Autor Thema: [Night`s Black Agents] The Zalozhniy Quartet  (Gelesen 14949 mal)

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Offline Chiarina

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Re: [Night`s Black Agents] The Zalozhniy Quartet
« Antwort #150 am: 17.03.2019 | 01:16 »
Dritte Sitzung von "The Boxmen"

Bevor die Agenten mit Menena Chakroun, Massimo Florin und Keith Lawson in die Körnersbank einsteigen, werden noch ein paar Besorgungen gemacht. Unter anderem wird ein gepanzerter Wagen geliehen. Hinterher sagen die Agenten bei einem alten Bekannten von Cevas "Guten Tag". Es ist ein jüdischer Münzhändler, der sich bereit erklärt, Cevas und seine Mischpoke für ein oder zwei Tage unterzubringen. Die Agenten atmen einmal tief aus, dann ebenso tief wieder ein und es geht los. Ivan fährt das gepanzerte Auto in die Nähe der Körnersbank und sucht nach einem Parkplatz in der Nähe des Hintereingangs. Hier wartet Ivan auf seine Leute.

Die übrigen Einbrecher steigen auf ein nahes Hochhaus und Menena Chakroun schießt eine Harpune auf das Dach der Körnersbank. Während Chakroun das Seil sichert, teilt Massimo Florin Karabinerhaken aus. Die Agenten bereiten sich darauf vor, per Seilrutsche auf das Dach der Bank zu gelangen. Yuri fällt allerdings auf, dass sich Keith Lawson für einen kleinen Moment etwas zurückgezogen hat und sich irgendeine Injektion setzt. Als wäre das noch nicht genug um das Misstrauen in die Kompagnons zu verstärken, können Yuri, Cevas und Uliana auch noch beobachten, wie Chakroun überprüft, ob Florin seinen Karabinerhaken auch wirklich korrekt befestigt hat. Wieder kommt die Frage auf, wie amateurhaft die Kompagnons der Agenten eigentlich einzuschätzen sind.

Der Einstieg über das Dach in das Bankgebäude funktioniert problemlos. Auf dem Weg ins Treppenhaus passieren die Agenten eine Zimmertür, auf deren Schild Serverraum angegeben ist. Vasily beschließt, sich dort einmal umzuschauen. Keith Lawson ist von der Planänderung allerdings nicht sehr erfreut. Er reagiert aggressiv und fragt, was das soll. Vasily kann ihm mühsam begreiflich machen, dass sein Vorgehen im Prinzip dem Plan entspricht. Er wird vom Serverraum aus versuchen, sämtliche elektronischen Transfermöglichkeiten der Bank nach außen abzuschneiden. Endlich knackt er die Tür, setzt sich an die Rechner und hackt sich in den Server hinein.

Ein Stockwerk tiefer trennen sich die übrigen. Lawson und Cevas wenden sich dem Wachraum zu, Florin und Uliana gehen zum Direktorenzimmer, Chakroun und Yuri halten am Zugang zum Treppenhaus Wache.

Lawson nähert sich dem Wachraum und zieht eine Pistole. Er wedelt mit ihr Cevas vor der Nase herum und raunt ihm zu "Tranquilizer!" Dann tritt er die Tür auf und schießt ohne ein weiteres Wort auf die studentische Hilfskraft, die hinter ihrem Laptop sitzt und während ihres Nachtwächterdienstes an ihrem großen Roman schreibt. Nachdem die Patrone auf der Brust des Nachtwächters zerplatzt, breitet sich um ihn herum irgendein seltsames Gas aus. Der Nachtwächter ächzt und versucht schnell noch irgendwelche Dinge in sein Laptop hineinzutippen. Cevas stürzt herbei und reißt ihm den Laptop aus der Hand. Lawson zieht eine zweite Pistole und schießt dem Nachtwächter in den Kopf. Schwer verwundet tastet der Nachtwächter nach seiner Dienstpistole. Lawson schießt ein drittes Mal und der Nachtwächter bricht tot zusammen. Cevas schüttelt missmutig mit dem Kopf.

Die Schüsse haben Lärm verursacht. Chakroun und Yuri hören im Treppenhaus Schritte, die sich schnell entfernen. "Hinterher!", ruft Chakroun und rennt die Stufen herab. Mit einem großen Sprung über das Geländer können die Verfolger schnell die Distanz zu dem Flüchtenden verringern. Ganz so leicht macht er es ihnen aber doch nicht, denn er kennt sich im Haus aus, schlägt überraschende Wege ein, löscht hinter sich das Licht und verkeilt Türen zwischen sich und seinen Verfolgern. Erst kurz vor der Eingangstür gelingt Yuri ein Schuss mit seiner Stun Gun, der den fliehenden Mann lahm legt. Chakroun fesselt und deponiert ihn in einem nahegelegenen Versammlungsraum.

Florin hat inzwischen die Tür zum Direktorenzimmer geknackt und sich fachkundig am dortigen Safe zu schaffen gemacht. Schon recht bald steht der Stahlschrank offen und Uliana schaut mit Florin ins Innere. Neben dem großen Schlüssel für den Tresorraum im Keller befinden sich an der Decke des Safes an einem motorgetriebenen Umlaufband mehr als 2000 Schlüssel - einen für jedes Schließfach im Keller. Nervös warten Florin und Uliana, bis die eingravierten Nummern vor ihnen erschienen, deren Größenordnung in etwa der Nummer von Philbys Schließfach entspricht. Dann greift Uliana beherzt zu und nimmt ein knappes Dutzend Schlüssel an sich. Möp - Möp - Möp! Ein Warnsignal ist im gesamten Haus zu hören. Florin greift ebenfalls zu, grinst Uliana an und sagt: "Ab in den Keller... es könnte sein, dass wir nicht mehr allzu viel Zeit haben!"

Auf dem Weg in den Keller gelingt es Cevas, dem schießwütigen Lawson unbemerkt seine Pistole zu entwenden. Während sich dann Chakroun, Yuri, Cevas, Lawson, Florin und Uliana vor der Kellertür treffen, versucht Vasily im Serverraum einen Überblick zu gewinnen. Zunächst gelingt es ihm, das nervtötende Warnsignal auszuschalten. Dann schließt er sämtliche Portale, über die Signale zur Bank und von der Bank aus gesendet werden können.

Mit der Generalschließung der Datenzugänge blockiert Vasily allerdings auch eine Direktleitung von der Bank zu einer nahegelegenen Polizeistation. Der dort eingehende Hinweis, dass die Körnersbank ihre Sicherheitssysteme abgeschaltet hat, ohne dass ein Alarm ausgelöst wurde, irritiert die diensthabende Nachtwache, die sich etwas zögerlich zu einem Anruf bei der schweizerischen Bundeskriminalpolizei entschließt. Dann aber geht es ganz schnell und in diversen Zürcher Polizeistationen wird Großalarm ausglöst.

Im Keller der Körnersbank öffnet Uliana über den von Clarique Montavon erfahrenen Zahlencode und die von Ivan gestohlene Magnetkarte die Kellertür. Die dahinter befindlichen Wäremsensoren werden mit Pfefferspray bestäubt, über die Druckplatte wird ein erhöhtes Brett gelegt, dann schauen die Agenten erwartungsvoll zu Florin, der die direkt vor den Agenten befindliche Tür zum Tresorraum öffnen soll. Florin aber dreht lediglich den entsprechenden Schlüssel aus dem Direktorenzimmer im Schloss herum und zuckt mit den Schultern: "Hier ist noch ein Zahlenschloss! Dafür bin ich nicht zuständig!" Fluchend macht sich Chakroun ans Werk und zum wiederholten Male fragen sich die Agenten, ob ihnen hier etwas vorgespielt wird, oder ob ihre Kompagnons von echter Professionalität einfach noch sehr weit entfernt sind.

Endlich öffnet sich die Tür zum Tresorraum. Die Anwesenden treten ein. Möp - Möp - Möp! Wieder erklingt ein Warnsignal. Cevas schlägt entnervt auf einen nahegelegenen Wandlautsprecher ein, dann aber öffnet er Philbys Schließfach. Uliana, Yuri, Chakroun und Florin öffnen weitere Schließfächer. Yuri findet einen Koffer mit Goldmünzen und eine Schublade voller Pässe und anderer Ausweispapiere von leitenden Bankangestellten. Uliana stößt auf eine Sammlung historischer Feuerwaffen aus dem 18. und 19. Jahrhundert und einen Aktenordner mit einer internen Dokumentation der Koernersbank, in der auch Klopstock & Billreuth behandelt wird. Lawson steht der Schweiß auf der Stirn.

Vasily gelingt es im Serverraum erneut, das Warnsignal wieder auszuschalten, bei seiner Überprüfung der hausinternen Überwachungskameras stellt er allerdings etwas Beunruhigendes fest: Sowohl in der Kundengarage als auch in der Sicherheitsgarage befindet sich je ein schwarzer Transporter mit getönten Scheiben. Sicherheitshalber ruft er Yuri an und sagt: "Vorsicht. Wahrscheinlich ist die Lisky Bratva in der Garage."

Schon kurze Zeit später knallt es. In der Nähe des Tresorraumes werden Türen gesprengt. Lawson verliert die Nerven, schreit "Wo ist meine Waffe?" und stürzt sich auf den nächstbesten Anwesenden... das ist leider Florin, der gar keine Waffe dabei hat, dafür aber nur mit Mühe sein Handy verbergen kann, auf dem er offenbar eben noch irgendwelche verdächtigen Anweisungen von sich gegeben hat. Cevas nimmt Philbys Sicherheitskassette an sich und stürzt aus dem Raum. Zu beiden Seiten des Ganges befinden sich an den Eingangstüren zu den Garagen Lisky Bratva Schützen, die ihn ins Kreuzfeuer nehmen. Aufgrund geschickter Ausweichmanöver kommt er durch den Gang hindurch ins Treppenhaus, bekommt aber zwei Streifschüsse ab. An zweiter Stelle folgt Yuri. Die zwei Meter vom Tresorraum ins Treppenhaus sind kurz. Sobald ein Mann erscheint, ist er auch schon wieder verschwunden. Die Lisky Bratva Schützen sind keine Profis sondern simple Schlägertypen. Es geht ihnen zu schnell, sie können nicht gut genug reagieren und schießen daneben. Dann folgt Uliana. Bei den Lisky Bratva Schützen kommt Unruhe auf. Männer werden ausgetauscht. Bis das geschehen ist, ist Uliana bereits im Treppenhaus. Auch Chakroun kommt noch an der Stelle vorbei. Danach sind die Lisky Bratva Schützen vorgerückt. Was dort unten geschieht, bekommen die Agenten nicht mehr mit. Es hagelt aber Feuerstöße und Schreie sind zu hören. Keith Lawson scheint es seinen Widersachern nicht leicht zu machen.

Andere Lisky Bratva Mitglieder verfolgen die Agenten ins Erdgeschoss. Dort wartet am verabredeten Nebeneingang bereits Vasily auf die Ankömmlinge. Leider war Ivans Parkplatzsuche nicht ganz so erfolgreich. Er hat einen Platz auf der anderen Straßenseite ergattern können und genau in dem Moment, in dem die Agenten sich gern zu ihm ins gepanzerte Auto geschwungen hätten, schiebt sich ein schwarzer Transporter mit getönten Scheiben zwischen den Wagen und den Nebeneingang. Uliana wirft daraufhin eine Blendgranate hinter sich, die die Verfolger einen Moment aufhält. Yuri läuft um den Transporter herum und deponiert eine Rauchbombe direkt auf seinem Kühler. Vasily rutscht mit einer besonders wagemutigen Aktion unter dem Transporter hindurch und befestigt dabei eine echte Bombe unter dem Chassis.

Ivan startet den Motor, eine Rauchbombe detoniert auf dem Transporter, die Agenten sprinten zu Ivans Auto, ein paar Lisky Bratva Männer rennen auf die Straße, Chakroun versucht wie die Agenten auch in Ivans Auto hinein zu kommen, bekommt aber von Yuri eine Ladung mit seinem Taser ab und stürzt auf den Gehweg, aus dem qualmenden Transporter springen etliche Lisky Bratva Männer und bewegen sich schnell auf Ivans Auto zu, aber endlich sind die Agenten im Auto und verriegeln die Türen. Daraufhin erschüttert eine gewaltige Explosion die Straße und während noch sein Wagen mit Metallteilen und abgerissenen Körperteilen übersät wird, fährt Ivan davon.

