Medien & Phantastik > Lesen
Hochliteratur vs. Fantasy
KlickKlack:
Wirklich schwierig. In gewisser Weise finder sich in sehr, sehr vielen Werken der s.g. Hoch Literatur Phantastik, manchmal weit mehr als in manchem fantasy Werken. Hoch gelobt in Deutschland und durchzogen von kruder phantastik wäre z.b. die Blechtrommel. Im englischsprachigen Bereich vielleicht Irving, der immer wieder phantastische Elemente einbaut (wobei man da generell ganz anders an die literatur kritik herangeht - pratchett z.b. wird auf eine weise bewertet die hier undenkbar wäre ?)
Ich glaube die schon erwähnten Elfen, Drachen etc. sind das grosse problem. Viele um nicht zu sagen die Mehrzahl der zeitgenössischem fantasy werke sind eben nur müde wiederholungen, gepickt mit den immer wiederkehrendem versatzstücken. Das macht dem sagenekundigen leser ja schon tolkin so schwer erträglich :)
Niniane:
Ich wage übrigens auch zu behaupten, dass diese Unterscheidung zwischen "Literatur" und "Schund" (mal etwas abwertend gesagt) hauptsächlich im deutschen Sprachraum stattfindet. Warum das so ist, keine Ahnung, vielleicht, weil die ersten Fantasy- und Sci-Fi-Titel von den Heftchenroman-Verlagen übersetzt und verlegt wurden und damit einen eher schlechten Ruf hatten. Und ich muss sagen, dass auch unglaublich viel Mist schnell auf den Markt geworfen wird, um die Leserschaft mit ähnlichen Büchern bei Laune und Kasse zu halten.
Stonewall:
--- Zitat von: Niniane am 16.03.2013 | 22:23 ---Ich wage übrigens auch zu behaupten, dass diese Unterscheidung zwischen "Literatur" und "Schund" (mal etwas abwertend gesagt) hauptsächlich im deutschen Sprachraum stattfindet. Warum das so ist, keine Ahnung, vielleicht, weil die ersten Fantasy- und Sci-Fi-Titel von den Heftchenroman-Verlagen übersetzt und verlegt wurden und damit einen eher schlechten Ruf hatten. Und ich muss sagen, dass auch unglaublich viel Mist schnell auf den Markt geworfen wird, um die Leserschaft mit ähnlichen Büchern bei Laune und Kasse zu halten.
--- Ende Zitat ---
Vielleicht besonders stark im deutschen Sprachraum. Aber wohl nicht ausschließlich. In der französischen Wikipedia habe ich für Genreliteraturen den Begriff paralittérature gefunden. Das Präfix para- impliziert ja doch irgendwie, daß es doch keine "echte" Literatur sei?
Interessanterweise heißt es da wie folgt:
--- Zitat ---Toutes ces littératures sont encore souvent méprisées par l'institution universitaire, sauf en ce qui concerne le fantastique, le roman historique et maintenant le roman policier,
--- Ende Zitat ---
"Alle diese Literaturen werden immer noch häufig von der universitären Institution geringgeschätzt, außer was das Phantastische, den Historienroman und nun auch den Kriminalroman betrifft."
Der englische Sprachraum scheint allerdings toleranter zu sein.
Man müßte wohl auch ideologische Gründe beleuchten, wie zB die Forderung nach "Gegenwarts-/Sozialrelevanz" von Literatur oder die manchmal unterstellte Affinität des Phantastikgenres zu wie auch immer gearteten "reaktionären" Gesinnungen, die ja bei manchen Vertretern durchaus gegeben ist.
condor:
Heißt das nun, dass es Fantasy-Autoren eigentlich brillant sind und von der schnöseligen Literaturkritik und -wissenschaft nur nicht ernst genommen werden - oder doch, dass anspruchsvolle Schriftsteller sich lieber gleich ein anderes Genre suchen?
Ich befürchte letzteres, wobei es eine gewisse Schnittmenge im Bereich der Kinder- und Jugendbücher gibt. O. Preußler und M. Ende galten jedenfalls als ernst zu nehmende Literaten, die über Hexen, Zauberer, Drachen und was weiß ich geschrieben haben.
Pyromancer:
--- Zitat von: condor am 17.03.2013 | 09:12 ---Heißt das nun, dass es Fantasy-Autoren eigentlich brillant sind und von der schnöseligen Literaturkritik und -wissenschaft nur nicht ernst genommen werden - oder doch, dass anspruchsvolle Schriftsteller sich lieber gleich ein anderes Genre suchen?
--- Ende Zitat ---
Es bedeutet, dass anspruchsvolle Schriftsteller, wenn sie Fantasy schreiben, eher keine seichten Abenteuergeschichten mit Zwergen und Orks abliefern, und auch keine Vampir-Schmonzetten.
Und wenn dann der Verlag keine Gestalt in wehendem Gewand und auch kein Monster aufs Cover druckt, und auf dem Buchrücken der Einsortier-Hinweis "Fantasy" fehlt, dann entsteht der Eindruck, fähige Autoren hielten sich vom Genre fern.
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