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Sind hochstufige D&D-Charaktere Superhelden?

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alexandro:

--- Zitat von: Feuersänger am 12.10.2012 | 14:53 ---Dann hätten sie freilich entweder gar keine, oder nur noch "Reserveitems" für spezielle Situationen, falls diese Items die inhärenten Powerz überspielen können.

Klar kann man so ein Low-Item Spiel aufziehen. Das erfordert halt intensives Modding. Meinetwegen nennt man das am Ende dann immer noch D&D. Und meinetwegen kann man damit Superhelden spielen, wenn man will.
Ändert aber alles nix an der Tatsache, dass 3.5 und die anderen mir bekannten Editionen _nicht_ so geschrieben sind.
--- Ende Zitat ---

Meiner Erfahrung nach landen auf den hohen Stufen, spätestens auf Stufe 20, etwa 90% der magischen Gegenstände sowieso auf der Halde, weil sie einem Charakter dieser Stufe nichts mehr bringen (und die Chance einen tatsächlich brauchbaren Gegenstand zu erwischen ist - Spielleiterwillkür einmal ausgeschlossen - extrem unwahrscheinlich).

tartex:

--- Zitat von: Naldantis am 20.10.2012 | 00:06 ---Es ist einfach logischer Unfug, denn welches soll das die PCs auszeichnende Kriterium sein?

--- Ende Zitat ---

Das ist keineswegs logischer Unfug, wenn man das Level-System nicht als (pysikalische) Weltsimulation ansieht, (Dabei wär es ja ohnehin ziemlich schlecht.) sondern als Simulation von Genrekonventionen fantastischer Literatur, wo es eben Protagonisten gibt - die Spielercharaktere.

Das Kriterium, das die PCs auszeichnet, ist: oh Wunder, die Tatsach, dass sie die Helden (im literarischen Sinn) der Vorgänge auf der Spielewelt sind: der Dreh- und Angelpunkt, aus deren Perspektive die Welt betrachtet wird. Denn eine Perspektive muss immer eingenommen werden.

Aber ob die Protagonistegruppe der stärksten oder schwächsten Bewohner eines Setting ist, spielt ja ohnehin keine Rolle, weil sie die "Superpower" des "das ist ihre Geschichte" (die mit ihnen beginnt und mit ihnen endet) hat.

Naldantis:

--- Zitat von: tartex am 20.10.2012 | 13:20 ---Aber ob die Protagonistegruppe der stärksten oder schwächsten Bewohner eines Setting ist, spielt ja ohnehin keine Rolle, weil sie die "Superpower" des "das ist ihre Geschichte" (die mit ihnen beginnt und mit ihnen endet) hat.

--- Ende Zitat ---

Ist es ja nicht!
In 99% der D&D-Kampagnen sind die PCs ncihts weiter als frei austauschbare Figuren.
Man muß ordentliche Verrenkungen machen, um das zu ändern (und Top-Level in der Welt reicht nicht, wenn sie locker von Monstern, Naturgewalten, oder sich selbst bzw. gegenseitig entsorgt werden können.)
Ja, es gibt solch 'literarische' Systeme, aber die sind eben ganz anders strukturiert.
 

Feuersänger:
Kleiner Crosspost, weil ich endlich eine Formulierung gefunden habe, nach der ich vorher schon gesucht hatte:

Einigen Meinungen hier im Thread / in der Umfrage scheint ein logischer Fehlschluss zugrunde zu liegen, etwa nach der Argumentation:
"D&D-Charaktere sind mir zu mächtig, Superhelden sind mir zu mächtig, also sind D&D-Charaktere Superhelden."

(Wahlweise auch ohne das "mir zu")

Das ist ähnlich sinnvoll wie zu sagen "Formel 1 Autos sind schnell, Düsenjäger sind schnell, also sind Formel 1 Autos Düsenjäger". Auf die Idee würde niemand kommen.

Themawechsel:


--- Zitat von: alexandro am 20.10.2012 | 01:01 ---Meiner Erfahrung nach landen auf den hohen Stufen, spätestens auf Stufe 20, etwa 90% der magischen Gegenstände sowieso auf der Halde, weil sie einem Charakter dieser Stufe nichts mehr bringen (und die Chance einen tatsächlich brauchbaren Gegenstand zu erwischen ist - Spielleiterwillkür einmal ausgeschlossen - extrem unwahrscheinlich).

--- Ende Zitat ---

Jo, und auch nicht erst auf Stufe 20, ime geht das schon so etwa ab Level 10 los - vielleicht da noch nicht 90% Ausschuss aber >50% locker. Das meiste wird verhökert und mit dem Gold die tatsächliche Wunschausrüstung angeschafft bzw. verbessert. Darum bin ich eh kein großer Fan von Random Drops. Aber die Kohle braucht man halt trotzdem.

tartex:

--- Zitat von: Naldantis am 22.10.2012 | 21:12 ---Ja, es gibt solch 'literarische' Systeme, aber die sind eben ganz anders strukturiert.
--- Ende Zitat ---

Wenn du dich mit der ganzen frühen Geschichte von D&D beschäftigst, würde ich dir da widersprechen.
Mein Verständnis: das Ur-Chainmail war ein mittelalterliches War Game, bei dem eine Miniatur 20 Männer darstellte. Erst als Gygax für das Fantasy Supplement auf literarische Vorbilder wie Conan, etc. zurückgriff, wurde der zusätzliche Massstab des einzelnen Helden und von Monstern und Magie eingeführt und dazugenommen.

Das Fantasy Supplement von Chainmail, der Grundstein von D&D, ist eindeutig der Punkt, wo aus einem "realistischen" War Game, eine Simulation von Fantasy-Fiktions-Realität wurde. Aus heutiger Perspektive mag der Schritt wenig sophisticated wirken, aber das war der Paradigmenwechsel.

Das Problem aus heutiger Sicht ist, dass einige Zeit nach der Entstehung des Rollenspiels von vielen wieder der Realismusanspruch naiv gestellt wurde. Deshalb hatten wir ja in den 80igern all diese Systeme, die simulationistische Ornamente an das auf literarischerer operierende OD&D-Gerüst angenagelt haben.

(Kleiner Nachsatz: natürlich war D&D auch ein SPIEL. In diesem Kontext, tut das aber wenig zur Sache, deshalb habe ich es nicht erwähnt.)

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