Das Gefühl gerettet zu sein währt nicht lang. Zwei Straßenecken weiter sind Polizeisirenen zu hören. Das ganze Viertel ist in Aufruhr. Schon bald heften sich zwei Polizeiwagen den Agenten an die Fersen. Cevas übernimmt das Steuer und tut was er kann: Er fährt im Zickzack auf verkehrsreichen mehrspurigen Straßen, rast durch enge Gassen, biegt schnell ab um zu parken und das Auto abzuschalten - nichts. Die Schweizerische Polizei kennt ihre Stadt und ist dem schweren Panzerwagen bei Verfolgungsjagden außerdem haushoch überlegen. Irgendwann werden die Agenten eingekeilt und gestellt. Nun gibt sich Vasily als hoher weißrussischer Diplomat aus. Er weist einen entsprechend gefälschten Pass vor, das Goldstück seiner Sammlung! Uliana gibt sich als seine deutschsprechende Beraterin aus und verlangt die freie Weiterreise. Auf Vasily sei soeben ein Anschlag verübt worden, vor dem die Schweizer Beamten ihn offensichtlich nicht schützen konnten! Der Herr verlange daher auf dem schnellsten Weg zum Flughafen fahren zu können. Während der Verhandlungen mit den Beamten nutzt Yuri die Gelegenheit und versteckt die Kassette aus Philbys Schließfach in einem auf dem Bürgersteig befindlichen Schrottcontainer. Die Beamten glauben, dass sich Yuri entfernen will und pfeifen ihn zurück. Von der versteckten Kassette bemerken sie aber nichts. Die Beamten sind angesichts des Diplomaten mit hohem Status etwas verunsichert und schon drauf und dran, die Agenten gehen zu lassen, da fällt ihnen der verwundete Cevas auf. Der Mann müsse in ein Krankenhaus, behauptet der führende Polizist. Aber Cevas schüttelt mit dem Kopf, greift in die Tasche, holt sich ein paar Tampons heraus und stopft sie sich in seine Schusswunden. Kopfschüttelnd wendet sich der führende Polizist Vasily zu und behauptet, bevor er ihn gehen lasse, müsse er wenigstens noch einen Fingerabdruck bei ihm abnehmen. Vasily nestelt umständlich in seiner Hosentasche herum, holt ein Feuerzeug hervor, zündet sich eine Zigarette an, steckt das Feuerzeug wieder weg... und hat hinterher seinen Tarnhandschuh mit falschem Fingerabdruck übergestreift. Die Beamten wissen nicht, was sie von ihm halten sollen, schauen sich den Fingeradruck an, den blutenden Cevas, das zerbeulte und verrußte Auto und den rauchenden Vasily... und schließlich zuckt der führende Polizist mit den Schultern, knurrt nur noch verächtlich "Russen!", dann ziehen die Beamten ab.

Yuri holt Philbys Kassette wieder aus dem Schuttcontainer hervor und dann fahren alle zu Cevas jüdischem Münzhändler. Als die Anspannung von ihnen abfällt, stottert Uliana nur noch: "Können wir nicht einfach ein paar Wochen hier bleiben?"

-

Action, Action, Action. Ich war super im Stress, aber irgendwie war´s auch geil. Ich liebe es, dass das Abenteuer so offen ist. Der Weg meiner Leute war ziemlich einzigartig und doch hat mir das Abenteuer genügend Hinweise gegeben, wie es laufen könnte.

Jetzt nur noch so´n paar Ausweichmanöver um das Land verlassen zu können, dann peilen wir auch schon das letzte Abenteuer an.

Ansonsten ist in der Gruppe Licht und Schatten zu vermleden. Wieder mal hat ein Spieler aufgehört. Heirat, Frau, zwei Kinder dazu gewonnen, kein Platz mehr im Kopf für Rollenspiel. Nagut. Bleiben vier. Muss ich mich wohl mittelfristig mal wieder um einen Ersatzspieler kümmern.

Auf der anderen Seite ist etwas Tolles geschehen: Ich habe angekündigt, dass wir nach der heutigen Sitzung ´mal ein wenig über die Zukunft reden sollten. Was geschieht nach dem Zalozhniye Quartet? Und dann habe ich gefragt, ob Night´s Black Agents dann eben einfach vorbei ist oder ob sie das Dracula Dossier noch hinten dran hängen wollen. Und wer hätte es gedacht - sie wollen das Dracula Dossier auch noch haben. Ich werde also voraussichtlich die Gelegenheit bekommen, das Ding so zu spielen, wie es gedacht ist... mit Dracula Unredacted und allem Pipapo. Gute Sache!

Ich hoffe nur, die Gruppe hält zusammen.
« Letzte Änderung: 17.03.2019 | 11:46 von Chiarina »
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Re: [Night`s Black Agents] The Zalozhniy Quartet
« Antwort #151 am: 18.03.2019 | 12:54 »
Vielen Dank für die super Berichte, hört sich toll an!

Ich bin gerade besonders interessiert, weil es bei uns morgen mit NBA los geht. Und zwar ganz klassisch mit (S)entries und dann (per Lennarts Dossier) in das Zalozhniy Quartett. Und ganz ähnlich wie bei euch will ich mir die Option offen lassen, am Ende davon in das Dracula Dossier überzugehen. Ich bin sehr gespannt wie das ganze so läuft.
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Re: [Night`s Black Agents] The Zalozhniy Quartet
« Antwort #152 am: 18.03.2019 | 13:32 »
Erfreulich! Dann reihe dich doch mit deinen Spielerlebnissen einfach hier ein (oder mache einen eigenen Strang unter "Spielberichte" auf)! Toitoitoi und wenn du Fragen hast, kann ich jetzt vielleicht schon ein bisschen mehr beitragen als bisher. Bei den anderen Kollegen hier im Strang, die das geleitet haben, war ich immer hoffnungslos hinterher.
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Re: [Night`s Black Agents] The Zalozhniy Quartet
« Antwort #153 am: 6.05.2019 | 00:40 »
Übergang von "The Boxmen" zu "Treason in the blood".

Zu Beginn der Sitzung erfolgt eine Planungsänderung. Die Agenten fahren nicht zu Cevas´ Münzhändler, sondern mieten sich für ein paar Tage bei einem indischen Wirtschaftswissenschaftler in der Nähe von Chur ein. Der Mann ist ein Spezialist, arbeitet in einer Schweizer Bank und schreibt manchmal einen Artikel für den Wirtschaftsteil der Europäischen Rundschau. Daher ist er ein Bekannter von Uliana. Auf dem Weg in die Berge halten die Agenten an einer Tankstelle. Vasily steigt aus und neben ihm hält ein anderes Auto. Die Fensterscheibe fährt hinab und eine weibliche Stimme spricht: "Na sowas! Vasily!"

Es ist Kristina Sørenson, eine ehemalige schwedische Polizistin, die Mitglied der Nationella Insatsstyrkan war. Bei einem Einsatz, bei dem sie zwei gefährliche Waffenschmuggler liquidieren sollte, ist sie von einem der Täter, der auch noch entkommen konnte, fotografiert worden. Kristina musste ihren Dienst quittieren, folgte dann aber dem Mann. Seine Spur führte nach Zürich, wo Kristina auf die Fusion der Banken Klopstock & Billreuth und Koernersbank aufmerksam wurde und dahinter kam, dass der Mann, den sie verfolgte, wohl Mitglied einer russischen Mafiaorganisation war. Sie beobachtete die Koernersbank und wurde Zeugin, wie sich einige Tage später ein paar Einbrecher Zugang zur Bank verschafften, dann in eine gewalttätige Auseinandersetzung mit einigen Männern der besagten russischen Mafiaorganisation gerieten und auf ihrer Flucht von der Polizei aufgehalten wurde. Kristina wunderte sich, denn sie kannte einen der Einbrecher: Vasily, ein weißrussischer Computerspezialist, mit dem sie während einer internationalen Tagung schon einmal zusammengearbeitet hatte.

Nun hält die ehemalige schwedische Scharfschützin neben den Einbrechern an einer Tankstelle und gibt sich zu erkennen. Vasily stellt ihr ein paar Fragen, Kristina stellt ihm ein paar Fragen und wenige Minuten später ist klar, dass Kristina ähnliche Interessen wie die Agenten hat. Sie verabreden sich auf einem nahen Autobahnparkplatz. Allerdings ist die Stadt noch immer in Aufruhr. Kristina steht schon auf dem Parklatz, als die Agenten mit ihrem arg beschädigten Auto dort ankommen. Und noch ein paar Minuten später fahren auch zwei Polizeiwagen mit Blaulicht und Sirene auf den Parkplatz. Ivan spricht zu seinen Kompagnons: "Raus mit euch, ich hänge sie ab!" Dann fährt er los und die Polizei hinter ihm her. Was aus ihm geworden ist, weiß niemand so genau.

Die Agenten warten einen Moment, steigen dann in Kristinas Auto und fahren nach Chur. Das Haus von Ulianas Bekanntem befindet sich an einem Hang und bietet einen schönen Ausblick auf das kleine, beschauliche Dorf zu seinen Füßen. Hier erfährt Kristina von der Lage, in der die Agenten stecken und erkennt, wie heiß die Spur ist, auf der sich Vasily und seine Begleiter befinden. Hier sichten die Agenten auch endlich den Inhalt von Kim Philbys Schließfach. Neben einer schweren Aktentasche finden sich ein paar Briefe Philbys, die offenbar nie abgeschickt wurden, außerdem etwas Bargeld und ein Roman (Kiplings "Kim"). Einer der Briefe ist an das irakische Nationalmuseum addressiert. In ihm bittet Kim Philby den Kurator des Museums um eine Liste von Dokumenten, die Gertrude Bell geschrieben hat und sich in der Sammlung des Museums befinden. Dann begutachten die Agenten die unter den Fundstücken befindliche Aktentasche. Ihr Futter ist mit schweren Bleiplatten verstärkt, ihr Innenraum mit Watte gepolstert. Zwischen der Watte befindet sich eine Petrischale mit irgendeiner mysteriösen Substanz.

Es werden Pläne gemacht. Die Agenten ruhen ein wenig aus. Vasily recherchiert nach Getrude Bell und erfährt Folgendes: Gertrude Bell (1868 – 1926) war eine englische Archäologin und Entdeckerin. Sie stammte aus einer wohlhabenden Familie und bereiste intensiv den mittleren Osten. Als eine der ersten Frauen aus dem Westen erforschte sie die Kerngebiete Arabiens. Während dem 1. Weltkrieg arbeitete sie als Beraterin für das Rote Kreuz bevor sie dem britischen Auslandsgeheimdienst in Kairo beitrat. In Kairo kam sie in Kontakt mit den berüchtigten „Intrusives", einer Gruppe von Spionen und Politoffizieren inklusive Lawrence von Arabien und Harry St. John Philby. Während der Nachkriegsverhandlungen in Versailles unterstützte sie eine eigene Regierung der arabischen Staaten als Partner Großbritanniens im Mittleren Osten. Auf ihr Wirken hin entstand 1921 mit ihrem engen Freund König Feisal I. das Königreich Irak. Sie blieb als Beraterin des Königs im Irak und gründete dort das Nationalmuseum und die dortige Bibliothek. 1926 starb sie in Bagdad an einer Überdosis Schlaftabletten.

Zwei Tage später raucht Kristina auf dem Balkon des Hauses eine Zigarette und sieht vom Hang aus, wie zwei Polizeiautos das Dorf erreichen. Sie eilt nach drinnen und ruft: "Polizei! Lasst uns aufbrechen!" Die Agenten raffen ihre Besitztümer zusammen, springen in ihr Auto und rauschen davon. Von einer Serpetinenkurve aus sehen sie zurückblickend, wie die Polizeiautos vor dem Haus von Ulianas Bekanntem parken und im Haus verschwinden.

Nun beginnt eine längere Reise. Die Agenten fahren nach Italien und dann über mehrere Schiffspassagen bis in die Türkei. Mit einem Zug erreichen sie Ankara, wo Yuri einen Wissenschaftler an der Universität kennt. Ihm überlässt er zur Untersuchung die Petrischale. Der Wissenschaftler erzählt ihm, dass sich in der Petrischale ein Nährboden für Bakterien befinde. Es sei erstaunlich, dass dieser Nährboden nach einer so langen Aufbewahrungszeit noch immer aktiv ist. Hier warte jedenfalls ein Stoff auf irgendwelche Bakterien, deren Vermehrung er dann in Gang setzen werde. Wahrscheinlich vergrößere sich bei dem Vorgang auch die Potenz der Bakterien. Um was es sich dabei genau handelt, weiß der Wissenschaftler nicht. Dieses Mittel in der Petrischale sei völlig anders, als alle ihm bekannten Standardverfahren aus irgendwelchen biologischen Labors.

Die Agenten prägen sich ein paar GPS-Koordinaten ein und vergraben die Petrischale auf einem Feld vor Ankara. Dann setzen sie sich in den Zug und fahren in den asiatischen Teil der Türkei. In der Nähe der irakischen Grenze nehmen sie für viel Geld einen Mietwagen und fahren Richutng Bagdad. Die Reise dauert Tage und ist hart. Staubige Straßen, Wüste und nur hin und wieder ein Ölfeld. Die Nächte verbringen die Agenten oft genug im Auto. Zerschunden und übermüdet erreichen sie endlich irgendwann die Hauptstadt, wo sie sich Zimmer in zwei Hotels nehmen und erst einmal zwei Tage ausruhen.

