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Werfen, Schießen und Lernkosten für Fertigkeiten

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Eulenspiegel:

--- Zitat von: Dark_Tigger am 19.04.2013 | 19:10 ---Das finde ich kann man aber auch gut Hausregeln ohne das das System zusammenbricht.
--- Ende Zitat ---
+1.
Fast alle SW-Gruppen, die ich kenne, nutzen diese Quasi-Standard Hausregel.

Chief Sgt. Bradley:
Werfen als eigenen Skill finde ich gar nicht so schlimm. Viel gurkiger finde ich die popelige Reichweiten für Werfen (3/6/12)
Wobei Granaten da in Necropolis besser, weil aerodynamischer, fliegen (5/10/20)

--- Zitat von: Eulenspiegel am 19.04.2013 | 19:16 ---+1.
Fast alle SW-Gruppen, die ich kenne, nutzen diese Quasi-Standard Hausregel.

--- Ende Zitat ---
Yep, machen wir auch so :d

Kardohan:
Es besteht immer noch ein Unterschied darin, ob man etwas irgendwie oder etwas gezielt (zum Verletzen) werfen will. Bei ersterem reicht ein Geschicklichkeitswurf, bei letzterem ist eine Werfen-Fähigkeit sinnvoll - insbesondere wenn sie regelmäßig in einem Setting eingesetzt wird.

Werfen ist das "Schießen" für den Nahkämpfer. Mit den richtigen Waffen (Speere, Äxte, Messer etc) hat er einfach "eine Möglichkeit mehr" seinen Gegner um die Ecke zu bringen, ohne etwa die Pistole, Flinte oder die Armbrust erst bereitmachen zu müssen. Schnellziehen ist immer eine gute Wahl, aber überlegt mal was passiert wenn man einem Nahkämpfer dazu noch Improvisationskampf, Lieblingswaffe und Scharfschütze gibt. Da reden wir von Fernkampfboni von bis zu +4 (ohne Reichweiten- und Umgebungsabzüge), nahezu unbegrenzte Muni (in Kneipenschlägereien echt genial!) und einer fast ständigen Bereitschaft der "Waffe". Werfen ist also in fast jedem Setting garnicht mal so ohne, wenn man sich mal die Talente anschaut.

Was die angeblichen "popeligen" Reichweiten angeht, so gilt es immer alles im Zusammenhang zu betrachten.

Erstens sind die Reichweiten und Geschwindigkeiten in Savage Worlds schlicht und einfach dem Spiel auf Battlemaps geschuldet. Keiner hat Lust für jede Fernwaffe ständig Dutzende oder Hunderte an Metern bzw. Yards auszumessen. Schließlich soll eine Kampfszene prinzipiell auf einen Küchentisch passen. Darum hat man alle diese Werte auf ein machbares und einfach abzählbares Maß gestutzt - auf die effektive Reichweite bzw. Geschwindigkeit sozusagen. Die maximalen Reichweiten von Waffen sind Faktor 5 bzw. bei den Geschwindigkeiten von Fahrzeugen grob Faktor 2.5 größer IRRC.

Zweitens sind die Wurfreichweiten in einigen Settings den Reichweiten der anderen Schußwaffen angepasst. Wenn wie in modernen Settings wie Necropolis vornehmlich extrem langreichweitige Waffen eingesetzt werden, werden die Wurfreichweiten entsprechend hochgezogen, insbesondere wenn es sich wie dort um gut ausbalancierte, aerodynamische Wurfwaffen handelt. Die typischen Wurfreichweitem von 3/6/12 gelten dagegen ja für jeden Gegenstand, der irgendwo rumliegt und geworfen werden könnte - von der leeren Bierflasche bis zum Dinokot.

Drittens bildet Werfen sozusagen die "Schnittmenge" aus Fern- und Nahkampf. Sowohl für Nah- wie Fernkämpfer könnte sie von Vorteil sein. Spielt es im Setting keine Rolle, fliegt es halt raus und wird durch einen einfachen Geschicklichkeitswurf ersetzt.

Abschließend ist Werfen einfach eine Catch-All-Fähigkeit für alle Fernwaffen, die zum einen im Wesentlichen von der Körperkraft (oder geschickten Verstärkung derselben) eines Werfers angetrieben werden und die zum anderen zumeist über keine Visiereinrichtung verfügen. Wir haben kein Korn, kein Zielfernrohr, kein Visier, keine Auflage o.ä zum Anvisieren. Zielen und Treffen ist hier abhängig vom Augenmaß und einem starken Arm.

