken, und schon hält er wieder an und wirkt langatmig den Heilungszauber - was soll das? (Grundsätzlich klappt die Heilung aber recht gut.);
# Teammitglied wird geschwächt - "Schwächung entfernen? Hm. Muß das sein? Ja, kann ich auch, aber diesen Zauber finde ich irgendwie total doof, daher werde ich ihn nur EINMAL PRO SPIELSITZUNG wirken - wenn überhaupt! Schwächungen verschwinden doch nach 5 Minuten sowieso von selbst!"
# Offensive - "Hihi Haha Huhu, mein Freund, ich habe doch die Attribute Unterstützend und Beschützend, wieso sollte ich mehr als einmal pro Kampf überhaupt daran denken, mehr als einen Blitz zu wirken? Ich muß doch UNTERSTÜTZEN und BESCHÜTZEN!"
# Ich vergaß: Wenn die Gruppe vor einem Kampf längere Zeit zusammenrückt, dann wird sie auch mal gebufft. Diese Zauber wirken nämlich räumlich begrenzt (sic!!). Dummerweise vergessen die Kampfvasallen bei Ansicht von Feinden so gut wie immer, mal ein Minütchen zusammenzurücken. Und wenn ich zusammenrücke, dann vergißt mein Vasall das buffen. Whattafack?
# Golems sind gegen Magie weitgehend immun, da muß ich für einen einzigen Golem schon 30 Meteorstürme zaubern, damit er mal zu Boden geht. Die Kämpfervasallen mit Golemerfahrung WISSEN, was zu tun ist (spezielle Stellen attackieren), machen das aber nur, bis noch 2-3 dieser Stellen da sind - danach kloppen sie nur noch sinnlos auf den Golem drauf und überlassen den Rest dem Helden. Pfffffffffttttttttt. Als ich noch keinen Meteorsturm hatte, waren Golems für mich daher schlichtweg unbezwingbare Gegner, weil ich ihre letzten paar Lebenspunkte nicht wegkloppen konnte. Ich bin an Golems verzweifelt. Und jetzt muß ich mit dem stärksten Erzmagierzauber die Millimeterleiste anlegen, um zu erkennen, ob der Golem auch ja ein paar Pünktchen verloren hat. Und das alles nur, weil meine Stufe 60 Mietlinge dessen Füße bearbeiten, und nicht die finale Stelle direkt vor ihren Nasen.
# Man kann bei den Vasallen neben dem Attribut Beschützend (= Hauptcharakter vor Angriffen und Schaden bewahren) auch noch Befehle einsetzen, z.B. Hilfe (= Hauptcharakter in Not, sofort helfen). Als Erzmagier nun brauchen die dicken Zauber recht lange, um gewirkt zu werden. Bekomme ich zwischendurch nennenswerten Schaden, wird das Zaubern abgebrochen. Aber glaube nicht, daß meine Vasallen Beschützend und Hilfe vernünftig umsetzen, damit ich zaubern kann - es bleibt ein Glücksspiel. Mit die schlimmsten Gegner sind nach wie vor die Banditenbogenschützen, weil sie über die ganze Karte ballern und mich ständig zu Boden fetzen. Zaubern adé, denn kein Vasall schützt mich mal mit seinem Schild.
Ich finde das Spiel schon sehr gut und die Kämpfe aktionsgeladen, aber wie es Angry Joe sagt: Es hat echte Verzweifelungsmomente, vor allem gegen starke Bosse oder Bogenschützen (und beim Herumreisen). Manchmal legen wir die großen Jungs fast sofort um, wenn die Gruppe gut zusammenarbeitet, manchmal ist es ein Pfeifen aus dem letzten Loche - mit derselben Truppe. Das schafft schon Frust und weckt Sehnsucht nach dem Befehlssystem von Dragon Age.
JS:
Autsch, meine Freundin ist jetzt auch von Dragon´s Dogma angesteckt worden und zockelt ganz begeistert mit ihrem Kämpfercharakter im Anfangsgebiet herum. Amüsant ist, daß ich ihrem Schurken-Vasallen erst einmal Ausrüstung für 400.000 GM zukommen ließ, damit er ihr zusammen mit meiner Magierin mal ein wenig... unter die noch schlappen Ärmchen greifen kann. Schönes System. Aber: Arme Goblins.
:D
Meine Frust- und Kritikpunkte oben bleiben Zeile für Zeile bestehen, aber trotzdem macht mir Dragon´s Dogma auch nach 60 Spielstunden immer noch "mächtig gewaltig" Spaß - keine Ahnung, wie sowas kommen kann; ich bin ratlos. Es ist wohl ein typischer Hack&Slay-Suchteffekt durch Steigern, Verbessern, Aufbretzeln und Ausrüstung aufmöbeln.
Lustig ist, daß ich bei der Aktualisierung meiner Vasallenmagierin dummerweise mal den Heilzauber vergessen habe - ihren HAUPTZAUBER. Die Spielsitzung danach war merkwürdig, weil keine Lebenspunkte mehr auf die Rippen kamen und meine Kämpfer ständig herumstrumpelten; einige Bewertungen anderer Spieler waren selbstredend katastrophal (andere wiederum gaben Bestnoten, wie und warum auch immer?!?). Sachen gibt´s...
JS:
Soderle, ich habe nun meinen ersten Halbdrachen niedergerungen und fälle Golems am Fließband - wunderbar. Das Spiel schafft es immer noch, täglich für großartige Motivation zu sorgen, aber das habe ich ja schon wiederholt angemerkt.