Dann besuchen die Agenten das irakische Nationalmuseum. In einem Bereich des Museums wird die Gründerin Gertrude Bell geehrt. Die Agenten erkundigen sich bei einem Angestellten nach weiteren Exponaten zu der Frau und bekommen ein paar allgemeine Informationen: Sie erfahren, dass das Nationalmuseum des Irak eine der weltweit größten Antikensammlungen besitzt und sich ausgedehnter Archive mit mehr als 5000 Jahre alten Kunstgegenständen und Schätzen vom Anbeginn der Zivilisation bis zu den ruhmreichen Tagen Bagdads unter den Kalifen der Neuzeit rühmen konnte. Leider gingen viele Schätze im Chaos des Irakkrieges 2003 verloren. Das Museum ist heute noch mit dem Sichten, Restaurieren und Inventarisieren seiner verbliebenen Exponate beschäftigt. Wo sich weitere Dokumente zur Museumsgründerin Gertrude Bell befinden, sei schwer zu sagen. Am ehesten aber könne darüber Mohammad al-Kirkuk Auskunft geben, der gegenwärtig als Forscher und Übersetzer im Museum arbeitet.

Cevas geht nach diesen Informationen zur Pforte und lässt sich mit dem Forscher verbinden. Er vereinbart für den Nachmittag einen Gesprächstermin.

Am Nachmittag hackt sich Vasily in das Computersystem des Museums. Er entdeckt nur ein System im Aufbau, von einer lückenlosen Dokumentation kann keine Rede sein. Immerhin aber stößt er auf die Gehaltsüberweisungen al-Kirkuks. Der Mann erhält ein mageres Honorar für seine Tätigkeit im Museum, seit sechs Monaten aber noch eine weitere, fast ebenso hohe monatliche Zahlung. Auftraggeber und Verwendungszweck dieser zweiten Überweisung sind nicht genannt.

Kristina kauft am Nachmittag für sich und Uliana zwei Burkas. Danach setzt sie sich in ein Café und beobachtet das Museum. Dabei fallen ihr zwei Straßenkinder auf, die vor dem Gebäude spielen. Eine Stunde später erscheinen zwei weitere Straßenkinder, die ersten zwei verlassen den Ort. Eine weitere Stunde später geschieht dasselbe noch einmal. Kristinas Interesse ist geweckt.

Im Museum selbst treffen sich Cevas, Yuri und Uliana mit Mohammad al-Kirkuk. Cevas gibt sich als europäischer Forscher aus und kann mit seiner Kenntnis antiker Sprachen glänzen. Yuri spielt den arabischen Dolmetscher, Uliana hält sich als Begleiterin von Cevas im Hintergrund. Mohammad al-Kirkuk scheint nervös zu sein. Cevas fragt ihn nach Schriftstücken Gertrude Bells, al-Kirkuk entschuldigt sich allerdings ähnlich wie der Museumsangestellte und behauptet, Exponate dieser Art schlummerten noch in irgendeinem vorübergehenden Archivlager in der Stadt. Es werde noch geraume Zeit dauern, bis alle Schätze des Museums wieder zugänglich seien. Cevas schaut den Mann an und glaubt kein Wort. Der Mann könnte etwas hilfreicher sein! Er ist aber so glatt und ängstlich, dass kaum etwas aus ihm herauszubekommen sein dürfte. Mit einer großzügigen Geste laden ihn die Männer in ein nobles Restaurant am folgenden Abend zum Essen ein.

Auf der Straße findet die Gruppe wieder zusammen. In einem ruhigen Hinterhof schlüpfen Kristina und Uliana in ihre Burkas. Dann wartet Uliana auf Mohammad al-Kirkuk, der sich nach seiner Arbeit auf den Weg nach Hause begibt. Er macht einen großen Umweg durch die Stadt. Uliana bemerkt, wie ihm zwei hellhäutige Europäer mit Sonnenbrillen folgen. Die Europäer bemerken auch Uliana und scheinen sich auch über sie zu unterhalten. Aufgrund ihrer Verkleidung haben sie allerdings weng Anhaltspunkte für weitere Hinweise. Uliana lässt sich zurückfallen und Kristina übernimmt die Verfolgung Mohammad al-Kirkuks, der schließich in einem großen Bogen ein Wohnhaus betritt, was gar nicht so weit vom Nationalmuseum entfernt ist. Die beiden Europäer essen in einem Imbiss auf der gegenüberliegenden Straßenseite Börek. Kristina ruft Cevas und Yuri herbei, die sich mit ihr zusammen die Exponate in einem Schuhladen anschauen und durch die sich spiegelnde Scheibe die Europäer beobachten. Uliana betritt durch ein nahgelegenes Nebengebäude einen Hinterhof und betritt auf diese Weise das Haus Mohammad al-Kirkuks. Im vierten Stock findet sie an der Wohnungstür einen kleinen Aufkleber des Nationalmuseums und klingelt. Mohammad al-Kirkuk öffnet und erblickt eine verschleierte Frau, die ihm auf Englisch zu verstehen gibt, dass er in Gefahr sei. Zwei Europäer hätten es auf ihn abgesehen und lauerten auf der gegenüberliegenden Straßenseite auf ihn. Mohammad al-Kirkuk fragt, was sie von ihm wolle. Uliana sagt ihm, dass sie wissen wolle, wo die Schriften Gertrude Bells aufbewahrt würden, für die Information werde sie ihm aus der Patsche helfen. Mohammad al-Kirkuk schluckt und berichtet, dass ihn vor einiger Zeit bereits ein paar Europäer angeheuert haben, nach bestimmten Hinweisen in den Museumsarchiven Ausschau zu halten – es gehe um Verbindungen von Harry St. John Philby oder anderen britischen Agenten mit übernatürlichen Kräften. Vor ein paar Wochen habe er in einem alten Dokumentenindex einen Hinweis auf ein Buch gefunden, dass sich angeblich im Besitz des Museums befindet. Das fragliche Buch sei das geheime Tagebuch von Gertrude Bell. Dieses Geheimtagebuch habe sich aber trotz des Hinweises in dem Dokumentenindex in den Archiven nicht auffinden lassen. Die letzte Referenz auf dieses Geheimtagebuch stamme allerdings aus dem Jahr 1967. Mohammad al-Kirkuk vermutet daher, dass es vom irakischen Mukhabarat, dem irakischen Geheimdienst, nach dem Staatsstreich von 1968 beschlagnahmt wurde. Wenn das stimme, dann könne es sich in den Archiven von deren Studien- und Forschungsabteilung befinden. Leider aber sei das alte Mukhabarat Gebäude 1993 vom Einschlag einer Cruise Missile beschädigt worden, woraufhin die Archive auf ein halbes Dutzend Orte in ganz Bagdad aufgeteilt worden seien.

Während dieses Gesprächs beenden die beiden Europäer ihren Imbiss. Sie schauen auf die Uhr, nicken sich zu und betreten entschlossen Mohammad al-Kirkuks Haus. Kristina informiert Uliana über ein Headset unter ihrer Burka, dass Gefahr im Verzug sei. Die beiden Europäer eilen in den vierten Stock und klingeln genau in dem Moment, in dem Mohammad al-Kirkuk zu reden beginnt. Yuri, Cevas und Kristina folgen den Europäern ins Haus. Uliana warnt Mohammad al-Kirkuk, dieser aber ist vor Angst wie gelähmt. Uliana reißt das Fenster auf - drei Stockwerke tiefer befindet sich ein Garagendach. Sie holt aus Mohammad al-Kirkuks Bett die Bettdecke herbei und hängt sie aus dem Fenster: "Los jetzt!", sagt sie zu ihm. "Verschwinde oder du bist ein toter Mann. Du findest uns im Hotel Irak, Zimmer 574." In dem Moment ertönen Schüsse und jemand bricht die Wohnungstür auf. Ein Europäer stürmt in die Wohnung. Cevas, Yuri und Kristina stürmen derweil im Treppenhaus die Treppe hinauf und werden von dem zweiten Europäer empfangen, der zurückgeblieben ist, um seinem Kollegen den Rücken freizuhalten.

Unsere nächste Sitzung wird mit einem Feuergefecht beginnen.

-

Das war eine schwierige Sitzung für mich. Ich war ein bisschen müde, von der Einführung einer neuen Spielerin (Krinstina Sørenson) zienlich beansprucht, musste dann im Mittelteil sehr viel improvisieren und war am Ende unsicher, weil ich nicht mehr genau wusste, wie ich die Straßenkinder vor dem Nationalmuseum einzuordnen hatte. Immerhin ist der Übergang jetzt gelungen und ich weiß genau, wie es beim nächsten Mal weiter geht.

Die zwei von Edom engagierten Killer sind für die Agenten eigentlich nicht der Rede wert. Ich nehme mir aber vor, mal ein bisschen aufzudrehen und ein paar Tricks aus dem Regelwerk zu zaubern, um ihnen Feuer unter dem Hintern zu machen. So eine nicht ganz so tödliche Situation ist eine gute Gelegenheit, die Agenten mit eigener Haut erleben zu lassen, was das Regelwerk alles so hergibt.

Ein Besuch bei Overwatch Security scheint nicht nötig zu werden. Eigentlich wissen die Agenten ja schon, dass sie ins Mukhabarat Archiv müssen. Von da aus ist die nächste Station doch relativ klar: Beirut.
« Letzte Änderung: 6.05.2019 | 06:04 von Chiarina »
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Re: [Night`s Black Agents] The Zalozhniy Quartet
« Antwort #154 am: 6.05.2019 | 08:21 »
Sehr schön! Das erinnert mich daran, dass ich unsere letzte Spielsitzung noch aufschreiben muss...
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« Antwort #155 am: 21.06.2019 | 14:47 »
Gerade bereite ich unsere nächste Sitzung vor und muss hier mal aufschreiben, was mir durch den Kopf geht. Vielleicht fällt euch dazu auch etwas ein.

Bei der Albedo und der Nigredo habe ich mich für einen Background mit tellurischen Bakterien entschieden. Die Albedo ist ein Nährboden, befindlich in einer Petrischale, auf dem die Bakterien besonders prächtig gedeihen, die Nigredo sind die tellurischen Bakterien selbst. Wenn jemand die Bakterien mit dem Nährboden zusammenbringt, potenziert sich die Masse und es kommt zum Rubedo.

Der gegenwärtige Stand der Dinge sieht so aus, dass die Agenten die Petrischale mit dem Nährboden auf der Durchreise durch die Türkei an irgendeinem gottverlassenen Ort irgendwo in der Nähe Ankaras verbuddelt haben. Sie haben sich die GPS Koordinaten eingeprägt, aber nirgendwo festgehalten. Ich finde den Plan gut. Es sieht so aus, als ob die Verschwörung ohne den Nährboden auskommen muss. Für so eine Situation gibt es im Abenteuer ja auch ein paar Hinweise.

Nun aber zur Nigredo. Die tellurischen Bakterien befanden sich im Grab Harry St. John Philbys in Beirut und haben ein untotes, wahnsinniges Monster aus ihm gemacht. Dieses Monster haben die Beduinen des al-Murrah Stammes  wieder ausgebuddelt und mitsamt der Nigredo in eine Höhle in der saudiarabischen Wüste geworfen, wo es seit vielen Jahren mit immer größer werdendem Blutdurst und Wahnsinn vor sich hin vegetiert.

Nun sollen die Agenten dorthin und die Nigredo an sich bringen. Sie müssen also an die tellurischen Bakterien kommen (...und diese Bakterien sollen ihnen hinterher wieder abgejagt werden). Die Frage ist also: Wo genau befinden sich diese Bakterien?

In meinen Augen lautet die naheliegendste Antwort: Im Körper des untoten Philby-Monsters.

Aber lässt sich das so spielen? Die Agenten wissen ja noch gar nicht so ganz genau, wonach sie suchen. Wahrscheinlich kämpfen sie da in der Höhle in der Wüste gegen das Philby-Monster... und dann? Vielleicht können sie sehen, dass das Monster tot ist, in den Adern unter seiner Haut aber trotzdem noch das Blut pulsiert. Vielleicht kommen sie dann auf die Idee, das Monster ausbluten zu lassen (einer der Agenten ist Jude und besitzt außerdem medizinische Kenntnisse - er könnte auf die Idee kommen, das sterbende Monster quasi zu schächten... also ausbluten zu lassen).

Aber nehmen die Agenten das Blut überhaupt mit? Was mache ich denn, wenn sie der Meinung sind, es sei ganz in Ordnung, wenn das Blut hier an diesem gottverlassenen Ort einfach wieder im Erdreich versickert?