Aus meiner persönlichen Erfahrung heraus ist durch das Streichen der Fähigkeit kaum ein Vorteil im Spiel zu spüren. Ja, es wurde das "unnütze Fett" weggeschnitten, man hat da und dort einen oder zwei Aufstiege mehr zur Verfügung, aber da SW sowieso ein TALENTorientiertes und kein FÄHIGKEITENorientiertes Spiel ist, empfinde ich eine solche Streichung persönlich als eher irrelevant. Aber wie bei Springen und Mumm da hat jeder seine eigenen Ansichten und Hausregeln...

Eulenspiegel:

--- Zitat von: Kardohan am 19.04.2013 | 21:30 ---Es besteht immer noch ein Unterschied darin, ob man etwas irgendwie oder etwas gezielt (zum Verletzen) werfen will. Bei ersterem reicht ein Geschicklichkeitswurf, bei letzterem ist eine Werfen-Fähigkeit sinnvoll
--- Ende Zitat ---
Wieso? In beiden Fällen versuche ich ein Objekt gezielt dahin zu befördern, wo es hin soll.

Wieso sollte also für die gleiche Handlung ein unterschiedlicher Mechanismus genutzt werden, nur weil sich der Grund unterscheidet? Bei anderen Fertigkeiten mache ich es ja auch nicht von der Motivation abhängig, ob ich die Fertigkeit oder ein Attribut würfel.


--- Zitat ---Keiner hat Lust für jede Fernwaffe ständig Dutzende oder Hunderte an Metern bzw. Yards auszumessen. Schließlich soll eine Kampfszene prinzipiell auf einen Küchentisch passen.
--- Ende Zitat ---
Wenn man will, dass etwas auf den Küchentisch passt, dann verkleinert man einfach den Maßstab.
Durch Veränderung des Maßstabes bekommt man alle Größenverhältnisse auf den Tisch, ohne dass man an den eigentlichen Reichweiten etwas ändern muss.


--- Zitat ---Ja, es wurde das "unnütze Fett" weggeschnitten, man hat da und dort einen oder zwei Aufstiege mehr zur Verfügung, aber da SW sowieso ein TALENTorientiertes und kein FÄHIGKEITENorientiertes Spiel ist, empfinde ich eine solche Streichung persönlich als eher irrelevant.
--- Ende Zitat ---
Naja, das TALENTorientierteste Spiel ist immernoch DSA. ;)

Kardohan:
Es IST eben ein Unterschied etwas IRGENDWIE oder GEZIELT wohin zu befördern. Ein Messer irgendwie in die Richtung dort zu werfen, ist selten eine Schwierigkeit, das Astloch in dem Baum da drüben zu treffen, aber schon.
Außerdem ist nicht jeder, der geschickt ist auch ein guter Werfer, oder Nahkämpfer, oder Schütze. Deswegen haben wir ja zusätzlich noch Fähigkeiten. Genausowenig hat jemand mit hoher Willenskraft automatisch auch viel Mumm. Es ist kein anderer Mechanismus, sondern nur ein anderer Wert gegen den ich würfele. Ein anderer Mechanismus wäre es, wenn ich plötzlich auf die Talentwürfe von DSA oder die Taskresolution vom alten Traveller umsteigen würde.

Die Nahkampfregeln wurden für 1" Standardfiguren geschrieben. Natürlich nutzt man für große Schlachten entsprechende Maßstabswechsel, aber um die geht es doch garnicht. Hier geht es um den Popel-Standard-Konflikt. Wenn ich da mit einem Gewehr ankomme, daß 200-300 m weit schießt, bzw. ein Auto in einer Runde gute 50 m weit kommt, macht es einfach keinen Spaß, da man andauernd die Karte verschieben muss. Eine flexible Anpassung des Maßstabes verlangsamt nur das Spiel und verwirrt Neuling, da nämlich jeder sich fragt, ob auf diese Karte nun um den Faktor 3, 5 oder 10 verkleinert wurde. Maßstabsänderungen nutzt man wirklich nur da wo es unbedingt sein MUSS, wenn man etwa eine Kleinstadt auf dem Boden des Wohnzimmers aufbauen will, oder wirklich alle moderne Waffen nutzen die enorme Reichweiten haben.

Auch wenn es DSA Talent nennt, sind es dennoch nur Fähigkeiten.

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