Für mich höchst erfreulich ist die Tatsache, daß meine Magierin inzwischen voll in die ihr zugedachten Puschen gekommen ist; keine Ahnung, warum genau. Ich experimentierte stundenlang mit ihren Fertigkeiten und Zaubern, deren Kombination und Anordnung herum und haben nun eine sehr gute Unterstützerin, die notfalls aber auch mal eine Feuerwand in die Landschaft setzt. Vielleicht lernen die Vasallen im Laufe der Zeit mehr über ihre Rolle...
Dasselbe Problem ist auch bei den Mietlingen zu beobachten, deren Qualität trotz gleicher Stufe enorm differieren kann. Hat man aber erst mal eine gute Truppe zusammen, rockt man hart.
Insofern möchte ich meine Kritik an der KI (z.B. an der Reihenfolge des Zaubereinsatzes und den erlebten Absurditäten) zwar aufrechterhalten, dazu aber anmerken, daß gut ausgebildete Vasallen in höheren Stufen durch manuelles Feinfummeln auch zu recht guten Unterstützern gemacht werden können.
:)
JS:
110 Spielstunden, Erzmagierin Stufe 72, epische Endschlachten vor einem bewegenden Ende mit schöner Überleitung zum Neuanfang mit denselben Charakteren. Es geht also weiter, und zwar motiviert!
Dragon´s Dogma hat sich im Laufe der Spielzeit zu einem wahren Knaller entwickelt, auch wenn das nicht vollständig die zahlreichen Frustmomente in den ersten 20-30 Stufen (oder als Magier gegen Eisengolems!) ausräumen kann. (Ein Freund von mir hat ebenfalls schon so manches "Controller-gegen-die-Wand"-Verlangen gehabt.)
Selten habe ich erlebt, daß mich ein Spiel so lange fesseln konnte; die Gründe dafür sind vielfältig, aber vor allem gefällt mir, daß ich meine anfänglich herben Kritikpunkte mit sehr viel Erfahrung und Recherchen abmildern konnte. Meine Vasallin macht jetzt weitgehend, was ich möchte, und bildet mit mir ein sehr gutes Team; auch die Leihvasallen anderer Spieler sind mir ans Herz gewachsen, immerhin wurde die Gruppe durch massenhaft Gefahren über eine sehr lange Zeit hinweg zusammengeschweißt. Am Ende gab es dafür ein schönes Gruppenphoto für das Nostalgiealbum. Ein Nachteil ist allerdings, daß die Vasallen weg sind, wenn ihre Spieler sie aus dem öffentlichen Pool nehmen - schade, so kann ich mich nach dem Kampagnenende nicht mehr erkenntlich zeigen, da meine beiden Begleiter des ersten Durchgangs im Rift verschollen sind.
Die anfangs etwas hakeligen UI-Mechanismen gehen mittlerweile schnell von der Hand. Darüber hinaus muß man nicht befürchten, daß es einen Mangel an gefährlichen Gegnern gibt. Auch auf höherer Stufe treibt ein Eisengolem die Magier noch zur Verzweifelung (MICH zum Beispiel!!!), Basilisken, Greifen und Drachen bleiben gefährlich, der Ur-Drache hat meine Gruppe sogar nur ausgelacht - da ging ja gar nix außer Flucht. Auch einige Mobtypen sind nach wie vor kniffelig.
Die KI hat immer noch ihre Eigenheiten und Aussetzer, aber mittlerweile weiß ich, was ich erwarten kann und was nicht; damit läßt es sich gut spielen.*
Und die Geschichte nahm gegen Ende an Fahrt zu und bekam schließlich epische Züge. Respekt! (Nicht Dragon Age oder Mass Effect, aber trotzdem eine gute und spannende Sache im Fantasy-Einheitsbrei allerorten.)
Abschließende Worte: Dragon´s Dogma ist eines der ganz wenigen Spiele, daß ich mir zum Vollpreis gekauft habe, und ich spielte bisher wohl jeden Cent ausgiebig wieder heraus.
:)
*: Mit einigen Ausnahmen, z.B. dann, wenn die Gruppe gegen einen Eisengolem (meine Nemesis) gemeinsam fast alle seine Magiesplitter zerstört und der NSC-Bogenschütze beim letzten Splitter an der Decke natürlich NIEMALS auf die Idee kommt, den mal kaputtzuschießen. Da der Splitter nämlich gegen Magie immun ist, ist Bogenbeschuß die einzige sinnvolle Möglichkeit, den Golem umzuhauen. So muß der SC-Magier schon selbst das Bogenschießen lernen, sonst wird das nix.
Kodiak:
Knapp 30 Stunden Spielzeit mit nem Strider/Ranger, und ich bin wirklich begeistert.
Kleine Macken hat das SPiel, aber im großen und ganzen hab ich die KI-Probleme von denen du sprichst noch nicht so krass gehabt. Als ich das Spiel zum ersten mal gestartet hat, wurds auch gleich gepatcht, vielleicht haben die das Gröbste behoben?
Mein Main Pawn ist ein Fighter mit Schwert und Schild, der tatsächlich ein ziemlich guter Beschützer ist, soweit ich das feststellen kann...finde es etwas schade, dass bisher nur 2 Leute meinen Pawn angeheurt haben, aber was soll man machen, ne? ;)
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