Irgendwie nicht ganz einfach. Was würdet ihr tun?
« Letzte Änderung: 21.06.2019 | 15:32 von Chiarina »
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Re: [Night`s Black Agents] The Zalozhniy Quartet
« Antwort #156 am: 21.06.2019 | 15:00 »
Wissen sie schon etwas darüber, dass Albedo und Nigredo zusammenführen muss? Können vor der Expedition in die Wüste noch etwas darüber erfahren? Wichtig wäre dann, dass die ANgst davor, was die Verschwörung mit dem Nigredo macht nicht die Motivation überwiegt, es selbst in den Besitz zu bringen. Gut wäre daher, wenn das Rubedo nicht nur den von Philby geplanten Effekt hat, sondern auch für die Agenten nützlich sein kann - zum Beispiel als Waffe gegen Vampire.

Das Nigredo könnte auch noch andere Eigenschaften haben, die die Agenten neugierig machen. Z.B. versickert das BLut nicht, sonders sammelt sich auf dem Boden und bewegt sich aus eigenem Antrieb - das wird sie z.B. zögern lassen, es einfach irgendwo zu vergraben.
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Re: [Night`s Black Agents] The Zalozhniy Quartet
« Antwort #157 am: 21.06.2019 | 15:31 »
Ja, die Agenten haben den sehr starken Verdacht, dass etwas Gruseliges passiert, wenn man Albedo und Nigredo zusammenführt. Das ist ja auch der Grund dafür gewesen, dass sie den Nährboden in der Türkei verbuddelt haben.

Was den Nutzen der Nigredo für die Agenten angeht bin ich ein bisschen ratlos. Gibt es da vom Abenteuer her Anregungen? Ich erinnere mich nicht daran. Natürlich ist das Ganze letztlich eine Versuchung: mit dem Nigredo hast du Macht in der Hand... meine Agenten sind aber vermutlich zu sehr auf der guten Seite als dass sie dadurch schwach werden könnten.

Das Blut, das sich seltsam verhält und nicht so ohne weiteres versickert, nehme ich mal als letztes Mittel, wenn alles droht fehlzuschlagen.
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Re: [Night`s Black Agents] The Zalozhniy Quartet
« Antwort #158 am: 21.06.2019 | 15:47 »
Nein, das Szenario hat dafür keine Vorschläge, wenn ich mich richtig erinnere. Bei meinen SCs (zumindest ein paar von ihnen) wird hoffentlich der Drang nach Wissen helfen. Im Moment wissen sie noch sehr wenig darüber, was Vampire sind und wie sie entstehen. Albedo/Nigredo könnten die Dinge sein, die sie brauchen, um ihre Feinde zu verstehen.
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Re: [Night`s Black Agents] The Zalozhniy Quartet
« Antwort #159 am: 21.06.2019 | 15:53 »
O.K., "Drang nach Wissen" ist immerhin mal ein Ansatz. Eine der Agentinnen ist Enthüllungsjournalistin und hat "Transparency" als Drive... vielleicht lässt sich damit etwas machen. Danke erstmal!
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Re: [Night`s Black Agents] The Zalozhniy Quartet
« Antwort #160 am: 21.06.2019 | 16:23 »
Zur Not könnten die Agenten sich vielleicht die Bakterien irgendwie beim Rangeln mit dem infizierten Monster einfangen… Zunächst in einem inaktiven Zustand mit grusligen Nebenwirkungen. Die Aussicht, sich über kurz oder lang in einen wahnsinnigen Ghul zu verwandeln, könnte sehr dazu motivieren, auf der Suche nach einem Gegenmittel die Bakterien voll aktivieren zu wollen.

Ansonsten kann man die Agenten vielleicht zwingen? Es gibt ja genügend gegnerische Kräfte, die mit irgendeinem Druckmittel die Herausgabe oder Zusammenführung der Komponenten erzwingen können wollen…

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Re: [Night`s Black Agents] The Zalozhniy Quartet
« Antwort #161 am: 21.06.2019 | 18:03 »
O.K., das mit dem Infiziertwerden ist natürlich ´ne Sache... die will gut überlegt sein. Muss ich etwas recherchieren... aber ebenfalls danke für den Tipp.
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Re: [Night`s Black Agents] The Zalozhniy Quartet
« Antwort #162 am: 22.06.2019 | 14:55 »
Direkte Infektion ist im Prinzip nur eine Variante des Themas, dass eine Probe der Bakterien unbeabsichtigt mitgenommen wird. Wenn man mit automatischen Waffen Stücke aus Vampiren schießt, kann leicht überall ein Spritzerchen landen.

Tellurische Bakterien sollten eher mineralisch/elektromagnetisch als biologisch funktionieren, vielleicht könnten sie sich in einem Computer festsetzen oder in einem Nachtsichtgerät? Vorsorglich im Kampf einen Ghulklumpen an ein Ausrüstungsstück klatschen lassen, das irgendwo eine Batterie oder Platine verbaut hat, kann einem für später immer Optionen offen halten…

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Re: [Night`s Black Agents] The Zalozhniy Quartet
« Antwort #163 am: 24.06.2019 | 02:36 »
Zweite Sitzung von „Treason in the blood“.

Uliana drängt Mohammad al-Kirkuk aus dem Fenster seiner Wohnung. Schon stürmt der erste Angreifer ins Zimmer und sticht blitzschnell mehrfach mit einem Kampfmesser nach ihr. Sie schießt zurück. Beide Kontrahenten verletzen erheblich.

Gleichzeitig rennen Kristina, Yuri und Cevas das Treppenhaus hinauf. Oben angekommen wartet der zweite Angreifer auf sie. Er will dem ersten Mann den Rücken decken und ballert los, aber Kristina ist etwas schneller, erwischt ihn relativ schwer, wird aber auch selbst verletzt.

Mohammad al-Kirkuk beginnt an dem Bettlaken aus dem Zimmer zu klettern, mit Entsetzen muss Uliana aber feststellen, dass die Angreifer wohl noch einen dritten Mann auf einem gegenüberliegenden Hausdach postiert hatten. Mohammad al-Kirkuk wird getroffen, lässt das Bettlaken los und fällt 7 Meter abwärts in einen Hinterhof.

Ein paar Kampfhandlungen später liegen die beiden Angreifer in der Wohnung Mohammad al-Kirkuks dem Tode nahe in ihrem Blut. Der Schütze vom gegenüberliegenden Dach hat noch einen weiteren Schuss auf den im Innenhof liegenden Forscher abgegeben und ist dann getürmt. Mohammad al-Kirkuk ist tot. Uliana ist so verletzt, dass sie sofort behandelt werden muss. Dann stabilisiert Cevas die Wunden der Angreifer um zu verhindern, dass sie den Agenten unter der Hand wegsterben. Endlich können sie befragt werden.

Die Männer erzählen, sie seien in England angeworben worden, nach Bagdad geflogen und bekamen hier den Auftrag, den Forscher aus dem Nationalmuseum umzubringen. Den Mann, der sie angeworben hat, können sie beschreiben: „Eine sanfte Erscheinung, alterslos, klein und gut gekleidet, leichter osteuropäischer Akzent.“ Das Gespräch mit ihm fand im Drei-Sterne-Hotel Al-Sadeer statt.

Vasily hackt sich daraufhin in das Computernetz des Hotels und findet eine Aufnahme der Sicherheitskameras, die vor einigen Tagen gemacht wurde. Im Hotelrestaurant sitzt einer der Angreifer und unterhält sich mit einer Frau und einem Mann. Seine beiden Gesprächspartner passen allerdings nicht zur Beschreibung des Gefangenen. Der Frau hat kurze rote Haare, ein fuchsartiges Gesicht und kalte Augen, der Mann macht einen jungen Eindruck, ist blass, hat schlaffes Haar und trägt weite ausgebeulte Kleidung, in der sich leicht die ein oder andere Waffe verbergen lässt. Irgendwann bricht die Aufnahme ab. Was mit den Sicherheitskameras in diesem Moment geschehen ist, weiß Vasily nicht. Eine vergleichende Überprüfung mit dem Foyer des Hotels bringt ihn auch nicht weiter. Hier läuft die Überwachung zwar kontinuierlich, aber es kommt im fraglichen Zeitraum niemand vorbei, der auf die Beschreibung des Mannes, der den Gefangenen angeworben hat, passen könnte. Immerhin stößt Vasily auf einen Reservierungsplan des Hotelrestaurant und stellt fest, dass der besagte Tisch zur fraglichen Zeit von einer Firma namens Bridger Investments reserviert war.

Über diese Firma lässt sich nicht allzu viel herausbekommen, das Unternehmen scheint aber einige verdächtige Merkmale aufzuweisen – es ist ein undurchschauberer Finanzdienstleister, dessen Angestellte viel unterwegs sind, besonders in instabilen oder wichtigen Teilen der Welt, der bei Bedarf Zugriff auf größere Kapitalreserven zu haben scheint.

Eigentlich hatten sich die Agenten mit Mohammad al-Kirkuk getroffen, weil sie von ihm wissen wollten, wo genau sich das geheime Tagebuch von Getrude Bell befindet. Bisher wissen sie nur, dass es wahrscheinlich im Archiv des Mukhabarat, des irakischen Geheimdienstes, gelandet ist, dessen Dokumente aber nach einem Cruise Missile Einschlag auf mehrere Orte in Bagdad verteilt wurde. Nun müssen die Agenten feststellen, dass sie in dieser Richtung nicht allzu viel weiter gekommen sind. Sie gehen daher im Folgenden getrennte Wege.

Uliana und Kristina kümmern sich zunächst um eine Aktualisierung ihrer Ausrüstung. Es ist nicht einfach und vor allem kostspielig, in Bagdad an gute Ware zu gelangen. Die Frauen setzen die Gefangenen deshalb ein wenig unter Druck und erpressen von ihnen 25000 Dollar Anzahlung, die sie für ihr Attentat bereits erhalten haben. Im Gegenzug versprechen sie, die Attentäter in ein Krankenhaus zu bringen, was die Männer dringend nötig haben.

Nachdem Kristina und Uliana Ausrüstung und Waffen besorgt und die Männer ins Krankenhaus gebracht haben, bleiben sie noch vor Ort. Sie hoffen, dass sich irgendwann bei den Verwundeten der Scharfschütze, der Mohammad al-Kirkuk auf dem Gewissen hat, blicken lässt. Leider erfüllt sich ihre Hoffnung nicht.

In der Zwischenzeit gibt sich Yuri ein etwas orientalischeres Äußeres, hört sich in der Stadt um und findet eine Teestube, in der sich untergetauchte Milizionäre und Agenten befinden. Er trinkt mit den Männern einen Tee, erzählt ihnen eine wüste Geschichte von seinen Eltern, die unter Saddam Hussein sehr gelitten hätten und kommt langsam darauf zu sprechen, dass er ein paar verloren gegangene Informationen des vergangenen Mukhabarat sucht. Yuris Gesprächspartner haben Gefallen an ihm gefunden und sind bereit ihn zu vermitteln, allerdings wechselt doch eine ansehnliche Bestechungssumme den Besitzer. Etwas später sitzt Yuri hinter einem ehemaligen Milizionär auf einem klapprigen Mofa und fährt durch eine graue Vorstadt. In angemessener Entfernung folgen ihm Cevas und Vasily... nur zur Sicherheit. Schließlich steigt Yuri in einen Keller mit groben Betonwänden und spricht dort mit Imrat Khan, einem alten IS-Folterer der in den Untergrund gehen musste. Die beiden Männer tasten sich verbal eine Weile lang ab, dann leistet Yuri eine weitere kleine Zahlung und erfährt schließlich, dass die Dokumente, nach denen er sucht, in dem Teil des Mukhabarat Archivs liegen, das ins ehemalige Kaufhaus „kl shaa' ḥalāl“ ausgelagert wurde.

Vasily unternimmt eine erste Aufklärungsfahrt. Das ehemalige Kaufhaus liegt noch im Stadtzentrum, allerdings in einer nicht allzu ansehnlichen Gegend. Vor der Tür steht eine einzige, unaufmerksam wirkende Wache mit einem Gewehr. Ein paar der Scheiben sind eingeschlagen.

Etwas später fahren alle Agenten dorthin. Sie parken ihren Wagen auf der Rückseite des Gebäudes und steigen durch eine Hintertür ein. Yuri und Cevas versuchen sich in einem zerbröckelnden Labyrinth voller Regale und Kisten mit scheinbar zufällig zusammengestellten brüchigen und sonnenvergilbten Dokumenten zu orientieren. Schließlich stoßen sie auf ein mehr schlecht als recht zusammengeschustertes Aktenablagesystem. Vasily versucht sich einen Reim darauf zu machen und hilft bei der Suche nach einem Hinweis auf Getrude Bells Geheimtagebuch. Kristina und Uliana streifen inzwischen durch die Gänge und schirmen ihren Gefährten vor etwaigen Gefahren den Rücken.

Plötzlich aber hört Uliana nicht weit entfernt irgendwelche gedämpften Schläge. Sie schaut sich um, geht ein paar Regalreihen weiter... und wird von einem Gegner überrascht, der von den Dachsparren aus auf sie herunterspringt: ein Zalozhniy! Das Monster packt sie und schleudert sie in ein Regal, in dem ein paar größere Holzkisten liegen. Dabei explodiert irgendeine Brandgranate, die unter einer der Kisten angebracht war. Uliana wird ernsthaft verletzt. Ihr fällt allerdings noch eine selbstgebaute Granate ein, die sich in ihrer Tasche befindet und nach ihrer Detonation ein UV-C Licht aussendet. Uliana wirft diese Granate, aber der Zalozhniy scheint sich weggeduckt zu haben. Das Licht macht ihm nicht allzu viel aus. Immerhin erkennt Uliana, dass der Zalozhniy vor seiner Flucht noch irgendein Buch in die Netztasche seiner Jacke schiebt. Ist es das Geheimtagebuch von Gertrude Bell? Uliana vermutet es und ruft durch das Gebäude: „Er hat das Buch in seiner Jackentasche!“

Kurze Zeit später ist Vasily vor Ort und Uliana flieht zum Auto. Der Zalozhniy stößt ein gewaltiges Regal um und versucht Vasily dadurch am Boden festzunageln. Behende springt Vasily aber über das Regal hinweg. Auch Cevas und Yuri folgen und beginnen mit einer Verfolgungsjagd. Von der Seite kommt Kristina herbei, schießt auf den Zalozhniy und stellt frustriert fest, dass sie wenig ausrichtet. Sie stellt sich ihm in den Weg und versucht ihn mit ihrer UV-C Lampe aufzuhalten. Der Zalozhniy schlägt ihr die Lampe aus der Hand. Sie zerschmettert auf dem Boden. Das kostet ihn allerdings Zeit... und ein wenig außer Puste scheint er auch zu sein.

Etwas später springt der Zalozhniy durch eine Tür nach draußen. Hier holt ihn Cevas ein, der ihm mit seiner Machete einen Hieb auf Taillenhöhe verpasst, wodurch er den Teil seiner Jacke mit dem Buch absäbelt. Uliana hört die Kampfgeräusche und kommt mit dem Auto um die Ecke gefahren. Der Zalozhniy zieht nun selbst ein gewaltiges Kampfmesser und will über Cevas herfallen. Dann versucht Uliana den Zalozhniy über den Haufen zu fahren, was allerdings völlig schief läuft. Sie zieht an dem Monster vorbei und wird von einem viel zu schnell fahrenden LKW gerammt. Ulianas Auto überschlägt sich, die Fahrerin ist schwer verletzt und ohnmächtig. Yuri merkt sich die Nummer des LKWs. Der Zalozhniy verpasst Cevas derweil einen Treffer, dann aber sind Vasily und Yuri ebenfalls zur Stelle und halten den Zalozhniy mit ihren UV-C Lampen in Schach. Das Monster scheint etwas erschöpft zu sein. Die Männer schnappen sich das auf dem Boden liegende Buch und ziehen sich vorsichtig zum Auto zurück. Der Zalozhniy stößt einen wütenden Schrei aus und verschwindet dann, indem er sich an einer Regenrinne an einem Haus empor hangelt und über die Dächer davon springt.

Die Sitzung endet mit einem Krankenhausaufenthalt Ulianas. Während ihrer knapp zweiwöchigen Genesung studieren ihre Mitstreiter eifrig Gertrude Bells Geheimtagebuch. Die Eintragungen reichen über die letzten vier Jahre ihres Lebens (1922 bis Mitte 1926) und beschreiben die Geburtswehen des Königreichs Irak, ihr Verhältnis zu König Faisal und der britischen Regierung, das Schwinden der Geldmittel ihrer Familie, den Tod ihres Bruders Hugo und ihre Arbeit beim Aufbau des Nationalmuseums und der Nationalbibliothek des Irak. Cevas fällt während der Lektüre irgendwann auf, dass Bell wohl irgendetwas über Vampire wusste. Sie beschreibt jedenfalls mehrfach Wildrosen an irgendwelchen Fenstern.

Schließlich stößt Cevas auf einen interessanten Eintrag. 1922 beschreibt Bell, wie sie eines Nachts von herannahenden Reitern geweckt wird. Als sie nach draußen geht, um sie zu begrüßen, stellt sie erstaunt fest, dass es sich um Beduinen aus der tiefsten Wüste handelt – und dass einer von ihnen sein keffiya (Kopfbedeckung) abnimmt, unter der die bärtigen Gesichtszüge Harry St. John Philbys zum Vorschein kommen. 1922 ist Bells ursprünglich positive Einschätzung Philbys offenbar einer Abneigung gewichen, die auf Philbys Unterstützung Ibn Sauds beruht. Bell behandelt ihn wie einen Unruhestifter und Opportunisten und verdächtigt ihn einer mangelhaften Loyalität der britischen Krone gegenüber. Trotz allem ist sie begierig darauf, Neuigkeiten aus Amman zu erfahren, wo Philby stationiert war, und lädt Philby in ihr Haus ein. Philby betrinkt sich schnell.

Während ihrer Unterhaltung nähern sich beide einander an und sprechen auch über Politik und Religion. Bell berichtet von den Schwierigkeiten, die sunnitischen und schiitischen Fraktionen im Irak in einer Balance zu halten. Er gesteht ihr daraufhin überraschend, dass er darüber nachdenkt, „aus politischen Gründen“ zum Islam zu konvertieren. Bell war ihr gesamtes Leben lang Atheistin und macht eine Bemerkung darüber, dass alle Religionen gleichermaßen dumm seien. Philby zieht daraufhin einen größeren Kettenanhänger unter seinem Hemd hervor und erklärt ihr, dass das die einzige Religion sei, die er brauche.

Bell beschreibt den Anhänger in ihrem Geheimtagebuch und behauptet, er gleiche einem Reagenzglas und enthalte eine weißlich-rote Flüssigkeit. Laut Tagebuch wedelt Philby vor Bells Augen mit diesem Anhänger herum und nennt ihn seinen „Schlüssel zum Himmel“. Er deutet dann auf die Beduinen vor der Tür und nennt sie „Brüder im Geiste“, die bei seinem Tod den Kettenanhänger mit ihm beerdigen würden.

Cevas erzählt seinen Freunden von dem Tagebucheintrag und erklärt, dass Philby 1960 in Beirut gestorben sei. Er wurde auf dem islamischen Friedhof im Beiruter Stadtteil Basta beerdigt. Wenn die Angaben aus Bells Geheimtagebuch stimmen, befindet sich Philbys Kettenanhänger vielleicht noch dort. Die Sitzung endet mit einer Diskussion, auf welchem Weg die Agenten nach Beirut gelangen wollen.

-

Actionreicher und guter Abend! Viel besser und knalliger als beim letzten Mal.

Natürlich gab´s auch einige knappe Nummern. Ich wollte gern die Szene im Mulhabarat Archiv spielen, aber beinahe hätten die Agenten auch schon durch ihre Recherche im Hotel Al-Sadeer Hinweise auf Bagdad gefunden. Das ließ sich nur knapp verhindern.

Dann war aber Mohammad al-Kirkuk tot. Wie gelangen die Agenten nun an den genauen Ort des Archivs? Die Szene mit dem alten IS-Folterer war quasi ein improvisiert ausgespielter Einsatz von Stadtkenntnis und hat mir gut gefallen.

Als sich die Situation im Mukhabarat Archiv so entwickelt hat, dass die Agenten nicht mehr die toten Spione in der Kiste finden konnten, wurde es nötig, dass sie wenigstens dem Zalozhniy das Buch abnehmen konnten. Das hat glücklicherweise geklappt... sonst hätte ich anfangen müssen mir neue Wege einfallen zu lassen. Als der Zalozhniy eingeholt wurde, brauchte ich den LKW nicht mehr um ihn zu stoppen. Daher habe ich schnell umdisponiert und ihn Uliana als Unfallursache auf den Hals geschickt.

Die Frau war heute überhaupt extrem gebeutelt und hatte am Ende einen Wert von -9 auf Gesundheit. Die Spielerin hat´s mit Fassung getragen... Konsequenzen haben solche Geschichten allerdings schon: die Gruppe hat im Mukhabarat Archiv erstmalig Rüstung getragen.

Ein bisschen schade war vielleicht, dass sie die SIM Card des toten Agenten im Mukhabarat Archiv nicht gefunden haben. Ich mag die Szene, die entsteht, wenn die Agenten auf gut Glück die dort zu findende Nummer anrufen. Man kann aber wohl nicht alles haben. Die Überraschung kommt dann eben beim nächsten Mal.
« Letzte Änderung: 25.06.2019 | 14:01 von Chiarina »
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Re: [Night`s Black Agents] The Zalozhniy Quartet
« Antwort #164 am: 24.06.2019 | 12:31 »
Sehr schön, danke für den Bericht! :)


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Re: [Night`s Black Agents] The Zalozhniy Quartet
« Antwort #165 am: 17.08.2019 | 02:41 »
Dritte Sitzung von "Treason in the Blood" (1. Teil)

Die Sitzung beginnt mit der Reise der Agenten nach Beirut. Weil der IS in Jordanien sein Unwesen treibt, die Agenten eine Einreise über Israel vermeiden möchten und auch ein Flug aufgrund der hohen Sicherheitsvorkehrungen nicht in Frage kommt, buchen sie eine Schiffsreise um die arabische Halbinsel und durch den Suezkanal in den Libanon. Nachdem sie an einem schönen Vormittag Ende April im Hafen von Beirut angelegt haben, stärken sie sich, nehmen sich zwei Räume in unterschiedlichen Hotels und machen sich dann auf den Weg, einen ersten Blick auf den islamischen Friedhof von Bashoura zu werfen, dem Ort, wo St. John Philby beerdigt sein soll. Auf ihrem Weg dorthin passieren sie die in der Nähe befindliche Al Basta Al Tahta Moschee, deren Minarett sich hoch über die in der Nachbarschaft befindlichen Hochhäuser erhebt. Cevas staunt, denn die Moschee ist zu einem Bürogebäude umgebaut worden und auf einem Wandfries ist sein ehemaliger Betreiber zu lesen. Dies war wohl vor einiger Zeit die Beiruter Filiale der Koernersbank. Der Friedhof selbst ist ein langgestreckter, schmaler Streifen Land, auf dem sich dicht an dicht viele hundert Gräber aus weißem Stein befinden. Hier ein bestimmtes Grab zu finden, kommt den Agenten völlig wahnwitzig vor. Sie brauchen nähere Informationen.

Vasily befragt einen Mann, der auf dem Friedhof Gräber pflegt, und erfährt von ihm, dass im Beiruter Staatsarchiv Begräbnisunterlagen archiviert sind... auch für den Friedhof von Bashoura.  Die Agenten machen sich auf den Weg.  Im Vergleich zum Mukhabarat Archiv von Bagdad wirkt das Staatsarchiv von Beirut luftig und gut sortiert, aber auch hier findet sich eher zu viel Information und die Agenten machen sich schon auf eine stundenlange Recherche gefasst, da lernt Cevas einen alten Mann kennen, dessen Haut lange Jahre in starker Sonne ausgetrocknet haben. Seine Augen sind aber noch immer hell und munter. Er trägt ein Bündel Zeitungen – an das Archiv mit den Dokumenten grenzt ein öffentlicher Leseraum, in dem die aktuellen Zeitungen kostenlos eingesehen werden können – und Cevas erkennt arabische, russische, englische und französische Presse. Der Mann kommt mit Cevas ins Gespräch und stellt sich als Nicky vor. Er erzählt, dass er sich vor vielen Jahren in Beirut zur Ruhe gesetzt hat. Nun verbringe er einen Großteil seiner Zeit mit dem Lesen und Recherchieren, um seinem Hirn Nahrung zu bieten. Dann fragt er, ob er den Agenten helfen kann. Cevas ist misstrauisch und in Nickys Story passt auch nicht alles zusammen. Trotzdem nimmt Cevas vorläufig seine Hilfe in Anspruch und versucht noch etwas mehr über den Mann herauszubekommen. Mit Nickys Hilfe findet Cevas schnell die Begräbnisunterlagen für den Bashoura Friedhof. Nicky fragt die Agenten, warum sie am Grab Hajji Abdullahs interessiert sind (der muslimische Name St. John Philbys) und Cevas murmelt irgendetwas von historischen Forschungen. Dann fragt Nicky, ob Cevas zur selben Gruppe wie „die anderen Gentlemen“ gehören – vor zwei Tagen haben sich hier wohl schon irgendwelche englisch sprechenden Touristen nach der Lage desselben Grabes umgesehen. Cevas fotografiert einen Lageplan und ist jetzt in der Lage die Suche der Agenten auf einen Bereich von etwa 10 Gräbern einzugrenzen. Nachdenklich verlässt er das Staatsarchiv und informiert seine Mitstreiter von seinem Gespräch mit Nicky.

Den späten Nachmittag verbringen die Agenten mit einem Einkaufsbummel. Vasily kauft sich eine Drohne, Kristina eine neue UV-C Leuchte. Ihre alte ist in Bagdad im Kampf gegen den Zalozhniy zerbrochen. Zwei Mietwagen werden organisiert, ein Lieferwagen und ein Jeep.  Im Anschluss daran soll der Friedhof von Bashoura überwacht werden. Die Agenten wollen eine Nacht lang Beobachtungen anstellen, um herauszufinden, wie die Umgebung um den Friedhof herum aussieht, wie viele Menschen nachts in der Nähe unterwegs sind und wie das Licht und die Sichtverhältnisse beschaffen sind.

Ein saisonunüblicher Nebel wälzt sich vom Meer aus über den nördlichen Teil der Stadt und den Bashoura Friedhof. Das Minarett der nahen Al Basta Al Tahta Moschee erhebt sich wie ein anklagender Finger aus dem Nebel und die Scheinwerfer der Autos auf der Straße des Generals Fouad Chehab verwandelt die in Nebelschwaden gehüllten benachbarten Mietskasernen in sich bedrohlich abzeichnende Geisterriesen. Während des Nahens der Agenten ist in der abendlichen Stadt eine jenseitige Atmosphäre zu spüren.

Die Agenten treffen Vorbereitungen: Kristina verschafft sich Zugang zu einer der an den Friedhof angrenzenden Mietskasernen. Auf dem Dach des achtstöckigen Gebäudes richtet sie sich eine Scharfschützenstellung ein. Vasily parkt den Lieferwagen in einer nahe gelegenen Parallelstraße. Er lässt die Drohne über dem Friedhof kreisen und informiert seine Freunde vor Ort per Headset über seine Beobachtungen. Die Sicht der beiden ist durch den Nebel eingeschränkt, aber eine bessere Aufklärung ist nicht zu bekommen. Uliana parkt den Jeep auf der anderen Seite des Friedhofs direkt an der Friedhofsmauer. An den beiden Längsseiten des Friedhofs postieren sich Yuri und Cevas, bereit einen Blick in den Friedhof zu riskieren, vielleicht auch, sich auf die Mauer gestützt darüber zu springen und den Friedhof zu betreten.

Kurz nach Sonnenuntergang halten an den Längsseiten des Friedhofs insgesamt vier Autos. Einige Männer gehen auf den Friedhof zu.  Cevas weicht ihnen aus und versteckt sich in einem nahen Hauseingang. Yuri aber verschwindet in einer Seitenstraße und als einer der Männer vorbeikommt schaut er ihm direkt ins Gesicht. Er zeigt mit Zeige- und Mittelfinger auf seine Augen und signalisiert ihm so, dass er ihn im Auge behalten wird. Yuri lächelt etwas gequält.

Über die Verbindung der Headsets meldet sich Uliana. Sie spricht aufgeregt und erzählt, dass eben Osporov, einer ihrer Ausbilder im russischen Geheimdienst, an ihrem Jeep vorbeigegangen sei. Laut fragt sie sich, wie der Mann jetzt hier in Beirut auftauche, sie habe ihn seit einem Jahrzehnt nicht mehr gesehen! Die anderen Agenten sind irritiert: Geheimdienst? Was erzählt Uliana da? Sie hat doch erzählt, sie sei Journalistin! Uliana wiegelt ab und behauptet das sei lange her. Sie sei damals in Tschetschenien dabei gewesen und habe dann den Dienst verlassen. Cevas muss husten und antwortet, dass über dieses Thema in einer stillen Stunde wohl noch einmal ein paar klärende Worte nötig seien. Dann will Yuri wissen, was dieser Osporov jetzt mache. Uliana weiß es nicht. Als sie den Dienst verlassen hat, sei er noch dort gewesen.

Die Neuankömmlinge lassen jeweils einen Mann als Wache an den Eingängen des Friedhofs. Etwa sieben oder acht Leute betreten den Friedhof selbst und bewegen sich in Richtung St. John Philbys Grab. Cevas nutzt die Gelegenheit und zersticht die Reifen von zwei Autos der Neuankömmlinge. Vasily beobachtet den gesamten Vorgang auf dem Friedhof mit seiner Drohne und macht mit ihr zwischendurch einen kleinen Abstecher zum Minarett der Al Basta Al Tahta Moschee. Dort wird plötzlich für einen kurzen Moment ein Scharfschütze sichtbar, der versucht, die Drohne abzuschießen. Im letzten Moment gelingt es Vasily sein Spielzeug in Sicherheit zu bringen. In die Nähe der Moschee wagt er sich damit aber nicht mehr. Immerhin aber hat er den Sniper erkannt. Es war der Mann, der im Hotel Al Sadeer in Baghdad zusammen mit der rothaarigen Frau die Auftragskiller von Mohammad al-Kirkuk angeheuert haben. Vasily informiert per Headset Kristina über den Sniper, die nun ihrerseits von ihrem Standpunkt aus das Minarett aufs Korn nimmt. Auf den Friedhof kann sie jetzt allerdings nicht auch noch achten.

Yuri wagt derweil einen Blick über die Friedhofsmauer und sieht die Männer, die dabei sind ein Grab aufzustemmen. Aber noch mehr scheint auf dem Friedhof vor sich zu gehen. Weiter entfernt sind schattenhafte Gestalten zu sehen, die sich zwischen die Gräber kauern. An einer Ecke flattert plötzlich ein Krähenschwarm in die Luft.

Vasily fliegt mit der Drohne in gebührendem Abstand über die Grabenden. Er erkennt, dass es offenbar eine Hierarchie gibt: Einige Männer graben, zwei Gestalten stehen mit ihren Händen in den Hosentaschen daneben  und warten. Eine der Gestalten kennt Vasily: die rothaarige Frau. Der andere ist ein Mann. Vasily gibt per Headset eine kurze Personenbeschreibung an seine Kollegen durch und fragt, ob der Mann der von Uliana als Osporov bezeichnete Ausbilder sei. Uliana bestätigt das.

Aus einem Haus auf Cevas´ Seite des Friedhofs kommt ein Mann gelaufen. Er setzt sich in ein Auto und rast mit einer großen Geschwindigkeit davon. Cevas fragt sich, was er wohl gesehen hat und merkt sich sicherheitshalber sein Autokennzeichen.

Plötzlich hört Yuri den dumpfen Knall einer schallgedämpften Pistole. Er berichtet seinen Mitstreitern von dem Schuss, worauf Vasily erneut mit der Drohne einen Aufklärungsflug unternimmt. Er kann dabei gerade noch beobachten, wie die rothaarige Frau zu den Grabenden zurückkehrt und Osporov ein grimmiges Nicken zuwirft. Schließlich scheinen die Grabenden an ihr Ziel gelangt zu sein. Leider wird der Nebel immer dichter. Die Drohne überträgt keine brauchbaren Bilder mehr.

Das ist Yuris Stunde. Er schwingt sich über die Friedhofsmauer und nähert sich der Ausgrabung. Dabei tritt er in ein Kaninchenloch und kann nur knapp einer Entdeckung durch Osporov und seine Gefolgsleute entgehen. Yuri sieht, wie die Männer dem Boden soeben ein Leichentuch voller Knochen entnommen haben und es zur Seite ablegen. Ein paar Knochen rollen heraus. Dann leuchtet Osporov mit einer kleinen Taschenlampe erneut in das gegrabene Loch im Boden, wodurch eine schwarze Eisenschatulle sichtbar wird. Die Männer versammeln sich um die Schatulle öffnen sie, und schauen gespannt in ihr Inneres. Ein Moment lang geschieht nichts... und dann muss Yuri mitansehen, wie sich die Grabschänder auf schreckliche Weise wie Tiere aufführen, sich würgen, in die Augen stechen, Finger abreißen und Knochen brechen. Die ganze Gruppe fällt übereinander her bis sich niemand mehr rührt. Yuri schaut voller Grauen zu und will seinen Kameraden erzählen, was er sieht, aber sein Headset ist aus irgendeinem Grund gestört und gibt mysteriöse Fiep- und Klickgeräusche von sich. Irgendwann gelingt es ihm doch seine Kameraden zu informieren. Zu diesem Zeitpunkt liegt vor ihm bereits ein blutiger Haufen Leichen. Die Wachen an den Friedhofseingängen ziehen ab und fahren mit  ihren Autos los. Zwei Autobesatzungen fluchen über ihre zerstochenen Reifen und entfernen sich zu Fuß.

Kristina sieht für einen kurzen Moment, wie der Sniper auf dem Minarett der Al Basta Al Tahta Moschee seinen Posten verlässt. Sie schießt – vorbei.

Der Nebel lichtet sich etwas und Vasily macht einen letzten Aufklärungsflug über den Friedhof. Auch er sieht den grausigen Haufen der Toten des Gemetzels. Der furchtbare Anblick wird Yuri und Vasily noch einige Zeit zu schaffen machen. Dann aber entdeckt Vasily durch seine Drohne etwas weiter entfernt an ein Grab gelehnt einen Schwerverletzten. Es ist Nicky, der alte Mann aus dem Staatsarchiv, in dem nicht mehr viel Leben zu sein scheint. Auf Vasilys Information hin verlässt Kristina ihren Posten und betritt mit Cevas zusammen den Friedhof. Nach ein paar lebensverlängernden Maßnahmen Cevas´ bekommt der alte Mann noch ein paar letzten Sätze über die Lippen. Zwischendurch erbricht er immer wieder große Mengen Blut. Mit letzter Kraft erzählt er, dass 1960, als St. John Philby starb, der Besitzer des Hotels, in dem er sich aufgehalten hatte, für seine Beerdigung zahlte. Dieser Besitzer sei ein KGB Mann gewesen. Der KGB habe schon seit Jahren von den tellurischen Bakterien gewusst – Zur gleichen Zeit habe Kim Philby den Nährboden versteckt und dem KGB nie erzählt, wo er sich befindet – Er, Nicky, sei ein KGB Agent und 1974 von Arkady Shevlenko hierher geschickt worden. In dem Jahr glaubte das KGB, dass Philby bereit ist, seinen Plan umzusetzen – Die  tellurischen Bakterien seien allerdings nicht im Grab. 1975 hätten die Araber sie gestohlen. Er wisse nicht, was mit ihnen geschehen ist. Sie haben sie gegen etwas Furchtbares ausgetauscht. An diesem Punkt verliert der Mann das Bewusstsein und stirbt. "Tellurische Bakterien? Was ist das?", fragt Kristina und Cevas zuckt mit den Schultern. Dann durchsucht er die Taschen des Toten und fördert einen Haustürschlüssel und einen Pass mit Adresse zutage.

Vasily schaut in seinem Lieferwagen kurz vom Bildschirm auf und entdeckt einen arabischen Jugendlichen, der mit Handy und MP3 Player beschäftigt ist. Allerdings hängen die Kopfhörer seines MP3 Players lose herab – und hat er da nicht eben noch mit seinem Handy ein Foto von Vasily gemacht? Vasily informiert die anderen, dass er wahrscheinlich entdeckt wurde. Die Agenten beschließen den Ort zu verlassen. Nur Yuri springt noch einmal aus seinem Versteck, kickt die schwarze Eisenschatulle wieder in das Grab und wirft zwei Spatenstiche Erde darüber.
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« Antwort #166 am: 17.08.2019 | 02:44 »
Dritte Sitzung von "Treason in the Blood" (2. Teil)

Dann fahren die Agenten zur Wohnung Nickys. Uliana wartet in dem Jeep an der Rückseite des Gebäudes. In Nickys Wohnung zeigen Fotos an der Wand eine randständige Figur an der Existenzgrenze. Von einer Familie oder Freunden gibt es keine Spur. An den Wänden und über den Eingängen hängen religiöse russische Ikonen. In einer Schublade unter dem Tisch findet sich eine UV-C Lampe.

Vasily geht ein paar Dokumente durch und  erkennt, dass Nicolai – so sein richtiger Name - monatlich über einen internationalen Geldtransferdienst bezahlt wurde, die Höhe variierte aufgrund internationaler Wechselkurse von Monat zu Monat leicht und wurde seit den 1980er Jahren nicht mehr erhöht. Nicolai ist mehr als 30 Jahre im Regen stehen gelassen worden und hat trotzdem seine Pflicht erfüllt. Auf dem zentralen Tisch befinden sich ein Radio, ein Notizbuch und ein Füllhalter. Offensichtlich hörte Nicolai irgendwelche verschlüsselten Botschaften.

Cevas fällt ein Luftabzugsschacht auf. Er öffnet ihn und findet in ihm ein Geheimfach. Hier befinden sich Papiere und Dokumente, die mit Nicolais Karriere als Spion zusammenhängen – das Versteck ist schlecht gemacht und  enthält ein paar Hinweise auf seine Mitgliedschaft im KGB. Bemerkenswert ist ein Foto von ihm mit Arkady Shevlenko. Ein anderes Dokument verzeichnet Kim Philbys Aktionen in den Tagen des Jahres 1963, kurz bevor er Beirut verließ und nach Moskau überlief. Die meisten Informationen in diesem Dokument sind den Agenten bereits bekannt, aber interessanterweise schreibt Nicolai über den Abend des 23. Januars 1963, dass Kim Philby zu diesem Zeitpunkt kurz vor Geschäftsschluss die Beiruter Filiale der Koernersbank besucht hat. Zuletzt findet sich in einem Briefumschlag noch ein Streifen von Fotonegativen. Den Hinweisen auf dem Umschlag zufolge stammen sie aus dem Jahr 1975. Die Agenten nehmen sie mit und wollen sie bei geeigneter Gelegenheit entwickeln.

Inzwischen meldet sich Uliana. Sie erzählt ihren Kollegen von ihrem Auto aus, dass sie soeben von einem arabischen Jugendlichen fotografiert worden sei, woraufhin der Knabe in einem gegenüberliegenden Haus verschwunden sei. Die Agenten beschließen, sich den Burschen vorzunehmen. Sie verlassen Nicolais Haus. Yuri und Vasily folgen dem Knaben in das von Uliana bezeichnete Haus, die anderen schirmen das Gebäude ab und halten Wache.

Überraschenderweise sitzt der arabische Jugendliche im Treppenhaus. Er stellt sich als Falluh vor und bittet die Agenten ihm zu folgen. Katun wolle mit ihnen sprechen. Er wolle sie zu ihr bringen – nach Zypern! „Wie bitte?“, fragen Vasily und Yuri, aber irgendwie scheint es ein verlockendes Angebot zu sein, in dieser Zeit, in der sie sonst nur Feinde zu haben scheinen. Der Knabe ist nett, ein wenig naiv und spricht von einer geheimnisvollen Person, deren Name Katun „Königin“ bedeutet. Die Agenten erfahren, dass er ein Motorboot im Hafen Beiruts liegen hat, mit dem er sie nach Zypern bringen will. Die Agenten schauen nach: 200 Kilometer, das ist eventuell vorstellbar. Neugierig folgen sie dem Knaben und schauen sich sein Boot an. Falluh hat an alles gedacht hat. Das Boot ist zwar klein, hat aber genügend Wasser, Nahrung und medizinische Versorgung an Bord.

Die Agenten nehmen Platz und Falluh legt ab und dreht das Gas auf, sobald sich das Boot in genügendem Abstand zum Beiruter Hafen befindet. In Richtung Nordwesten fahren die Agenten durch das blaue Wasser des östlichen Mittelmeeres. Besonders gesprächig ist Falluh nicht, erzählt aber wiederholt, dass es ein Erlebnis sei, Katun zu begegnen. Das Boot hält auf die Südostküste Zyperns zu. Mittags können die Agenten im Westen Warnbojen erkennen, die den Anfahrtsweg zum britischen Flottenstützpunkt bei Dhekalia kennzeichnen. Falluh umfährt die Küste und hält dann an einem kleinen Privatkai am Fuß eines Kalksteinfelsens. Eine enge Steintreppe führt zu seiner Spitze und einer alten Villa mit abblätternden rotgestrichenen Wänden. Falluh bringt die Agenten zum Haus, wo sie durch einen Torbogen in einen schattigen Hof schreiten. Hier sitzt eine Person in einer schwarzen Burka auf einer Marmorbank und wartet auf die Agenten. Um einen niedrigen Tisch befinden sich Kissen und Stühle. Auf dem Tisch liegt eine Karte von Saudi-Arabien. Die Person bedeutet den Agenten sich zu setzen. Dann spricht sie Arabisch mit einem britischen Akzent: „Wir müssen uns über einige Dinge unterhalten. Setzen Sie sich, bitte!“ Katun ist in der Tat ein Erlebnis. Sie verzichtet auf jegliche Gesten und Körperbewegungen und wirkt wie eine Sphinx.

Zwar sind die Agenten misstrauisch, aber sie merken, dass sie auspacken müssen, sonst fahren sie hier unverrichteter Dinge wieder ab. Und so erfährt Katun zwar nichts darüber, dass die Agenten den Nährboden besessen haben und in der Nähe Ankaras vergraben haben, immerhin bekommt sie aber erzählt, dass die Lisky Bratva den Nährboden nicht in ihren Besitz bringen konnte. Die Agenten erzählen Katun außerdem alles über die Ereignisse in Beirut, ihre Probleme mit der Lisky Bratva und über seltsame weitere Interessengruppen, auf die sie sich noch keinen Rat machen können.

Katun erklärt ihnen im Gegenzug, dass die tellurischen Bakterien, von denen Nicolai erzählt habe, auf irgendeine Weise bei einer Infizierung dafür sorgen, ihren Wirtskörper am Vampirismus erkranken zu lassen. Sie hätte gedacht, dass sich St. John Philbys tellurische Bakterien in seinem Grab befinden. Anscheinend sei das aber nicht der Fall gewesen. Würden tellurische Bakterien mit diesem Nährboden zusammen gebracht, sei jedenfalls das Schlimmste zu befürchten.

Die Agenten behaupten, dass sie Bakterien und Nährboden vernichten wollen. Katun erwiderte, dass sich niemals alle tellurischen Bakterien vernichten lassen. Man könne aber zumindest St. John Philbys tellurische Bakterien vernichten und sollte vor allem verhindern, dass sich diese tellurischen Bakterien mit seinem Nährboden vermengen. Das sei allerdings nicht einfach und bedürfe besonderer Mächte und Fähigkeiten. Zunächst einmal sei wichtig, überhaupt an die tellurischen Bakterien heranzukommen. Die Agenten erzählen Katun daraufhin, dass sie noch Fotomaterial aus Nicolais Wohnung besäßen, das sie noch auswerten wollten. Zu diesen Zwecken stellt ihnen Katun ihr Arbeitszimmer zur Verfügung. Nicolais Filmrolle wird entwickelt und endlich können die Agenten sehen, was die Fotos zeigen:  Zu sehen ist eine Gruppe junger Araber, die auf dem Bashoura Friedhof Grabungen durchführen und einen verhüllten Gegenstand, der nur die sterblichen Überreste von Philby darstellen kann, davontragen. Vasily kommt die traditionelle Kleidung der Araber bekannt vor: er identifiziert sie als Angehörige des Al-Murrah Stammes aus Südarabien.

Katun bekommt diese Bilder ebenfalls zu sehen. Sie erkennt einen der Männer als Scheich Qadeer al-Murrah, das Oberhaupt des al-Murrah Stammes, der inzwischen längst sesshaft geworden sei und in Riad wohne. Er kenne sich möglicherweise sowohl in der Stadt als auch weit draußen in der Wüste aus. Die Agenten rechnen nach und schätzen Qadeer al-Murrah heute auf 65 bis 70 Jahre. Höchste Zeit für eine kleine Reise nach Riad. Sie bitten Katun, dass Falluh sie nach Alexandria überfährt. Von dort wollen sie über die Halbinsel Sinai nach Saudi-Arabien einreisen. Katun willigt ein und empfiehlt ihnen, nach Erlangung der tellurischen Bakterien zu ihr zurückzukehren. Sie wolle ihnen bei der Vernichtung des gefährlichen Stoffes helfen.

-

Das war eine gute Sitzung. Die Anreise und die Szene im Staatsarchiv waren o.k. Highlight war aber natürlich die Szene auf dem Friedhof. Ich habe relativ schnell geahnt, dass meine Spieler hier ganz gern nur zuschauen möchten. Weil sie zur dritten Partei (bei mir ist es Edom) nicht vorher Kontakt aufnehmen konnten, gab es für mich auch keine Gelegenheit, sie wirklich zur Teilnahme an der Ausgrabung zu zwingen. Ich habe zum Ausgleich beschlossen, die Observierung so spannend wie möglich zu machen und alles ausgepackt, was mir einfiel. Minutiöse Beschreibungen, immer wieder irgendwelche Störungen, ständige Schauplatzwechsel. Meine Spieler haben eigentlich ständig befürchtet, dass jetzt gleich die große Untotenarmee aus den Gräbern steigt und alles verschlingt.

Die Szene im Zimmer Nicolais war normale Aufklärungsarbeit. Auf das Gespräch mit Katun hatte ich mich allerdings gefreut. Leider blieb es ein wenig blass. Ich hatte mein ganzes Pulver auf dem Friedhof verschossen und wir waren alle schon ziemlich müde. Immerhin hat die Erscheinung Katuns Eindruck hinterlassen.

Erfreulich ist, dass die Spieler nach 20 Sitzungen langsam wissen, was los ist. Ein paar wirklich wichtige Informationen haben sie zusammen und auch in die richtige Richtung eingeordnet. Ein paar grundlegende Informationen über Edom fehlen allerdings noch. Ein paar letzte Zusammenhänge in Philbys Plan bleiben möglicherweise ein MYsterium, was ich aber auch nicht so schlimm finde.
« Letzte Änderung: 12.10.2019 | 10:25 von Chiarina »
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« Antwort #167 am: 13.10.2019 | 01:48 »
Vierte Sitzung von "Treason in the Blood"

Vor ihrer Abreise gestattet Katun den Agenten, die Austattung ihres ungewöhnlich gut ausgestatteten Hauses zu verwenden. Vasily und Yuri stellen dort für die gesamte Gruppe neue gefälschte Pässe und Kreditkarten in makeloser Qualität her.

Etwas später erkundigt sich Vasily per Internet über den Stamm der Al-Murrah. Dessen traditionelles Gebiet liegt im Süden und Osten Arabiens. Die Mitglieder sind durch Zusammenarbeit mit Ölfirmen in der menschenfeindlichen Rub´ al Khali, des legendären „leeren Viertels“ der Wüste, reich geworden. Überraschenderweise erfährt Vasily auch noch, dass der Stamm der Al-Murrahs ein paar Anteile der Bank Klopstock & Billreuth gekauft hat. Als Cevas das erfährt, hakt er nach: „Warte mal, daraus kann man doch etwas machen! Wäre doch gut, wenn wir wüssten, ob die Al-Murrahs mit der Lisky Bratva gemeinsame Sache machen oder nicht! Kannst du nicht herausfinden, ob die Araber bei der Hauptversammlung für die Fusionierung mit der Koernersbank gestimmt haben?“ Vasily recherchiert ein wenig länger, dann findet er einen entsprechenden Bericht. Die Araber waren gegen die Fusionierung. „Dann ist es vielleicht eine interessante Information für sie, wenn sie erfahren, in was für ein sauberes Unternehmen sie da investiert haben!“, sagt Cevas. „Sieht für mich so aus, als hätten wir einen Fuß in der Tür des Hauses Al-Murrah!“

Kurze Zeit später sitzen die Agenten wieder in Falluhs Boot, das sie durch das Mittelmeer trägt. Zwei Tage später erreichen die Agenten Alexandria und verabschieden sich von dem jungen Bootsführer. Weil sie damit rechnen, in Riad früher oder später auf Zalozhniye oder Vampire zu treffen, besorgen sie sich alles, was ihnen nützlich erscheint und sich gefahrlos über Grenzen bringen lässt: Knoblauch, Weihwasser, Wildrosen, UV-C Lampen, kugelsichere Westen. Kristina erzählt, dass sie einen Waffenhändler in Riad kenne, über den sie im Ernstfall auch dort noch an Schusswaffen gelangen könne.

Dann bringt Vasily eine weitere wichtige Information in Erfahrung: Das Oberhaupt der Al-Murrah Sippe, Qadeer al-Murrah, starb vor zwei Jahren an einem Herzinfarkt. Seitdem hat sein junger Sohn Harun die Familiengeschäfte übernommen.

Mit der Bahn fahren die Agenten nach Sues und nehmen von dort eine Fähre nach Dschidda. In Saudi-Arabien angekommen mieten sich die Agenten mit ihren gefälschten Papieren zwei wüstentaugliche Allradwagen, mit denen sie nch Riad fahren.

Schließlich kommt die Stadt mit dem bombastischen „Kingdom Centre“ und dem skurrilen Innenministerium, das die Form einer umgekehrten Pyramide besitzt, in Sicht. Die Agenten checken in ein klimatisiertes Hotel aus Glas und Stahl ein, dann ruftYuri in der Geschäftsstelle Harun al-Murrahs an, erzählt seinem Sekretär, dass er wichtige Geschäftsinformationen für Harun hat und verweist auf die Anteile des Stammes bei der Bank Klopstock & Billreuth. Er bekommt einen Termin in zwei Tagen.

In der Zwischenzeit vertreiben sich die Agenten ihre Zeit, aber das Leben in Riad mit den vielen verhüllten Menschen, bei denen nie ganz sicher ist, was sich unter ihrem Niqab verbirgt, macht sie nervös. Einzig Cevas zeigt Initiative und schaut sich ein paar Museen an. In einer Archäologieausstellung findet er einen Hinweis darauf, dass die saudische Regierung 2012 ankündigte, alle Gräber der Stadt zu untersuchen und elektronisch zu überprüfen. Angeblich wurde auf diese Weise ein aktuelles Register der Grabsteine in Riad erstellt. Cevas überlegt sich, was die Regierung mit der Aktion noch bezweckt haben könnte und gerät ins Grübeln.

Vasily forscht noch ein wenig über das Verhältnis des Stammes der al-Murrah zum arabischen Königshaus. Dabei findet er einen alten Bericht, in dem erwähnt wird, wie Harun al-Murrahs Großvater mütterlicherseits 1931 sich im Gefolge von König Ibn Saud befand und 1931 mit dem Monarchen das Fest von Eid ul-Fitr (Fastenbrecherfest) feierte.

Schließlich folgt das Treffen mit Harun al-Murrah. Kristina und Cevas bleiben im Auto, Vasily, Yuri und Uliana begeben sich in einen Geschäftsraum eines anderen klimatisierten Hotels. Vasily gibt sich als russischer Neureicher, Yuri als sein Berater, Uliana ist verschleiert und hofft, trotzdem ein wenig zum gelungenen Gespräch beitragen zu können. Endlich treffen die Agenten mit dem Stammesführer und seinem Sekretär zusammen. Harun gibt sich weltgewandt, bietet den Agenten einen Tee an und entschuldigt sich dafür, dass bei ihm vormittags noch kein Alkohol getrunken wird. Die Agenten wundern sich ein wenig. Harun ist ein Mann in den besten Jahren, der sich als arabischer Prinzenplayboy gibt. Auf ein Zeichen von ihm erscheint eine verschleierte Frau und spielt ein paar Stücke auf ihrer Oud. Harun erläutert den Agenten, dass Musik von einigen Moslems zwar als unrein angesehen werde, weil Mohammeds Lieblingsfrau aber selbst Musikerin gewesen sei, halte er es für statthaft, sich durch Musik unterhalten zu lassen.

Dann beginnt das Gespräch. Yuri eröffnet das Gespräch mit seinem Anliegen: „Wir möchten uns einen Ort in der Wüste ansehen, dessen Lage wir allerdings nicht kennen. Wir hoffen, dass Sie uns behilflich sein können. Für ihre Bemühungen erlauben wir uns Sie mit ein paar Informationen zu entschädigen. Wir wissen, dass Sie in die Bank Klopstock & Billreuth investiert haben und haben Informationen für Sie, die Ihren sofortigen Rückzug aus diesem Unternehmen nahelegen.“ Harun ist zunächst skeptisch und erkundigt sich nach seinen Investitionen. Yuri deutet die Verstrickung des Unternehmens in die russische Mafia an. Er behauptet weiterhin, dass ihm viele Dokumente zur Verfügung stehen, die eindeutige Hinweise auf viele unsaubere Geschäfte aufweisen. Vor Gericht seien die Beweise vermutlich nicht ausreichen, ihre Veröffentlichung muss aber als erhebliche Geschäftsschädigung angesehen werden. Harun fragt: „Wer sollte diese Dokumente veröffentlichen?“ Yuri sagt: „Wir beispielsweise“, worauf Harun antwortet: „Aber das werden Sie natürlich nicht tun. Erzählen Sie mir nun von diesem Ort in der Wüste!“ Als Yuri Harun al Murrah von St. John Philby erzählt, erntet er ein verständnisloses Lächeln. Auf eine Handbewegung Haruns hin erscheinen wenige Augenblicke später vier Leibwächter, die sich am Rand des Raumes postieren. Es sieht fast so aus, als ordnete Harun die Agenten als nervtötende Spinner ein. Die Agenten haben den Eindruck, dass Harun nicht viel über Philby weiß.

Schließlich berichtet Yuri aber von den Geschehnissen auf dem Bashoura Friedhof in Beirut aus dem Jahr 1975, bei denen Haruns Vater einen Toten an einen anderen Ort überführt hat. Harun al-Murrah denkt einen Moment nach und erzählt dann von einem seltsamen Ereignis in seiner Kindheit. Als er ein Knabe war, nahm ihn sein Vater mit zu einer Höhle tief in der Wüste und behauptete, dass es sich dabei um „die andere Kaaba“ handele. Harun erzählt, dass die Kaaba die heiligste Stätte des Islams sei, ein Gebäude im Herzen Mekkas, das einen Stein enthält, von dem behauptet wird er sei vom Himmel gefallen. Er selbst habe nicht verstanden, was sein Vater mit seinen Worten meinte und verstehe es auch heute noch nicht. Er erinnere sich allerdings noch daran, wie ein mitreisender Beduinenreiter auf den Ausdruck seines Vaters hin gelacht und den Ritt als „Hajj Shaitan“ (Pilgerfahrt zum Teufel) bezeichnet hat.

Yuri versucht im Folgenden nähere Informationen über die Lage dieser Höhle herausfinden, aber zunächst zeigt sich Harun misstrauisch. Er will genauer wissen, was die Agenten dort vorhaben. Yuri erzählt ihm, dass ihn wissenschaftliche Interessen antreiben. Der Leichnam, den sein Vater in Beirut ausgegraben habe, sei der St. John Philbys gewesen, und über den Mann schreibe er gerade eine wissenschaftliche Forschungsarbeit. Vasily sei ein Mann, der der Wissenschaft zugetan ist, und unterstütze ihn bei seiner Arbeit finanziell. Es sei wahrscheinlich, dass die von Harun erwähnte Höhle irgendwelche Hinweise auf den Verstorbenen enthielte. Schließlich einigen sich die Parteien: Yuri muss versprechen, dass er den Ort nicht öffentlich macht. Er darf von dort auch nichts mitnehmen: alles in der Wüste gehöre ihm und dem Stamm der al-Murrah! Eine Forschungserlaubnis kann er jedoch haben, wenn er Harun die Unterlagen über Klopstock & Billreuth überlässt. Nachdem sich Yuri einverstanden zeigt, verrät ihm Harun al-Murrah, dass sich die Höhle, von der er gesprochen habe, etwa 200 Kilometer südöstlich der Stadt Al-Kharj befindet, mitten im „leeren Viertel“. Es sei leider nicht einfach dorthin zu kommen. Yuri drückt ihm einen USB-Stick mit den Dokumenten in die Hand und verabschiedet sich.

Wieder zurück in ihrem Hotelzimmer verbringen Vasily und Cevas einige Stunde vor dem Rechner und studieren Satellitenaufnahmen von der Rub´ al Khali Wüste. Irgendwann glauben sie, den Ort gefunden zu haben, wo sich die von Harun al-Murrah erwähnte Höhle befinden könnte. Kristina stattet in der Zwischenzeit dem ihr bekannten Waffenhändler einen Besuch ab und erwirbt Schrotflinten, Automatikgewehr, Granaten und auch zwei Ladungen „Dragon´s Breath“. Uliana und Yuri statten sich mit Utensilien für ihre Wüstentour aus. Neben Wasser und Benzin kaufen sie auch eine Seilwinde.
Dann geht es los und die Agenten fahren mit ihren beiden Jeeps durch das leere Viertel, einen Ort, der so menschenabweisend, ausgedörrt und trocken ist, wie nur wenige andere Orte auf der Welt. An über hundert Kilometern Sanddünen vorbei fahren sie in ein leeres Gebiet ohne jegliche Spuren, die erstmalig 1932 ein Mensch aus dem Westen durchquert hat: St. John Philby. Kristina und Yuri haben entsprechende Überlebenstrainings durchgeführt und leiten ihre Mitreisenden so gut an, wie es geht. Auf einen Führer wird verzichtet.

Einen ganzen Tag ihrer Reise sind die Agenten bei bis zu 51°C unterwegs ohne Straßen zwischen endlosen Sanddünen. Das Vorankommen ist beschwerlich, es ist kein Wasser zu sehen, keine Straßen, nichts als Wind und Sand. Die Agenten sind so allein und verlassen, wie es nur wenige Menschen auf der Welt je erleben. Dennoch gelingt es ihnen nicht abzuschalten. Permanent werden Theorien darüber geäußert, was sie an ihrem Ziel erreichen möge.

Endlich erreichen die Agenten einen einzeln stehenden großen Felsen, der sich wie ein halbverschüttetes Monster aus dem umliegenden Sand erhebt. Im Abstand von einem Kilometer beobachten die Agenten den Ort ohne etwas Auffälliges feststellen zu können. Am nächsten Tag fahren sie an die Gesteinsformation heran und stoßen schon bald auf einen Schacht mit steil abfallenden Flanken, die wie bei einem Brunnen in der Dunkelheit verschwinden. Die Seiten des Schachtes sind glattgeschliffen – vielleicht durch die endlosen Abreibungen des Wüstensandes, vielleicht auch durch langes Polieren.

Vasily lässt seine Drohne nach unten fliegen und stellt fest, dass der etwa 15 Meter tief liegende Boden des Schachts sich an vier Stellen in angrenzende Gänge öffnet. Auf dem Boden des Schachts liegen Schädel und Knochen, hauptsächlich von Kamelen und Ziegen. Cevas meint, hier sei offensichtlich etwas gefüttert worden.

Dann sichern die Agenten Kristina an der Seilwinde und lassen sie nach unten. Sie trägt Panzerweste, schwere Waffen und eine Stirnlampe. Unter angekommen steckt sie zur näheren Untersuchung ein paar Knochen ein. Dann wirft sie noch ein paar Blicke in die angrenzenden Gänge. Sie ist zwei oder drei Meter in den dritten Gang hineingegangen, da ertönt ein wütendes Brüllen und sie wird von einem Klauenhieb getroffen. Ein alptraumhaftes Wesen, das aussieht wie ein dreckiger Sack mit Knochen und Zähnen und einem deformierten Schädel, über den jemand eine kalkweiße Haut gespannt hat, fällt sie an und ehe sie es sich versieht hat sie auch schon einen zweiten Hieb abbekommen. Aus nächster Nähe gibt sie einen Gewehrschuss auf ihren Gegner ab, der erneut wütend brüllt und sie ergreift. Am oberen Ende des Schachts schalten ihre Kameraden den Motor der Seilwinde ein und müssen mit Entsetzen feststellen, dass die Maschine kaum in Gang kommt. Am anderen Ende verhindert irgendetwas sehr Starkes, dass sich das Seil aufrollt. Dann kommt die Maschine glücklicherweise doch in Gang. Kristina wird den Klauen ihres Kontrahenten entrissen, bekommt aber noch einen letzten flüchtigen Hieb mit auf den Weg. Während Kristina nach oben schwebt brüllt das wütende Monstrum vor Zorn und zerschmettert die noch immer im unteren Bereich des Schachts herumfliegende Drohne Vasilys. Kirstina ist knapp der Ohnmacht nahe, kann aber noch eine Splittergranate zünden und nach unten werfen. Eine laute Explosion und ein erneutes Wutgeheul des Monstrums sind zu hören. Dann zieht es sich in einen der Gänge zurück.

Oben angekommen wird Kristina von Cevas verarztet. Er entdeckt ein paar seltsame Blutspritzer von Kristinas Gegner auf ihrer Panzerweste: die Flüssigkeit ist sonderbar hell und weißlich. Weitere Nachdem der erste Schreck überwunden ist, schmieden die Agenten erste Pläne, wie dem Gegner beizukommen sein könnte.

-

Eine relativ normale Sitzung, nicht herausragend, aber auch nicht verkehrt. Ein bisschen schade ist, dass die kontemplativen Momente nicht zu ein wenig philosophischem Smalltalk genutzt werden, aber das kann ich schlecht erzwingen. Im Gespräch mit Harun al-Murrah haben sich die Spieler in meinen Augen äußerst geschickt angestellt. Anerkennenderweise habe ich nur wenig Probleme gemacht. Der Angriff des Monsters ist natürlich ein toller Schocker. Das Bild der nicht in die Gänge kommenden Seilwinde fand ich besonders grauenvoll. Toller Moment, den ich mir merken muss!
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